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Migration und Integration in Deutschland

Die Umstellung darauf, dass jetzt die Ausländer die Überlegenen sind, da sie wenigstens einen Arbeitsplatz besitzen, ist für viele nicht nachvollziehbar.

Friedrich Landwehrmann, Strukturfragen der Ausländerbeschäftigung, 1969

Türkische Presse Europa

28. und 29.03.2010 – Merkel, Türkei, Demo Duisburg, Moschee

Die Europaausgaben der türkischen Zeitungen beschäftigen sich am Wochenende und am Montag vornehmlich mit der Türkei-Reise der Bundeskanzlerin. Des Weiteren wird umfangreich über die Proteste gegen Anti-Islam-Demonstrationen der rechtspopulistischen Gruppierung „Pro NRW“ und der NPD in Duisburg berichtet. Weitere Themen sind türkische Gymnasien, Visafreiheit, Sprachtests, u.v.m.

DATUM30. März 2010

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RESSORTTürkische Presse Europa

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28.03.2010

Streit um türkische Gymnasien
Die HÜRRIYET veröffentlicht kurz vor der Türkei-Reise der Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Reportage mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Auf die deutliche Ablehnung Merkels, in Deutschland türkische Gymnasien zu gründen, reagierte Erdogan mit scharfen Worten: „Warum dieser Hass auf die Türkei? Ich verstehe es nicht“, sagte Erdogan. „Das hätte ich von der Kanzlerin nicht erwartet. Ist die Türkei der Prügelknabe?“

Malik Karabulut vom Türkischen Elternbund Hamburg kann die Aufregung über türkische Gymnasien ebenfalls nicht nachvollziehen. Zweisprachige Schulen hätten in Deutschland Tradition. Wieso wolle man das nun für Türkischstämmige verbieten, fragt sich Karabulut. Auch Kadir Daglar, Vorsitzender der Föderation Türkischer Elternvereine in NRW, unterstütze den Vorschlag, soweit Deutsch das gewichtigste Fach bleibe. Der türkischstämmige Europaabgeordnete Ozan Ceyhun warf deutschen Politikern, die türkische Gymnasien ablehnen, sogar Doppelmoral vor.

Die Expertin für Interkulturelle Bildung Ursula Neumann lehne den Vorschlag allerdings ab. „Wahrscheinlich hat Herr Erdogan aber eher türkische Exklaven in Deutschland im Sinn“, so die Hamburger Professorin. Wenn er aber türkische Gymnasien meine, die zweisprachig sind, und die auch deutsche Schüler besuchen, „dann ist das sicher ein guter Ansatz – auch mit Blick auf die Integration“, sagte Neumann. (SABAH)

Merkel: „Wir verstehen unter Integration nicht etwa Assimilation oder die Aufgabe der eigenen Heimat“
Bei der Integration türkischstämmiger Menschen in Deutschland sieht Bundeskanzlerin Angela Merkel viele Fortschritte. Das unterstreicht sie in ihrer wöchentlichen Videobotschaft, berichtet die SABAH. Sie rede mit dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan „sehr häufig über die Integration der bei uns lebenden türkischstämmigen Frauen und Männer, genauso wie der Jugendlichen.“

Die Kanzlerin lehnte erneut eine Assimilationspolitik ab. „Wir verstehen darunter (Integration) nicht etwa Assimilation oder die Aufgabe der eigenen Heimat, sondern wir wollen, dass sich Menschen, die über viele Generationen bei uns leben, in dieses Land integrieren – das heißt, teilhaben an dem gesellschaftlichen Erfolg, teilhaben im Arbeitsleben, teilhaben im Familienleben.“

Haderthauer: „Es ist nicht unsere Aufgabe den Menschen türkisch beizubringen“
Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) hat mit scharfen Worten die Forderung des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, türkische Gymnasien in Deutschland aufzubauen, kritisiert. Es wäre schön, wenn der türkische Ministerpräsident „die Integrationsbereitschaft seiner Landsleute fördern würde, statt mit solchen Forderungen Blockaden aufzubauen“, sagte sie dem Münchner Merkur. Erdogans Argument, man müsse erst die eigene Sprache beherrschen, ehe man deutsche Sprachprobleme beheben könne, sei „beinahe Volksverdummung. Es kann ja wohl nicht unsere Aufgabe sein, Menschen, die hier hergekommen sind, ihre Heimatsprache beizubringen. Ich halte es für ungemein wichtig, dass in jeder Schule ordentlich Deutsch gelernt wird.“

Haderthauer kritisierte auch Erdogans Warnung vor Assimilation der in Deutschland lebenden Türken: „Erdogan spaltet. Er versucht, die hier lebenden Türken als Faustpfand für eine Einflussnahme auf die deutsche Außenpolitik zu nehmen.“

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