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Migration und Integration in Deutschland

Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.

Bundespräsident Christian Wulff, Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010

Jobstarter

Ausbildugsinitiative für türkische Jugendliche

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Thomas Rachel, würdigt das Ausbildungsengagement von 100 Unternehmern mit Zuwanderungsgeschichte in NRW. 1400 Ausbildungsplätze entstanden.

„Arbeit bedeutet nicht nur ein geregeltes Einkommen. Arbeit bedeutet gesellschaftliche Anerkennung und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Gerade für Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte ist die berufliche Bildung ein ganz wichtiger Weg für eine erfolgreiche Integration“, sagte am Montag der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Thomas Rachel, in Düsseldorf. Hier würdigte Rachel zusammen mit dem Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Arbeitsministerium, Dr. Walter Döllinger, 100 Unternehmerinnen und Unternehmern mit Migrationshintergrund für die Integration junger Menschen in die Arbeitswelt.

Weitere Informationen zum Ausbildungsprogramm „JOBSTARTER“ finden Sie unter www.JOBSTARTER.de

„Die heute mit einer Urkunde ausgezeichneten Unternehmen haben neue und zusätzliche Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt, viele beteiligten sich sogar erstmals an der Ausbildung. Somit sind in den letzten vier Jahren 1400 zusätzliche Ausbildungsplätze entstanden. Das ist vorbildlich“, betonte Rachel anlässlich der Veranstaltung, die unter dem Titel „Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund – Starke Partner für Ausbildung in NRW“ stand. Schirmherr war der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers.

„Die Landesregierung hält es für enorm wichtig, dass Unternehmer mit Migrationshintergrund ihren Fachkräftenachwuchs selbst ausbilden – und wir gleichzeitig aktiv die Zugangsmöglichkeiten zur dualen Ausbil­dung für Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte weiter verbessern.“ Das sagte Walter Döllinger, Staatssekretär im nordrhein-west­fälischen Arbeitsministerium.

Kern des Aktionsplans ist, dass zweisprachige Multiplikatoren aus türkischen Eltern-, Sport-, Kultur- und Moscheevereinen zu wichtigen Scharnieren werden – zwischen Eltern und Jugendlichen auf der einen Seite sowie den Organisatoren des Bildungs- und Beschäftigungs­systems auf der anderen.

Unternehmer mit Migrationshintergrund bilden weniger aus
Derzeit gibt es in Deutschland zwar rund 580.000 Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund, aber die Beteiligung an der betrieblichen Ausbildung in diesen Unternehmen liegt mit 14 Prozent deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 25 Prozent. „Das wollen und müssen wir ändern“, sagte Rachel. „Das BMBF bietet daher für eine bessere berufliche Eingliederung von Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte allein in Nordrhein-Westfalen sieben Projekte an, die sich direkt an Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund wenden. Es freut mich, dass wir heute die Ergebnisse dieser Arbeit sehen können.“

Die sieben Projekte gehören zum bundesweiten Ausbildungsprogramm „JOBSTARTER“ des BMBF, einer umfassenden Initiative zur Verbesserung der Ausbildungsplatzsituation. Das mit 125 Millionen Euro dotierte Programm ist mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds kofinanziert. Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es insgesamt 51 JOBSTARTER-Projekte. Mit Hilfe dieser Projekte haben in den letzten vier Jahren 5.200 Jugendliche einen Ausbildungsplatz gefunden.

„Unternehmer und Unternehmerinnen mit eigener Zuwanderungsgeschichte leisten gerade in Nordrhein-Westfalen einen bedeutenden Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg des Landes. Sie sind damit auch als Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe wichtige Ansprechpartner. Für ausländische wie für deutsche Jugendliche sind sie fabelhafte Vorbilder. Hier wünsche ich mir noch viele weitere Betriebsinhaber mit Migrationshintergrund, die sich in der Berufsausbildung engagieren“, betonte Staatsekretär Rachel abschließend.

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