MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Anzeige

Die Qualität einer freiheitlichen Gesellschaft bewährt sich nicht zuletzt darin, wie mit Minderheiten umgegangen wird und wie sich Minderheiten in einer Gesellschaft fühlen.

Wolfgang Schäuble, Rede zur Amtseinführung des Beuauftragten für Auslandsdeutsche, Februar 2006

Verleihung des Freiheitspreises 2010

Die Verschleierin

Die Friedrich-Naumann-Stiftung verleiht den diesjährigen Freiheitspreis an Frau Dr. Necla Kelek und gibt damit an die Adresse der Muslime in Deutschland ein politisches Statement ab: So wie ihr seid, seid ihr nicht willkommen!

VONKamuran Sezer

 Die Verschleierin
Kamuran Sezer, Jg. 1978, Diplom-Sozialwissenschaftler, Berater und Publizist, ist Gründer und Inhaber des futureorg Instituts für angewandte Zukunfts- und Organisationsforschung mit Sitz in Dortmund.

DATUM27. Oktober 2010

KOMMENTARE41

RESSORTAktuell, Meinung

SCHLAGWÖRTER , , , , , ,

DRUCKENAnsicht

MEHR ZUM ARTIKEL

DANKE,
ich möchte MiGAZIN auch in Zukunft lesen!

Freiheit – ein schöner Begriff! Er ist ein Leitwert, für den in der Geschichte verschiedener Gesellschaften und Nationen viele Menschen ihr Leben gelassen haben. Ein Leben ohne Zwang und fremder Autorität, frei von Unterdrückung und Bevormundung – ein Zustand, der es tatsächlich Wert ist, viel zu riskieren.

Heute genießen wir die Früchte jener vergangenen Zeit in Europa, in der Menschen sich für die Freiheit eingesetzt haben. Wir stehen daher in der Verantwortung, sorgsam mit diesem Gut umzugehen und in der Tradition, diese Freiheit zu verteidigen. Ich respektiere und würdige alle Menschen, die mutig und im Anblick der Konsequenzen ihres Einsatzes sich für diesen Leitwert einsetzen – dies gilt auch für Frau Dr. Necla Kelek.

Sie war es, die eine breite Öffentlichkeit auf die Unterdrückung von jungen Mädchen und Frauen in den muslimischen Einwandererfamilien aufmerksam gemacht hat. Es kann nicht abgestritten werden, dass in dieser Community Mädchen und junge Frauen der Ehre wegen getötet oder gegen ihren Willen mit fremden Männern verheiratet werden. Es war richtig von Frau Dr. Kelek auf diese Missstände hinzuweisen. Entscheidend ist aber die Frage nach der qualitativen und quantitativen Entsprechung dieses Phänomens, die wesentlichen Beitrag zur Differenzierung leisten würde.

Frau Dr. Kelek hätte nämlich eine Pionierin und eine Wortführerin werden können, die mit ihrem ethnisch-religiös-politisch transzendentalen Hintergrund Brücken zwischen der Aufnahmegesellschaft und der Einwanderergesellschaft hätte bauen können, um zu helfen, diese Missstände zu beheben, die sie heute noch anprangert.

Dazu hätte sie aber die Fähigkeit besitzen müssen, mit Differenzierung statt Pauschalisierung das Problem beim Namen zu nennen. Dafür hätte sie präzise sein müssen. Es wäre nur ehrlich gewesen, hätte sie wie andere seriöse Integrations- und Migrationsforscher auch auf die empirische Entsprechung ihres Untersuchungsgegenstands hingewiesen. Dann hätte sie gesagt: „Ja, Ehrenmord und Zwangsheirat sind Phänomene, die in den muslimischen Einwandererfamilien vorkommen. Dies betrifft aber einen (geschätzten) Anteil von X-%. Dabei existieren diese Phänomene in diesen oder jenen Milieus in der Einwanderergesellschaft, die solche und diese Merkmale aufweisen. Man muss diesen entgegen treten, in dem man…“

Sie hätte eine interkulturelle Vermittlerin und eine zeitgenössische Aufklärerin werden können, wie sie von der Friedrich-Naumann-Stiftung im Hinblick auf die Verleihung des Freiheitspreises 2010 gepriesen wird. Stattdessen hat Necla Kelek die Ebene der Wissenschaftlichkeit zugunsten eines auf Alltagsbeobachtungen beruhenden Populismus verlassen. Sie ist vom dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn verpflichteten Subjekt zu einem nützlichen Objekt von Medien und politischen Interessen geworden. In der medialen Islamdebatte funktioniert sie als vermeintliche Insiderin und Kronzeugin, die unmittelbar aus dem so genannten islamischen Kulturkreis berichten kann.

Hier geht es aber nicht um Necla Kelek in Persona. Sie ist mit ihren Statements und ihrem Wirken ein Label der deutschen Integrations- und Islamdebatte geworden. Sie steht für etwas, nämlich für eine anti-islamische Haltung oder eine so genannte Islamkritik. Es geht vielmehr um die parteinahe Denkfabrik Friedrich-Naumann-Stiftung, die das Objekt Necla Kelek vereinnahmt, um scheinbar einen Freiheitsbegriff zu propagieren, der einer weißen Mittelschicht vorbehalten ist.

Wenn man genau hinschaut, dann ist es schon ein äußerst bemerkenswerter Vorgang, der im Hinblick auf die Preisverleihung stattfindet: Necla Kelek wird auf dieselbe Stufe gestellt wie Dietrich Genscher und dem kürzlich mit dem Literatur-Nobelpreis geehrten Mario Vargas Llosa. Beide mit dem Freiheitspreis (2006/2008) ausgezeichneten Personen blicken auf ein langes Leben, in dem sie eine unbestrittene Leistung auf ihren jeweiligen Gebieten erbracht haben. Die Ehrung einer Lebensleistung bei der 50jährigen Necla Kelek – im Sinne eines Kampfes für die Freiheit – erscheint inkonsequent.

Dass der Islam zur Lebenswirklichkeit Deutschlands gehört, wozu der Bundespräsident Christian Wulff in seiner Bremer Rede zum Tag der Deutschen Einheit deutliche Worte fand, ist nicht nur eine frische, junge Erkenntnis. Die Kritiken, die den Bundespräsidenten nach seiner Rede erreicht haben, drücken auch aus, dass wir uns inmitten eines gesellschaftlichen Aushandlungsprozesses darüber befinden, ob und inwiefern der Islam zu Deutschland gehört oder nicht. Necla Kelek ist in diesem stattfindenden Prozess eine Akteurin.

Die Friedrich-Naumann-Stiftung erkennt in Necla Kelek ein „Beispiel, wie gut Muslimen die Integration in die europäische Wertegemeinschaft gelingen kann.“ Sie ist also das Maß, an das sich die Muslime orientieren sollen, wenn sie sich in diese Gesellschaft integrieren wollen. Die Begründung offenbart einen einseitigen und obrigkeitsfreundlichen Integrationsbegriff der Friedrich-Naumann-Stiftung. Es stellt sich sodann die Frage, ob beispielsweise eine Muslima, die Kopftuch trägt, die Gebote ihrer Religion achtet, ihre Bildungssozialisation in Deutschland abschloss, nicht in der Lage ist, sich mit der europäischen Wertegemeinschaft zu identifizieren? Oder anders gefragt: Was müsste die Kopftuch-tragendende Muslima tun, damit sie die Voraussetzungen für erfolgreiche Integration erfüllt? Will die Denkfabrik Friedrich-Naumann-Stiftung damit sagen, dass das Privileg der Freiheit einem Menschen gehört, der ist, wie man gewollt ist?

Necla Kelek ist keine unumstrittene Person. Nicht nur deutsch-türkische Intellektuelle und Kulturschaffende wie Hilal Sezgin oder Feridun Zaimoglu kritisieren sie. In den Feuilletons deutscher Zeitungen waren sie und ihr Gedankengut Gegenstand heftiger Kontroversen. Daher ist es erstaunlich, dass der Juryausschuss – dessen Mitglieder mit Ausnahme der Vorsitzenden im Übrigen unbekannt sind – auf Nachfrage die Entscheidung zur Verleihung des Freiheitspreises an Necla Kelek einstimmig getroffen hat. Fand bei der Auswahl und Benennung von Necla Kelek keine interne Kontroverse statt? Fand sich niemand, der zumindest seine Stimme enthalten hat?

Eine Denkfabrik wie eben die Friedrich-Naumann-Stiftung ist ein intellektueller Vorfeld-Betrieb. Sie ist der gesellschaftsanalytische Sinnesorgan einer Partei, der die Gesellschaft beobachtet, Entwicklungen, Veränderungen und Phänomene aufbereitet, diskursfähig macht und in die Partei und Öffentlichkeit zurückführt. Eine Denkfabrik ist nur so gut, wie es ihr gelingt, die in der Gesellschaft gelebte Vielfalt strukturell, programmatisch und personell zu spiegeln.

Mein Fazit: Die Friedrich-Naumann-Stiftung ignoriert, dass der Islam in der Lebenswirklichkeit Deutschlands angekommen ist. Es gibt nicht den Islam! Die Denkfabrik ist blind für die Vielfalt im gelebten Islam und in den muslimischen Einwanderermilieus, wo Atheisten, Agnostiker und Laizisten, Gläubige, Orthodoxe und Fundamentalisten nebeneinander existieren und miteinander streiten.

Mit der Würdigung von Necla Kelek gibt die Denkfabrik in Richtung der Partei und Öffentlichkeit ein politisches Statement ab. Durch Vereinnahmung des Objekts Necla Kelek präferiert sie einen obrigkeitsfreundlichen Integrationsbegriff. Dieser ist aber nicht freiheitlich.

Freiheitlich ist, wenn eine junge Muslima kein Kopftuch tragen muss, wenn sie es nicht möchte. Und sie Kopftuch tragen darf, wenn sie es will. Und es ist an der Zeit, die Freiheit jener Menschen zu schützen und zu verteidigen, die ihre Religion leben und achten möchten. Denn – und das scheint die Friedrich-Naumann-Stiftung vergessen zu haben –die ethnische, kulturelle und religiöse Vielfalt in einer Gesellschaft ist stets das Ergebnis einer gelebten Freiheit.

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:

41 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. bogo70 sagt:

    @bernd schäfer
    Ist ihnen schon mal ein Christ begegnet, der jedes Wort aus der Bibel und des Papstes befolgt? Würden sie jeden Christen auch als solchen bezeichnen oder müssen sie ihn erst einmal fragen ob er überhaupt in die Kategorie Christ fällt? Ist es ihnen nicht ziemlich egal, welcher Religion jemand angehört, solange es nur so ausschaut als gehöre er zu ihrem, unserem Kulturkreis?

    Ihre Theorie zu den Mißbrauchsfällen ist das i Tüpfellchen, wie lange war es bekannt, dass solche Vorfälle verschwiegen oder unter den Tisch gefegt wurden. Wenn sie schon davon anfangen, dann überlegen sie mal, warum die meisten Fälle 20-30 Jahre zurückliegen und sich die Kirche erst jetzt dazu bekennt, wenn überhaupt.

    Sind sie Christ? Ich käme nicht auf die Idee ihnen den Mißbrauch dieser Kinder in die Schuhe zu schieben! Und ich komme auch nicht auf die Idee zu behaupten, weil es in Deutschland Rassismus gibt, seien alle Deutschen Rassisten. Kommen sie mal runter von ihrem hohen Ross und prügeln nicht auf jeden ein, der versucht ihnen ein wenig Mitdenken abzuverlangen.

    Muslime sind genauso vielfältig, wie jeder andere Mensch. Warum sprechen sie ihnen ab, selbst denken zu können, sowie ihr Verhältnis zur Religion selbst zu bestimmen. Genau wie jeder Christ glauben sie mehr oder wenige und befolgen das heilige Buch mehr oder weniger. Es ist die Sache jedes einzelnen mit seinem Gott klarzukommen und ob Christen oder Muslime der Bezug und die Handlungsweise des jeweilig anderen gefällt, es geht keinen etwas an was der einzelne mit seinem Gott abgemacht hat.

    Zu Fr. Kelek, wenn jemandem nichts besseres einfällt als seine Argumente mit Beleidigungen der Muslime zu untermauern, dann sollte man diesem nicht eine Würdigung verleihen die für Menschen bestimmt ist, die sich tatsächlich dem Frieden verschrieben haben. Jemand der meint das männliche Muslime sich entleeren müssen, wenn sie es in der Frau nicht können Notfalls im Tier und jemand der Frauen als Islambitches bezeichnet, der ganz sicher keinen Friedenspreis verdient.

    ZDF Interview mit Necla Kelek
    Necla Kelek

    Ich schäme mich inzwischen in einem Deutschland zu leben, was solche Meinungen mit dem Friedenspreis belohnen will und ich muss mich bei den Muslimen entschuldigen, dass ich dagegen fast nichts unternehmen kann.

  2. Dietrich von Bern sagt:

    @ BiKer
    30. Oktober 2010 um 22:33

    „was ich nicht verstehe ist, was sie unter scharia verstehen und was ein muslim da sonst noch – bis ins kleinste detail – tun muss. nennen sie uns doch bitte ein paar beispiele, damit wir ihre sorgen/ängste/paranoia nachvollziehen können. vielleicht können wir helfen.“
    —————

    Entgegen dem christlichen Konzepts von Legitimität der Regierung (Röm 13,1) verurteilt der Islam die Akzeptanz jeder anderen Form des Rechts (als der Scharia, A.d.Ü.) als Rebellion gegen Allahs Oberhoheit (Koran 5;50).

    Moslems glauben, dass die Scharia als Richtschnur für die Gültigkeit jeglichen positiven Rechts verwendet werden solle. Christus anerkannte die Herrschaft der menschlichen Regierung als legitim, als er sagte: “Gebt daher dem Kaiser, was des Kaisers, und Gott, was Gottes ist” (Matthäus 22;21).

    Im Islam gibt es dagegen keine solche Unterscheidung zwischen Weltlichem und Göttlichem. Die Scharia ist mitnichten ein “religiöses Gesetz”, sondern eine Vermischung von politischer Theorie und Strafrecht, das die Bestrafung von Übertretern durch das Schwert des Staates vorsieht.

    Um legitim zu sein, muss alle politische und gesetzgeberische Macht bei denen liegen, die Allahs Autorität und seinem offenbarten Willen gehorchen, der durch seinen Propheten herabgesandt wurde (Koran 5;59).

    Die Scharia soll auf die ganze Menschheit angewendet werden, so wie der Koran für die ganze Schöpfung gilt. Alles Recht, das damit nicht vereinbar ist, ist null und nichtig, und zwar nicht nur für Moslems, sondern für die gesamte Menschheit. Anm. Daher gilt die „Kairoer Erklärung von 1990“ zu den (islamischen) Menschenrechten ausdrücklich nur unter dem Primat der „göttlichen Scharia“

    Juden, Christen und Heiden sind ebenfalls der Scharia unterworfen, und vom Standpunkt Mohammeds her können sie sich nicht auf die Urteile und moralischen Prinzipien vorheriger Offenbarungen berufen (Koran 4;60).

    Der Rückgriff auf jede andere Autorität ist nicht nur ungerechtfertigt, sondern satanisch. Die Nichtmoslems sind in allen Angelegenheiten nach den Gesetzen des Islam zu richten, “ob ihnen das gefällt oder nicht, ob sie zu uns kommen oder nicht”.

    Die Scharia steht über der Vernunft, über dem Gewissen, über der Natur. Ihr fehlender Anspruch an moralische Grundlagen ist ausdrücklich festgeschrieben: es gibt keinen “Geist des Gesetzes” im Islam, keine Würdigung der Konsequenzen von Taten.

    Weder die Offenbarung noch die Tradition dürfen in Frage gestellt werden, geschweige denn dürfe irgendein anderer juridischer Standard angewendet werden — auf keinen Fall dürfe man sich auf ein “Naturrecht” berufen, das der Mensch als solcher inhärent besäße. (Koran 5;45)

    Der politische Islam – der Islam – beschränkt sich leider nicht auf die erwähnten „religiösen Gefühle“, sondern greift unsere freiheitlich-demokratische Lebensweise (auch) mit einem juristischen Dschihad (legalistisch) an. Das bedeutet, dass über erst spontan, dann provisorisch eingeräumte Ausnahmeregelungen oder, noch etwas später, Einzelfallregelungen, bald ein Brauchtums-Sonderrecht und schließlich ein eigenes Recht gelten soll und gelten wird. Die šarīʿa ist Gesetz, keine Spiritualität.

    [… Bitte keine Links zu Inhalten ohne Impressum …]

    Ansonsten empfehle ich Ihnen den Orientalisten Dr. H.P. Raddatz „Rechtsstaat und Scharia“, oder Prof. Tilmann Nagel – Die unzeitgemäße Macht des Scharia-Islams.
    (Bitte ggfls. danach googeln)

  3. Dietrich von Bern sagt:

    @ Kamuran Sezer sagt:
    31. Oktober 2010 um 20:21

    „wenn ein Moslem sich eindeutig zur Scharia bekennt, dann ist er ein Beleg für den “bösen” Moslem.“
    ———————–

    Sehr geehrter Herr Sezer,

    das ist er natürlich nicht zwangsläufig, aber er ist vermutlich ist er nicht (mehr) kompatibel mit unserer freiheitlich, demokratischen Gesellschaftsordnung.

    Denn Moslems dürfen nicht zwei Herren (der Demokratie) dienen:

    Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī brachte es in simpler Sprache auf den Punkt:

    „Säkulare Demokratie beziehungsweise Demokratisierung wird, da man nicht zwei Herren dienen kann, nur von den Parteigängern des Satans vorangetrieben, dein Herr muss aber Allahgott bleiben, andernfalls wirst du und wird deine Familie dereinst im schmerzlichen Höllenfeuer schmoren und bist du kein Muslim, sondern Apostat!“

    Muhammad Siddiq Borgfeldt, der zu dem einflussreichen Netzwerk von 33 Scheichs des Moslembruders al-Quaradawis gehört, welche die entwerdenden Staaten Europas seelsorgerlich und zunehmend politisch verwalten.

    Als „Muhammed Siddique (Germany)“ steht er auf der ECFR (Europäischer Fatwa Rat) –Liste und erklart was Sache ist:

    „Muslim sein (werden) bedeutet auch, Gott als einzige Quelle aller Gesetze anzuerkennen. Auch die von 90 Prozent der Bevölkerung gewählte Regierung hat nie das Recht, auch nicht mit absoluter oder Zweidrittelmehrheit, etwas zu verbieten, was Gott erlaubt hat, beziehungsweise etwas zu erlauben, was Gott verboten hat. Jeder Herrscher, jede Regierung, jeder Einzelne ist immer nur ausführende Gewalt, denn Gesetze zu geben steht allein Gott zu.“

    http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/jugendliche-werden-indoktriniert/?src=SE&cHash=a3a51ffc2f

    Aus Sicht der Scharia ist jeder Vertrag einer Moscheegemeinde, eines Zentralrates oder einer anderen islamischen Interessensvertretung mit einer bundesdeutschen Behörde oder Körperschaft auch als Hudna Vertrag zu sehen. Der sowohl jederzeit gebrochen werden kann als auch immer nur vorläufiger Natur ist.

    Insofern hatte Deutschland vielleicht Glück, dass beim letzten Integrationsgipfel die türkischen Verbände im letzten Augenblick abgesagt hatten, denn nur so möglicherweise konnte die Demokratie, gerade noch einmal, nicht in die Rolle der Dhimmivertretung, in die Rolle des Hudnavertragspartners geraten.

    Jetzt mag man als friedfertiger oder gar christlicher Europäer einwenden, dieses alles, Scharia, Dhimma, Hudna und Kalifat, sei nicht viel mehr als eine Erinnerung an die Zeit der Expansion des Islams zwischen dem achten und neunten Jahrhundert.

    Nahezu sämtliche, führende islamische Geistliche halten auch heute die demokratischen Gesellschaften für satanisch, für gottlos und moralisch minderwertig.

    „Der Islam ist eine militante Religion“, sagte Scholl Latour. Die Segregationsprozesse unserer Innenstädte, die Herausbildungen ethnoreligiöser Ghettos täuschen kurzfristig über das zunehmende Fremdwerden hinweg.

  4. bernd schäfer sagt:

    @bogo70

    Ich möchte Sie ganz denzent darauf hinweisen, dass Fr. Kelek nicht – wie Sie mehrfach betonen – mit einem „Friedenspreis“, sondern dem „Freiheitspreis“ der FNS geehrt wurde!

    „Mit dem Preis, der alle zwei Jahre verliehen wird, werden Persönlichkeiten gewürdigt, die Impulse für eine liberale Bürgergesellschaft gegeben haben und auf diese Weise zur Fortentwicklung freiheitlicher Ziele und Werte beitragen.“

    Näheres dazu entnehmen Sie vorzugsweise hier:

    http://www.freiheit.org/Necla-Kelek-erhaelt-Freiheitspreis-der-Stiftung/616c16194i1p/index.html

    Vermutlich macht das für Sie aber auch keinen Unterschied, da Kelek dieser Preis Ihrer Meinung nach sicherlich auch nicht gebührt, sondern sie am besten auch noch Ihrer Meinung nach bestraft gehört wegen „Beleidigungen der Muslime“.

    Vielleicht sollten Sie auch noch zur Kenntnis nehmen, dass dieser Preis nicht vom Bundespräsidenten im Namen des Volkes verliehen wird, sondern von der privaten Naumann-Stiftung, insofern brauchen Sie sich – als ein in/für Deutschland Schämender – auch bei keinem Moslem dafür entschuldigen.

    Ansonsten möchte ich nur auf einen Satz von Ihnen eingehen:

    „…ich komme auch nicht auf die Idee zu behaupten, weil es in Deutschland Rassismus gibt, seien alle Deutschen Rassisten.“

    Wenn mir ausschliesslich nur solche Deutsche begegnen würden, die bestreiten dass es Rassismus in D gibt, die behaupten dass könne gar nicht sein weil die dt. Verfassung so toll ist, die permant beleidigt sind und es sogar als Zumutung betrachten über Rassismus in D zu sprechen bzw. Stellung zu beziehen, denen nix Besseres einfällt als zu sagen „Rassismus ist undeutsch“ und das Thema damit für erledigt erachten… wenn mir w.g. NUR solche Deutschen begegnen würden, dann hätte ich allerdings ein riesengrosses Problem mit DEN Deutschen!

    Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass es ein solches kollektives Verhalten, das kollektive Leugnen, Wegschauen und die stillschweigende Duldung gröbster Missstände vor 70 Jahren schonmal in die allseits bekannte Katastrophe geführt haben!

  5. bogo70 sagt:

    @bernd schäfer,

    Ich wollte ihnen nicht das Vergnügen stehlen, indem ich mich selbst berichtige. 😉 Danke trotzdem für den Hinweis, habe ich nach Versendung des Posts auch bemerkt.

    Sie haben vollkommen Recht damit, dass der Umstand ob nun Friedenspreis oder Freiheitspreis keinen wesentlichen Unterschied macht und somit auch keinen Einfluss auf meine Meinung hat.

    Der Preis mag von einer privaten Stiftung vergeben werden, die Symbolkraft auf die öffentliche Meinung verliert er dadurch nicht. Dazu kommt das grade solch eine Stiftung gewisse Verantwortung gegenüber der gesamten Gesellschaft trägt und wenn jemand ausgezeichnet wird, der sich in solch beschämender Weise über Muslime äußert, ist es tragisch das sich die Stiftung nicht selbst für ihr handeln schämt und uns zum fremdschämen zwingt, indem sie weiter darauf besteht den Preis an Fr. Kelek zu vergeben.

    Was ihren Vorwurf anbelangt, die Muslime wären sich selbst gegenüber nicht kritisch und förderen damit Rassismus aus den eigenen Reihen, so behaupte ich das es durchaus ernstzunehmende Kritiker gibt, die ohne andere Menschen zu diffarmieren ihren Beitrag zu Kritik, auch in den eigenen Reihen leisten.

    Es gibt sicher Menschen, die aus Ländern kommen in denen man sich nicht so kritisch mit der eigenen Geschichte beschäftigen mußte wie Deutschland es tut. Doch können sie nicht an Muslimen festmachen, sie würden nicht realisieren, dass es Rassimus überall auf der Welt gibt, selbstverständlich auch bei Muslimen selbst.

    Im übrigen haben alle Zugewanderten grade hier in Deutschland die Chance, für sich aus der deutschen Geschichte zu lernen. Ich jedenfalls bin Dankbar, dass ich in der Schule sehr intensiv aufgeklärt wurde und ich gehe stark davon aus das genau dieser Umstand mich für jede Form von Extremismus und Rassismus sensibel hat werden lassen.

  6. MoBo sagt:

    @ Dietrich von Bern:
    Mensch, da hab ich das ja die ganze Zeit immer falsch gemacht mit meiner Interpretation von Islam leben! Danke für die Hinweise! Haben Sie vielleicht noch ein paar tolle Leitsätze von Said Qutb parat, damit ich auch ein richtiger Moslem werden kann?

    Finde das immer super wenn andere Leute einem erklären, wie man zu denken habe um in ihre Schublade zu passen…

    Ach so, Sie zitieren das Neue Testament, um zu zeigen wie fortschrittlich die Christen gegenüber den Muslimen seien. Na dann bitte richtigt:

    „Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürget sie vor mir“. (Lukas 19;27)

    „Ihr sollt nicht wähnen, dass ich kommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht kommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert. Denn ich bin kommen, den Menschen zu erregen wider seinen Vater, und die Tochter wider ihre Mutter und die Schwiegertochter wider ihre Schwieger. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein“.

    „Meinet ihr, dass ich herkommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage nein, sondern Zwietracht“.

    usw. usf.

  7. Joshua sagt:

    WIR, die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland danken Frau Kelek für ihren unermüdlichen Kampf gegen die totalitäre Ideologie des Islam und für Menschen- und Frauenrechte!
    Selstverständlich verdient sie den Freiheitspreis!

    Migranten wie sie, die sich in die deutsche Gesellschaft integrieren wollen, sind herzlich willkommen!

  8. Phylllis sagt:

    Vielen, vielen Dank für Ihren Artikel! Bin absolut Ihrer Meinung. Weiterhin viel Erfolg…

  9. bogo70 sagt:

    @Joshua,
    Sie unterstellen der Mehrheit niedre Instinkte, sind sie sich darüber bewusst wofür sie sich bedanken? Wenn Deutsche in dieser Weise diffarmiert würden, könnte ich als jemand mit Migrationshintergrund nicht applaudieren und mich freuen. Aber was solls, die besseren Migranten scheinen die zu sein, die sich in solcher Weise anpassen. Sorry, da mache ich nicht mit und wenn es ihnen noch so sehr gefallen würde. 😉

    Petition: Keine Auszeichnung für Diffamierungen!- Kein Freiheitspreis für Necla Kelek!
    AK Grüne MuslimInnen NRW
    Zur Petition

  10. BiKer sagt:

    @ Dietrich von Bern

    eine hübsche auflistung mit vermeintlichen quellen aus dem koran, die sie da vorbringen. was aber soll das bitte nun aussagen, zumal ich die von ihnen zitierten stellen ganz anders lese. wie dem auch sei. sie sind also der meinung, dass jeder muslim sich allein am wort anhaftend an alles halten muss, was im koran steht – egal in welchem historischen kontext es auch herabgesand wurde?

    sie müssen schon unterscheiden, was verbindlich vorgeschrieben ist und vor allem wann es verbindlich wird. für muslime gibt es keinerlei veranlassung für gewalt wenn friede herrscht. das werden sie nicht finden im koran. zu kriegszeiten wurden entsprechend nur für kriegszeiten geltende offenbarungen herabgesand, die außerhalb von solchen extremsituationen nicht nur keine anwendung finden, sondern auch verboten sind, da sie sonst anderen offebarungen – die das normale gesellschaftliche leben regeln – widersprechen.

    aber auch mal abgesehen davon: glauben sie auch daran, dass alle christen sich wortwörtlich an die bibel halten müssen, um christen zu sein? nein, natürlich nicht. wieso gehen sie bei muslimen davon aus? wie ich schon oben erwähnt habe, gibt es fünf säulen im islam, die immer und überall verpflichtend sind. gebet, pilgerfahrt, bekenntnis, fasten und almosen, wobei die bekenntnis schon ausreicht, um muslim zu sein. wovor also haben sie angst und was liegt ihnen daran, ihre angst auf andere zu übertragen mit derart aus dem zusammenhang gerissenen zitaten? sie sehen vor lauter bäumen den wald nicht. angst macht krank, legen sie es ab! es gibt keinen grund dazu.


Seite 2/5«12345»

Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...