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Türkische Presse Türkei

22.09.2010 – Gül, Erdogan, Visa, Handelsbeziehungen

Die Rede des türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül bei der UN-Sitzung in New York, sowie der Deutschland- und Pakistanbesuch des türkischen Premiers Recep Tayyip Erdogan werden in der heutigen Presseschau unter anderem zusammengefasst.

Gül: “Wir wünschen eine nuklearwaffenfreie Region“
Staatspräsident Abdullah Gül hat vor seiner Rede bei den UN-Sitzungen in New York, der Associated Press Agentur ein Interview gegeben, bei dem er auch den israelischen Angriff auf die Hilfsflotte „Mavi Marmara“ bewertet hat. Gül sagte: „Früher könnte es nach einem solchen Fall Krieg geben.“ Jedoch sei heute das internationale Recht gültig. Nach Angaben von Gül sollte die Frage im Rahmen des internationalen Rechts gelöst werden. Denn nur so könnte man dann von einer Normalisierung der Lage sprechen.

Unteranderem betonte Gül, dass er sich in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung am Donnerstag, für die Bereinigung von Nuklearwaffen im Nahen Osten äußern wird. Über das Nuklearprogramm des Irans sagte Gül: „Wir möchten die Region ohne Nuklearwaffen sehen. Die Region sollte nicht unter Bedrohung stehen. Wir möchten, dass der Iran gegenüber der Internationalen Atomenergie Behörde eine transparente Haltung zeigt. Die Türkei wünscht, dass dieser Konflikt auf friedlichen und diplomatischen Weg gelöst wird.“ (Milliyet)

Erdogan und Merkel Treffen im Oktober
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wird am 8. Oktober das Türkei-Deutschland Fußballspiel für die Qualifikation zur Europameisterschaft 2012 zusammen mit Kanzlerin Angela Merkel sehen. Der Tagesordnungspunkt des Besuchs von Erdogan soll die Gründung der geplanten türkisch-deutschen Universität sein. Erdogan legt auf dieses Projekt großen Wert.

Erdogan wird während seines Besuchs von Staatsminister und Chefunterhändler Egemen Bagiş begleitet. (Hürriyet)

Erdoğan wird im Oktober Pakistan besuchen
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wird im Oktober das von der Flutkatastrophe betroffene Land Pakistan besuchen. Der Besuch Erdogans wurde wegen des Referendums verschoben. Der türkische Rote Halbmond in Pakistan ist weiterhin mit den Infrastrukturarbeiten beschäftigt. (Türkiye)

Erdölsuche im Schwarzmeer
Das Ministerium für Energie und Bodenschätze wird nach dem gestern unterzeichneten Verträgen, mit drei Firmen im Schwarzmeer nach Erdöl suchen. In diesem Rahmen sollen Anfang des nächsten Jahres im Schwarzmeer die ersten Bohrungen beginnen. Der Minister für Energie und Bodenschätze Taner Yildiz, der mit Russel Bellis, dem Geschäftsführer der US-Erdölfirma Exxon Mobil zusammen kam, brachte die Entschlossenheit zur Erdölförderung aus dem Schwarzmeer zum Ausdruck. (Aksam)

Europa Parlament: „Der handel mit der Türkei soll erhöht werden“
Der vom bulgarischen Abgeordneten im Europa Parlament Metin Kazak erarbeitete und für den Ausbau der Handelsbeziehungen zwischen der Türkei und der EU bedeutungswerter Bericht, ist mit Unterstützung von 602 Abgeordneten angenommen worden. Im Bericht, dass keine bindende Funktion hat, werden die Vereinfachung der bürokratischen Bearbeitungen und die Beseitigung der Benachteiligung der Türkei wegen der Zollunion gefordert. (Cumhuriyet)

Koller: „Visumspraxis muss vereinfacht werden“
Präsident der Deutsch-Türkischen Industrie- und Handelskammer Franz G. Koller sagte am Montag in Istanbul, dass der Visumsverfahren verkürzt und vereinfacht werden müsse. Kurz vor einem Besuch von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in der Türkei, hat Koller die strengen Auflagen Deutschlands bei Visumsanträgen kritisiert. Die Niederlassungen deutscher Unternehmen in der Türkei fordern eine Lockerung der Regeln für die Visavergabe an Türken. Sonst drohe ein Schaden für die Geschäfte mit dem Land. Koller sagte: „Jüngste Statistiken zeigen, dass Deutschland mittlerweile weniger als viele Wettbewerber am Aufschwung der türkischen Wirtschaft partizipiert.“ Insgesamt ist der deutsche Anteil an den türkischen Importen von 9,9 Prozent auf 9,1 Prozent gefallen.

Geschäftsführer der Deutsch-Türkischen Industrie- und Handelskammer Marc Landau teilte auch mit, dass ein Antrag über die Erleichterung der Visumspraxis an Maizière vorgeschlagen ist. (Milliyet)

Kilicdaroglu trifft Vorsitzende der deutschen Oppositionsparteien
Gestern am letzten Tag seiner Deutschland-Reise kam der Vorsitzende der Republikanischen Volkspartei (CHP), Kemal Kilicdaroglu mit der Grünen-Chefin Claudia Roth und dem zweiten Parteichef, Cem Özdemir zusammen. Roth und Özdemir betonten, dass es bei der CHP und den Grünen, bei mehreren Themen Übereinstimmung gebe. Zudem seien sie bezüglich der EU-Mitgliedschaft der Türkei, gegen Alternativen wie eine privilegierte Partnerschaft. (Türkiye)