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Migration und Integration in Deutschland

Es wird selbstverständlich sein, dass jemand Mehmet heißt und nicht Hans – wir halten das aus.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Deutsche Presse-Agentur (18.01.2013)

Fachkräfte von Morgen

Jeder Dritte ausländische Hochschulabsolvent bleibt in Deutschland

Fast jeder dritte Hochschulabsolvent aus Ländern außerhalb der EU bleibt nach dem Studium in Deutschland. Dies teilt der Deutsche Akademische Austausch Dienst (DAAD) mit und spricht von einer wichtigen Gruppe zukünftiger Fachkräfte.

Die Arbeitslosenzahlen sind auf dem niedrigsten Stand seit Anfang der neunziger Jahre und die deutsche Wirtschaft sucht dringend hochqualifizierte Arbeitskräfte. Wie diese gewonnen werden können, ist umstritten: Wirtschaftsminister Brüderle will so schnell wie möglich ein Konzept zur Zuwanderung von Fachkräften erstellen lassen. Andere Politiker setzen auf die Qualifizierung heimischer Arbeitskräfte und der bereits hier lebenden Migranten.

Eine wichtige Gruppe zukünftiger Fachkräfte wird oft übersehen: in Deutschland studierende Ausländer. Ausländische Hochschulabsolventen können in Deutschland bleiben, um eine qualifizierte Arbeit aufzunehmen. 2009 haben 4.820 Hochschulabsolventen von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Das ist fast jeder dritte Absolvent aus Ländern außerhalb der EU.

Damit stellten sie knapp die Hälfte der Zuwanderung von Fachkräften aus Drittländern. „Ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Anwerbung von Fachkräften ist der Wille zur Integration – sowohl bei den Einwanderern selbst als auch der aufnehmenden Gesellschaft“, so die DAAD. In Deutschland gebe es in diesem Punkt auch an den Hochschulen noch Nachholbedarf: 39 Prozent der ausländischen Studierenden würden über mangelnden Kontakt zu deutschen Kommilitonen klagen. 34 Prozent würden schwer Bekannte in der Bevölkerung außerhalb der Hochschulen finden.

Für die internationalen Absolventen deutscher Hochschulen entfällt seit 2007 die so genannte Vorrangprüfung, ob eine Stelle auch mit EU-Bürgern besetzt werden kann. Auch ein Mindesteinkommen müssen sie nicht nachweisen. Hochschulabsolventen dürfen nach dem Studienabschluss ein Jahr zur Stellensuche in Deutschland bleiben und dabei wie Studierende jobben. Wer inklusive der Studienzeit acht Jahre rechtmäßig in Deutschland lebt und bestimmte Voraussetzungen wie eine qualifizierte Arbeit erfüllt, kann einen deutschen Pass erhalten.

Informationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen für Einreise und Aufenthalt sowie die Ausübung einer Erwerbstätigkeit von ausländischen Studierenden und Wissenschaftlern stellt die DAAD als PDF-Dateien zum Download bereit.

Dank Marketing, internationaler Studienangebote und vereinfachter Aufenthaltsregelungen ist die Zahl ausländischer Studierender hierzulande vom Jahr 2000 bis 2010 um 40 Prozent gestiegen. Im letzten Wintersemester waren fast 245.000 an deutschen Hochschulen eingeschrieben, davon über 180.000 Bildungsausländer. Damit liegt Deutschland weltweit auf Platz vier der Aufnahmeländer. Im Studienjahr 2009 haben sich 74.000 ausländische Studierende neu immatrikuliert – ein Rekordwert. (etb)

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