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Migration und Integration in Deutschland

Es wird selbstverständlich sein, dass jemand Mehmet heißt und nicht Hans – wir halten das aus.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Deutsche Presse-Agentur (18.01.2013)

Türkische Presse Europa

31.03.2010 – Türkei, Türkische Schulen, Islamkonferenz

Die Europaausgaben türkischer Zeitungen beschäftigen sich weiterhin mit der Türkei-Reise der Bundeskanzlerin und der Debatte um türkische Gymnasien in Deutschland. Darüberhinaus kritisiert Aiman Mazyek (ZMD) einerseits die Konzeption der Islamkonferenz als solches und andererseits die „Untertanenmentalität“ einiger Verbandsfunktionäre.

Islamkonferenz: Mazyek kritisiert Untertanenmentalität
Die ZAMAN veröffentlicht eine Analyse von Aiman Mazyek, dem Generalsekretär des Zentralrats der Muslime (ZMD), zur Konzeption der Deutschen Islamkonferenz (DIK). Das derzeitige Konzept der DIK leiste keinen nachhaltigen Beitrag zur Integration von Muslimen und Moscheegemeinden in Deutschland, glaubt Mazyek.

Mazyek kritisiert auch die Staatsfrömmigkeit – in der Zeit spricht er von „Untertanenmentalität“ – in manch einem Dachverband. Nicht wenige Muslime seien „beinahe staatsgläubig“ und hinterfragten, was die Politik so vorgibt, nicht. Sie hätten weder die Erfahrung eines aufgeklärten Bürgertums noch die der Nazizeit, aus der das Grundgesetz Konsequenzen gezogen habe. Einige muslimische Funktionäre benehmen sich immer noch wie geduldete Ausländer und handeln auch entsprechend, so Mazyek.

„Die Einschränkung der Familienzusammenführung muss beendet werden“
Die Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen (Die Linke), fordert eine Novellierung des Zuwanderungsgesetzes. „Die Einschränkung der Familienzusammenführung muss beendet werden“, zitiert sie die SABAH. Nach dem derzeitigen Zuwanderungsgesetz dürfen Ehepartner aus Nicht-EU-Staaten nur nach Deutschland nachziehen, wenn sie Deutschkenntnisse nachweisen können. Ein gutes Drittel aller Teilnehmer fällt allerdings durch den Test. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor. Die Linksfraktion erarbeite derzeit eine Gesetzesänderung vor.

Die SABAH und HÜRRIYET berichten in diesem Zusammenhang auch über die aktuelle Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, wonach das Erfordernis einfacher Deutschkenntnisse beim Ehegattennachzug im Einklang mit Grundgesetz und Europarecht ist (wir berichteten).

Laschet: „Verbundenheit zu Deutschland wächst“
Die Mehrheit der Türkeistämmigen fühlt sich in Deutschland heimisch und hat keine Rückkehrabsichten mehr, berichten die ZAMAN, MILLIYET und TÜRKIYE. Dies ist eines der Ergebnisse der 10. Mehrthemenbefragung des Zentrums für Türkeistudien (ZfT) und Integrationsforschung, die Integrationsminister Armin Laschet am 29. März 2010 in Düsseldorf vorstellte. Gut ein Drittel der Befragten fühlten sich mit beiden Ländern verbunden. Laschet: „Das macht die eindeutige Positionierung des entweder Türkisch- oder Deutsch-Seins schwierig und zeigt, dass die Hinwendung zu Deutschland nicht mit einer Abwendung von der Herkunftskultur verbunden sein muss.“

Die MILLIYET berichtet von der Studie unter dem Titel: „Jeder Dritte möchte zurück in die Türkei“. Viele Türkischstämmige seien wegen der hohen Arbeitslosigkeit über ihre Zukunft in Deutschland besorgt.

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