Je früher die Sprachförderung beginnt, so der vermeintliche Konsens in der Integrationsdebatte, desto erfolgreicher verläuft die Bildungslaufbahn eines Kindes. Entsprechend überbieten sich Politiker mit Forderungen nach Sprachförderung in jungen Jahren.
So hatte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), nach Bekanntwerden der PISA –Ergebnisse (7.12.10) dafür plädiert, „bereits bei allen 3-Jährigen verbindliche Sprachtests durchzuführen“. Werde dabei ein Förderbedarf festgestellt, solle für das jeweilige Kind der Kindergartenbesuch mit Sprachförderung verpflichtend sein.
Als „blanken Unsinn“ bezeichnet die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der rheinland-pfälzischen SPD-Landtagsfraktion Heike Raab diese Forderung. Zunächst seien Sprachtests für Vierjährige im Gespräch gewesen und nun senkte Böhmer das Alter auf drei Jahre herab. Wolle Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) „morgen Prüfungen für zwei- oder einjährige Kinder?“ fragt Raab.
Die bisherige Praxis, dass Erzieher in den Kindergärten auf kindgerechte Art den Sprachstand der Kinder beobachten und feststellen, sei der bessere Weg. Auch Wissenschaftler würden Sprachtest für so junge Kinder ablehnen. Man könne keine validen Aussagen über den Sprachstand von drei- oder vierjährige Kindern machen.

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„Aber alleine schon die Vorstellung, ein fremder Prüfer kommt in den Kindergarten, um Tests mit Dreijährigen abzuhalten, ist mehr als absurd. Wer Kinder hat, weiß, dass sie in diesem Alter gegenüber Fremden auch mal stumm bleiben können, weil sie schlichtweg schüchtern sind und noch gar nicht die Bedeutung einer Prüfung erfassen können“, so Raab abschließend. (sb)
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Ich weiß nicht, worüber Sie sich aufregen. In Indien sind Tests, zumindest in den englischsprachigen Kindergärten, der Normalfall. Meine fünfjährige Nichte ist sogar gezielt und ohne ihre Eltern zu informieren zum Einschulungstest gegangen, obwohl sie noch zu jung war, und hat den auch bestanden. Sie wollte einfach in die Schule und hat sich durchgesetzt. Prüfungen können Kindern auch Spaß machen, aber hier wird immer so eine Horrorvision aufgebaut.
@Belladetta:
1. “englischsprachigen Kindergärten”, “5-jährige Nichte”
sind schonmal zwei große und entscheidende Unterschiede zu Deutschland. Wenn Sie aufmerksam gelesen hätten, hätten Sie auch dies erfahren.