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Migration und Integration in Deutschland

Wenn Ausländer […] von der einheimischen Bevölkerung als Konkurrenten um Arbeitsplätze […] und als Bedrohung der Sicherheit […] wahrgenommen werden, dann erhöht die vermehrte Sichtbarkeit der Migranten dieses Gefühl […]

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“ / 1979, 1979

Ausweisung Hochqualifizierter

Ausländische Hochschulabsolventen müssen Deutschland verlassen

Angesichts der Debatten um ausländischer Fachkräfte bemängelt der Bundesverband ausländischer Studierender die Ausweisung von ausländischen Hochschulabsolventen und fordert eine Gesetzesänderung im Aufenthaltsgesetz.

Während in Deutschland die Debatten um Zuwanderung von Hochqualifizierten auf Hochtouren läuft, die Wirtschaft dieser Forderung Nachdruck verleiht, bemängelt der Bundesverbandes ausländischer Studierender (BAS) die Ausweisung ausländischer Hochschulabsolventen. Denn viele ausländische Studierende, die das Pech hatte gerade zu Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise ihren Abschluss zu machen, sind jetzt gezwungen, Deutschland ohne eine Arbeit zu verlassen. „Ausländische Absolventinnen und Absolventen hatten auch in der Wirtschaftskrise nur eine einjährige Frist zur Suche eines angemessenen Arbeitsplatzes.“, so Johannes Glembek, Geschäftsführer des Bundesverbandes ausländischer Studierender.

Doch gerade im letzten Jahr war die Wirtschaft mit Einstellungen mehr als zurückhaltend. „Den Betroffenen“, so Glembek weiter „muss die Möglichkeit gegeben werden, weiter zu suchen, auch wenn die Jahresfrist überschritten wird. Gerade jetzt, wo die Wirtschaft wieder anläuft und Unternehmen wieder Fachkräfte benötigen.“ Innenministerien und die zuständigen Ausländerbehörden müssten Ermessensspielräume zu Gunsten der Studierenden und somit auch der Wirtschaft möglichst weit nutzen.

Gesetzesänderung gefordert
Peixin Xian, Sprecherin des BAS, begrüsst in diesem Zusammen die Forderungen von Sachsens Innenminister Markus Ulbig zur Änderung des Aufenthaltsgesetzes. Ulbig (CDU) fordert eine Gesetzesänderung und die Abschaffung der Beschränkungen des Zugangs ausländischer Studierender zum Arbeitsmarkt. Um Zuwanderung zu ermöglichen, sollen Erwerbsmöglichkeiten für ausländische Studierende während und vor allem nach dem Studium frei gegeben werden. Die Einkommensgrenze für unbefristetes Aufenthaltsrecht soll auf 40.000 Euro absinken.

„Damit wird der Forderung des BAS nach einer Gleichstellung deutscher und ausländischer Studierender Rechnung getragen. Diese Vorschläge sind schnellstmöglich rechtlich verbindlich zu beschliessen.“, begrüsst Xian ausdrücklich die Vorschläge Ulbigs zur Erleichterung des Zugangs ausländischer Studierender zum deutschen Arbeitsmarkt.

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6 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. delice sagt:

    Also bevor es zu spät wird, solte man gehen.

    Die Rückkehr in die alte Heimat oder in ein anderes westliches und gastfreundlicheres Land ist allemal besser als hier unnötig seine Jahre und Jahrzehnte zu verschwenden!

    Die meisten werden wohl ansonsten erst nach Jahrzehnten merken, dass sie hier so viel Zeit vergeudet hatten.

  2. anne sagt:

    Ich stimme delice voll zu. Wer immer noch glaubt, dass er sich hier mit „Migrationshintergrund“ sicher fühlen kann und eine Zukunft hat, der hat den Gong noch nicht gehört. Das betrifft nicht nur diejenigen ohne deutschen Pass, sondern auch jene mit deutschem Pass:

    Hier ist der Link zur aktuell erlassenen Migrationshintergrund-Erhebungsverordnung – MighEV, mit der die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit ermächtigt wird, den Migrationshintergrund ihrer Kunden (und jener Personen, die mit den „Kunden“ in Bedarfsgemeinschaft leben) zu erheben, da der deutsche Pass als Kategorisierungsmerkmal anscheinend nicht mehr ausreicht. Ähnlichkeiten zu anderen „Nürnberger“ Gesetzen sind selbstverständlich rein zufällig und unbeabsichtigt.

    http://www.deutsches-gesetzesportal.com/jportal/portal/t/gdx/page/fpgesetze.psml/js_peid/AktuellsteDokumente?id=BGBL1-2010-1372&action=controls.Maximize

    Die Verordnung ist seit dem 13.10.2010 in Kraft und selbstverständlich wurde das über das Bundesgesetzblatt hinaus nirgendwo publiziert. Zwar ist es bisher noch nicht möglich, einen Arbeitslosen mit deutschem Pass (mit Migrationshintergrund) auszuweisen, aber ich bin mir sicher, die entsprechenden Verordnungen sind in der Pipeline. Das Volk steht ja dahinter, wie inzwischen auch der Letzte begriffen haben dürfte.

    Da man beim Migazin ja aber stets staatstragend und regierungsgläubig (um nicht zu sagen: naiv) ist, kann man sicher auch daran noch was Gutes finden. Oder man ignoriert die gruseligen Fakten einfach weiter…

  3. „Wer immer noch glaubt, dass er sich hier mit “Migrationshintergrund” sicher fühlen kann und eine Zukunft hat, der hat den Gong noch nicht gehört. Das betrifft nicht nur diejenigen ohne deutschen Pass, sondern auch jene mit deutschem Pass“

    Starke Worte!

    Wer immer noch glaubt, dass Deutschland ohne diejenigen mit „Migrationshintergrund“ und ohne Einwanderung den Wohlstand und die Zukunft Deutschlands sichern kann, dem wird auch ein Gong nicht die Augen öffnen.

  4. K.Lichtenberg sagt:

    @ Kamuran Sezer

    Machen wir uns doch nichts vor:

    „Diejenigen“, mit Migrationshintergrund, die Probleme bei der Integration haben/machen, bzw. sich dieser verweigern (und genau DIE meint Herr Seehofer,auch wenn es sie nicht explizit nennt), sind (nicht kleine Teile) der Migranten aus dem islamischen Kulturkreis.

    Sie sagen, „ja was ist den mit den Migranten z.B. aus dem Iran“ ? Falsch, Herr Sezer, diese Migranten flüchten GERADE vor dem Einfluss (und der Einschränkung des Individuums/der persönlichen Freiheit) des Islams !

    Ralph Giordano hat völlig recht, das Problem sind nicht die Menschen, sondern die Ideologie/Religion Islam, die keine Trennung von weltlichem und religiösen Leben erlaubt.

  5. „Sie [Kamuran Sezer] sagen, “ja was ist den mit den Migranten z.B. aus dem Iran” ?“

    In meiner Antwort oben auf anne habe ich so etwas nicht gesagt und nicht einmal intendiert!

    Ich sage, dass wir in Deutschland die Migranten und auch die Zuwanderung benötigen, weil unser Wohlstand, unsere Wirtschaftskraft und unsere Zukunftsfähigkeit davon abhängt.

    „Ralph Giordano hat völlig recht, das Problem sind nicht die Menschen, sondern die Ideologie/Religion Islam, die keine Trennung von weltlichem und religiösen Leben erlaubt.“

    Und so eine Sicht auf die „Islamdebatte“ ist sehr, wenn nicht gar brandgefährlich! Eine Religion wird um seine Menschen subtrahiert, um sodann diese Religion zu einem politisch-ideologischen Abstraktum ummodelliert, um sich schlussendlich nicht vorwerfen zu lassen, dass man kein Rassist ist, weil man gegen das System und nicht gegen die Menschen in ihm ist!

    Vergessen wird, dass, wenn man die Religion „bekämpft“, schlussendlich die Menschen in ihr trifft!



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