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Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

Türkische Presse Türkei

03.02.2011 – Ägypten, Iran, Erdoğan, Rassismus, Davutoğlu

Die Themen des Tages sind: Gül empfing Goodluck Ebele Jonathan; Gül besucht den Iran; Erdoğans Kirgisistan-Kontakte; Davutoğlu reist nach Katar; Rassismus Warnung von Davutoğlu; González: „Die Türkei ist ein idealer und solventer Markt“; Hosni Mubarak setzt sein Amt fort; Davutoğlu bezeichnet den Willen des ägyptischen Volkes als vorrangig

VONBYEGM, TRT

DATUM3. Februar 2011

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RESSORTTürkische Presse Türkei

QUELLE Die “Türkische Presse Türkei” wird MiGAZIN von der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara und der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World) zur Verfügung gestellt und unverändert übernommen.

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Presseschau der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara

Gül empfing Goodluck Ebele Jonathan
Staatspräsident Abdullah Gül empfing gestern seinen nigerianischen Amtskollegen Goodluck Ebele Jonathan, der sich als Gast für einen offiziellen Besuch in der Türkei befindet, in seiner Residenz zu Çankaya. Nach der offiziellen Empfangszeremonie und den Gesprächen veranstalteten Gül und Jonathan eine gemeinsame Pressekonferenz und beantworteten die Fragen der Journalisten.

Staatspräsident Gül bewertete auf der Pressekonferenz auch die Ereignisse in Ägypten. Gül wies darauf hin, diese Übergangsphase müsse im Sinne der Bevölkerung kurz andauern. Gül betonte auch, dass die Sicherheit und Stabilität des Partnerstaates Ägyptens von großer Bedeutung sei, aber auch die Wünsche und Forderungen der Bevölkerung in kürzester Zeit erfüllt werden müssten. „Die Türkei beobachtet die Entwicklungen aus nächster Nähe. Die Türkei hat mit den Völkern und Staaten der islamischen Welt historische Beziehungen. Von daher muss diese Phase so schnell wie möglich abgeschlossen werden, damit Ägypten noch stärker wird.“, so Gül.

Auf eine Frage ob die Türkei ein Vorbild für die Länder im Nahen Osten sei oder nicht antwortete Gül mit der Antwort “Solche anspruchsvollen Sachen stimmen nicht.” (Cumhuriyet-Hürriyet-Akşam-Star)

Gül besucht den Iran
Staatspräsident Abdullah Gül wird zwischen dem 14. und 16. Februar dem Iran einen wichtigen Besuch abstatten. Die Eröffnungsrede am Arbeitsforum im Iran, die Vertreter der türkischen Arbeitsbranche und iranische Geschäftsmänner zusammenbringen wird, werden Staatspräsident Abdullah Gül und Präsident Mahmut Ahmedinejad gemeinsam machen. Während der Iran-Visite von Gül wird auch das Atomprogramm, das den Westen sehr verärgert auf der Tagesordnung der Gespräche stehen. (Türkiye)

Erdoğans Kirgisistan-Kontakte
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan, der sich für einen zweitägigen Staatsbesuch in Kirgisistan befindet kam im Rahmen seiner Kontakte mit der kirgisischen Staatspräsidentin Roza Otunbayeva, dem Parlamentspräsidenten Ahmatbek Keldibekov und seinem kirgisischen Amtskollegen Atambayev zusammen. Bei dem Treffen wurden bilaterale Gespräche geführt und anschließend folgten auch Gespräche zwischen den Delegationen der beiden Länder. Unterdessen hielt Erdoğan vor dem kirgisischen Parlament eine Rede, nahm an einem Arbeitsforum teil und kam mit türkischen und kirgisischen Studenten der Manas Universität zusammen. Erdoğan wird während seiner Reise vom Staatsminister Zafer Çağlayan, Verteidigungsminister Vecdi Gönül sowie einer Delegation von 100 Unternehmern begleitet.

Ministerpräsident Erdoğan bewertete bei seinem Kirgisistan-Besuch auch die Entwicklungen in Ägypten. Erdoğan wies darauf hin, dass die amtierende Regierung unfähig und nicht vertrauenswürdig sei, um die Demokratie in kürzester Zeit wieder wirken zulassen. Die Erklärungen Erdoğans wurden von der Menschenmenge auf dem Tahrir-Platz in Kairo in Aufregung verfolgt. (Akşam-Star-Cumhuriyet)

Davutoğlu reist nach Katar
Der Emir von Katar, Scheich Hamad bin Chalifa el Thani und Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan haben bei einem Telefonat die Lage im Libanon bewertet. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu wird heute, um wichtige Gespräche über die Entwicklungen in Ägypten und in der Region zuführen, nach Katar reisen. (Hürriyet-Cumhuriyet)

Rassismus Warnung von Davutoğlu
Außenminister Ahmet Davutoğlu hat den niederländischen Außenminister Uri Rosenthal, der sich für offizielle Kontakte in der Türkei befindet, in Ankara empfangen. Bei einer gemeinsamen Presseerklärung deutete Davutoğlu daraufhin, dass sich im niederländischen Parlament fünf türkischstämmige Abgeordnete befinden und sagte “Der in Europa aufblühende Rassismus macht uns große Sorgen. Wir müssen die Migrations-und Integrationsfragen gemeinsam in die Hand nehmen und müssen gemeinsam verhindern, dass der wachsende Rassismus den Werten Europas schadet.” Rosenthal wird auch Staatspräsident Abdullah Gül im Çankaya Palais besuchen. (Star)

González: „Die Türkei ist ein idealer und solventer Markt“
Francisco González, Präsident Spaniens zweitgrößter Bank, Bank Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) gab bekannt, die Türkei sei politisch sehr stabil und werde auf Internationaler Ebene als Favorit Land gelobt. González wies auch darauf hin, die Türkei sei ein idealer und solventer Markt. Gonzalez betonte auch, dass sie mit der türkischen Bank Garantie ein wichtiges Standbein formiert und eine bedeutende Partnerschaft gestartet hätten. (Milliyet)

Presseschau der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World)

Hosni Mubarak setzt sein Amt fort
In Star lesen wir, trotz der Erklärung des ägyptischen Staatspräsidenten Hosni Mubarak, wonach er bis September sein Amt fortsetzen werde, würde in Ägypten das Chaos andauern.

Sabah schreibt, der ägyptische Staatspräsident Mubarak sei von Europa und den USA enttäuscht worden. So hätten vor allem US-Präsident Barack Obama sowie London und Paris zum Wandel in Ägypten aufgerufen. Der Meldung zufolge habe Staatspräsident Hosni Mubarak letzte Nacht mit Obama ein halbstündiges Telefonat geführt, in der Obama Mubarak zu einem friedlichen Regierungswechsel aufgerufen habe.

Erdoğan in Kirgisistan
In Yeni Şafak lesen wir, Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan, der sich zu Kontakten in Kirgisistan befindet, habe auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit seinen kirgisischen Amtskollegen Almazbek Atambayev wichtige Erklärungen zu den Entwicklungen in Ägypten abgegeben. Erdoğan habe gesagt, der Wille des Volkes müsse berücksichtigt werden.

Auch Zaman räumt den Kontakten von Erdoğan in Kirgisistan Platz ein. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan und sein Amtskollege Almazbek Atambayev hätten die Bildung eines hochrangigen strategischen Kooperationsrats zwischen beiden Ländern vereinbart. Ferner sei die Visumsaufhebung zwischen beiden Ländern vereinbart worden.

Vatan schreibt, Erdoğan sei von der kirgisischen Staatspräsidenten Roza Otunbayeva mit dem Danaker Staatsorden ausgezeichnet worden.

Davutoğlu bezeichnet den Willen des ägyptischen Volkes als vorrangig
In Haber Türk lesen wir, Außenminister Ahmet Davutoğlu sei gestern mit dem niederländischen Außenminister Uri Rosenthal zusammen gekommen. Auf der gemeinsamen Pressekonferenz habe Davutoğlu den Willen des ägyptischen Volkes als vorrangig bezeichnet. Dieser Wunsch nach mehr Demokratie und mehr Freiheit sei für die Türkei eine Frage der Prinzipien.

Nigerianische Staatspräsident Goodluck besucht Türkei
Auf den Wirtschaftsseiten der Tageszeitung Yeni Safak lesen wir, Staatspräsident Abdullah Gül und der nigerianische Staatspräsident Goodluck, der der Türkei einen offiziellen Besuch abstattet, hätten eine gemeinsame Presskonferenz gegeben. Gül habe auf das große Wirtschaftspotential zwischen beiden Ländern hingewiesen, der Handel zwischen der Türkei und Nigeria belaufe sich auf 1 Milliarde Dollar und Nigeria würde über große Investitionsmöglichkeiten verfügen.

Ferner heißt es in der Meldung, zwischen der türkischen und nigerianischen Regierung seien in den Bereichen Verteidigung, Tourismus, Hochschule sowie Förderung und Schutz gegenseitiger Investitionen vier Abkommen unterzeichnet worden. Außerdem sei ein Kooperationsprotokoll zwischen den Außenministerien beider Länder unterzeichnet worden.

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2 Kommentare
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  1. nied sagt:

    Schade, es ist in Ägypten zu dem gekommen, was wohl unvermeidlich war. Jetzt wird um die Macht gekämpft. Brandbomben fliegen, Schüsse fallen, Menschen werden gejagt. In Kairo findet eine regelrechte Schlacht zwischen Regimegegnern und Mubarak-Getreuen statt. In Kairo ist Bürgerkrieg. Mir tun die ganzen armen Menschen einfach leid. Warum, musste es nur dazu kommen.

  2. Pragmatikerin sagt:

    Meine Meinung zu Ägypten ist, dass im Nahe Osten – vielleicht auch später im Ferne Osten (China) der Freiheitsdrang so gewaltig war/ist, dass die Menschen jedes Risiko auf sich nehmen, um eine Regierung zu bekommen, die ihren Bedürfnissen nachkommt. Was mich besonders fasziniert ist die Jugend in Ägypten, die diesen Umbruch forciert. Durch die Globalisierung, Internet usw. können sich Diktatoren auf Dauer in keinem Land der Erde nicht mehr halten. Natürlich ist es schlimm, dass solche Einschnitte selten unblutig vonstatten gehen. Was ich aber total verurteile ist, dass sich westliche Regierungen einmischen. Jedes Volk sollte die Chance bekommen, die Regierung zu bekommen, die es verdient….

    Ich hoffe nur, dass es den Ägyptern gelingt, aus ihrer Revolution gegen das Mubarak-Regime gestärkt hervorzugehen, sprich, dass sie sich eine Demokratie aufbauen, die zu ihrem Land passt. Kopien westlicher Länder halte ich persönlich für verkehrt…

    Wo Einmischung des Westens hinführen kann, sieht man im Iran…….

    Ich wünsche dem ägyptischen ´Volk das alles Gute!!!!

    Pragmatikerin



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