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Migration und Integration in Deutschland

Und die einzige Leitkultur, die wir allen Menschen in Deutschland abverlangen müssen, steht in den ersten 20 Artikeln des Grundgesetzes.

Sigmar Gabriel (SPD-Chef), dpa, 7. Oktober 2010

Dank Sarrazin

Einmal Mitte und zurück

Ich war ein Ignorant. Zeit meines Lebens in Deutschland habe ich ignoriert, dass der Teil der deutschen Gesellschaft, zu der ich mich (wie viele andere Bildungsinländer und Vorzeigemigranten auch) zugehörig fühle, nicht das ist, für das ich es gehalten habe.

VONYusuf Şahin

Yusuf Şahin, Jahrgang 1976, geboren in der Türkei, lebt seit 1977 in Deutschland. Er hat Wirtschaftsinformatik studiert, ist ausgebildeter IT-System-Kaufmann und ist in der IT-Branche tätig als Vertriebs- und Marketingmanager. Außerdem hat er sich in der Jugendpflege engagiert und hat Jugendliche mit Migrations-Vita betreut.

DATUM31. August 2010

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Die „Mitte“ der Gesellschaft hat mich in diesen Tagen verraten und ausgegrenzt. Sie nennt es Meinungsfreiheit, meint aber Zurechtweisung. Sie will einen Denkzettel verpassen, weiß aber nicht an wen. Sie sagt Muslime und Migranten, meint aber Türken. Sie sagt integrieren, meint aber regulieren. Sie ignoriert den Beitrag und die Leistung derer, die es wert sind nicht ignoriert zu werden.

Zumindest die Ignoranz scheint ein Verhaltensaspekt zu sein, der uns gemeinsam ist!

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6 Kommentare
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  1. gabriela sagt:

    Super Artikel! Ich freue mich MIGAZIN wieder lesen zu können! Danke!

  2. Bekir Altas sagt:

    Yusuf, du hast die Gefühlslage vieler Migrantinnen und Migranten sehr schön in Worte gefasst. Das ist wichtig, bleibt sie doch oft im Verborgenen. Einige haben sich nun in einem offenen Brief an den Bundespräsidenten gewandt. Bleibt zu hoffen, dass Verantwortungsträgerinnen und -träger die nötige Differenziertheit bieten (können).

  3. Loewe sagt:

    Diese Debatte, diese breite Unterstützung, die eine anti-muslimische Provokation erhält, diese hemmungslosen Übertreibungen lokaler und begrenzter Integrationsprobleme – es hat etwas Gespenstisches.

    Ich bin „Urdeutscher“, „Biodeutscher“ oder wie immer man das nennen will, Deutscher ohne Migrationshintergrund – ich frage mich, wie ich mich als Deutscher mit türkischem Migrationshintergrund fühlen würde. Es hat seinerzeit den assimilierten, 100% deutschen Juden nichts genutzt gegen den Wahn der Antisemiten, dass sie eigentlich von Deutschen nicht mehr unterscheidbar waren.

    Vielleicht aber überschätzen wir die Anzahl derer, die sich wirklich von der Sarrazin-Welle mitreißen lassen. Man sieht halt mehr den Mob als diejenigen, die sich dem Mob nicht anschließen. Es wär schon gut, wenn sich mehr von denen, die nicht mit dem Mob mitrennen, dazu entschließen könnten, ihr Nein zur Hetze öffentlich zu machen.

  4. […] und in unserer Gesellschaft nicht ändert, dann wird es eigentlich nie enden. Ein treffender Artikel zu dieser Enttäuschung von Yusuf im relaunchten MigaZin. Ein Auszug: „Für einen Türken nicht schlecht deine […]

  5. Orkide sagt:

    Vielen Dank für den Artikel….du hast das was ich/wir fühle(n), sehr gut zum Ausdruck gebracht 🙂
    Seit diese Debatte mit Sarrazin angefangen hat fühle ich mich wie im falschem Film, ein Alptraum, ein Schlag ins Gesicht…und keiner weckt mich auf.
    Warum versuchen wir nicht zusammen nach Lösungen zu suchen, statt den Schwarzen Peter hin und her zu schieben?

  6. […] und in unserer Gesellschaft nicht ändert, dann wird es eigentlich nie enden. Ein treffender Artikel zu dieser Enttäuschung von Yusuf im relaunchten MigaZin. Ein Auszug: „Für einen Türken nicht schlecht deine […]



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