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Erneut Brandanschlag auf Moschee

Erneut haben Unbekannte einen Brandanschlag auf eine Moschee in Berlin verübt. In der Nacht von Freitag auf Samstag entdeckte ein Passant gegen 1:45 Uhr das Feuer an der historischen Ahmadiyya-Moschee im Berliner Wilmersdorf. Er alarmierte die Polizei und begann mit dem Löschen des Brandes. Erst den Polizisten gelang es, die Flammen an der Eingangstür der Moschee mit Autofeuerlöschern zu ersticken.

Am Tatort hatten die Unbekannten eine Nachricht hinterlassen, die von der Polizei nicht veröffentlicht wurde. Die Ermittlungen zu den Tatmitteln und den Tätern hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt übernommen. Ob ein Zusammenhang mit Brandanschlägen oder versuchten Brandanschlägen auf Moscheen in der Vergangenheit besteht, wird derzeit geprüft.

Politik in der Verantwortung
„Der inzwischen schon siebente Brandsatz gegen Moscheen und islamische Kultureinrichtungen in Berlin binnen der letzten sieben Monate wirft die Frage nach der Verantwortung der Politik für ein Klima der Toleranz und des Respekts in der Gesellschaft gegenüber allen Religionen und Weltanschauungen auf“ erklärte die Vorsitzende der Linkspartei, Gesine Lötzsch am Sonntag. „Äußerungen aus der Union oder von Thilo Sarrazin hätten mit Sicherheit keinen Beitrag dazu geleistet, sondern im Gegenteil Ablehnung und Hass geschürt“, so Lötzsch.

Bereits im November hatte der Koordinationsrat der Muslime (KRM) vor vermehrten Übergriffen auf Moscheen und Muslimen gewarnt. „Wir beobachten, dass die Übergriffe parallel mit populistischen Äußerungen und dem starken Sinneswandel der Politik gegenüber der muslimischen Minderheit zugenommen hat“, erklärte KRM Sprecher, Erol Pürlü.

Angriff auf die Religionsfreiheit
Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) verurteilte die Tat und rief zu mehr Toleranz auf: „Wir brauchen den Zusammenhalt der Religionen in der multireligiösen Stadt Berlin.“ Ähnlich äußerte sich auch Renate Künast (Die Grünen): „Wir alle sind zur Toleranz und zum Respekt gegenüber allen Religionen und Weltanschauungen aufgerufen“. Das Erzbistum Berlin bezeichnete den Anschlag als einen Angriff auf die Religionsfreiheit. (eb)