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Migration und Integration in Deutschland

Die Wirtschaft entschied über die Anzahl der angeworbenen Gastarbeiter wie über deren Verteilung innerhalb der Bundesrepublik.

Ursula Mehrländer, Ausländerpolitik im Konflikt, 1978

IHK Düsseldorf

Fast jedes siebte Unternehmen in ausländischem Besitz

Fast jedes siebte Unternehmen in Düsseldorf und im Kreis Mettmann wird von einem ausländischen Staatsangehörigen geführt. Niederlande, Großbritanien und USA sind im Handelsregister am häufigsten vertreten. Bei Kleingewerbetreibenden führen Polen, Türkei und die Griechenland. Das gab das IHK Düsseldorf bekannt.

„Der IHK-Bezirk Düsseldorf ist ein internationaler Standort par excellence. Von rund 81.000 kammerzugehörigen Unternehmen sind 11.209 in ausländischem (Kapital-)Besitz. Anders ausgedrückt: Fast jedes siebte Unternehmen in Düsseldorf und im Kreis Mettmann verfügt mehrheitlich über ausländisches Gesellschaftskapital oder wird von einem ausländischen Staatsangehörigen geführt“. Mit diesen Worten fasst Dr. Gerhard Eschenbaum, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Leiter der Abteilung Außenwirtschaft der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf (IHK), die Ergebnisse eines aktuellen IHK-Spezials am Donnerstag zusammen. Dieses untersucht die ausländischen Unternehmen nach Herkunft und Branchenzugehörigkeit.

Von den 11.209 ausländischen Unternehmen aus 130 Ländern seien 3.515 im Handelregister (HR) eingetragen und 7.694 der Gruppe der Kleingewerbetreibenden zuzuordnen. Dabei stellten bei den HR-Unternehmen die Niederlande mit 573 Unternehmen die größte Fraktion, gefolgt von Großbritannien (521), den USA (319), der Schweiz (288), Luxemburg (210) und Japan (202). Bei den Kleingewerbetreibenden hätten die Polen mit 1.829 Unternehmern die Nase vorn, gefolgt von den Türken (1.115), den Griechen (562) und den Italienern (559).

Innerhalb des Kammerbezirkes entfielen über drei Viertel der ausländischen Unternehmen auf die Stadt Düsseldorf und knapp ein Viertel auf den Kreis Mettmann. Spitzenreiter beim ausländischen Unternehmensbesatz sei hier Ratingen (635), gefolgt von Velbert (410), Langenfeld (339), Hilden (278), Erkrath (236) und Monheim am Rhein (198).

Großhandel und Baugewerbe hoch in Kurs
Während das Gros der handelsregisterlich eingetragenen Unternehmen im Großhandel (917), in administrativen, kaufmännischen und organisatorischen Tätigkeiten (641), in der Verwaltung und Beratung von Unternehmen (568), im Grundstücks- und Wohnungswesen (342); im produzierenden Gewerbe (246), in IT und Medien (156) sowie im Einzelhandel (149) aktiv sei, engagierten sich die Kleingewerbetreibenden vornehmlich im Baugewerbe (1.271), in Gastronomie und Beherbergungsgewerbe (1.187), in administrativen, kaufmännischen und organisatorischen Tätigkeiten (1.060) sowie im Einzelhandel (847).

Das IHK-Spezial „Ausländische Unternehmen im IHK-Bezirk Düsseldorf“ kann im Internet kostenlos herunter geladen werden.

Wirtschaftlich, so die IHK, seien vor allem die handelsregisterlich eingetragenen Unternehmen von besonderer Bedeutung. „Ihre Branchenstruktur zeigt deutlich, welche Schlüsselrolle der IHK-Bezirk Düsseldorf bei der Bearbeitung des deutschen Marktes beziehungsweise der westeuropäischen Märkte als Unternehmenssitz spielt. Die internationalen Unternehmen schätzen die hervorragende Verkehrsinfrastruktur wegen der guten Erreichbarkeit ihrer Absatzmärkte, sie schätzen die Nähe zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen und sie schätzen das Reservoir an gut ausgebildeten Fachkräften. Darüber hinaus spielen natürlich auch die ‚weichen’ Standortfaktoren wie eine hohe Lebensqualität, das vielfältige kulturelle Angebot sowie Einrichtungen wie internationale Schulen eine Rolle“, erklärt Eschenbaum. Eindrucksvoll unterstreiche dies nicht zuletzt auch die Präsenz vieler internationaler Dienstleistungsunternehmen, etwa in der Telekommunikation, der Werbe- und Kommunikationswirtschaft oder bei den Unternehmensberatungen und Anwaltskanzleien. (etb)

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4 Kommentare
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  1. bogo70 sagt:

    Können wir Boli und auf folgende auch. 😉

    http://www.handelsblatt.com/politik/nachrichten/oekonomie-ueber-bankenmacht-und-managerboni;2726138

    Ihre Argumentation war schon mal besser und auch wenn es mir widerstrebt ihrer Argumentationsweise zu folgen, so habe ich auch keine Lust mich dauernd in ellenlangen Diskussionenen widerzufinden. Also, keep it easy und nicht vergessen, solche Argumente können schnell in die Hosen gehen.

  2. Ghostrider sagt:

    @Boli

    In der Tat kann man auf solche Firmen gerne verzichten. Aber in jedem Land gibt es Betrüger. Gerade jetzt im Ruhestand bekommen wir oft Post von Leuten, die uns einen Hauptgewinn versprechen, dass man bei einer Kaffeefahrt einlösen kann. Wer da wirklich auf diese Masche reinfällt, tut mir leid, der muß mit dem Klammernsack gepudert sein. Bei mir wandern solche Schreiben in den Ofen. Das gibt wenigstens für ein paar Sekundern Wärme ;-))

    Im Saarland ist unlängst eine Kaffeefahrt Bande von der Polizei gefasst worden. Und da muß ich Sie leider wieder enttäuschen. Es waren deutsche Betrüger.

    Natürlich gibt es unter manchen Ausländern in Deutschland sicherlich auch unseriöse Geschäftsleute, wie es auch unter den Deutschen, unseriöse Leute gibt.

    Die Gier nach Geld und Macht ist so alt wie die Menschheit selbst und somit ein menschliches Problem. Und gerade in der westlich geprägten Überflussgesellschaft ist die Verführung in kriminellen Machenschaften sehr groß. Das ist nicht nur in Deutschland so.

    Das viele Menschen für Geld bereit sind ihre Seele dem Teufel zu verkaufen, beweist der sehr gute Link von @Bogo70.

    Danke, Bogo70 !

    Ghostrider

  3. Boli sagt:

    Hehe, manchmal kommt der schwarze Sarkasmus eben doch durch. Hat halt gerade ortsbezogen gut gepasst.
    @Bogo 70

    Frage nicht was ich mit Managern anstellen würde wenn sie sich weiterhin wie offene Hose benehmen. Ich würde den Rundumwischmob bzw. Kärcher rausholen weil die sind für mich eher noch schlimmer als randalierende marodierende Banlieujugendliche.



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