MiGAZIN

Das Fachmagazin für Migration und Integration in Deutschland

Anzeige

Es wird selbstverständlich sein, dass jemand Mehmet heißt und nicht Hans – wir halten das aus.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Deutsche Presse-Agentur (18.01.2013)

Ausländerzentralregister

Rund 50.000 Asylberechtigte in Deutschland

In Deutschland haben Ende vergangenen Jahres mehr als 50.000 asylberechtigte Menschen gelebt. Zum Stichtag 31. Dezember 2009 seien im Ausländerzentralregister (AZR) 51.506 Personen mit einer Asylberechtigung erfasst gewesen, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (17/642) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion.

Die drei Hauptherkunftsländer waren demnach die Türkei mit 20.902 Asylberechtigten, der Iran mit 6.879 Betroffenen und Afghanistan mit 3.408 Personen. Insgesamt 34.460 Menschen waren laut Vorlage Ende 2009 im AZR erfasst, denen eine Aufenthaltsgestattung als Asylsuchende erteilt wurde. Hauptherkunftsland war dabei der Irak mit 6.722 Fällen, gefolgt von Afghanistan mit 3.579 Fällen und der Türkei mit 2.377 Fällen.

Die Zahl der zum Jahreswechsel registrierten Menschen mit Flüchtlingsschutz betrug den Angaben zufolge 67.585. Hauptherkunftsland war in diesen Fällen der Irak mit 31.978 Personen vor der Türkei mit 9.049 und dem Iran mit 5.119.

Abschiebungsverbot, Altfallregelung, Kontingentflüchtlinge
Wie es in der Antwort weiter heißt, waren zu dem Stichtag 24.839 Menschen mit einem Aufenthaltstitel erfasst, die aufgrund bestimmter Abschiebungsverbote erteilt werden. Hauptherkunftsländer waren hier laut Bundesregierung Afghanistan mit 7.294 Fällen sowie die Türkei mit 1.803 Fällen und der Irak mit 1.084 Fällen.

Der Vorlage zufolge waren im AZR Ende 2009 insgesamt 21.432 Ausländer mit einer Aufenthaltserlaubnis aufgrund der gesetzlichen Altfallregelung registriert. Die Zahl der zum Stichtag erfassten Personen mit einer Duldung gibt die Bundesregierung mit 89.498 an.

Auf die Frage nach der Zahl sogenannter jüdischer Kontingentflüchtlinge schreibt die Bundesregierung zudem, dass nach dem Stand Ende vergangenen Jahres 203.215 Antragsteller einschließlich ihrer Familienangehörigen ”im geordneten Verfahren nach Deutschland eingereist“ seien. Hinzu kämen 8.535 Menschen, die vor Beginn beziehungsweise außerhalb des geordneten Verfahrens bis zum Stichtag 10. November 1991 eingereist seien. ”Insgesamt sind damit 211.750 jüdische Zuwanderer mit ihren Familienangehörigen aus der ehemaligen Sowjetunion beziehungsweise ihren Nachfolgestaaten eingereist“, bilanziert die Regierung.

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:

15 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. Johanna sagt:

    Wie kommt es, dass Türken in dieser Anzahl in Deutschland als Asylbewerber auftauchen?

  2. Werner sagt:

    Johanna, kleine Korrektur: es sind Asylberechtigte! Keine Bewerber!! Auf jeden Berechtigten kommen wohl noch etwa 100 Bewerber, deren Asylantrag nach jahrelangem Verfahren abschlägig beschieden wird. Nur ein kleiner Bruchteil dieser Menschen verläßt dann wieder Deutschland. Aber selbst wenn mal von der Hälfte ausgehen. Dann würden ca. 1000000 Menschen aus der Türkei nach Deutschland über ein Asylverfahren „eingewandert“ sein!

    Was wohl die berechtigten Asylgründe für Menschen aus der Türkei sind? Z.B. Kurden, die sich politisch für die berechtigten Interessen in der Türkei eingesetzt haben und deshalb Verfolgung erleiden mußten. Oder andere Menschen, die Minderheitengruppen angehören.

    Bei uns gibt es (wenig!!) Diskrimierung. In der Türkei gibt es Verfolgung!

    Aber nochmal: bitte Asylbewerber und Asylberechtigte auseinanderhalten. Erstere sind oft „Fake“, wie das auf Neudeutsch heißt. Die wenigen Asylberechtigten haben oft schlimme Verfolgung erlebt.

  3. Klose sagt:

    Hallo, wenn ich das richtig verstehe, sind also viele Türken hier de facto Asylanten? Kann ich mir kaum vorstellen. Das kann doch nicht sein, dass wir Flüchtlinge unseres zukünftigen EU-Partners hier bei uns haben…! Asylanten kommen normalerweise aus Drittwelt-Staaten. Und falls es so sein sollte: dann sollte Ankara schleunigst etwas dagegen unternehmen.

  4. Boli sagt:

    waren demnach die Türkei mit 20.902 Asylberechtigten

    Es ist ein Witz das die Türkei überhaupt noch als Land aus dem „Asylanten“ kommen geführt wird.

    Und falls es so sein sollte: dann sollte Ankara schleunigst etwas dagegen unternehmen.

    Wenn das stimmt sollten jegliche Gespräche mit der Türkei über EU Beitritt sofort eingestellt werden. Eine Schande sowas!!

  5. MiGFan sagt:

    Ich würde vorschlagen, Folgendes zu lesen, bevor die Diskussion vollends in die Oberflächlichkeit abdriftet: http://www.bmi.bund.de/cln_174/sid_F5023ED970052D9024C3AB1B3BC76F6A/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2010/01/asylzahlen_Dezember2009.html?nn=109632

    Grundsätzlich gebe ich Ihnen Recht, Boli und Klose, wenn Sie Asylanträge aus einem EU-Kandidaten für einen Witz halten.

    Im Falle der Türkei sollte jedoch berücksichtigt werden, dass das Land seit Jahrzehnten ein Terrorproblem mit der PKK hat mit mehreren zehntausend – auch zivilen – Todesopfern, die sicherlich nicht deswegen umgekommen sind, weil manche „sich politisch für die berechtigten Interessen in der Türkei eingesetzt haben“, Werner. So eine Todesursache wäre mir jedenfalls neu. Also, immer schön ausgewogen bleiben, wenn man schon so tut, als würde man Fragen anderer beantworten und etwas wissen.

    Ich möchte mir die Verfolgung bzw. Paranoia in Deutschland – und insbesondere bei Ihnen – nicht vorstellen, wenn wir auch nur den Bruchteil der Opfer in Deutschland zu beklagen hätten. Bereits der Präventivgedanke bzw. ein Paar vereitelte Anschläge haben Deutschland ja bereits an den Rand der freiheitlich demokratischen Grundordnung geführt. Und an einen deutschen Innenminister, der Folter im Kampf gegen den Terror für legitim erachtet hatte, kann ich mich auch noch gut erinnern.

    Die meisten Flüchtlinge aus der Türkei sind in dem oben ausgeführten Terror-Zusammenhang nach Deutschland gekommen – früher mehr wie heute. Erinnern Sie sich noch an Demos von PKK-Aktivisten auf deutschen Straßen Ende 80er Anfang 90er? Und wissen Sie, ab wann die PKK in Deutschland offiziell als Terrororganisation eingestuft wurde? Da passt einiges zeitlich zusammen, Werner – Sie werden staunen, wie schnell Deutschland die Terror-Keule rausholt.

    Schaut man sich die Zahl derer an, deren Asylanträge im Jahr 2009 nicht zurückgewiesen wurden, erkennt man, das tatsächliche Ausmaß heute. No Panik, also! Nach der jüngsten Öffnung der Türkei gen Osten bleibt noch zu hoffen, dass sich die Situation zu Gunsten aller Betroffenen weiter bessert.

  6. Klose sagt:

    Mal dumm gefragt, sind die Kurden nicht von staatswegen her massiv unterdrückt worden? Hat sich nicht auch deshalb die PKK so lange halten können, weil die Kurden sie als Repräsentanten im Krieg gegen den Bruder sieht? Ein Land, welches systematisch Minderheiten unterdrückt, gehört ebensowenig in die EU wie ein Land, aus dem Deutschland Asylanten aufnehmen muss. Falls ich mich irre, und diese Unterdrückungen nie stattgefunden haben (da durch deutsche Medien falsch informiert bzw. durch kurdische Interessenverbände hochgeputscht), bitte ich Sie, mich aufzuklären!

  7. Werner sagt:

    MiG-Fan,

    mir ist nach Ihrem Beitrag nicht ganz klar: was kritisieren Sie jetzt: die Verfolgung in der Türkei oder die Asylpraxis in Deutschland? Was ist aus Ihrer Sicht schlimmer, die Hunderttausende Fake-Asylanten? Oder die 20000 Asylberechtigten aus der Türkei?

    Waren sie für oder gegen die Schließung der Partei DTP?

    Wie soll sich denn die Situation in der Türkei bessern? Wollen Sie die Kurden nach Irak abschieben? Oder erwarten Sie die demokratische Öffnung der Türkei?

  8. Ekrem Senol sagt:

    Lieber Klose,

    ich würde im Zusammehang mit der PKK nicht von den Kurden reden. Das wird weder den Kurden noch der Sache gerecht und ist alles andere als eine solide Grundlage, auf der man diskutieren kann.

    Liebe Grüße

  9. MiGFan sagt:

    Es ist bezeichnend für Ihre Art zu diskutieren, dass Sie mich fragen, was ich jetzt kritisiere. Aber noch bezeichnender ist ja ihre Auflistung und Ihr Überlesen fast aller meiner Punkte.

    Nein, keines dieser Punkte habe ich in erster Linie kritisert. Und ich lasse mir nicht von Ihnen irgendeine Diskussion aufdrängen, die angesichts meiner Ausführungen allenfalls und wenn überhaupt Nebenschauplätze sind.

    Ich habe vor allem kritisert – und das wissen Sie ganz gut, dass sie von „politischem einsetzen“ reden – ungeachtet der ca. 30.000 Todesopfer im Zusammenhang mit dem Krieg gegen die PKK. Schämen sollten Sie sich in Grund und Boden.

    Todesursache: politisches Einsetzen. Ungeheuerlich! Ach, wieso schreibe ich Ihnen überhaupt noch. Diskutieren kann man mit Ihnen eh nicht. Aber schreiben können Sie wie Weltmeister. Aber das lernt man ja auch schon in der Grundschule.

  10. Werner sagt:

    Ach Mig-Fan,

    sie haben doch den Nebenschauplatz aufgemacht! Man darf halt bei einem türkischen Nationalisten nicht die Worte Kurde und asylberechtigt in einem Satz erwähnen. Dann dreht er durch.

    Ihre Antwort läßt nur folgenden Schluß zu: sie stören sich mehr an den 20000 Asylberechtigten als an den Millionen (?) Fake-Asylanten!! Für sie sind die 20000 ja alle PKK-Sympathisanten, die 30000 Tote auf dem Gewissen haben.

    Bei mir ist es umgekehrt: ich störe mich an den Millionen Fake-Asylanten. Ich hatte das bereits geschrieben: man sollte das Asyl abschaffen. Dann könnte man auch mehr für die vielen Menschen „ohne Papiere“ und ohne Aufenthaltsstatus tun.


Seite 1/212»

Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...