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Migration und Integration in Deutschland

[Die Verhinderung der Sesshaftmachung] würde den Vorteil haben, dass das Interesse an einer Familienzusammenführung zurückgeht und damit uns erheblich geringere Infrastrukturkosten entstehen würden.

Ein Vertreter der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Weber, 1974

Tourismus

16% weniger Übernachtungen von Gästen aus der Türkei

Die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste in Deutschland ging im Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 3% zurück – der Rückgang von türkischen Gästen betrug im selben Zeitraum 15,6%. Memet Kilic führt das auf strenge Visavergaben zurück und fordert Visumfreiheit.

Die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste in Deutschland im Jahr ist im Vergleich zum Vorjahr um 3% gesunken. Dies teilte das Statistische Bundesamt gestern anlässlich der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB) vom 10. bis 14. März mit. Damit konnten die Beherbergungsstätten noch insgesamt 54,8 Millionen Übernachtungen ausländischer Gäste registrieren. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus der Türkei, dem diesjährigen Partnerland der ITB, lag 2009 mit 371 000 um 15,6% niedriger als im Vorjahr.

Restriktive Visavergabe
Der Sprecher für Migrations- und Integrationspolitik der Grünen, Memet Kilic führt den starken Rückgang von türkischen Gästen „ganz klar auf die restriktive Visavergabe der deutschen Botschaft in der Türkei zurück. Es ist nicht hinnehmbar, dass Touristen aus der Türkei häufig unterstellt wird, dass sie die Einreise mit einem Besuchervisum missbrauchen, um langfristig in Deutschland zu bleiben“, so Kilic.

Erst letzte Woche habe ein türkischer Unternehmer bei der Einreise am Berliner Flughafen erfahren, dass sein zuvor erteiltes Besuchervisum ohne jegliche Begründung annulliert wurde. In letzter Zeit häuften sich die Fälle von Nichterteilung der Visa für Künstler und Sportler aus der Türkei. Auch älteren Menschen, die Ihre Kinder oder Enkel in Deutschland besuchen möchten, werde das Visum oft verwehrt. Viele Eltern könnten an der Hochzeitsfeier ihrer Kinder nicht teilnehmen.

Kilic weiter: „Durch die geringeren Besucherzahlen aus der Türkei sind nicht nur die Interessen der Einzelnen betroffen, sondern auch die finanziellen Einnahmen der deutschen Wirtschaft.“

Es sei der Beziehung zu einem bedeutenden Staat, mit dem Beitrittsverhandlungen geführt werden, nicht würdig, eine Visumspflicht beizubehalten, während vor kurzem für weitere drei Staaten die Visumspflicht aufgehoben worden sei. Daher fordern die Grünen „die Bundesregierung auf, die Visumspflicht zu Besuchszwecken für türkische Staatsangehörige aufzuheben.“

Höchster Anstieg bei israelischen Gästen.
Unter den zehn wichtigsten Herkunftsländern ausländischer Gäste nahm die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus Großbritannien (– 12,4%, 3,7 Millionen), Spanien (– 5%, 1,8 Millionen) und den Vereinigten Staaten (– 3,4%, 4,3 Millionen) ab.

Diesen Rückgängen standen Zunahmen bei wenigen anderen, überwiegend europäischen Herkunftsländern gegenüber. So nahm die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus der Schweiz um 4,7% auf 3,9 Millionen zu. Einen Anstieg um immerhin 2,8% auf 10,0 Millionen verzeichneten die Übernachtungen von Gästen aus den Niederlanden. Wie schon in den vergangenen Jahren, weist diese Gästegruppe auch 2009 die mit Abstand meisten Übernachtungen ausländischer Gäste auf. Ihr Anteil beträgt 18,2% an den Übernachtungen aller ausländischen Gäste.

Der prozentual höchste Anstieg bei den Übernachtungszahlen 2009 geht auf das Konto der israelischen Gäste. Hier stieg die Zahl um 8,9% auf 416 000 Übernachtungen.

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