MiGAZIN

Türkische Presse Europa

03.02.2010 – Imamausbildung, Muezzinruf, Optionsmodell

Die Europaausgaben der türkischen Zeitungen berichten unter anderem über die Empfehlung des Wissenschaftsrats zur Etablierung von islamischen Studien an deutschen Universitäten unter anderem zur Imamausbildung. Weitere Themen sind die Genehmigung des Gebetsrufes in Rendsburg und die Kontroverse um das Optionsmodell.

Imamausbildung in Deutschland
Der Wissenschaftsrat empfiehlt, Institute für islamische Theologie aufzubauen. Parteien, islamische Religionsgemeinschaften und Kirchen unterstützen den Vorschlag, berichten die ZAMAN, SABAH und TÜRKIYE (wir berichteten). Prof. Bülent Ucar von der Universität Osnabrück habe der Frankfurter Rundschau erklärt, dass allein das türkische Religionsministerium kein Interesse an einer deutschen Prediger- oder Imam-Ausbildung habe, ist in der HÜRRIYET zu lesen. Es entsende und finanziere vielmehr Imame als türkische Staatsbeamte.

Muezzinruf in Rendsburg
Die Stadt Rendsburg hat am Dienstag dem Islamischen Zentrum in Rendsburg den Gebetsruf erlaubt. Die Genehmigung gilt für fünf Gebetsrufe täglich in der Zeit von 06.00 Uhr bis 22.00 Uhr. Die Parteien begrüßten die Rendsburger Entscheidung., „Die Genehmigung des Gebetsrufes ist ein wichtiges Zeichen für die Muslime in Rendsburg aber auch bundesweit. Integration ist wechselseitig und stellt somit auch Anforderungen an die Mehrheitsgesellschaft”, sagte der erste Vorsitzende des Bündnis Islamischer Gemeinden, Ramazan Uçar. Die Religionsfreiheit habe auch für die Muslime in Deutschland Geltung. “Der Gebetsruf ist Teil des religiösen Lebens von Muslimen, sowie die Kirchenglocken Teil des religiösen Lebens der Christen sind”, si Ocar. Die gegenseitige Akzeptanz spielt hier eine wichtige Rolle. Als wohlwollendes Zeichen werde die Gemeinde zunächst nicht in vollem Umfang “Gebrauch von unserem Recht auf die Ausrufung des Gebetsrufes machen, sondern ihn nur an Freitagen zum Freitagsgebet ausrufen.” Die ZAMAN, HÜRRIYET, TÜRKIYE und SABAH räumen der Meldung breiten Raum ein.

Grüne fordern Abschaffung des Optionsmodells
Memet Kilic, Sprecher für Migrations- und Integrationspolitik der Grünen-Fraktion im Bundestag forderte die Abschaffung des Optionsmodells, berichtet die HÜRRIYET. Nicht die Kompliziertheit des Optionszwanges sei das Problem, sondern der Optionszwang selbst. „Jugendliche, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, verstehen völlig zu Recht nicht, warum sie sich zwischen dem 18. und 23. Lebensjahr für die eine und gegen die andere Staatsangehörigkeit entscheiden müssen. Das ist integrationspolitischer Unsinn und eine krasse Ungleichbehandlung gegenüber Jugendlichen aus EU-Staaten sowie aus binationalen Ehen, die beide Staatsangehörigkeiten behalten dürfen“, so Kilic.