Und die einzige Leitkultur, die wir allen Menschen in Deutschland abverlangen müssen, steht in den ersten 20 Artikeln des Grundgesetzes. Sigmar Gabriel (SPD-Chef) dpa, 7. Oktober 2010

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Younes Ouaqasse

“Ich mache Politik so wie ich bin und nicht wie ich aussehe”

Ein bekennender Muslim führt die christlich-konservative Jugend in Deutschland an. Was auf dem ersten Blick wie ein Widerspruch klingt, ist seit zwei Jahren Realität. Im Gespräch mit MiGAZIN erzählt der Vorsitzende der Schüler Union Younes Ouaqasse, warum er darin keinen Widerspruch sieht, wie sich das deutsche Bildungssystem bewährt hat und wieso es keinen Islamunterricht in Deutschland geben sollte.

MiGAZIN: Herr Ouaqasse, Sie sind Vorsitzender der Schüler Union, die Schülerorganisation der CDU und haben marokkanische Wurzeln. Können Sie uns etwas zu ihrem bisherigen Lebensweg erzählen?

Younes Ouaqasse: Wie Sie sagten, habe ich marokkanische Wurzeln, ich bin ein Deutsch Europäer mit marokkanischen Wurzeln. Ich bin in Mannheim geboren und als ich vier Jahre jung war, haben sich meine Eltern getrennt. Ich bin dann für vier Jahre nach Marokko zusammen mit meinem Vater und meinem Bruder gegangen. Dort bin ich bei meinen Großeltern aufgewachsen. Dann kam ich wieder nach Deutschland zu meiner Mutter zurück und seitdem lebe ich hier in Deutschland.

MiGAZIN: Inwiefern hat die Zeit damals in Marokko Sie und Ihr heutiges Leben geprägt?

Ouaqasse: Ja, die Zeit hat mich sehr geprägt. Zum einen bin ich ja bei meinen Großeltern aufgewachsen und seitdem liebe ich auch alle Großmütter dieser Welt (lacht). Es war eine prägende Zeit! Ich bin in einer Großfamilie aufgewachsen mit meinen Onkeln, mit vielen Cousinen und Cousins, mit meinem Bruder und meine Kindheit war eine schöne Zeit, an die ich mich gerne erinnere.

„Als gläubiger Muslim ist es sehr schön, dass man Politik auf religiösem Fundament gestalten kann.“

MiGAZIN: Und Sie haben alle unter einem Dach gelebt?

Ouaqasse: Ja genau, alle unter einem Dach.

MiGAZIN: Sie sind Moslem. Praktizieren Sie Ihren Glauben?

Ouaqasse: Ja, ich bin Muslim, kann zwei Gebete aus dem Koran auswendig. Die sage ich auch immer wieder auf und würde mich selber auch als religiös bezeichnen.

MiGAZIN: Sie entschieden sich damals für einen Eintritt in die Schüler Union. Warum gerade die Schüler Union bzw. CDU?

Ouaqasse: Weil die CDU für mich als Muslim sympathisch war. Die CDU baut ihre Politik auf einem religiösen Fundament auf. Als gläubiger Muslim ist es sehr schön, dass man Politik auf religiösem Fundament gestalten kann. Ich habe mich damals auch über die SPD, FDP und auch die Grünen informiert, aber das waren Parteien, die mich nicht interessiert haben, weil sie bestimmte Werte nicht vertreten haben. Als aufgeklärter Muslim weiß ich nämlich auch, dass der Islam die jüngste Religion ist und, dass der Islam auf dem Judentum und Christentum aufbaut und die Zehn Gebote, die in der Bibel sind, findet man heute im Koran wieder.

MiGAZIN: Das waren damals Ihre Beweggründe in die CDU einzutreten. Als Vorsitzender der Schüler Union, wie versuchen Sie heute junge Menschen dazu sich politisch zu engagieren?

Ouaqasse: Wenn man junge Leute darauf aufmerksam macht, dass es heute um die Zukunft geht, wenn man jungen Leuten auch klar macht, dass die Politik von heute entscheidet, ob sie mitreden können, ist es glaube ich schon ein Argument dafür, dass man sich engagiert. Die Junge Union hat 130.000 Mitglieder. Sie ist die größte Jugendorganisation in ganz Europa. Die Schüler Union hat 10.500 Mitglieder. Wir sind die größte Schülerorganisation Deutschlands. Insofern ist schon Interesse da. Es ist nicht verwunderlich, dass sich nicht jeder einzelne Jugendliche und Schüler für Politik interessiert: ich interessiere mich genau so wenig für Computerspiele.

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4 Kommentare
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  1. Boli sagt:

    Ich würde mal sagen ….. der Typ hat einen ziemlichen Durchblick.

  2. Jens sagt:

    Interessant, das nenne ich Toleranz, da könnten sich manche Deutsche noch eine Scheibe abschneiden.

  3. Bah sagt:

    Die Ansichten dieses Typen sind unglaublich! Blos weg mit dem! Ich hoffe, dass der niemals ein Amt im öffentlichen Leben erhält. Ein Moslem der sage und schreibe zwei Gebete aus dem Koran kennt und die immer wieder wiederholt will mir etwas über Muslime sagen! Noch nicht einmal beten kann der und bezeichnet sich als konservativ! Er verherrlicht die Hauptschule und das dreigliedriege Schulsystem. Der Typ ist soetwas von unsympatisch…weg, weg, weg aus dem Blickfeld!

  4. sousou sagt:

    bravo youness



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