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Türkische Presse Europa

20.04.2010 – Özkan, NRW-Wahl, Türkischstämmige Kandidaten

Die Europaausgaben der türkischen Zeitungen berichten vornehmlich über den Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen. Es werden unter anderem die türkischstämmigen Kandidaten und ihr Programm vorgestellt. Ein weiterer Schwerpunkt der Berichterstattung ist die Ernennung der türkischstämmigen Aygül Özkan zur Sozialministerin in Niedersachsen.

Wulff holt türkischstämmige Ministerin ins Kabinett
Mit der 38jährigen Aygül Özkan wird erstmals eine Frau mit Migrationshintergrund Ministerin in Deutschland (wir berichteten). Özkan ist die neue Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration in Niedersachsen. Die Staatsministerin Maria Böhmer hat die Ernennung Aygül Özkans zur Sozialministerin in Niedersachsen als wichtiges Zeichen für die Integration in Deutschland bezeichnet. (HÜRRIYET, MILLIYET, SABAH, ZAMAN)

Özkan sprach sich im Gespräch mit der SABAH für den EU-Beitritt der Türkei aus. und rief jungen Menschen auf, sich politisch zu engagieren. Auch betonte sie die enorme Bedeutung der Sprachkenntnisse. Der HÜRRIYET-Kolumnist Ahmet Külahci bedankte sich ferner bei der Bundeskanzlerin Angela Merkel für die grundsätzliche Öffnung der CDU.

Wahlkampf in NRW: Neuauflage eines rot-grünen Bündnisses
Die Spitzen von SPD und Grünen aus Bund und Land haben bei einem gemeinsamen Auftritt in Berlin für eine Neuauflage eines rot-grünen Bündnisses in NRW geworben, berichtet die ZAMAN und MILLIYET. Die Spitzenkandidatin der SPD bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, habe zudem eine Migrantin in ihr Wahlkampfteam geholt. Zülfiye Kaykin aus Duisburg werde für das Thema Integration zuständig sein, sagte Kraft.

Die SPD plant ferner mehrere Wahlveranstaltungen für Türkischstämmige, berichtet die HÜRRIYET. Claudia Roth kritisierte in Köln Diskriminierungen im Bildungswesen, so die ZAMAN.

Die türkischstämmigen Kandidaten
Die türkischstämmigen Kandidaten in NRW hätten sich zudem zu einer Veranstaltung in Köln getroffen. Der Grünen-Kandidat Arif Ünal rief die Zuhörer auf, sich an der Wahl zu beteiligen. Andernfalls würden rechtsextreme Gruppierungen davon profitieren. Er kritisierte zudem die Verschärfung des Zuwanderungsgesetztes. Die Familienzusammenführung müsse erleichtert werden.

Der einzige CDU-Kandidat mit Migrationshintergrund Efkan Kara betonte die Bedeutung der türkischen Sprache. Er werde sich für die Förderung der Muttersprache einsetzten. Kara sagte zudem, dass sie innerhalb der CDU Entgleisungen verhindern.

Tayfun Keltek von der SPD sprach sich für eine bessere Bildung aus. Die türkischstämmigen Abgeordneten müssten zudem zusammenarbeiten. Özlem Alev Demirel von der Linkspartei forderte die Aufhebung der Studiengebühren. Auch müssten die Ein-Euro-Jobs abgeschafft werden.