DATUM9. September 2010
KOMMENTARE10
RESSORTPolitik
SCHLAGWÖRTER BAMF, Der Paritätische, Integration, Memet Kilic, Sevim Dagdelen, Thomas de Maizière
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MEHR ZUM ARTIKELWichtige Punkte ausgeblendet
Weitere Mängel des bundesweiten Integrationsprogramms liegen nach Auffassung Memet Kilics im Bildungsbereich. Dort „werden die Schulstruktur-Probleme einfach ausgeblendet. Unser dreigliedriges Schulsystem selektiert die Kinder zu früh und zu stark. Das geht insbesondere auf Kosten von Migrantenkindern“, so Kilic. Schließlich würden die Themenbereiche Einbürgerung und kommunales Wahlrecht komplett fehlen.
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[...] zu dieser Pressemitteilung: 13.09.2010 Migazin “Falsche Zahlen, Symbolpolitik und Scheinheiligkeit” 09.09.2010 Mannheimer Morgen “Mehr Schein als Sein” 09.09.2010 hr1 [...]
Die Zahl derer, die sich nicht integrieren liege bei zehn bis 15 Prozent.
Einerseits kritisiert Kilic diese Spekulation zurecht – andererseits muss man hoffen, dass die CDU und de Maizière nicht dem Sturm des Rechtspopulismus und der Angst vor einer neuen Rechtspartei zum Opfer fallen und deshalb in die sarrazinische Hysterie einschwenken: Der Innenminister würde heute unter den potentiellen CDU-Wählern Punkte machen, wenn er behaupten würde, die Mehrheit der Migranten würde die Integration verweigern.
Bloß läppische 10 – 15%, da können die Sarrazin-Fans nur höhnisch lachen. Im übrigen würden sie fragen, warum wir diese angeblichen 10 – 15% dann nicht gleich wieder rausschmeißen.
Das Klima in Deutschland wird heißer – nicht nur meteorologisch. Die Heizer sind eifrig am Werk. Wie hoch wird wird die Temperatur steigen?
[...] In einem ungewöhnlich scharfen Ton hat der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) die Wortwahl des Bundesinnenministers Thomas de Maizière bei Vorstellung des „Bundesweiten Integrationsprogramms“ kritisiert. Vergangene Woche hatte de Maizière von 10 bis 15 Prozent Integrationsverweigerern gesprochen. [...]
Ich unterrichte 33 Stunden Deutsch als Zweitsprache mit Alphabetisierung. Ich werde aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit häufig auf die Auslegungen und Überlegungen Sarracins und Co angesprochen. Mich widert der Rassismus an, den man überall spürt. Die Äußerungen der Politiker sind unsachlich und scheinheilig. Ich unterrichte bei 2 Trägern. Meine Teilnehmer wollen alle lernen, arbeiten, hier in Deutschland ankommen und an dem gesellschaftlichen Leben teilhaben. Es gibt viel zu lernen. Sechs bis zwölf Monate reichen überhaupt nicht. Viele haben nie die Schule besucht. Und jetzt noch die neuen Regelungen des Bamf , die unsere Arbeit behindern und kaputt machen. Manche Politiker sind rassistisch oder haben kein Wissen über die Arbeit an der Basis. Interessieren sie sich dafür? Was sollen diese Zahlen aus komplexen Zusammenhängen (wenn sie überhaupt stimmen), die ein negatives Bild von Einwanderer schaffen. Es gibt viel zu tun! Alle, die sich für Integration einsetzen, brauchen Ideen und fachliche, sowie finanzielle Unterstützung.
@Melanie Rudolph
Viele haben nie die Schule besucht
Das ist der springende Punkt und mit ein Grund für das Scheitern der Integration. Ich meine soll der deutsche Staat diesen Teilnehmern die man mag es ihnen zugute halten Einsatzwillen zeigen aber auch noch ihre eigene Sprache und Grammatik beibringen? Wenn wir ein ordentliches Punktesystem bei der Einwanderung hätten wären solche schlecht ausgebildeten Menschen erst gar nicht hier, die deutsche Sprache würde fast nur von Teilnehmern gelernt, die selbst schon zuhause eine Ausbildung genossen haben und die Eingliederung in den Arbeitsmarkt anstatt in die Sozialsysteme würde wesentlich reibungsloser ablaufen.
Wir brauchen uns nicht über irgendwelche Statistiken und Zahlen zu unterhalten sondern wir brauchen ein eindeutiges Einwanderungsgesetz mit klaren Regeln und Bestimmungen die auch dementsprechendes Klientel anspricht.
Ich lebe schon eine Ewigkeit (30 Jahre) hier in Deutschland und habe auch einen deutschen Ausweis. Sowohl meine deutschen Sprachkenntnisse wie auch mein soziales Verhalten würden nicht gegen eine volle Integration sprechen. Angekommen bin ich allerdings immer noch nicht.
Es geht nicht um Integration, wenn einem in Bereichen wie Job, Wohnungssuche und gesellschaftliche Einbindung die Tür verschlossen bleibt.
Machen wir uns nichts vor. Es gibt Kreise, in denen kein “Schwarzkopf” jemals einen Fuß in die Tür bekommt. Also warum der ganze politische Aufriss. Das Budget kann man auch anderweitig ausgeben. Ich sehe in sozialen Brennpunkten deutsche Sozialarbeiter rumlaufen um ausländischen Familien zu “helfen”. Das funktioniert aber so nicht.
Meine Lösungsvorschläge:
- soziale Brennpunkte abschaffen und die Menschen nicht in die Ecke drängen
(meist wohnen ausländische Famiiien nähe Drogen.- bzw Rotlichtviertel)
- gleiche Chancen bei der Ausbildung.- und Jobsuche /
Ausländerquote in Unternehmen erhöhen
- Wohnviertel nicht in reich und arm bzw. deutsch und ausländisch trennen
- Kinderreiche Familien unterstützen
- Jugendliche Ausländer haben oft Probleme in Discotheken zu kommen (Diskrimierung an der Tür)
So trennen sich in jungen Jahren die Freunde und es entstehen Gruppen bzw. Kriminalität.
- Menschen mit Migrationshintergrund ausbilden um im Bereich Integration eingesetzt zu werden.
- Kampagnen bei den deutschen durchsetzen, dass sie sich wie Gastgeber verhalten sollen und keinen Hass schüren. Man erlebt durch diese ganze Integrationsthemen in den Medien bei den deutschen im Alltag eine Abneigung gegen Ausländer. Diese Hetzjagt muss aufhören.
@Toni M.
Ihre Vorschläge in Ehren. Aber haben Sie schon jemals eine Volk oder einen Staat in der Welt gesehen der Neueingwanderte bzw. fremde Menschen vor den Einheimischen bevorzugt. Vor allem dann wenn es kulturell kaum zusammenpasst? Die Deutschen brauchen kein Umerziehungsprogramm um anderen zu gefallen. Wenn die Deutschen wirklich Ausländerfeindlich im pauschalen Verständnis wären, wären keine 15 Millionen hier im Land. Was allerdings richtig ist. Bei Nicht-EU-Angehörigen bzw. Nichteuropäern ist die Abneigung kontinuierlich gewachsen und dies wird sich wohl sogar noch verstärken.
@ Toni: kann ich nur zustimmen.
Ich finde es ja immer wahnwitzig, wenn jemand zu einem Migranten der 3ten Generation sagt, er solle sich “wie ein Gast” benehmen wenn er a) in Deutschland geboren ist und b) sich die Deutschen niemals wie Gastgeber verhalten haben.
In Dänemark hat man kürzlich ausgerechnet, wieviel nichteuropäische Migranten den Staat kosten: 2,3 Milliarden € pro Jahr.
Auf Deutschland übertragen wären das 34,3 Milliarden €!
Das ist doch gelebte Willkommenskultur!
Zudem noch von Herzen kommende Sympathie zu fordern, ist etwas zuviel verlangt.
In den Niederlanden hat man letztes Jahr auch gerechnet. Aber das Ergebnis ist SO ausgefallen, das man sich nicht getraut hat, es zu veröffentlichen.