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Migration und Integration in Deutschland

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Wenn mir etwas Sorge macht, dann nicht Sarrazins Buch, das ich für das absurde Ergebnis eines Hobby-Darwins halte. Viel mehr Sorge macht mir, dass dieser Rückgriff auf die Eugenik in unserem Land gar nicht mehr auffällt, ja mehr noch: als »notwendiger Tabubruch« frenetisch gefeiert wird.

Sigmar Gabriel (SPD-Chef), Die Zeit, 16.09.2010

Verleihung des Freiheitspreises 2010

Die Verschleierin

Die Friedrich-Naumann-Stiftung verleiht den diesjährigen Freiheitspreis an Frau Dr. Necla Kelek und gibt damit an die Adresse der Muslime in Deutschland ein politisches Statement ab: So wie ihr seid, seid ihr nicht willkommen!

VONKamuran Sezer

 Die Verschleierin
Kamuran Sezer, Jg. 1978, Diplom-Sozialwissenschaftler, Berater und Publizist, ist Gründer und Inhaber des futureorg Instituts für angewandte Zukunfts- und Organisationsforschung mit Sitz in Dortmund.

DATUM27. Oktober 2010

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RESSORTAktuell, Meinung

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Freiheit – ein schöner Begriff! Er ist ein Leitwert, für den in der Geschichte verschiedener Gesellschaften und Nationen viele Menschen ihr Leben gelassen haben. Ein Leben ohne Zwang und fremder Autorität, frei von Unterdrückung und Bevormundung – ein Zustand, der es tatsächlich Wert ist, viel zu riskieren.

Heute genießen wir die Früchte jener vergangenen Zeit in Europa, in der Menschen sich für die Freiheit eingesetzt haben. Wir stehen daher in der Verantwortung, sorgsam mit diesem Gut umzugehen und in der Tradition, diese Freiheit zu verteidigen. Ich respektiere und würdige alle Menschen, die mutig und im Anblick der Konsequenzen ihres Einsatzes sich für diesen Leitwert einsetzen – dies gilt auch für Frau Dr. Necla Kelek.

Sie war es, die eine breite Öffentlichkeit auf die Unterdrückung von jungen Mädchen und Frauen in den muslimischen Einwandererfamilien aufmerksam gemacht hat. Es kann nicht abgestritten werden, dass in dieser Community Mädchen und junge Frauen der Ehre wegen getötet oder gegen ihren Willen mit fremden Männern verheiratet werden. Es war richtig von Frau Dr. Kelek auf diese Missstände hinzuweisen. Entscheidend ist aber die Frage nach der qualitativen und quantitativen Entsprechung dieses Phänomens, die wesentlichen Beitrag zur Differenzierung leisten würde.

Frau Dr. Kelek hätte nämlich eine Pionierin und eine Wortführerin werden können, die mit ihrem ethnisch-religiös-politisch transzendentalen Hintergrund Brücken zwischen der Aufnahmegesellschaft und der Einwanderergesellschaft hätte bauen können, um zu helfen, diese Missstände zu beheben, die sie heute noch anprangert.

Dazu hätte sie aber die Fähigkeit besitzen müssen, mit Differenzierung statt Pauschalisierung das Problem beim Namen zu nennen. Dafür hätte sie präzise sein müssen. Es wäre nur ehrlich gewesen, hätte sie wie andere seriöse Integrations- und Migrationsforscher auch auf die empirische Entsprechung ihres Untersuchungsgegenstands hingewiesen. Dann hätte sie gesagt: „Ja, Ehrenmord und Zwangsheirat sind Phänomene, die in den muslimischen Einwandererfamilien vorkommen. Dies betrifft aber einen (geschätzten) Anteil von X-%. Dabei existieren diese Phänomene in diesen oder jenen Milieus in der Einwanderergesellschaft, die solche und diese Merkmale aufweisen. Man muss diesen entgegen treten, in dem man…“

Sie hätte eine interkulturelle Vermittlerin und eine zeitgenössische Aufklärerin werden können, wie sie von der Friedrich-Naumann-Stiftung im Hinblick auf die Verleihung des Freiheitspreises 2010 gepriesen wird. Stattdessen hat Necla Kelek die Ebene der Wissenschaftlichkeit zugunsten eines auf Alltagsbeobachtungen beruhenden Populismus verlassen. Sie ist vom dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn verpflichteten Subjekt zu einem nützlichen Objekt von Medien und politischen Interessen geworden. In der medialen Islamdebatte funktioniert sie als vermeintliche Insiderin und Kronzeugin, die unmittelbar aus dem so genannten islamischen Kulturkreis berichten kann.

Hier geht es aber nicht um Necla Kelek in Persona. Sie ist mit ihren Statements und ihrem Wirken ein Label der deutschen Integrations- und Islamdebatte geworden. Sie steht für etwas, nämlich für eine anti-islamische Haltung oder eine so genannte Islamkritik. Es geht vielmehr um die parteinahe Denkfabrik Friedrich-Naumann-Stiftung, die das Objekt Necla Kelek vereinnahmt, um scheinbar einen Freiheitsbegriff zu propagieren, der einer weißen Mittelschicht vorbehalten ist.

Wenn man genau hinschaut, dann ist es schon ein äußerst bemerkenswerter Vorgang, der im Hinblick auf die Preisverleihung stattfindet: Necla Kelek wird auf dieselbe Stufe gestellt wie Dietrich Genscher und dem kürzlich mit dem Literatur-Nobelpreis geehrten Mario Vargas Llosa. Beide mit dem Freiheitspreis (2006/2008) ausgezeichneten Personen blicken auf ein langes Leben, in dem sie eine unbestrittene Leistung auf ihren jeweiligen Gebieten erbracht haben. Die Ehrung einer Lebensleistung bei der 50jährigen Necla Kelek – im Sinne eines Kampfes für die Freiheit – erscheint inkonsequent.

Dass der Islam zur Lebenswirklichkeit Deutschlands gehört, wozu der Bundespräsident Christian Wulff in seiner Bremer Rede zum Tag der Deutschen Einheit deutliche Worte fand, ist nicht nur eine frische, junge Erkenntnis. Die Kritiken, die den Bundespräsidenten nach seiner Rede erreicht haben, drücken auch aus, dass wir uns inmitten eines gesellschaftlichen Aushandlungsprozesses darüber befinden, ob und inwiefern der Islam zu Deutschland gehört oder nicht. Necla Kelek ist in diesem stattfindenden Prozess eine Akteurin.

Die Friedrich-Naumann-Stiftung erkennt in Necla Kelek ein „Beispiel, wie gut Muslimen die Integration in die europäische Wertegemeinschaft gelingen kann.“ Sie ist also das Maß, an das sich die Muslime orientieren sollen, wenn sie sich in diese Gesellschaft integrieren wollen. Die Begründung offenbart einen einseitigen und obrigkeitsfreundlichen Integrationsbegriff der Friedrich-Naumann-Stiftung. Es stellt sich sodann die Frage, ob beispielsweise eine Muslima, die Kopftuch trägt, die Gebote ihrer Religion achtet, ihre Bildungssozialisation in Deutschland abschloss, nicht in der Lage ist, sich mit der europäischen Wertegemeinschaft zu identifizieren? Oder anders gefragt: Was müsste die Kopftuch-tragendende Muslima tun, damit sie die Voraussetzungen für erfolgreiche Integration erfüllt? Will die Denkfabrik Friedrich-Naumann-Stiftung damit sagen, dass das Privileg der Freiheit einem Menschen gehört, der ist, wie man gewollt ist?

Necla Kelek ist keine unumstrittene Person. Nicht nur deutsch-türkische Intellektuelle und Kulturschaffende wie Hilal Sezgin oder Feridun Zaimoglu kritisieren sie. In den Feuilletons deutscher Zeitungen waren sie und ihr Gedankengut Gegenstand heftiger Kontroversen. Daher ist es erstaunlich, dass der Juryausschuss – dessen Mitglieder mit Ausnahme der Vorsitzenden im Übrigen unbekannt sind – auf Nachfrage die Entscheidung zur Verleihung des Freiheitspreises an Necla Kelek einstimmig getroffen hat. Fand bei der Auswahl und Benennung von Necla Kelek keine interne Kontroverse statt? Fand sich niemand, der zumindest seine Stimme enthalten hat?

Eine Denkfabrik wie eben die Friedrich-Naumann-Stiftung ist ein intellektueller Vorfeld-Betrieb. Sie ist der gesellschaftsanalytische Sinnesorgan einer Partei, der die Gesellschaft beobachtet, Entwicklungen, Veränderungen und Phänomene aufbereitet, diskursfähig macht und in die Partei und Öffentlichkeit zurückführt. Eine Denkfabrik ist nur so gut, wie es ihr gelingt, die in der Gesellschaft gelebte Vielfalt strukturell, programmatisch und personell zu spiegeln.

Mein Fazit: Die Friedrich-Naumann-Stiftung ignoriert, dass der Islam in der Lebenswirklichkeit Deutschlands angekommen ist. Es gibt nicht den Islam! Die Denkfabrik ist blind für die Vielfalt im gelebten Islam und in den muslimischen Einwanderermilieus, wo Atheisten, Agnostiker und Laizisten, Gläubige, Orthodoxe und Fundamentalisten nebeneinander existieren und miteinander streiten.

Mit der Würdigung von Necla Kelek gibt die Denkfabrik in Richtung der Partei und Öffentlichkeit ein politisches Statement ab. Durch Vereinnahmung des Objekts Necla Kelek präferiert sie einen obrigkeitsfreundlichen Integrationsbegriff. Dieser ist aber nicht freiheitlich.

Freiheitlich ist, wenn eine junge Muslima kein Kopftuch tragen muss, wenn sie es nicht möchte. Und sie Kopftuch tragen darf, wenn sie es will. Und es ist an der Zeit, die Freiheit jener Menschen zu schützen und zu verteidigen, die ihre Religion leben und achten möchten. Denn – und das scheint die Friedrich-Naumann-Stiftung vergessen zu haben –die ethnische, kulturelle und religiöse Vielfalt in einer Gesellschaft ist stets das Ergebnis einer gelebten Freiheit.

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41 Kommentare
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  1. Dietrich von Bern sagt:

    @ MoBo sagt:
    2. November 2010 um 15:10

    Ach so, Sie zitieren das Neue Testament, um zu zeigen wie fortschrittlich die Christen gegenüber den Muslimen seien. Na dann bitte richtigt:
    ———————

    Sie versuchen hier wieder den altbewährten Trick anzuwenden, die Bibel oder das NT mit dem Koran gleichzusetzen, was absurd ist.
    Denn die Bibel oder das NT sind eine Anthologie über die Offenbarung Gottes (das einzige originäre Wort Gottes sind die 10 Gebote), der Koran hingegen ist die O f f e n b a r u n g Gottes, er ist prä-existent (die Urschrift ist in einem sicheren Platz im Himmel –Paradies- hinterlegt, und für alle Zeiten, bis zum jüngsten Gericht gültig. Ein Kontext zur Zeit –wie bei Bibel und NT- ist daher nicht statthaft.

    So wie die alttestamentarischen Verse, in welchen Jehowah den Israeliten befahl, ihre benachbarten Stämme anzugreifen und umzubringen, haben die koranischen Verse ebenfalls einen historischen Kontext. Allah äußerte diese Befehle (durch Mohammed) erst, nachdem sich die arabischen Stämme endlich unter dem Banner des Islam vereint hatten und sich in der Folge darauf vorbereiteten, ihre christlichen und heidnischen Nachbarsstämme zu überfallen.

    Aber anders als die kriegerischen Verse und Erzählungen des alten Testamentes wurden die so genannten “Verse des Schwertes” bestimmend in der Beziehung des Islam zu den “Menschen der Schrift” (z.B. den Christen und Juden) und den “Heiden” (z.B. Hindus, Buddhisten, Animisten etc.).
    I
    ndem sie sich auf die Verse des Schwertes (wie auch auf unzählige andere Koranverse und die auf Mohammed zurückgeführten mündlichen Überlieferungen) stützten, sind die Schriftgelehrten des Islam – die Scheiche, Muftis, Imame und Qadis also – während all den Jahrhunderten zum selben für die gesamte islamische Gemeinde allgemeingültigen Resultat gekommen: der Islam befindet sich solange in einem immerwährenden Krieg mit der nicht islamischen Welt bis diese von ihm total vereinnahmt sein wird. (Es ist weithin bekannt, daß allein die Verse des Schwertes gute 200 tolerante Verse abrogieren, d.h. für ungültig erklären.)

    Der berühmte islamische Schriftgelehrte und “Vater der modernen Geschichte” Ibn Khaldun beschreibt den Unterschied zwischen Jihad und defensiver Kriegsführung folgendermaßen:
    „In der islamischen Gemeinde ist der Heilige Krieg (Jihad) eine religiöse Pflicht, weil die Mission des Islam allumfassend Geltung hat, wie auch die Verpflichtung, jedermann zum Islam zu bekehren; sei es durch Überzeugung oder mit Gewalt … Die anderen religiösen Gruppen hatten keine weltumspannende Mission, und der Heilige Krieg war außer defensiver Kriegsführung keine religiöse Pflicht für sie… Von ihnen wird lediglich verlangt, daß sie ihre Religion innerhalb ihrer eigenen Glaubensgemeinschaft etablieren. Dies ist der Grund, weshalb sich die israelitischen Nachfahren von Moses und Joshua nicht um feudale Führungsautorität, sprich um ein „Kalifat“ bemühten. Ihre einzige Sorge galt der Etablierung ihrer Religion (und nicht deren Verbreitung in anderen Ländern) … Der Islam jedoch ist verpflichtet, auch in nicht islamischen Nationen an die Macht zu kommen.“
    (Muqudimmah, „Die Einleitung“, 1.Band, Seite 473; Hervorhebung vom Autor hinzugefügt)

    Sogar wenn die Verse des Schwertes mit denen des Alten Testamentes verglichen werden, zeichnen sich erstere dadurch aus, daß sie in einer Sprache daherkommen, welche Raum und Zeit überschreitet. So wie sie die Muslime in der Vergangenheit anstachelten, so verleiten sie diese heute noch dazu, die Ungläubigen anzugreifen und sie umzubringen. Jehowah befahl den Hebräern, den Hetiter, Amoriter, Kanaaniter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter – alle spezifische Stämme einer spezifischen Zeitperiode – auszurotten. Niemals jedoch gab Er ihnen und ihren Nachfahren unbefristeten Befehl, Heiden zu bekämpfen und zu töten.

    Andererseits erwähnt der Koran die ursprünglichen Feinde des Islam – welche wie die der Israeliten geschichtlich festgelegt waren (z.B. die christlichen Byzantiner und heidnischen Perser) – selten mit ihren richtigen Namen. Statt dessen wurde (und wird) den Muslimen befohlen, die Menschen des Buches zu bekämpfen, „bis sie den Tribut aus der Hand gedemütigt entrichten“ (9:29) Und:“… so erschlaget die Götzendiener, wo ihr sie findet, …“ (9:5)

    Die zwei Konjunktionen “bis” und “wo” zeigen den fortwährenden Charakter dieser Gebote auf: es gibt noch immer “Menschen des Buches” welche bisher nicht “gänzlich unterworfen” worden sind (vor allem in Nord- und Südamerika, sowie in Israel) und “Heiden”, die umgebracht werden müssen “wo immer“ man hinschaut (speziell in Asien und in Afrika jenseits der Sahara).

    Nebst den göttlichen Worten des Korans sind Mohammeds Verhaltensmuster – seine “Sunnah” oder “Beispiel” – eine äußerst wichtige Quelle für die islamische Gesetzgebung. Muslime werden ermahnt, es Mohammed in allen Lebensbereichen gleich zu tun:
    Sure 33, Vers 21: Wahrlich in dem Gesandten Allahs hattet ihr ein schönes Beispiel für jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und oft Allahs gedenkt.

    Aber die Sira (Biografie) dieses Herren aus Mekka ist wiederum eine andere Geschichte.

  2. Dietrich von Bern sagt:

    @ BiKer
    sagt:
    4. November 2010 um 14:21

    „glauben sie auch daran, dass alle christen sich wortwörtlich an die bibel halten müssen, um christen zu sein? nein, natürlich nicht. wieso gehen sie bei muslimen davon aus?“
    —————-

    Zunächst sei einmal auf einen gravierenden Unterschied zwischen Christentum und Islam verwiesen: Das Christentum ist eine Gewissensreligion, der Islam hingegen eine (wie auch das Judentum) eine Gesetzesreligion.

    Der Koran ist das unmittelbar geoffenbarte Wort Gottes. Damit ist eine historische, zeitgebundene Auslegung nicht zulässig: Der Koran gilt heute noch Wort für Wort so wie zur Zeit seiner Offenbarung (610 – 632). Aus diesem Grund ist auch ein Vergleich mit bestimmten Passagen des Alten Testaments unzulässig, da diese heute nicht mehr als verbindlich angesehen werden.

    „Dies ist die Schrift, an der nicht zu zweifeln ist, (geoffenbart) als Rechtleitung für die Gottesfürchtigen“
    Sure 2, Vers 2

    Gemäss islamischem Verständnis ist der Koran nicht der Bericht über die Offenbarung Allahs sondern die Offenbarung selbst und die vollständige Sammlung Seiner Gebote. Diese Gebote sind unhinterfragt einzuhalten. Allah kontrolliert Seine Schöpfung genau:

    Sure 6, Vers 59: Und bei Ihm sind die Schlüssel des Verborgenen; Er kennt sie allein; Er weiss, was zu Land und Meer ist, und kein Blatt fällt nieder, ohne dass Er es weiss; und kein Korn ist in den Finsternissen der Erde und nichts Grünes und nichts Dürres, das nicht stünde in einem deutlichen Buch.

    Gemäss Erläuterungen von M. Cook beansprucht Allah durch den Titel „Weltenherr“ „nicht nur unumschränkte Befehlsgewalt, sondern auch unumschränktes Eigentumsrecht – er beansprucht auch die weltliche Macht!

    Der so genannte „Thronvers“ führt diesen Gedanken weiter aus:

    Sure 2, Vers 225: Allah! es gibt keinen Gott ausser Ihm, dem Lebendigen, dem Ewigen! Nicht ergreift Ihn Schlummer und nicht Schlaf. Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden. Wer ist’s, der da Fürsprache einlegt bei Ihm ohne Seine Erlaubnis? Er weiss, was zwischen ihren Händen ist und was hinter ihnen (er kennt Gegenwart und Zukunft), und nicht begreifen sie etwas von Seinem Wissen, ausser was Er will. Weit reicht Sein Thron über die Himmel und die Erde, und nicht beschwert Ihn beider Hut. Denn Er ist der Hohe, der Erhabene.

    Es gibt einen einfachen Grund, warum die Welt so uneingeschränkt Gottes Eigentum ist: Er hat sie erschaffen. So spricht Er zum Beispiel:

    Sure 50, Vers 38: Und wahrlich, Wir erschufen die Himmel und die Erde und was zwischen beiden in sechs Tagen, und keine Ermüdung erfasste Uns.

    Gott zeichnet also für die Schaffung der groben Struktur des Universums verantwortlich. Aber Er kümmert sich auch im die Einzelheiten … Insbesondere erschuf Er die Menschen.“ (M. Cook, Der Koran, Seite 27f, Reclam, Stuttgart, 2002).

    Um die Einhaltung seines Willens zu kontrollieren, ist Er jedem Menschen „näher als seine Halsschlagader“. Ferner sind jedem Menschen zwei Engel beigestellt und noch ein „Aufpasser“, der jede Tat und jeden Gedanken eines jeden Menschen aufschreibt.
    Auch hier wird der totalitäre Anspruch des Islam sichtbar, er ist die logische Folge der koranischen Doktrin: Allah befehligt die ganze Welt, nicht nur die der Muslime:

    Sure 50, Vers 16: Wir haben doch seinerzeit den Menschen geschaffen. Und Wir wissen, was er sich selber an bösen Gedanken einflüstert, und sind ihm näher als die Halsschlagader.

    Die Islamisierung der Welt (Universalanspruch)
    Die Islamisierung der Welt ist ein fester Bestandteil islamischer Weltanschauung. In der Begrifflichkeit des Islam heißt das: Es müsse das dar al-Islam (Haus des Islam) auf die gesamte Erde ausgeweitet werden, um es in ein Dar al-Salam (Haus des Friedens) zu verwandeln.
    Selbst noch die liberalere islamische Reformtheologie hebt al-Taqhallub (Dominanz) als Wesensmerkmal des Islam hervor.“.. Bassam Tibi, Islamwissenschaftler

    Und zum Anschluß nochmals Maulana Maududi:
    „Aš-šarīʿa (Scharia) bedeutet Weg oder Pfad, ad-dīn (Din) bedeutet Religion. Der Eintritt in den dīn ist die Anerkenntnis der Herrschaft Allahs, seines Gesandten und seiner Bücher, die Art und Weise aber, in der man heute gottgefällig zu leben hat, ist die šarīʿa. Die šarīʿa lehrt uns, wie wir Allāh anzubeten haben und ihm gehorchen sollen, wie wir Körper und Herz reinigen müssen. Kurz gesagt, die šarīʿa lehrt uns, wie wir unser gesamtes Leben führen müssen. Der dīn ist die ureigene Religion von allen Propheten, von Noah, Abraham, Jesus und Moses, die šarīʿa hingegen ist die von Allāh gestiftete und durch Muḥammad bekannt gewordene Orthopraxie.“

  3. bogo70 sagt:

    @Dietrich von Bern,
    Na dann dürften ihnen die paar wahren Muslime Schnurz sein, wenn sie darauf bestehen das nur der jenige ein wahrer Muslim ist, der den Koran Wort für Wort befolgt, könnte man den „Allermeisten“ Muslimen den wahren Glauben absprechen, dass tun nun mal die wenigsten. Ich glaube die Familie meines muslimischen Gatten, könnte trotz bekopftuchter Mutter und Moscheegänger Vater nicht mehr das Paradies sehen, allein wegen ihrer ungläubigen Schwiegertochter. 😉

    Ihre Argumentation geht schon ins Fanatische, sie wollen das es so ist, wie sie es gern hätten. Sorry, alle Anzeichen in meiner Umgebung sprechen dagegen, Wort für Wort befolgt den Koran keiner, sei er noch so Gläubig und der Rest lebt mit oder ohne Koran genauso wie Sie und Ich. Gegen ihre Argumente spricht auch das ungebürliche Verhalten mancher Jugendlichen, würden die den Koran befolgen, müssten sie Ihnen und Mir die Hand küssen und uns den größten Respekt erweisen.

    Verweilen sie ruhig in ihrem Wolkenkuckucksheim, derweil versuchen andere den Dialog herzustellen, was sehr viel mehr Spass macht als die ganze Sache von außen, verbistert und Kontraproduktiv zu begaffen.

  4. Dietrich von Bern sagt:

    Ihre Argumentation geht schon ins Fanatische, sie wollen das es so ist, wie sie es gern hätten. Sorry, alle Anzeichen in meiner Umgebung sprechen dagegen, Wort für Wort befolgt den Koran keiner, sei er noch so Gläubig und der Rest lebt mit oder ohne Koran genauso wie Sie und Ich.
    —————

    Wenn meine Argumentation ins Phantastische geht, müsste es Ihnen doch ein Leichtes sein, dies zu widerlegen.

    Aber das können Sie nicht. Außer einer billigen Polemik haben Sie daher nichts zu bieten.

    Gott sei Dank handelt ein Großteil der Moslems nicht koran- und schariagemäß, aber die orthodox-fundamentalistischen Islam-Lobby-Verbände hätten es gerne und natürlich auch die Ulema.

    Denn über die Begrifflichkeiten des shrik oder tauhid brauche ich Sie ja wohl kaum aufzuklären.

    Der große Maulana Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī brachte es in simpler Sprache auf den Punkt:

    „Säkulare Demokratie beziehungsweise Demokratisierung wird, da man nicht zwei Herren dienen kann, nur von den Parteigängern des Satans vorangetrieben, dein Herr muss aber Allahgott bleiben, andernfalls wirst du und wird deine Familie dereinst im schmerzlichen Höllenfeuer schmoren und bist du kein Muslim, sondern Apostat!“

  5. bogo70 sagt:

    Warum sollte es mir ein Leichtes sein, ich sagte doch das die Muslime die ich kenne wahrscheinlich weniger über den Koran wissen als sie. Sie aber wollen den Muslimen einen Koran aufdrängen, der wissenschaftlich von Nichtmuslimen belegt, ein Buch des Grauens darstellen soll. Schön das die Muslime weder auf sie noch auf Hassprediger aus den eigenen Reihen hören und sich ihr eigenes Lebens/ Religionsmodell zeichnen. Ich habe übrigens gar nichts mit dem Koran zu tun, meine Familie ist russisch orthodox und aufgewachsen bin ich in einem katholischen Haus. Mir brauchen sie von Religionen nichts erzählen, mir reicht mein eigenes Modell von Freiheit durch Humanität. Die kann ich auch jedem entgegen bringen, Ihnen und dem Moslem, dem Hindu oder Buddhaanbeter, wobei ich in erster Linie den Menschen vor mir sehe und nicht seine Religion.

    Von billiger Polemik kann keine Rede sein, lediglich der Versuch ihnen klarzumachen das wir hier nicht in einem wissenschaftlichen Forum diskutieren, wo sie mit ihrem Fachwissen punkten müssen, vorausgesetzt das jeder ihr Wissen als fachlich qualifiziert beurteilt.

    Sie können ihr Fachwissen gern einbringen, wenn es denn den Dialog fördert, so wie sie aber um sich schlagen bezweifle ich, dass ihr Fachwissen ein wertvoller Beitrag zu der Integration der Muslime ist, eher das Gegenteil ist der Fall.

    Mein Mann kennt die von ihnen verwendeten Begriffe nicht, meine etwas gläubigere Schwägerin auch nicht, von daher gehen sie mal davon aus das ich sie noch weniger kenne. In den von ihnen erwähnten Zitaten, müsste mein Mann sich bei dem hiesigen Imam erkundigen und er geht stark davon aus, dass selbst der erst einmal nachschlagen müsste.

    Sollten sie auf die Idee kommen, mir nun wenig Bildung zu attestieren, bin ich froh drum, denn was nutzt diese Art von Bildung im Dialog von ganz normalen Menschen, ihnen hilft es vielleicht Bestätigung zu finden, mir aber hilft es, wenn mein Gegenüber wenigstens Ansatzweise versteht was uns verbindet und nicht was uns trennt bzw. von „besonders gebildeten Menschen“ so ausgelegt wird. Welches nun das bessere Übel sei, mag jeder für sich selbst herausfinden. 😉

    Im übrigen bin ich der festen Überzeugung, sollte sich ein Christentumkritiker auf die Suche nach Unvereinbarkeit des Christentums mit einer säkularen Gesellschaft machen, würde er das gleiche herausfinden wie sie. Doch interessieren würde es keinen der noch alle Tassen beisammen hat und das ist gut so. Wissenschaftlich Belege für bessere oder schlechtere Religionen, halte ich dazu für äußerst bedenklich, denn wie man sieht soll der wissenschaftliche Aspekt über unsere ganz reellen Probleme hinweg täuschen, die den kleinen Mann so gut wie gar nicht betreffen.

  6. Lieber Herr Dietrich von Bern,

    zunächst vielen Dank für Ihre Mühe, meinen Beitrag mit umfangreichen Kommentaren zu beleben, in diesen Sie zahlreiche Zitate aus dem Koran und anderen Quellen gefasst haben.

    Wenn ich ganz ehrlich sein darf, habe ich mindestens die Hälfte Ihrer Kommentare nicht verstanden. Nun gut… inzwischen kenne ich den Begriff Umma… ich musste aber bei anderen Begriffen erst nachschlagen, was sie bedeuten.

    Was ich verstanden habe, ist aber, dass Sie eine vorgefasste Meinung über Muslime und über den Islam haben. In diesem Punkt kann ich mich nur wiederholen:

    Ihre Argumente funktionieren nur dann, wenn man den Muslimen ein Menschenbild unterstellt, demzufolge diese inhaltsleere Hüllen sind, die nicht mit der Fähigkeit der Selbstreflexion oder – im Sinne der Aufklärung – mit Vernunft ausgestattet sind. Oder anders formuliert: Ihr „Homo Islamicus“ postuliert, dass dieser blind und unreflektiert und vorallem wortgetreu den Worten im Koran folgt.

    Nun gibt es umstrittene Menschen wie Sarrazin aber auch Necla Kelek, die Muslimen eine andere genetische Prädisposition unterstellen, so dass diese nicht in der Lage seien, sich in eine moderne, westliche, demokratische Gesellschaft zu integrieren.

    Und trotz dieser Menschen mit diffusen Gedanken sind Muslime auch Menschen, für diese die maslowsche Bedürfnispyramide genauso gilt wie für Europäer, Asiaten, Afrikaner usw. usf.

    Sie können so viele Stellen aus dem Koran zitieren wie Sie wollen: Der Ursprung der Muslime bleibt die Erde und nicht der Mars, die Venus oder der Saturn…

    Herzlichst,
    Kamuran Sezer

    PS.: Ich würde mich sehr freuen, wenn ich Ihre Meinung beispielsweise zum letzten Absatz in meinem Beitrag erfahren könnte:

    „Freiheitlich ist, wenn eine junge Muslima kein Kopftuch tragen muss, wenn sie es nicht möchte. Und sie Kopftuch tragen darf, wenn sie es will. Und es ist an der Zeit, die Freiheit jener Menschen zu schützen und zu verteidigen, die ihre Religion leben und achten möchten. Denn – und das scheint die Friedrich-Naumann-Stiftung vergessen zu haben –die ethnische, kulturelle und religiöse Vielfalt in einer Gesellschaft ist stets das Ergebnis einer gelebten Freiheit.“

  7. Milly sagt:

    @bogo

    Ihre Argumentation ist dermaßen unter aller Kanone, dass man am besten nichts mehr dazu sagt.

  8. Dietrich von Bern sagt:

    Kamuran Sezer sagt:
    8. November 2010 um 09:08

    Sehr geehrter Herr Sezer,

    ich wiederum freue mich, dass meine Kommentare unzensiert auf diesem Blog erscheinen haben und dass sie zumindest diksussionswürdig sind.

    Dass Sie jedoch mindestens die Hälfte meiner Kommentare nicht verstanden habe, erstaunt mich allerdings etwas, denn ich habe mich bemüht, in einfachen, klaren Worten zu kommentieren. Und die Begrifflichkeiten, die ich verwendet habe, dürften zumindest jedem halbwegs Gebildeten und mit der islamischen Lehre Vertrauten geläufig sein.

    Wenn Sie allerdings glauben, dass ich eine vorgefasste (soll heissen negative) Einstellung zu Moslems habe, muss ich Sie enttäuschen. Ich habe in meinem Bekanntenkreis einige Moslems, mit denen ich mich prächtig verstehe. Desweiteren habe ich aufgrund meines Berufs viele islamische Länder bereist und hatte dort zu meinen Geschäftspartnern ein vertrauensvolles, ja sogar herzliches und äußerst entspanntes Verhältnis.

    Meinem kritische Einstellung zum organisierten Polit-Scharia-Islam hat damit nicht das Geringste zu tun.

    Wenn Sie allerdings die Begrifflichkeit „Aufklärung“ ins Feld führen, darf ich daran erinnern, dass es bislang im Islam weder eine „Aufklärung“ –in unserem westlichen Sinne- noch eine Säkularisierung gegeben hat.

    Der selbsternannte „Präsident der europäischen Muslime“, der moderate Moslem-Bruder Tariq Ramadan hat mal treffend formuliert, wie islamische „Aufklärung“ und Selbstreflektion auszusehen hat:
    „Erforschen, erkunden, verstehen bedeutete niemals, mit Gott in Widerstreit zu treten oder die Spannung des Zweifels über das höchste Wesen und seine Präsenz zu erfahren“ – damit bewegt er sich auf einer Linie mit dem schiitischen Säulenheiligen, Ajatollah Khomeini, der sagte: „Wir wollen keine Kopfmenschen.“

    Und wenn Sie schon Herrn Sarrazin zitieren, würde ich von Ihnen doch gerne erfahren, wo er in seinem Buch den Moslems eine andere genetische Prädisposition unterstellte, so dass diese nicht in der Lage seien, sich in eine moderne, westliche, demokratische Gesellschaft zu integrieren.

    Herr Sarrazin führt da ganz andere Dinge ins Feld. Vielleicht habe ich aber auch diese Seite glatt überlesen und wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir ggfls. mit Seitenangabe weiter helfen könnten.

    Es ist mir schon klar, dass die Moslems nicht vom Mars stammen. Tatsache ist jedoch auch, dass die Moslems nur das dualistische Prinzip kennen: Hier das Dar al-Islam (Haus des Islam) und dort das Dar al-Harb (Haus des Krieges); hier die Rechtgläubigen und dort die Kuffar (die Ungläubigen oder Schriftverfälscher) oder aber, soweit es sich nicht um Angehörige des Volks der Schrift (Buch) handelt, die Harbi.

    “Freiheitlich ist, wenn eine junge Muslima kein Kopftuch tragen muss, wenn sie es nicht möchte. Und sie Kopftuch tragen darf, wenn sie es will.“

    Hab ich nix gegen. Wer immer ab einem gewissen Alter und f r e i w i l l i g zum Hijab greift, soll das tun. In öffentlichen Räumen (Behörden, Schulen etc) haben aber Hijab oder Niqab aber nichts zu suchen.
    Und wie, bitte schön, Herr Sezer, will man sicherstellen, dass die jungen Moslem-Mädchen oder Frauen nicht dazu gezwungen werden.

    Muslimas, die behaupten, ohne Kopftuch würden sie sich nackt fühlen, geht es nicht alleine um Schutz oder ihr Bekenntnis zum Islam. Sie unterteilen ihre Geschlechtsgenossinnen in die Gruppe der Ehrenhaften und die der Unreinen, egal ob die Betroffenen muslimisch sind oder gar ’Ungläubige’. Das Kopftuch ist somit Symbol für die Spaltung Menschheit in sittsam Tugendhafte sowie in verachtenswerte Sünderinnen.

    Der soziale Druck auf alle Mädchen und Frauen steigt proportional mit der Anzahl der Kopftücher im Straßenbild. Es gibt Stadtzentren, in denen Altbürgerinnen mit offenen Haaren vor die Füße gespuckt wird, sie werden zur Seite abgedrängt, ihnen wird der Weg abgeschnitten, sie werden absichtlich überhört, man sieht bewusst an ihnen vorbei.

    Sollte es tatsächlich eine Muslimin wagen, ihre Haare nicht schamhaft zu bedecken, wird zunächst die Kernfamilie, dann die Sippe und schließlich die Community vorerst mit Hilfe von dringenden Ermahnungen und dem Erwecken von Schuldgefühlen versuchen, die Abweichlerin wieder auf den rechten, Allah wohlgefälligen Weg zu bringen.

    Der Hijab ist also nicht nur ein unschuldiges Stück Stoff unter dem man die Haare versteckt, er ist eine Art Vertrag zwischen der Trägerin und der Umma, den sie mit dem ersten Binden des Tuches quasi unterschreibt und anerkennt. Sie bejaht mit der Verschleierung die für orthodox denkende Muslime wörtlich umzusetzenden Vorschriften aus Koran, Sunna und Scharia.

    In der kulturellen Moderne jedoch Frauen grundsätzlich für unrein und minderwertig zu halten und das Ganze als Ausdruck von Selbstbestimmung und individueller Freiheit zu werten ist grotesk und inakzeptabel.

  9. Dietrich von Bern sagt:

    bogo70 sagt:
    7. November 2010 um 13:45

    Im übrigen bin ich der festen Überzeugung, sollte sich ein Christentumkritiker auf die Suche nach Unvereinbarkeit des Christentums mit einer säkularen Gesellschaft machen, würde er das gleiche herausfinden wie sie.
    —————————————————–

    Mt 17, 24-27 : So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!

    Daraus ergibt sich alles andere von selbst.

    Selbstverständlich hat es auch Versuche der Kirche gegeben, sich in die Politik einzumischen. Ich erinnere in diesem Zusammenhang nur an den Investiturstreit im Mittelalter.

    Wir haben in unseren modernen Gesellschaften allerdings Reformation, Aufklärung und Säkularisierung hinter uns gebracht. Die Rolle der Kirchen hat sich daher allein auf das Spirituelle zu beschränken. Und das ist auch gut so.

  10. Boli sagt:

    die das Objekt Necla Kelek vereinnahmt, um scheinbar einen Freiheitsbegriff zu propagieren, der einer weißen Mittelschicht vorbehalten ist.

    Wieso wird hier eigentlich die Tatsache verdreht, das die betroffenen Migranten eben gar nicht diese Freiheiten haben wollen sondern diese viel mehr schlicht verachten? Es gibt so viele Nichtdeutsche die diese Freiheit geniessen könne ohne das jemand danach fragt woher er denn kommt.
    Es wundert mich überhaupt nicht das das nicht klappt, da man nicht nur die eigene Ethnie beim Heiraten bevorzugt sondern in einigen Fällen sogar noch den eigenen Cousin – eigene Cousine heiratet.
    Und wer den ersten Teil von Entweder Broder gesehen hat, hat denke ich bemerkt das trotz einer scheinbar guten Integration in die Gesellschaft der eine türkische Verkäufer beim Thema Ehre in Bezug zur Frau obwohl er später bestimmt gemerkt hat das seine Worte überhaupt nicht überzeugen konnten er wie es Broder und Abdel später bemerkte immer noch den „alten Chip“ drinnen hatte, das alte Denkprogramm was Ehre in Bezug zu Frauen für viele Türken bedeutet seien sie ansonsten noch so modern eingestellt. Vor allem hat der Junge völlig ignoriert, das er sich selbst alle Freiheiten rausnimmt aber wenn es um die Schwester geht, aber hallo!! Er hat zwar auch gesagt das es nix bringt die gute Frau weg zu sperren nur damit hat er seine vorige Aussage ad absurdum geführt.

    Dies betrifft aber einen (geschätzten) Anteil von X-%. Dabei existieren diese Phänomene in diesen oder jenen Milieus in der Einwanderergesellschaft

    Gibt es eine Studie bzw. Umfrage die Zahlen bereitstellt? Ich bin aber sicher, je höher der Gettoisierungsgrad, desto höher die Wahrscheinlichkeit für Zwangsheiraten etc.

    Will die Denkfabrik Friedrich-Naumann-Stiftung damit sagen, dass das Privileg der Freiheit einem Menschen gehört, der ist, wie man gewollt ist?

    Ich denke ja, da es in Europa eine weitverbreitete Definition von Freiheit gibt die eben keine religiöse Kleiderordnung (egal ob freiwillig, unter Zwang, Anerzogen) und strenge Überwachung der Frau durch die Familie vorsieht. Ebenso nicht Alkoholgenuss und Schweinefleisch zu verteufeln.
    Ich meine es muss doch eindeutig klar sein, das man deswegen zusammenrumpelt weil die angesprochenen Kultureigenschaften unterschiedlicher kaum sein können. Und da sind wir noch lange nicht beim Rassismus.


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