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Migration und Integration in Deutschland

Gedenken an Holocaust Teil unserer gemeinsamen Leitkultur.

Armin Laschet, Nordrhein-Westfälischer Integrationsminister, MiGAZIN, 28. Januar 2010

Deutsche Presse

12. bis 17.04.2010 – Islamophobie, DIK, Imamausbildung, Doppelstaatigkeit

Deutsche Islam Konferenz, Islamophobie, Imamausbildung, Moscheebau, Religionsunterricht: Die deutsche Presselandschaft beschäftigt sich mit den Herausforderungen, die es bei der Integration von Muslimen gibt. Ferner werden die Maßnahmen der türkischen Regierung in Bezug auf türkischstämmige Migranten in Deutschland thematisiert. Weitere Themen sind Doppelstaatigkeit, Unterwanderung der CDU durch Rechtsextreme, u.v.m.

DATUM20. April 2010

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RESSORTDeutsche Presse

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12. April 2010

IZ: Medien verantwortlich für islamophobe Tendenzen
Die Islamische Zeitung (IZ) berichtet über islamophobe Tendenzen in der deutschen Gesellschaft, die auf einseitige Berichterstattung der Medien zurückzuführen sei: „Keine Religion wird in der europäischen Gesellschaft gegenwärtig so sehr mit einem Bedrohungsszenario assoziiert wie der Islam. Die bedeutenden Errungenschaften, die Europa dem arabo-islamischen Kulturkreis zu verdanken hat, scheinen dabei immer mehr in Vergessenheit zu geraten. Die Faszination, die der islamisch geprägte Orient zudem für die deutschen Geistesgrößen des 18. und 19. Jahrhundert ausgeübt hat, ist beinahe einer kollektiven Wagenburgmentalität gegenüber jeglichem mit dem Islam in Kontext gebrachtem gewichen.

In hohem Maße verantwortlich für diese zunehmend islamophobe Tendenz sind rechtslastige Publizisten in den Medien, die fast ausschließlich die kritikwürdigen Randphänomene in muslimischer Gesellschaft zum Thema erheben.“

13. April 2010

DIK der Mehrheit der Muslime unbekannt
In seinem Blog auf Zeit Online führt Jörg Lau basierend auf einer Untersuchung des sachverständigenrates Deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) auf, dass die Deutsche Islamkonferenz (DIK) den Muslimen in Deutschland weitgehend unbekannt ist. Dann spricht er mögliche Ursachen an. Ein ähnlicher Bericht ist auch auf Spiegel-Online erschienen. „Insbesondere die Deutsche Islam Konferenz (DIK) ist der Hälfte der Zuwanderer unbekannt, gut bekannt ist sie nur 11%. Auch bei den muslimischen Zuwanderern haben 43% noch nie davon gehört. Besonders bedenklich erscheint, dass in Deutschland geborene Muslime die DIK mit 47% sogar noch weniger kennen als selbst zugewanderte Muslime (42%). (…)Vielleicht ist dies die schlichte Wahrheit: Die Verbände – zusammengeschlossen im KRM (Koordinierungsrat der Muslime) – sind (wenn das unislamische Bild erlaubt ist) sind Damen ohne Unterleib. Sie vermitteln nicht in die Moscheen, warum sie nach Berlin fahren, was sie dort erreichen wollen, und warum wann wer für sie spricht. Haben Sie überhaupt Kontakt zur Basis? Seit Neuestem zum Beispiel ist turnusgemäß Ali Kizilkaya Sprecher des KRM, der Vorsitzende des Islamrats. Herr Kizilkaya spricht für den KRM: Pech nur, dass der Islamrat von der Islamkonferenz ausgeladen wurde (…). Bizarr: Der Verband der Verbände läßt sich also nun von jemandem vertreten, der bei der wichtigsten Veranstaltung (die eigentlich das Lebensrecht des KRM begründet) nicht dabei ist. Ja Herrgottszeiten – warum soll sich denn Ali Normalmuslim für diesen Unfug interessieren, den die Verbände da anrichten?“ (Zeit-Online)

Konflikt um Imamausbildung zwischen der Türkei und Deutschland
Die Süddeutsche Zeitung berichtet über mögliche Konflikte zwischen der Türkei und Deutschland um die Ausbildung der Imame, weil beide Länder dies übernehmen möchten: „Die türkische Regierung will Imame für Deutschland und andere europäische Staaten in der Türkei ausbilden und stellt sich damit gegen Pläne der Bundesregierung. ‚Wir werden türkischstämmige Jugendliche an den theologischen Fakultäten in der Türkei ausbilden und zurücksenden‘, sagte der Präsident der türkischen Religionsbehörde Diyanet, Ali Bardakoglu, der Zeitung Türkiye. Seine Behörde lege zwar Wert darauf, dass die Imame mehr und mehr in der Sprache des Aufnahmelandes predigen könnten. Türkisch könne jedoch nicht vernachlässigt werden, sagte Bardakoglu dem Blatt zufolge weiter.

Mit dem ‚internationalen Theologie-Programm‘ tritt Ankara in Konkurrenz zu den Plänen von Bund und Ländern, künftig möglichst viele Imame für einheimische Moscheegemeinden an deutschen Hochschulen auszubilden. Ende Januar hatte der Wissenschaftsrat, in dem Professoren und politische Vertreter von Bund und Ländern sitzen, empfohlen, an zwei bis drei Universitäten große Institute für „Islamische Studien“ einzurichten, um dort Imame und Islamlehrer für Deutschland auszubilden.“

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4 Kommentare
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  1. Yakamoz sagt:

    Schade, dass es die tägliche deutsche Presseschau nicht mehr gibt!
    Wie dem jedoch sei,
    hier fehlt unbedingt die äußerst lesenswerte Interview mit Lamya Kaddor im Tagesspiegel vom 18.4.:

    http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/diese-typen-haben-den-koran-nie-aufgeschlagen/1802764.html

  2. hoko sagt:

    Das Interview ist toll, sehr empfehlenswert. Man kann Frau Kaddor nur viel Erfolg wünschen

  3. Boli sagt:

    Bei uns gibt es islamophobie. In muslimischen Ländern christianophobie. Und bei uns wurden nicht gut eine Millionen Muslime vertrieben wie im Nahen Osten. Merkt ihr was?

  4. Boli sagt:

    Die Debatte ist reich an Fehlern und Missverständnissen auf beiden Seiten, meist zum Schaden der in Deutschland lebenden Türken.“

    Nun ich frage mich auch schon lange wo die Türken in Deutschland sind die Erdogan mal richtig die Meinung geigen. Dieser Mann schadet den Türken in Deutschland mehr als er ihnen nützt. Er missbraucht sie massiv für seine Machtinteressen.

    […]



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