Die Mär vom
Spieglein, Spieglein an der Wand…
Ekrem Senol | 5. Februar 2010 | Kommentar Seite 1 2 - Alle Seiten | Drucken | Weiterempfehlen |Anlässlich der Feierlichkeiten zur Gründung des Ministeriums für Auslandstürken in der Türkei sprach der Türkische Premier Recep Tayyip Erdogan vor zahlreichen Vertretern türkischer Minderheiten und Moscheevertretern aus dem Ausland.
Erdogan hob die Bedeutung des Ministeriums für die Auslandstürken hervor und definierte klare Ziele für den Beauftragten: „Was ist der Kern oder die Gemeinsamkeit all der verschiedenen Gruppen, die hier anwesend sind? Ich würde sagen: das Bekenntnis zur eigenen kulturellen Identität. Das vereint Sie, verbindet Sie und das lässt Sie trotz unterschiedlicher Lebenssituationen auch immer wieder zusammenfinden und dem Beauftragten sagen, worum es eigentlich in der Ausführung dieser Aufgabe geht. Ich glaube, es ist auch richtig und wichtig, dass wir uns immer wieder vergegenwärtigen, dass es ein ureigenes und auch ein ganz natürliches Bedürfnis ist, die eigene Sprache zu sprechen und die eigenen Traditionen, Sitten und Bräuche zu leben und zu beleben. Genau das soll auch in der Zukunft weitergeführt werden.“
In seiner Rede ging Erdogan auch auf Probleme mit Staaten ein, die sich eine Einmischung der türkischen Regierung nicht wünschen. „Das ist nicht immer einfach gewesen; da gab es dicke Bretter zu bohren. Das wird in gewisser Weise auch so bleiben. Es gab eine Menge Skepsis gegenüber unserer Unterstützung. Wir haben immer versucht, dieses Misstrauen abzubauen, allerdings mit einem klaren Kompass, nämlich dass es unser Recht und unsere Pflicht ist, diese Minderheiten auch außerhalb der Türkei zu unterstützen.“
Im weiteren Verlauf seiner Rede zitierte Erdogan den türkischen Innenminister Besir Atalay: „Die Qualität einer freiheitlichen Gesellschaft bewährt sich nicht zuletzt darin, wie mit Minderheiten umgegangen wird und wie sich Minderheiten in einer Gesellschaft fühlen.“ Dabei legte Erdogan auf dieses „Fühlen“ ausdrücklich Wert: „Es kann ja sein – das ist auch im Gespräch mit den Titularnationen immer wieder möglich –, dass die meisten finden, alles sei in Ordnung, nur die, um die es geht, fühlen das nicht. Deshalb will ich ausdrücklich sagen: Es geht darum, dass sie sich gut fühlen, und nicht, dass wir oder dass andere Länder glauben, sie täten schon alles, was notwendig ist. Das ist die Grundlage des Gesprächs.“
Faruk Celik, Beauftragter für Auslandstürken, hingegen machte auf die Notwendigkeit von türkischen Schulen im Ausland aufmerksam: „Im Zuge einer so verstandenen Hilfenpolitik kommt der Sprachförderung und der Förderung eines türkischen Schulwesens, das an die Bedürfnisse der türkischen Minderheit anknüpft, eine zentrale Bedeutung zu.“
Eine klare Ansage
Viel Stoff für kontroverse Diskussionen. Erdogan gibt unmissverständlich vor, dass sie die Minderheiten außerhalb der Türkei dabei unterstützen werden, ihre kulturelle Identität, ihre Sprache, Traditionen, Sitten und Bräuche zu erhalten – zur Not auch gegen den Willen der Titularnationen. Denn entscheidend sei, wie sich die Türken im Ausland fühlten. Sich dafür einzusetzen sei das Recht und die Pflicht der Türkei. Der türkische Beauftragte hingegen scheint die Debatte um türkische Schulen in Deutschland erneut entflammen zu wollen. Insgesamt eine klare Ansage an alle Staaten, in denen türkische Minderheiten leben.
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Es ist doch zumindest für uns Deutschtürken wichtig zu sehen, dass
sowohl Deutschland als auch die Türkei daran interessiert sind etwas zu tun.
Wettbewerb belebt den Markt.
Will die Türkei vielleicht die Rückkehr der Deutschtürken vorbereiten oder wollen Sie
das Vertrauen wieder aufbauen, damit stärker Investitionen in der TR getätigt werden?
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Oh-oh, das wird nicht besonders gut ankommen in Deutschland.
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Den Beitrag sollte man wirklich, wirklich, wirklich bis zum Ende lesen
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Dieser Artikel ist wunderbar gelungen; er stellt auf so einfache, spielerische und gleichzeitig sehr intelligente Art und Weise die Inkonsistenzen sowie verwendeten Doppelstandards der deutschen Politik in Bezug auf ihre eigenen – neuen – Minderheiten und den deutschen Minderheiten ausserhalb der BRD dar. Gäbe es einen Preis für “beste Artikel”, dann würde ich diesen auf jeden Fall mit einem belohnen.
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Danke für die Blumen!
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ein pi-leser (eurabier nennt er sich charmant) kommentiert diesen artikel wie folgt: “Da können wir IntegrationsbeauftragtInnen einstellen bis zum Abwinken, das neugegründete türkische Kolonialisierungsministerium sieht das aber anders, ein eigener Thread sollte das Theman behandeln:”
herrlich! wer zu ende lies, ist klar im vorteil
ein eigener thread zum thema wird es bei pi aber nicht geben, lieber eurabier.
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Seit Erscheinen dieses Kommentars frage ich mich, wo die ganzen Geister hin sind, die sich bei jeder bietenden Gelegenheit über die unmögliche türkische Einmischung beschweren. Wo seid ihr? Lasset uns diskutieren!
Danke, Herr Senol! Besser hätte man es nicht machen können.
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Selbst Trolle sind da stumm
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Sie kommen noch, sicherlich! Die Frage ist nur, ob dies dann zu einer sachlichen Diskussion führt. Meine Vermutung ist eher die, dass es nicht der Fall sein wird. Ich hoffe, dass ich mich irre!
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Die Erfahrung zeigt in der Tat, dass die meisten Leser dann kommentieren, wenn sie etwas auszusetzen bzw. zu kritisieren haben. Einsicht zeigt man – sofern man es überhaupt hat – nicht offen.
Danke auch Ihnen für die Blumen
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Ich kann, offensichtlich als einer der Wenigen, dem Tenor des Artikels nicht zustimmen. Die türkischstämmige Bevölkerung in Deutschland und die Integration derselben brauchen vieles, aber ganz sicher keine zusätzlichen Störfeuer aus Ankara.
Eine Balkanisierung, also dauerhafte ethnische und damit ethische Zersplitterung Deutschlands kann nicht im Interesse unserer Integrationspolitik sein. Assimilation muss auf lange Sicht das Ziel sein.
Davon ab stechen mir zwei DInge bei diesem betont eindimensionalen (Erdogan wird kritiklos rezipiert, Merkel attackiert) Artikel besonders ins Auge:
„Die Qualität einer freiheitlichen Gesellschaft bewährt sich nicht zuletzt darin, wie mit Minderheiten umgegangen wird und wie sich Minderheiten in einer Gesellschaft fühlen.“
Man lasse sich dieses Bonmot auf der Zunge zergehen! Muss nun künftig von der Türkei als Schurkenstaat gesprochen werden?
„Im Zuge einer so verstandenen Hilfenpolitik kommt der Sprachförderung und der Förderung eines türkischen Schulwesens, das an die Bedürfnisse der türkischen Minderheit anknüpft, eine zentrale Bedeutung zu.“
Da kann man sich als Angehöriger einer oftmals marginalisierten Minderheit (in meinem Falle: Niederländer) nur an den Kopf packen! Ist es Türken unmöglich, ihre Kinder bilingual zu erziehen? Zu den Problemen der türkischen Gemeinschaft in Deutschland gehören ganz sicher nicht mangelhafte Türkischkenntnisse. Umgekehrt wird ein Schuh draus!
Grüße
Bierbaron
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Da hat es wohl jemand nicht verstanden…
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@ Senol
“Die Garantie ihrer [gemeint sind Minderheiten in Deutschland] jeweiligen kulturellen Identität ist uns ein wichtiges Anliegen. So, wie wir mit den Minderheiten umgehen, die bei uns leben, so erwarten wir auch, dass Titularnationen mit den deutschen Minderheiten umgehen.“
Gut gemacht Herr Senol. Dennoch ein kleiner Einwand. Mit Minderheiten meint Merkel wahrscheinlich nur, seit alters her bestehende Minderheiten (Dänen, Sorben), die von Deutschland wirklich hervorragend behandelt werden. Ich bezweifele, dass eingewanderte Minderheiten diesen Sonderrechte bekommen sollen. Deutschland ist ja jetzt Einwanderungsland und da kann nicht jede Migrantengruppe Sonderrechte bekommen – wer sollte dies bezahlen, und es wurde ja auch niemand gezwungen nach Deutschland einzuwandern.
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Man kann die Aussage drehen und wenden wie man will: Angela Merkel meint schließlich auch nicht deutsche Minderheiten im Ausland, die seit alters her in den jeweiligen Ländern leben. Auf der anderen Seite meint sie – bezogen auf Minderheiten im Inland – neben den Dänen und Sorben aber auch Sinti und Roma.
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@ Mehmet
Inwiefern habe ich den Text nicht verstanden? Es wäre konstruktiver wenn du mir sagtest, was ich denn im Konkreten nicht exakt verstanden habe.
@ Ekrem Senol
Deutsche Minderheiten gibt es von Warschau bis nach Sibirien.
Wie Frau Merkel das Wort “Minderheit” nun genau meinte (allgemein oder Minderheit im Sinne des Gesetzes), wird aus dem Migazin-Artikel nicht ersichtlich.
Grüße
Bierbaron
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> Die Erfahrung zeigt in der Tat, dass die meisten Leser dann kommentieren, wenn sie etwas
> auszusetzen bzw. zu kritisieren haben. Einsicht zeigt man – sofern man es überhaupt hat – nicht offen.
Naja, die Erfahrung zeigt auch, Herr Senol, dass Ihre Moderatoren ihr Amt allzugern als Zensoren verstehen! Wenn hier Beiträge willkürlich gelöscht werden, dann verliert man natürlich die Lust! Dazu ist mir meine kostbare Zeit zu schade.
Zum Artikel: ja der Überraschungseffekt ist gelungen. Hier werden aber Äpfel mit Birnen verglichen. Beides Obst mag man einwenden. Aber wie Krause schon schreibt, wird der Begriff Minderheit staatsrechtlich nur auf angestammte Minderheiten angewendet. Gerade die Türkei ist bei diesem Punkt doch sehr pingelig!! Selbst angestammte Minderheiten (Beispiel Kurden) haben es schwer, ihre kulturelle Identität beizubehalten.
Und wollen die Türken bei uns sich allen Ernstes mit den Deutschen in Osteuropa vergleichen? Haben Sie sich mal mit dem Schicksal der Millionen Menschen deutscher Volkszugehörigkeit in der ehemaligen SU beschäftigt?
Ihr Schmunzeln kommt mir sehr zynisch vor!! Was würden sie sagen, wenn ich über das Schicksal der Türken auf dem Balkan “schmunzeln” würde?
So kommen wir doch nicht weiter.
Ändern Sie für den Anfang doch mal den wenig gelungenen Titel “Migration in Germany”. Wir sind doch hier in Deutschland. Außerdem assoziiert der Name eine Binnenmigration, dabei geht es doch wohl um Einwanderer. Besser, wenn auch unter Verlust des Wortspiels, wäre z.B. Immigration nach Deutschland.
Und: Ministerium für Auslandstürken – so was Ähnliches gibt es meines Wissens bereits. Nicht als eigenständiges Ministerium, aber als Abteilung. Wahrscheinlich im Außenministerium. Aber jeder der türkisches Leser möge sich fragen, was denn wohl dieses Ministerium für ihn oder sie gemacht hat.
Das wird nicht viel sein. Auch Herr Erdogans Auftritt in Köln war wohl mehr für die türkische Galerie in der Heimat.
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Nur so viel dazu: Die Moderation hat lediglich die Aufgabe, Kommentare die gegen die Netiquette und Recht (wir legen es lieber eher eng aus) verstoßen oder vom ursprünglichen Thema ausweichen, nicht freizuschalten.
Einerseits ziehen Sie Vergleiche mit Minderheiten in der Türkei, andererseits lehnen Sie eine Vergleichbarkeit von Türken im Ausland mit Deutschen im Ausland aber ab. Das erinnert mich an Aschenputtel: Die Guten ins Töpfchen … Ich habe auf das Band, in der die Rede von Angela Merkel und noch viele weitere Reden drin sind, verlinkt. Sie können sich selbst ein Bild davon machen, welche Deutschen in welchen Ländern gemeint sind. Im Kern geht es doch aber darum, dass Deutschland sich – zu Recht – um die kulturelle Identität von Auslandsdeutschen kümmert und sich dafür zuständig fühlt – egal was die Titularnationen davon halten.
Nein, so ist mein Schmunzeln bitte nicht zu verstehen. Mein Schmunzeln bezieht sich auf das Spiegelbild.
Meines Wissens befindet es sich in der Gründungsphase. Insofern hat es bisher nicht viel getan, da haben Sie Recht. Aber auch unabhängig von diesem Ministerium, hat die Türkei nicht viel unternommen für seine Auslandstürken. Da sind wir einer Meinung. Die Türkei hinkt Deutschland um 22 Jahre hinterher.
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Wer hindert den die Menschen in Deutschland daran, Ihre “kulturelle Identität” zu erhalten? Die Deutschen mußten auch alle “Hochdeutsch” lernen, um Erfolg zu haben und aufzusteigen. Heute geht es sogar noch weiter: Englisch ist angesagt.
Niemand hinderet die Einwanderer daran, abends im Familienkreise türkische Gedichte aufzusagen, oder samstags den Koran auf arabisch zu lesen. Der Aufstieg sieht in Deutschland natürlich anders aus. Aber die Vekehrsprache, die Business-Sprache, die Sprache des Rechts ist eben deutsch. Das ist aber doch keine Erfindung irgendwelcher Rassisten oder Rechtsradikalen. Das ist das Deutschland, in das ihr eingewandert seid.
Ich sehe beim Bemühen der Türkei um ihre Auslandstürken nur das Werben um die Ersparnisse, den unrechtmäßigen Versuch, Einfluß auf die deutsche Politik zu bekommen.
Ankara sollte sich um die Türkei kümmern, wie Berlin um Deutschland. Nur so kann’s gehen. Vielleicht tut Berlin noch immer nicht genug für unsere Anatolier. Es ist auf jeden Fall mehr als die Türkei je getan hat oder tun wird!!
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Mich würde mal interessieren, welche Auslandsdeutschen hier gemeint sind bzw. um welche Siedlungsgebiete es hier hauptsächlich geht. Und geht es um neuere Auslandsdeutsche oder um jahrhunderte alte Aussiedlergebiete?? Das ist meiner Meinung nach schon wichtig zu wissen. Und mich würde interessieren was der Anlass Grund war, diesen Vortrag überhaupt zu halten. Gab es irgendwelche Vorfälle in bestimmten Ländern??
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Hallo Boli,
die Antworten auf Ihre Fragen sind unter http://www.bkge.de/download/1-310_Aussiedlerpolitik.pdf zu finden.
Ich muss gestehen, es überrascht und freut mich zugleich zu sehen, wie Sie hier hinterfragen und differenzieren. Einige Leser könnten sich von Ihnen eine Scheibe abschneiden
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Ich sehe das so: Erdogan kommt sich unheimlich clever vor, dass er Merkels Zitat benutzt hat und wollte ihr “den Spiegel vorhalten”. Zwischen Auslandstürken und Auslandsdeutschen bestehen aber doch im Allgemeinen Unterschiede, so dass es schon wieder nicht passt. Also ist das ganze Ding, genau wie die “Migcomics”, in die Hose gegangen.
Außerdem ist er ja wohl der letzte, der uns vorwerfen kann, wie wir mit Minderheiten umgehen. Deutschland ist das ausländerfreundlichste Land der Welt.
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Welche Unterschiede sind es, die Auslandstürken und Auslandsdeutsche unvergleichbar machen?
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Das darfst du dir selbst überlegen. Ich bin sicher du kommst drauf.
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Ich habe absolut keine Ahnung was Sie meinen. Bitte erläutern. Danke.
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“Ich sehe das so: Erdogan kommt sich unheimlich clever vor, dass er Merkels Zitat benutzt hat und wollte ihr “den Spiegel vorhalten”. Zwischen Auslandstürken und Auslandsdeutschen bestehen aber doch im Allgemeinen Unterschiede, so dass es schon wieder nicht passt. Also ist das ganze Ding, genau wie die “Migcomics”, in die Hose gegangen.
Außerdem ist er ja wohl der letzte, der uns vorwerfen kann, wie wir mit Minderheiten umgehen. Deutschland ist das ausländerfreundlichste Land der Welt.” (SANNE)
Wenn SANNE wirklich dran glaubt, dass Deutschland das ausländerfreundlchste Land der Welt ist, dann möchte ich mir doch Mal die Frage erlauben, weshalb die meisten Kinder und Jugendlichen aufgrund ihres Migrationshintergrundes systematisch benachteiligt und die Chancenungleichheit des deutschen Bildungssytems tagtäglich zu spüren bekommen und weshalb viele Familien sich hier in Deutchland immer noch nicht wie zu Hause fühlen?
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Also nachdem ich das so weit durchgelesen habe kann man sagen das es sich praktisch nur um deutsche Minderheiten in Ländern handelt die schon jahrhundertelang von solchen besiedelt waren also ehem. Sowjetunion, Rumänien, Ungarn. Die geschichtliche Situation ist aber auch immens Unterschiedlich zur klassischen Nachkriegsarbeitsmigration. Hier geht es mehr um eine schwere Vergangenheit mit gegenseitigenen Gewaltanwendungen usw. und nach Jahren der Kontaktlosigkeit um eine Wiederbelebung bzw. erhaltung von deutscher Kultur, Lebensart und Architektur in Gebieten die wie schon erwähnt eh stark davon geprägt waren.
Was die bisher anerkannten Minderheiten in Deutschland angeht also Sorben, Dänen und Friesen sind diese auch schon bis zu 1000 Jahre hier und somit eigentlich kaum als etwas besonderes anzuführen, da ihre Anwesenheit (was die bisherige Dauer) bewiesen hat, offensichtlich kaum oder gar keine gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen diesen und Deutschen zum Anlass gegeben hat. Und ihre Anzahl ist wahrscheinlich ebenso überblickbar.
Die neueren Migrationsbewegungen lassen mich jedoch nicht so optimistisch in die Zukunft blicken, da die oben genannten Migrationsbewegungen praktisch ausschließlich (bis auf Sinti und Roma) innereuropäische Bewegungen waren die keine größeren Zerwürfnisse in Sachen Religion (nach dem 30jährigen Krieg) und Mentalität hervorgerufen haben. Alle anderen weiteren Gewaltakte gingen von Staatsvertretern aus und waren keine ethnisch bezogenen Bürgerkriegsszenarien.
Die Unterschiede zwischen damals und Heute sind klar zu ersehen:
- Heute: Zusammentreffen von gänzlich unterschiedlichen Volksstämmen, Religionen und Traditionen was in wirtschaftlich angespannten Zeiten gefährlichste Reaktionen hervorrufen kann. Das sieht man eigentlich noch viel mehr in anderen Ländern als Deutschland und sie sind immer noch in der Zunahme begriffen und nicht im Abnehmen. Das ist die schlechte Nachricht des Befundes.
Und die Einwanderer bereiten sich selbst auf die Einreise nach Deutschland nicht vor (speziell Naher Osten und Afrika) als auch das Einwanderungsland. Dieses war und ist immer noch nicht vorbereitet. Jugoslawien und die Sowjetunion stehen glaube ich Symbolisch dafür wenn es um Staatsgebilde geht, die letztlich an diesen Unterschieden zugrunde gegangen sind. Das heißt Vielfalt hat ihre guten und schlechten Seiten.
Das mit dem Spiegel kann ich ebenfalls schmunzelnd hinnehmen, jedoch muss man die unterschiedlichen historischen und gesellschaftlichen Hintergründe dabei betrachten, wenn man die deutsche Seite als auch hier die türkische Betrachtet. Die Türken wurden ja nicht nach Deutschland verschleppt wie zum Beispiel Russlanddeutsche nach Kasachstan.
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@Sanne
Ich glaube Sie haben die 2. Seite des Artikels nicht gelesen. Weil wenn nicht kann man den Artikel schnell missverstehen.
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Andererseits bezogen auf die jüngsten Seitenhiebe von Erdogan bei der Eröffnungsrede des türkischsprachigen Euronewsprogramm komme ich immer wieder zu dem Schluß das der Typ kein gutes Aushängeschild ist für die Türken. Gut ist das die Programmregie keine nationale Angelegenheit ist und nicht beeinflusst werden kann.
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Danke für Ihre Antwort, Herr Senol!
Zum Thema: Ein weiterer Unterschied ist, dass Deutschland immer bereit war, die Deutschen aus Osteuropa hier aufzunehmen. Deutschland startet auch keine Medienkampagne und stachelt die Leute zum Haß auf, wie z.B. in Ludwigshafen geschehen.
Wer kann etwas dagegen haben, wenn z.B. Präsident Gül auf Benachteiligungen hinweist, die ihm zu Ohren gekommen sind. Wenn allerdings Minsterpräsident Erdogan gleich das größte Geschütz auffährt und die Assimilation (was meinte er eigentlich genau?) als Verbrechen gegen die Menschlichkeit hinstellt, dann muß er sich auch eine Gegenfrage gefallen lassen: Staatlich geförderte Integration/Assimilation oder die Rückführung?
Es gibt auch assimilierte “Auslandsdeutsche”, so z.B. im Elsaß oder in Lothringen. In Südtirol scheint mir die Lage komplizierter. Übrigens hat auch Österreich (!) eine Behörde oder Ministeriumsabteilung für Auslandsdeutsche.
Hier geht es um ethnische Zugehörigkeiten. Was das angeht ist z.B. die türkische Nation viel mehr als nur türkisch. Der Bürger der Türkei, wenn er sich auf seine Ethnie oder Kultur oder Abstammung besinnt, ist eben oft dann kein Türke mehr. Er wird Tscherkesse, Kurde, Alevit, Georgier, etc.
Also das Bemühen der Türkei um ihre “Auslandtürken”, so wie es der Artikel unterstellt, scheint mir ein gewaltiger Holzweg zu sein.
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Bei Migazin wird doch gerne auf Urteile des EGH (nicht zu verwechseln mit dem EUGH) verwiesen. Dort klagen Auslandstürken (und Türkeitürken!) oft ihre Rechte, ihre Menschenrechte ein. Der EGH gehört zum Europarat, der sowohl älter als die EU ist, und dem auch mehr Länder angehören. Z.B. auch die Türkei und Rußland, Aserbaidschan, etc.
Auch dort beschäftigt man sich mit den Auswirkungen der Migrationsbewegungen auf die Menschenrechte. So gibt es Abkommen zu “Nationalen Minderheiten” und der “Staatsangehörigkeit – auch der mehrfachen”.
Dreimal dürft Ihr raten, wer diese Abkommen _nicht_ unterzeichnet und/oder ratifiziert hat!
Also, laßt es einfach bleiben, auf Deutschland rumzuhacken. Deutschland ist in vielen dieser Fragen einfach vorbildlich – im Gegensatz zur Türkei, aus der regelmäßig Menschen fliehen und hier Asyl beantragen! Bitte nicht die Tatsachen auf den Kopf stellen!
Zu den Abkommen des Europarats verweise ich auf: http://conventions.coe.int/Treaty/Commun/ListeTraites.asp?CM=8&CL=GER
Nr. 157: Rahmenabkommen zum Schutz Nationaler Minderheiten
Nr. 166: Europäisches Übereinkommen über die Staatsangehörigkeit
Beim Klicken auf die Verträge erscheint eine Übersicht, welches Land wann unterschrieben und ratifiziert hat. Deutschland gehört dazu. Die Türkei nicht.
Also, das Rad ist bereits erfunden. Es muß nicht neu erfunden werden. Beschwerden bitte an Ankara richten!
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Werner*
alles schön und gut, aber diejenigen, die aus der Türkei fliehen, sind meist nach kurzer Zeit enttäuscht, aber können dann nicht zurück und müssen dann entweder für einen Hungerslohn arbeiten oder werden in illegale Geschäfte eingebunden. Es handelt sich dabei meist um Menschen, die mit der Begründung, sie wären verfolgt worden, nach DE einreisen, mit der Hoffnung hier ein schöneres Leben zu haben. Aber in Wirklichkeit erwartet Sie hier der blanke Horror. Das merken Sie dann aber, wenn es schon zu spät ist. also i.d.R. ist es für Menschen, die nicht in DE aufgewachsen sind, auch schwierig sich hier einzuleben.
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@Erkan A.
Es handelt sich dabei meist um Menschen, die mit der Begründung, sie wären verfolgt worden, nach DE einreisen, mit der Hoffnung hier ein schöneres Leben zu haben. Aber in Wirklichkeit erwartet Sie hier der blanke Horror
Also das soll einer Verstehen. Ich meine es muß sich doch mittlerweile in die hinterste Ecke der Türkei herumgesprochen haben das die Situation in Deutschland auch nicht mehr so rosig ist. Und Fernsehen gibt es schließlich auch noch. Also so naiv kann man doch eigentlich kaum sein, wenn man wirklich aus der Türkei stammt. Bei Afghanen würde ich es ja eventuell noch verstehen, weil Fernsehen außerhalb der Städte …….nicht vorhanden!!
Das ist die berühmtberüchtigte Vorbereitung auf eine Ausreise von der ich oben gesprochen habe. Das hat Herr Hamed Abdel Samad der das Buch “Mein Abschied vom Himmel” geschrieben hat vor kurzem in einer Gesprächsrunde verlauten lassen. Er muß es wissen da er den gleichen Fehler machte und in der Psychatrie landete bis er mit den Bedingungen und vor allem mit Freiheit richtig umzugehen lernte. Das dies generell ein Problem ist beweist ja auch das mancher der darin aufgewachsen ist nicht damit umgehen kann.
Es handelt sich dabei meist um Menschen, die mit der Begründung, sie wären verfolgt worden, nach DE einreisen, mit der Hoffnung hier ein schöneres Leben zu haben.
Die Zeiten des Handaufhaltens ohne Beweise sind längst vorbei. Und wer dazu noch mit Absicht die Unwahrheit sagt erwartet das er ins Paradies eintritt??
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“Ich glaube, es ist auch richtig und wichtig, dass wir uns immer wieder vergegenwärtigen, dass es ein ureigenes und auch ein ganz natürliches Bedürfnis ist, die eigene Sprache zu sprechen und die eigenen Traditionen, Sitten und Bräuche zu leben und zu beleben. Genau das soll auch in der Zukunft weitergeführt werden.“
Die deutschen Diskutanten sollten sich diesen Satz der Bundeskanzlerin genauer durchlesen und verstehen. Auf Grundlage der eigenen Anschauung sollte die deutsche Politik die Basis schaffen, dass Türken ureigene und natürliche Bedürfnisse leben. Falls Deuschland dazu nicht in der Lage ist oder bereit dazu ist, kann sie der Türkei nicht verwehren, was es sich selber in Anspruch nimmt.
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Boli
“Ich meine es muß sich doch mittlerweile in die hinterste Ecke der Türkei herumgesprochen haben das die Situation in Deutschland auch nicht mehr so rosig ist. Und Fernsehen gibt es schließlich auch noch. Also so naiv kann man doch eigentlich kaum sein, wenn man wirklich aus der Türkei stammt.”
Das, was in den letzten 10-15 Jahren in DE passiert ist, kann man so, wie du es versuchst, nicht mit Menschenverstand erklären. Deutschland ist nun einmal für seinen Wohlstand bekannt und auch wenn es DE nicht gut geht, so wird es wohl bessere Umstände geben, als sie in der Türkei herrschen. So stellen sich das die Leute vor, die hierher einreisen. Teilweise wird ihnen aber auch durch ihre Verwandtschaft eine rosige Zukunft versprochen, vielleicht mit dem Hintergedanken, sie hier für schmutzige Geschäfte ausnutzen zu können.
Mich würde wirklich mal die Anzahl derer interessieren, die als Flüchtlinge aus der TR hier eingereist sind.
Auch würde mich der Anteil dieser interessieren, die kriminell auffällig waren. Ich gehe nämlich stark davon aus, dass eben diese Menschen anteilsmäßig stark kriminell werden und auch das Image derer stark schädigen, die hier friedlich leben und fleissig ihre Brötchen verdienen gehen.
Es bedarf schon einer eingehenderen Analyse der Ursachen, die den Status quo in DE herbeigeführt hat.
Genauso wenig war es förderlich, die Deutschrussen in so hohen Zahlen in DE aufzunehmen. Man hätte das sicherlich auf einen längeren Zeitraum einplanen können.
Also es sind wirklich nicht immer die Türken schuld;))
Viele Grüße
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“Teilweise wird ihnen aber auch durch ihre Verwandtschaft eine rosige Zukunft versprochen, vielleicht mit dem Hintergedanken, sie hier für schmutzige Geschäfte ausnutzen zu können.”
)
Viel eher liegt es wohl daran, dass Sie das Gesicht wahren möchten, indem sie den Leuten erzählen, wie gut es ihnen geht und wieviel Geld sie verdienen. Aber in Wahrheit sieht es anders aus. Gleichzeitig können Sie dann aber nicht mehr zurück, weil man ja das Gesicht wahren muss und weiterhin den Erfolg vorgaukelt (indem man beispielsweise mit einem gebrauchten Mercedes im Dorf antanzt
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@Erkan A.
Auch würde mich der Anteil dieser interessieren, die kriminell auffällig waren. Ich gehe nämlich stark davon aus, dass eben diese Menschen anteilsmäßig stark kriminell werden und auch das Image derer stark schädigen, die hier friedlich leben und fleissig ihre Brötchen verdienen gehen.
Geht mir genauso und das sage ich auch schon die ganze Zeit das die Nestbeschmutzer die sind die den Karren immer tiefer in den Dreck gefahren haben.
@Mehmet
Und gerade die von denen ich gerade gesprochen habe sollten keine Nachsicht bekommen wenn es um ihre “Ehre” geht. Ehre dem Ehre gebührt und das hat für mich nichts mit der Herkunft zu tun sondern einzig und alleine mit dem Verhalten. Nur bezüglich Angesprochener werden Deutsche und Europäer generell immer ungeduldiger und wie man an Wahlen in nahezu allen EU Ländern außer Deutschland bisher sehen kann setzt immer mehr eine Radikalisierung ein. Und das das nicht gut ist weiß wohl.
Mein bester Freund ist Grieche und der wurde auch jahrelang immer wieder gefragt wieso er kein neues Auto hat. Das nenn ich die Prioritäten richtig setzen. Das Auto fährt und gut. Da werden sich noch einige Griechen da unten umgucken weil sie vollkommen über die Verhältnisse gelebt haben. Und von einem türkischen Bekannten habe ich quasi das Gleiche erfahren. Die bauen da unten wie verrückt, kaufen dies und das aber immer schön auf Kredit. Da ist es auch nur eine Frage der Zeit bis der Schuß nach hinten los geht.
Verdammte Eitelkeit!!
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