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Fast ein Drittel, ein Viertel oder doch nur ein Fünftel?

Auf Welt Online lautete am Sonntag (16.01.2011) die Schlagzeile: „Fast ein Drittel der Muslime in NRW lebt vom Staat“.1 Im Kleingedruckten darunter war allerdings zu lesen, dass 28 Prozent aller Muslime vom Staat leben, was einer „Gut ein Viertel…“-Schlagzeile näher gelegen hätte als der „Fast ein Drittel…“-Schlagzeile.

Am 17.01.2011 – also nur einen Tag später, stellte das Arbeits- und Integrationsministerium die Studie online. Zeitgleich änderte Welt Online die Schlagzeile. „Fast ein Viertel der Muslime lebt vom Staat“, heißt es jetzt dort.2 Verwirrung pur. Wieso „fast“? Bei 28 Prozent müsste es doch „Gut ein Viertel…“ heißen. Ein Blick in die Studie: Danach beziehen 21,6 Prozent der Muslime Sozialhilfe und nicht „Fast 33 Prozent“, wie Welt Online seinen Sarrazinern vorab schon mal nahebringen wollte.

Zwar liegen auch die 21,6 Prozent einer „Gut ein Fünftel…“-Schlagzeile viel näher als einer „Fast ein Viertel…“-Schlagzeile, aber immerhin. Schon nach einmal Schlafen hat Welt Online seinen Fehler erkannt und korrigiert. Fast.

Das Foto, auf dem drei Frauen und ein Kinderwagen abgebildet sind, ziert den Artikel immer noch. Laut diesem Foto tragen fast sieben von zehn aller muslimischen Frauen eine Burka und ein Drittel ein Kopftuch. Dies nur als Hinweis für die nächste Schlagzeile, liebe Welt Online-Redaktion.

  1. Der ursprüngliche Link zum Artikel: http://www.welt.de/politik/deutschland/article12187137/Fast-ein-Drittel-der-Muslime-in-NRW-lebt-vom-Staat.html []
  2. Der aktuelle Link zum Artikel: http://www.welt.de/politik/deutschland/article12187137/NRW-Fast-ein-Viertel-der-Muslime-lebt-vom-Staat.html []