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Türkische Presse Türkei

21.04.2010 – Israel, Iran, Davutoglu, Barak

Die türkische Presse berichtet heute unter anderem über die Äußerungen des israelischen Verteidigungsministers Ehud Barak zum Palästinakonflikt sowie über die Kontakte des türkischen Außenministers Davutoglu in Iran.

Presseschau der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World)

Vermittlerrolle der Türkei
Wir beginnen unseren heutigen Auszug aus der türkischen Presse mit einer Nachricht der Tageszeitung ‚Haber Türk‘ zur Vermittlerrolle der Türkei bezüglich der Atomkrise zwischen dem Iran und dem Westen. Der Nachricht zufolge sei Außenminister Ahmet Davutoglu in Teheran mit Staatspräsident Mahmud Ahmedinedschad und seinem iranischen Amtskollegen Manuchehr Mottaki zusammengekommen. In einer anschließenden gemeinsamen Pressekonferenz habe Davutoglu erklärt, dass die letzten 6 bis 7 Monaten die Kontakte mit dem Iran bezüglich des Uranaustauschs andauern würden. Weiter habe Davutoglu gesagt, die Bemühungen würden dahin gehen, die richtige Lösung in kürzester Zeit zu erzielen und Ankara sei bereit, eine Vermittlerrolle im Uranaustausch zu übernehmen.

Wie lange können wir noch regieren?
In einem Artikel der Zeitung Yeni Safak wird unter der Schlagzeile „Wie lange können wir noch regieren?“ die Meinungsunterschiede in der israelischen Regierung dargestellt. Dem Zeitungsbericht zufolge habe der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak gesagt, die Welt wolle nicht, dass Israel weitere Jahrzehnte lang über ein anderes Volk herrsche. Die Staatengemeinschaft werde nicht länger eine israelische Herrschaft über die Palästinenser dulden.

Israels Scud-Schlag in den Beziehungen zwischen den USA und Syrien
In der Tageszeitung Zaman lesen wir unter der Schlagzeile „Israels Scud-Schlag in den Beziehungen zwischen den USA und Syrien“, die Beziehungen zwischen beiden Ländern seien durch diese Nachricht getrübt worden. Der Nachricht zufolge hätten sich die verbessernden Beziehungen zwischen den USA und Syrien mit der Nachricht über die syrische Lieferung von Scud-Raketen für die Hisbollah im Libanon vom neuen angespannt. Weiter heißt es, die US-Führung habe den höchsten syrischen Vertreter in den USA, Züheyr Cabbur, in das US-Außenministerium bestellt und bezüglich der ‚provokativen‘ Scud- Lieferung an die Hisbollah im Libanon um eine Revision gebeten. Jedoch sei diese Bitte sowohl im Libanon als auch bei der Hisbollah auf Missmut und Kritik gegenüber Israel und den USA gestoßen. Ministerpräsident Refik Hariri habe diese Anschuldigung mit den Vorwürfen gegenüber dem Irak vor dem Irak-Krieg bezüglich des Besitzes von Massenvernichtungswaffen verglichen.

Bakiew in Weißrussland
Die Tageszeitung Cumhuriyet schreibt unter der Schlagzeile “Bakiew in Weißrussland“, die Krise in Kirgisistan nach dem Regierungsumsturz habe sich in eine ethnische Auseinandersetzungen weiterentwickelt. Entsprechend der Nachricht seien Aufständische nahe der Hauptstadt Bischkek in ein Dorf eingedrungen wo Türken und Russen leben. Bei den Auseinandersetzungen zwischen Dorfbewohnern und Aufständischen seien 5 Menschen getötet und 40 verletzt worden. Außerdem seien 10 Häuser von Ahiska Türken in Brand gesetzt worden. Indessen habe der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko die Einreise des gestürzten kirgisischen Staatspräsidenten Kurmanbek Bakiew und seiner Familie in Weißrussland bekannt gegeben.

Hinweis: Die “Türkische Presse Türkei” (Türkeiausgaben türkischer Tageszeitungen) wird von der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World) zur Verfügung gestellt und von der MiGAZIN-Redaktion unverändert übernommen.

Presseschau der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara

Intensive Tagesordnung vor der Tür
Nach vorherigen gemeinsamen Kabinettberatungen mit dem Irak und Syrien bereitet sich die Türkei dieses mal auf zwei wichtige Treffen im kommenden Monat mit den russischen und griechischen Kabinetten vor. Als eine Fortsetzung der „Null-Problem-Politik“ der Türkei, die auf eine Strategie einer maximalen Reduzierung der Probleme mit den Nachbarstaaten zielt, werden Beratungen mit den Regierungen von Moskau und Athen eine „strategische Zusammenarbeit auf höchster Ebene“ bezweckt.

Die russisch-türkische Kabinettversammlung wird während dem als offiziellen Gast von Staatspräsidenten Abdullah Gül am 11.-13. Mai nach Ankara eingeladene Besuch des russischen Staatspräsidenten Dimitri Medwedew stattfinden. Nach dem Besuch Medwedews wird Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan anschließend am 15.Mai in Begleitung von 10 Ministern nach Athen reisen. (Türkiye)

Davutoglus Iran Kontakte
Außenminister Ahmet Davutoglu, der sich zu einigen Kontakten in Iran befindet, wurde gestern vom iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad empfangen. Davutoglu und Ahmadinedschad erörterten beim Treffen das iranische Atomprogramm.

Davutoglu kam im Rahmen seines Teheran-Besuchs zunächst mit seinem iranischen Amtskollegen Manucher Mottaki zusammen. Während seinem Besuch übermittelte Davutoglu seine Eindrücke über den Nuklear-Gipfel in Washington und wies darauf hin, seine Regierung habe beim Gipfel klargestellt, dass Irans Atomprogramm nur für friedliche Zwecke diene. Mottaki seinerseits warnte die westlichen Länder noch einmal und betonte, sie haben in anderen Ländern leidvolle Erfahrungen gesammelt und ihre Innenpolitik solle nicht noch einmal getestet werden. (Türkiye-Hürriyet)

Bagis: „Die Nachlässigkeit hat an dem Ergebnis mitgewirkt“
Staatsminister und Verhandlungsführer Egemen Bagis gab bekannt, dass die negative Haltung der EU gegenüber den Zyperntürken an den Staatspräsidentschaftswahlen in der Türkischen Republik Nordzypern (TRNZ) mitgewirkt habe. Bagis fügte auch hinzu, dass Eroglus Staatspräsidentschaft den EU-Prozess nicht beeinflussen werde und sagte: „Das Europaparlament bereitet eine Initiative vor, um einen Direkthandelsordnung mit der TRNZ zu ratifizieren. Falls es akzeptiert wird, werden wir auch unsere Häfen für die zyprisch-griechischen Schiffe öffnen und der EU-Prozess der Türkei wird dann auch problemlos durchgeführt.“ Verhandlungsführer Bagis betonte auch, dass in der TRNZ Demokratie herrsche und das Wahlergebnis respektiert werden solle. (Cumhuriyet)

Erste türkischstämmige Ministerin in Deutschland
Eine 38-jährige Deutsch-Türkin wurde zum ersten mal in eine deutsche Regierung gewählt. Die CDU-Politikerin Aygül Özkan wurde zur neuen Sozialministerin in Niedersachsen ernannt. „Es bereitet mir eine große Freude, doch ich bin mir meiner Verantwortung bewusst“ meinte Özkan gegenüber der Zeitung Milliyet. Außerdem sagte Özkan, dass sie gerne den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan sobald wie möglich kennenlernen würde. (Milliyet)

Präsidenteneid Eroglus am Freitag
Nach seinem Sieg am vergangenen Sonntag bei der Präsidentenwahl in der Türkischen Republik von Nordzypern wird der zum 3. Präsident TRNZs gewählte Dervis Eroglu am kommenden Freitag nach seiner Eidablegung seinen Posten von Mehmet Ali Talat übernehmen. (AA)

EU-Botschafter in Gaziantep
Der Leiter der Türkei-Delegation der EU-Kommission, Botschafter Marc Pierini und die Botschafter der EU-Länder besuchten im Rahmen der Routinen jährlichen Besichtigungsreisen die Südostanatolische Stadt Gaziantep. Die Delegation besuchte in Gaziantep zuerst den Gouverneur Süleyman Kamci und veranstaltete danach eine Pressekonferenz. Pierini antwortete auf eine Frage bezüglich des Präsidialsystems: „Wir werden unsere Bewertungen zu diesem Thema im Erweiterungsbericht, dass im November veröffentlicht wird, bekannt geben.“ Die Delegation wird ihre Kontakte in der Region fortführen. (Cumhuriyet)

Hinweis: Die “Türkische Presse Türkei” (Türkeiausgaben türkischer Tageszeitungen) wird von der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara zur Verfügung gestellt und von der MiGAZIN-Redaktion unverändert übernommen.