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Koordinationsrat der Muslime

Immer mehr Übergriffe auf Moscheen und Muslime

Der Koordinationsrat der Muslime verzeichnet immer mehr Übergriffe auf Moscheen und Muslime. Diese hätten parallel mit populistischen Äußerungen und dem „starken Sinneswandel der Politik gegenüber der muslimischen Minderheit“ zugenommen.

Vergangenen Freitag wurde in diesem Jahr bereits der vierte Anschlag auf die Şehitlik-Moschee in Berlin verübt. Die Moschee ist eine der größten und ältesten Moscheen in Deutschland. Erol Pürlü, der Sprecher der KRM, zeigte sich besorgt. „In letzter Zeit verzeichnen wir immer mehr Übergriffe auf Moscheen und Muslime. Darunter sind Drohungen, Schmähbriefe, Diffamierungen, Gewaltübergriffe bis hin zu Brandstiftungen. Wir beobachten, dass die Übergriffe parallel mit populistischen Äußerungen und dem starken Sinneswandel der Politik gegenüber der muslimischen Minderheit zugenommen hat“, so der KRM Sprecher.

Der Koordinationsrat der Muslime – ein Zusammenschluss der vier größten muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland – appelliert an Politik und Medien, dass Thema rational und sachlich zu führen und die islamische Gemeinschaft, Islam und Muslime nicht mit dem Begriff des Terrors in einem Atemzug zu erwähnen und diese Begrifflichkeiten stark voneinander zu trennen und zu differenzieren. Dies würde einerseits helfen, die islamische Gemeinde nicht unter Generalverdacht zu stellen und andererseits die Angst und Hysterie in der Mehrheitsgesellschaft zu lindern.

Der KRM fordert daher die Politik auf, sich verstärkt für eine Anerkennungskultur und für die Versachlichung der Integrationsdebatte einzusetzen. „Die Anerkennung des Islam und seine Gleichstellung mit anderen Religionsgemeinschaften wird sicherlich zur Einheit der Vielfalt und damit zur Akzeptanz der kulturellen Vielfalt und der gesellschaftlichen Realität in unserem Lande beitragen.“ so Pürlü.

Angesichts der aktuellen Terrorwarnungen sagte der KRM Sprecher weiter: „Einerseits müssen wir aufmerksam sein, andererseits dürfen wir nicht in Hysterie verfallen. Wir rufen die Bevölkerung und die Politiker dazu auf, trotz aller berechtigten Sorgen und Ängste besonnen zu bleiben und Muslime nicht unter Generalverdacht zu stellen.“ (eb)