MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Wenn Ausländer […] von der einheimischen Bevölkerung als Konkurrenten um Arbeitsplätze […] und als Bedrohung der Sicherheit […] wahrgenommen werden, dann erhöht die vermehrte Sichtbarkeit der Migranten dieses Gefühl […]

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“ / 1979, 1979

Abschied

MiGAZIN wird eingestellt

Sehr geehrte MiGAZIN Leserinnen und Leser,

vorab möchten wir uns bei Ihnen für Ihr Interesse, die vielen E-Mails und für Ihre Unterstützung bedanken. Seit dem Start im Februar 2009 haben wir viel von Ihnen gelernt. Wir, die MiGAZIN Redaktion, haben viele Erfahrungen gesammelt und von Ihrem Feedback profitiert. Umgekehrt hoffen wir, dass auch wir Ihnen mit MiGAZIN ein Stück Positives geben konnten.

Nach nunmehr eineinhalb Jahren sind wir an einem Punkt angekommen, an dem wir unseren letzten Artikel schreiben müssen. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass MiGAZIN nicht mehr fortgeführt wird. Mit dem großen Interesse an MiGAZIN und der stetig steigenden Besucherzahlen stiegen auch die Verantwortung und die Arbeit, die auf ehrenamtlicher Basis nicht mehr gestemmt werden konnte. MiGAZIN wurde ausschließlich Mithilfe von Mitgliederbeiträgen finanziert. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, die uns auf diesem Wege unterstützt haben. Mehr als die materielle Unterstützung hat uns der Gedanke motiviert, dass es Menschen gibt, die uns ihr Vertrauen schenken.

Daher ist uns der Entschluss, MiGAZIN nicht mehr fortzuführen, äußerst schwer gefallen – umso schwerer, nachdem wir die Auswertungen der großen Leserbefragung gesehen haben: 52,2 Prozent aller MiGAZIN Leserinnen und Leser haben einen sog. Migrationshintergrund (47,8 Prozent ohne Migrationshintergrund). Damit haben wir fast punktgenau das erreicht, was wir von Anfang an angestrebt haben: Menschen – mit und ohne Migrationshintergrund – zusammenbringen. Weiterhin hatten rund 95 Prozent aller MiGAZIN Leserinnen und Leser mindestens Abitur oder einen höheren Bildungsabschluss – mit nur unwesentlichen Abweichungen zwischen denen mit und ohne Migrationshintergrund. Schließlich hielten 86,4 Prozent aller Leserinnen und Leser MiGAZIN für „sehr glaubwürdig“ bzw. „glaubwürdig“ und über 90 Prozent für „sehr informativ“ bzw. „informativ“. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an das futureorg Institut, die die Leserbefragung durchgeführt und ausgewertet hat.

Nicht zu vergessen sind selbstverständlich die mittlerweile über 60 MiGMACHERINNEN und MiGMACHER aus dem gesamten Bundesgebiet, die uns mit Rat und Tat unterstützt haben. Auch von Ihnen haben wir viel gelernt und für uns wichtige Bekannt- und Freundschaften geschlossen. Ein großes Dankeschön auch dafür!

Wir hoffen, dass Sie MiGAZIN gut in Erinnerung behalten.

Ihre MiGAZIN-Redaktion

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51 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. Jörg sagt:

    Schade künftig auf das MiGAZIN verzichten zu müssen. Einiges an Artikeln war nur hier zu finden, weil das Thema Migration in anderen Medien vernachlässigt wird.
    Schön wäre es die Gründe zu lesen, die zur Einstellung führen, hätte es Möglichkeiten zur Rettung gegeben?
    Das MiGAZIN war Pflichtlektüre für viele. In der Xing-Gruppe Deutsch-Türkische-Community-Berlin (DTCB) hat den RSS-Feed aboniert.
    Danke für die gleistete Arbeit.

    Jörg

  2. Jasin sagt:

    Sehr schade. Wäre eine Finanzierung über Werbung nicht möglich gewesen?
    Ihr sprecht hier doch ein für die Werbebranche zunehmend attraktives Publikum an.

  3. Ysh sagt:

    Manche Dinge wird man nicht vermissen….

    Byebye!

  4. Bio-Deutsche sagt:

    Naja, und in China ist ein Sack Reis umgefallen.

  5. Peter W. sagt:

    Ich war nicht immer ihrer Meinung, aber ich habe ihre Artikel sehr geschätzt und bedaure die Einstellung des Migazins.

  6. Tamasz sagt:

    Sehr schade, dass Ihr nicht weitermachen könnt.
    Ich habe selbst Migrationshintergrund, gehöre aber politisch zur „anderen Seite“.
    Deshalb hat mir zwar nicht jeder Beitrag geschmeckt, aber die Berichte und Diskussionen waren stets spannend und professionell aufbereitet.
    Vielleicht findet Ihr noch eine andere Möglichkeit, um weiterzumachen.
    Viel Glück;

    Tama

  7. Ferit D. sagt:

    Es ist sehr bedauerlich, dass einer der wenigen, die professionele Arbeit geliefert haben, um die Stimme der Migranten im Internet zu vertreten. Vielen vielen Dank, dass Ihr gezeigt habt wie man es aufbauen kann. ich sehe es mehr als nur ein ehrenamtliches Projekt. Mit einem längerem Atem hätte daraus ein wichtiges Kommunikationskanal entstehen können.

    Eine Kritik muss auch geäußert werden. Es ist verantwortungslos, dass die Macher während der 18 Monate sich nicht um die Finanzierung dieses Projektes gekümmert haben. Falls es versucht wurde, könnt Ihr diese Kritik als gegenstandlos ansehen. Aber auch die Finanzierungssuche hätte öffentlich durchgeführt werden können.

    Ich wünsche Euch alles Gute.

  8. hoko sagt:

    Migazin war politisch nicht neutral, sondern im Grunde das migrationspolitische Hausblatt der Linkspartei. Insofern kann man den verlust verkraften. das Konkurrenzprodukt ‚Migration und Bevölkerung‘ ist wesentlich seriöser.

  9. Raif sagt:

    Ihr habt wirklich gute Arbeit geleistet (nicht immer aber immer öfter.. :-))
    Schade…

    Bürgerschaftliches Engagement wird in dieser Gesellschaft nicht gefördert. Unsere Einrichtung geht es genauso. Es wird sogar mit allen Mitteln versucht die Innitiativen im Keim ersticken zu lassen. Was für eine Schande…

  10. Dybth sagt:

    Schade. Habe euch gerne verlinkt.

    Alles Gute.


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