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Migration und Integration in Deutschland

Letztlich haben einige Industriestaaten ihren Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften … dadurch gedeckt, dass sie bei der Einstellung von irregulären Arbeitsmigranten ein Augen zudrücken.

Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Migration in einer interpedenten Welt, 2004

Online Museum

Sonderausstellung zu „50 Jahre Anwerbeabkommen Deutschland – Türkei“ angekündigt

14.000 Besucher zählt das in Deutschland einmalige online Museum „Lebenswege“ seit seiner Eröffnung im Dezember 2009. Für 2011 ist unter anderem eine Sonderausstellungen zu den Themen ‚50 Jahre Anwerbeabkommen Deutschland – Türkei’ geplant.

Die Geschichte und Kultur der Migration in Rheinland-Pfalz auf zeitgemäße Art erfahrbar zu machen, das ist Ziel des Online-Migrationsmuseums ‚Lebenswege’, das seit einem Jahr besteht. Mittlerweise besuchten rund 14.000 Nutzer das Museum, wie Sozialministerin Malu Dreyer (SPD) am Mittwoch vergangener Woche in Mainz mitteilte. Die Statistik des ersten Jahres zeige auch das internationale Interesse, so die Ministerin. Aus 65 Ländern wurde auf die Seiten das Online-Museum „Lebenswege“ zugegriffen, darunter aus der Russischen Föderation, aus China, Singapur, Neuseeland, Australien, Afrika, Korea oder Jordanien.

Im Dezember 2009 hat das Sozialministerium gemeinsam mit dem Kulturministerium und mit Unterstützung der Multimediainitiative des Innenministeriums eines der ersten Online-Projekte dieser Art in Deutschland realisiert. Kooperationspartner des Projekts ist die Redaktion SWR-International. „Mit dieser innovativen Form der musealen Aufarbeitung von Migrationsgeschichte löst die Landesregierung ein Versprechen des Integrationskonzepts des Landes Rheinland-Pfalz ein“, betonte die Ministerin.

Im Mittelpunkt des Museums stehe die Aufklärung, der Wissensaustausch und die Auseinandersetzung mit dem Thema Migration und Integration. „Man kann es zeit- und ortsunabhängig besuchen, es spricht Jugendliche und Erwachsene genauso an wie Menschen mit und ohne Migrationshintergrund“, so Dreyer. Im Mittelpunkt stand bislang das Thema Arbeitsmigration. In Texten, Bildern, Original-Dokumenten, Filmen und Podcasts machen Zeitzeugen, die ab 1955 als Arbeitsmigrantinnen und -migranten nach Rheinland-Pfalz gekommen sind, den Besuchern einen Teil gelebter Vergangenheit zugänglich.

50 Jahre Anwerbeabkommen Deutschland – Türkei
Das Angebot „Zeitzeugen im Unterricht“ entstand in Zusammenarbeit mit dem Pädagogischen Landeszentrum Rheinland-Pfalz. Neben historischen Fakten können die Online-Besucher auch auf aktuelle Informationen zugreifen. Die so genannte ‚Infothek’ gibt einen Überblick über die Leitlinien der Integrationspolitik, über Informations- und Beratungsstellen, Integrationsprojekte oder internationale Medienangebote. Nachrichten, Berichte und Webradio in sechs Sprachen sind unter dem Menüpunkt ‚SWR-International’ abrufbar. Im kommenden Jahr 2011 bilden unter anderem Sonderausstellungen zu den Themen ‚50 Jahre Anwerbeabkommen Deutschland – Türkei’ sowie die Aufarbeitung der Emigration rheinland-pfälzischer Bürger inhaltliche Schwerpunkte.

Auf Einladung der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz stellte sich das Online-Museum beim Netzwerktreffen ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage’ vor. Außerdem präsentierte es sich auf einer Arbeitstagung der Johannes-Gutenberg Universität Mainz und des Historischen Vereins der Pfalz. Ziel im kommenden Jahr ist es, das Online-Migrationsmuseum noch stärker in schul- und fächerübergreifende Unterrichtseinheiten, Workshops, AGs und Projektwochen einzubinden. (eb)

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