MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Anzeige

Nur die wenigsten dieser deutschen Arbeiter werden in dieser Situation mit den Ausländern solidarisch sein. Die meisten werden sich aggressiv von den Ausländern abgrenzen und bei ihnen die Verantwortung für die eigene schlechte Position suchen.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

BAMF

Integrationskursbesuch ab Januar 2011 wieder möglich

Ab Januar 2011 sollen Migranten wieder eine Zulassung für einen Integrationskursplatz bekommen. Das kündigte das BAMF am Freitag an. Damit entledigt sich die Bundesregierung seiner Stellung als Integrationsverweigerer – vorläufig.

Ab Januar 2011 soll der Besuch eines Integrationskurses wieder ohne Wartezeit möglich sein. Das kündigte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge am Freitag an. Ab Jahresbeginn sollen die Zulassungen wieder ohne zeitliche Vorgaben ausgesprochen werden.

„Das ist eine gute Nachricht für alle Migrantinnen und Migranten, die in einem Integrationskurs Deutsch lernen möchten. Die Ankündigung aus Nürnberg zeigt: Der beharrliche Einsatz für eine zeitnahe Teilnahme an einem Kurs hat sich gelohnt“, betonte Staatsministerin Maria Böhmer (CDU) am Freitag.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung bezog sich auf ein Schreiben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge an die Träger der Integrationskurse. Darin heißt es, „dass diejenigen, die bislang auf einer Warteliste geführt werden, zeitnah einen Bescheid über ihre Zulassung zum Integrationskurs erhalten“.

Zugleich macht das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge deutlich, dass auch diejenigen, die zur Teilnahme an einem Integrationskurs verpflichtet sind, zeitnah einen Kurs besuchen können. So wird in dem Schreiben klar gestellt, das durch die Neuregelungen insbesondere auch Deutschen und EU-Bürgern, die Leistungen nach dem SGB II beziehen und im Rahmen einer Eingliederungsvereinbarung verpflichtet sind, einen Antrag beim Bundesamt auf Zulassung zum Integrationskurs zu stellen, der unmittelbare Eintritt in den Kurs ermöglicht werden soll.

Wird das Geld reichen?
„Seit 2005 hat die Bundesregierung mehr als eine Milliarde Euro für die Sprachförderung im Rahmen der Integrationskurse ausgegeben – allein in diesem Jahr die Rekordsumme von 233 Millionen Euro. 700.000 Migrantinnen und Migranten werden bis Ende des Jahres an einem Integrationskurs teilgenommen haben. Das zeigt: Die Kurse sind ein Erfolgsmodell! Ich werde mich auch im kommenden Jahr wieder intensiv für ein qualitativ und quantitativ hochwertiges Integrationskursangebot einsetzen“, betonte Böhmer.

Fraglich bleibt allerdings, ob die Haushaltsmittel für die Integrationskurse bis Ende 2011 ausreichen werden. Trotz massiver Unterfinanzierung im laufenden Jahr wurde das Budget für die Integrationskurse von der Bundesregierung nicht angehoben. Zehntausende integrationswillige Migranten mussten 2010 mehrere Monate auf einen Integrationskursplatz warten oder wurden auf 2011 vertröstet weil die Integrationskursmittel vorzeitig ausgeschöpft waren. (eb)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:

Ein Kommentar
Diskutieren Sie mit!»

  1. […] Einwanderer vermutlich vor demselben Problem wie im Jahr 2010, als sie aufgrund fehlender Mittel viele Monate auf einen Integrationskursplatz warten […]



Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...