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Türkische Presse Türkei

22.02.2010 – Davutoglu, Spanien, Zypern, EU

Außenminister Ahmet Davutoglu trifft in Madrid seinem Amtskollegen Miguel Angel Moratinos. Auf dem Treffen wurden das iranische Atomprogramm, die Vermittlerrolle der Türkei, der EU-Verhandlungsprozess und die Zypern-Frage erörtert. Des Weiteren gab Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, der vor seiner Spanien-Reise eine Erklärung bezüglich der Justizreform ab.

Presseschau der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World)

Spanien wird die Einreise für Türken erleichtern
Zaman titelt in der heutigen Ausgabe mit der Schlagzeile „Spanien wird die Einreise für Türken erleichtern“ und schreibt über die Entwicklungen während des Spanien-Besuchs von Außenminister Ahmet Davutoglu. Laut Zeitung kam Davutoglu auf dem 2. intergouvermentalen Gipfeltreffen zwischen der Türkei und Spanien in Madrid mit seinem Amtskollegen Miguel Angel Moratinos zusammen. Dem Blatt zufolge und Bezug nehmend auf diplomatische Quellen, wurde von der spanischen Seite beschlossen, Schritte einzuleiten, die die Visumserteilung für Geschäftsleute, Akademiker und Künstler erleichtern soll.

Bei dem Treffen erörterten die beiden Außenminister vor allem die diplomatischen Bemühungen bezüglich des iranischen Atomprogramms und in diesem Zusammenhang die Ergebnisse des jüngsten Teheran-Besuchs von Davutoglu. Außerdem standen im Mittelpunkt der Gespräche der Türkei- EU-Prozess sowie die Öffnung neuer Kapitel und das Zypernproblem.

Aufruf an die ETA
Haber Türk bringt die Schlagzeile „Aufruf an die ETA“ und berichtet, dass die Batasuna-Partei, die ETA des Friedens willen dazu aufrief, die Waffen niederzulegen. Die ETA kämpft seit nunmehr 40 Jahren gegen das spanische Militär für die Unabhängigkeit des Baskenlandes. Der Zeitungsmeldung zufolge habe der Parteiführer der verbotenen Batasuna-Partei, Rufi Etxberria in einem Interview mit der baskischen Zeitung Berria, die ETA dazu aufgefordert, den Angriffen ein Ende zu setzen. Der Aufruf Etxeberrias wird verstanden als ein heimlicher Konflikt, der zwischen der ETA-nahen Batasuna-Partei und der terroristischen Organisation ans Tageslicht kam.

Politischen Entwicklungen in der Ukraine
Yeni Safak schreibt über die politischen Entwicklungen in der Ukraine. Dem Zeitungsbericht zufolge, stünden nach dem Sieg der Präsidentenwahl von Viktor Yanukovic, die drei Namen für das Ministerpräsidentenamt fest, nachdem die ehemalige Ministerpräsidentin Yulia Timuschenko ihren Stuhl räumte. Demnach werden Sergey Tigipko, Arseniy Yatsenyuk Nikolay Azarov um das Amt des Ministerpräsidenten ins Rennen gehen. Weiter heißt es in der Zeitungsmeldung, dass der Vorsitzende der Partei „Starke Ukraine“ Sergey Tigipko bei der Präsidentenwahl am 17. Januar in der ersten Wahlrunde mit 13 Prozent auf dem dritten Platz landete.

Überschwemmungskatastrophe in Portugal
Cumhuriyet titelt mit der Schlagzeile „Überschwemmungskatastrophe in Portugal“ und schreibt, dass heftige Regenfälle auf der portugiesischen Insel Madeira im Atlantik zu Überschwemmungen und Erdrutschen geführt haben. Die Katastrophe hätte 42 Menschenleben gefordert. Der Zeitungsnachricht zufolge wurden mehr als 120 Menschen verletzt und mindestens 250 weitere obdachlos. Häuser wurden unter den Schlammmassen begraben und Autos durch die Wassermassen mitgerissen. Die Suche nach Verschütteten werde ununterbrochen fortgesetzt, heißt es weiter.

Tötung des Hamas-Führers Mahmud al-Mabhuh
Das Blatt Milliyet schreibt unter Berufung auf die englische Zeitung Sunday Times, dass im Zusammenhang mit der Tötung des Hamas-Führers Mahmud al-Mabhuh, der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dem israelischen Geheimdienst Mossad die Erlaubnis erteilt hätte.

Hinweis: Die “Türkische Presse Türkei” (Türkeiausgaben türkischer Tageszeitungen) wird von der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World) zur Verfügung gestellt und von der MiGAZIN-Redaktion unverändert übernommen.

Presseschau der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara

Erdogan: „Wir sollten Zusammenwirken“
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, der vor seiner Spanien-Reise eine Erklärung bezüglich der Justizreform abgab, wies darauf hin, dass sie, falls die Opposition eine Zusammenarbeit akzeptiere, bereit seien die notwendigen Schritte für eine Justizreform in kürzester Zeit zu durchziehen. Erdogan sagte: „Wir wollen die Erwartungen des Volkes in diesem Bereich erfüllen und hoffen, dass die Parteien positiv auf eine Zusammenarbeit reagieren und beitragen. Wir könnten sogar eine Volksabstimmung zum Thema durchführen. Wichtig ist, dass wir einen Konsens erreichen.“ (Türkiye-Milliyet)

Erdogan in Spanien
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan reiste -in Begleitung von neun Ministern- zur Teilnahme an dem zweitägigen intergouvernementalen Gipfeltreffen zwischen der Türkei und Spanien nach Madrid. Die türkische Delegation weist ein umfassendes Programm für die Spanien-Reise auf. Auf der Tagesordnung der Spanien-Reise liegen vor allem die Themen EU und Zypern. Spanien ist eines der EU Länder, das der Türkei offen eine Unterstützung für den EU-Beitritt zusagt. Darum liegt die Priorität Ankaras während der spanischen Ratspräsidentschaft bei Öffnungen mehrerer EU-Kapitel. Die Beziehung beider Länder hat sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt und die Co-Präsidentschaft des UN-Projekts „Allianz der Zivilisationen“ steht unter der Leitung der Türkei und Spanien. Ministerpräsident Erdogan wird während seiner Reise auch die Städte Sevilla und Cordoba besuchen und von der NODO-Stiftung den „Interkulturellen Sevilla NODO-Preis“ für seinen Beitrag zur Gewährleistung des internationalen Friedens und Sicherheit entgegennehmen. (Hürriyet-Türkiye-Milliyet)

Davutoglu-Moratinos treffen
Außenminister Ahmet Davutoglu, der sich zur Teilnahme an dem zweitägigen intergouvernementalen Gipfeltreffen zwischen der Türkei und Spanien in Madrid befindet, kam mit seinem spanischen Amtskollegen Miguel Angel Moratinos zusammen. Auf dem Treffen unter vier Augen wurden hauptsächlich das iranische Atomprogramm, die Vermittlerrolle der Türkei, der EU-Verhandlungsprozess der Türkei und die Zypern-Frage erörtert, hieß es. Davutoglu wies nach dem Treffen darauf hin, die türkisch-spanischen Beziehungen erleben ihre ‚Goldene Zeiten’. Moratinos seinerseits sagte sie seien für die absolute EU-Vollmitgliedschaft der Türkei. (AA)

Gemeinsame Zusammenarbeit mit dem Kultur Ministerium für die EU
Nach einer Konferenz bezüglich der Kommunikationsstrategien zum Thema EU-Beitritt (ABIS) erklärte Staatsminister und Chefunterhändler Egemen Bagis, dass sein Ministerium und das Ministerium für Kultur und Tourismus der Republik Türkei einen prinzipiellen gemeinsamen Beschluss gefasst haben, wonach beide Ministerien für öftere Hervorhebungen voraussichtlicher Mitteilungen der Türkei an die EU anstreben werden. (Türkiye)

Assad: „Türkische Unternehmer sollen sich gezielt an mich wenden“
Der Präsident des Dachverbandes der türkischen Börsen und Kammern (TOBB) Rifat Hisarciklioglu wurde von dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad empfangen. Bei dem Empfang verlangte Assad, dass türkische Investoren bei möglichen Problemen aller Art sich an ihn persönlich melden sollen. Assad äußerte sich zufrieden mit türkischen Investitionen in Syrien und meinte: „Probleme aller Art, egal was auch immer, lasst es mich wissen. Das Problem lösen wir! Verfangt euch nicht in der Bürokratie!“ (Hürriyet)

Bal gewinnt den Goldenen Bären
Mit dem Film Honig (Bal) gewinnt Regisseur Semih Kaplanoglu erstmals seit 46 Jahren wieder den Goldenen Bären der Berlinale für die Türkei. In seinem Werk erzählt Kaplanoglu von einer Kindheit in einer von Zerstörung bedrohten Natur im ländlichen Anatolien. (Milliyet)

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