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Migration und Integration in Deutschland

Gedenken an Holocaust Teil unserer gemeinsamen Leitkultur.

Armin Laschet, Nordrhein-Westfälischer Integrationsminister, MiGAZIN, 28. Januar 2010

Türkische Presse Europa

24.02.2010 – Faruk Celik, Moscheebau, Islamfeindlichkeit, Laschet

Die Europaausgaben der türkischen Zeitungen räumen in ihren Mittwochausgaben dem Deutschlandbesuch des türkischen Ministers für Auslandstürken, Faruk Celik, breiten Raum ein. Weitere Themen sind Versäumnisse in der Integrationspolitik, Hass gegenüber Muslimen, die gescheiterten Moscheebaupläne in München u.v.m.

Hass und Missachtung gegen Muslime
Die ZAMAN veröffentlicht ein Kommentar vom stellvertretenden Generalsekretär der IGMG, Mustafa Yeneroglu, Zum Beitrag von Prof. Dr. Josef Isensee in der FAZ. Yeneroglu kritisiert, dass der renommierte Staatsrechtler gegen Muslime hetzt, damit der weiteren Polarisierung Vorschub leistet und letzten Endes eine rassistische Sprache verwendet.

„Das wiederholte Beschwören der christlichen Prägung der Kultur, als ob diese jemals von einem Muslim in Deutschland beanstandet worden wäre, dient nur der Fortführung des hegemonialen Diskurses gegenüber den Muslimen, so wie es auch die Sicherheitsbehörden regelmäßig pflegen“, schreibt Yeneroglu und führt weiter aus, dass die Befürchtung um eine Selbstpreisgabe deutscher Identität Komplexen entspricht, mit denen Muslime wahrlich nichts zu tun haben. „Muslime werden jedoch als Projektionsfläche genutzt“, so Yeneroglu, „weil man sich bewusst ist, dass man nicht ungesühnt und so angenehm über andere Minderheiten herziehen kann.“

„Wer meint, dass die Sprache von Isensee nicht rassistisch ist, der soll einfach die Begriffe Islam und Muslime in seinen oben zitierten Äußerungen mit anderen Begriffen wie Christentum/Christen bzw. Judentum/Juden ersetzen und anschließend den Text nochmal lesen“, regt Yeneroglu an. Spätestens dann werde er nämlich erkennen, „dass Hasspredigten nicht muslimischen Imamen vorbehalten sind, wie es in den Medien regelmäßig dargestellt wird.“

Jugendamtskandal: „Gibt mir mein Kind wieder“
Die HÜRRIYET berichtet von einem Pflegefall in Bielefeld. Das Jugendamt habe einer türkischen Familie ihr Kind weggenommen. Zur Begründung habe es geheißen, dass nach der Scheidung die Psyche des 4-jährigen Kindes gestört sei. Das habe der Arzt nicht bestätigt, so der Vater. Das Familiengericht in Bielefeld habe seine Klage abgewiesen. Er werde die Angelegenheit aber bis zum Europäischen Gerichtshof verfolgen.

Laschet räumt Versäumnisse in der Integrationspolitik ein
Auf einer Veranstaltung der Türkisch-Deutschen Unternehmervereinigung Berlin-Brandenburg bezeichnete der NRW-Integrationsminister, Armin Laschet, die Migrantenkinder aus der dritten Generation als „unsere Kinder“. Sie seien keine Migranten, zitiert ihn die SABAH. Laschet räumte aber auch Versäumnisse in der Integrationspolitik ein, berichtet die HÜRRIYET. „Wir haben der Integration leider jahrelang keine Bedeutung beigemessen“, sagte Laschet. Dabei habe der frühere Ministerpräsident von NRW Heinz Kühn bereits 1969 in seinem Memorandum detailliert dargelegt, welche Schritte für die Integration notwendig sind. Spätentens dort hätte die deutsche Politik ansetzten müssen, beklagt Laschet.

Ähnlich äußerte sich auch Berlins Integrationsbeauftragter Günter Piening. „Eine wachsende Zahl von Muslimen fühlt sich in Deutschland ins Abseits gestellt, egal wie viele Integrationsanstrengungen sie unternehmen“, zitiert ihn die SABAH. Hier zeigen sich nach Piening die Folgen einer viel zu spät erfolgten Anerkennungspolitik in Deutschland. Vielerorts sei werde die Integrationspolitik auch nicht aufrichtig geführt, glaubt Piening.

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3 Kommentare
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  1. Kapadokya sagt:

    Also ich habe mir die Stellungnahme von Milli Görüs mal durchgelesen. Die Jungs haben gar nicht mal Unrecht. Trotzdem besuche ich aber lieber eine Ditib Moschee und nicht Milli Görüs obwohl die bessere Arbeit machen, Jugendliche besser Fördern, Nachhilfe für Kinder anbieten und Sprachkurse für Mütter etc.. Wieso? Milli Görüs muss sich endlich von Erbakan trennen. Ich merke, wenn ich manchmal zu Milli görüs gehe, dass die Menschen dort gespalten sind. Einige mögen Erbakan, einige nicht. Die wissen also selbst nicht, wo sie stehen. Und so lange das so bleibt, werde ich keien Milli Görüs Moschee besuchen, da Erbakan […] Zeug redet und Vorurteile verbreitet. Ich denke, das Milli Görüs deswegen so viele Probleme in Deutschland hat.

  2. aku sagt:

    vielleicht möchten die nicht, dass die erbakan anhänger vergrault werden

  3. Kapadokya sagt:

    Mag sein, aber dafür verlieren die mich und wahrscheinlich so viele andere Jugendliche mit.



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