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Türkische Presse Europa

22.04.2010 – Islamkonferenz, NRW-Wahlen, Özkan, DTF

Die Europaausgaben der türkischen Zeitungen berichten vornehmlich über die Generalversammlung des Deutsch-Türkischen Forums, an der unter anderem Bundesinnenminister Thomas de Maiziere und der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet teilgenommen haben. Weitere Themen sind die Pläne der neuen niedersächsischen Sozial- und Integrationsministerin Aygül Özkan, der Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen und die Kritik alevitischer Dachverbände an der Islamkonferenz.

Bülent Arslan im Amt bestätigt
Der Bundesinnenminister Thomas de Maizière und der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet nahmen an der Generalversammlung des Deutsch-Türkischen Forums teil, berichten die MILLIYET, HÜRRIYET, SABAH und TÜRKIYE. Der Unternehmsberater Bülent Arslan wurde erneut zum Vorsitzenden gewählt. Arslan habe erklärt, dass die CDU in der Integrationspolitik die Vorreiterrolle spiele.

De Maiziere habe in seiner Ansprache den Koordnationsrat der Muslime (KRM) scharf kritisiert. Einen Boykott der Islamkonferenz bezeichnete er als ein Diktat. Das werde er nich zulassen. Den Zentralrat der Muslime rief er erneut zur Teilnahme auf.

Armin Laschet warf der SPD Doppelzüngigkeit vor. In der türksichen Presse werde Zülfiye Kaykin als Integrationsministerin gehandelt. In der deutschen Presselandschaft sei jedoch keine Rede davon. Demgegenüber habe die CDU in Niedersachsen die türkischstämige Aygün Özkan zur Sozialministerin ernannt.

Alevitische Dachverbände boykottieren Islamkonferenz
Die drei alevitischen Dachverbände AAIB, ATCB und AEAF haben den Bundesinnenminister scharf kritisiert. Obwohl die AABF sich nicht als eine islamische Organisation sieht, sei sie zur Islamkonferenz eingeladen. Dagegen habe de Maiziere die Anträge der alevitischen Dachverbände, die das Alevitentum als eine islamische Konfession betrachten, unberücksichtigt gelassen. Die drei alevitischen Verbände planen eine alternative Islamkonferenz. (ZAMAN)

Özkan will mehr Migrantenkinder in Kitas
Die neue niedersächsische Sozial- und Integrationsministerin Aygül Özkan sagte der Bildzeitung, dass sie sich mich mit dem Wertebild der CDU am ehesten identifizieren kann. Außerdem sei die CDU eine weltoffene Partei. Niemand müsse Christ sein, um in die CDU einzutreten. (ZAMAN, HÜRRIYET)

Sie wolle ferner den Besuch einer Kita für Migrantenfamilien attraktiver machen, sagte die bundesweit erste Ministerin mit ausländischen Wurzeln. „Sprache, Kultur, Kommunikation“ – das könne die Kita fördern. „Es geht ja nicht darum, Kinder zu verwahren, sondern die bestmögliche Erziehung zu erreichen.“ Außerdem will sich Özkan für die leichtere Anerkennung von ihm Ausland erworbenen Berufsabschlüssen einsetzen. (SABAH)

Özdemir attackiert SPD
Der Grünen-Chef Cem Özdemir attackierte einem Zeitungsbericht der MILLIYET zufolge die SPD. Die SPD habe die türkischstämmigen Wähler stets an ihrer Seite gewusst. Dabei schwinde die Wählergunst für die SPD, so Özdemir. Die CDU habe diese Wählergruppe demgegenüber neu erkannt und die türkischstämmige Aygül Özkan zur Ministerin ernannt.

Özdemir habe sich über diese Ernennung sehr gefreut. Özkan müsse in der Bildungspolitik vieles verändern. Türkischstämmige Kinder würden in Niedersachsen oft in Sonderschulen gesteckt.