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Ulrich Freiherr von Gienanth, Der Arbeitgeber, 1966

Türkische Presse Türkei

13.01.2010 – Israel, Russland, Zypern, Wirtschaftskrise

Recep Tayyip Erdoğan befindet sich in Moskau. Außerdem sagte Bülent Arınç in Richtung Israel „Die Türkei wird die passende Antwort geben.“ Schließlich hofft Mehmet Ali Talat auf eine Lösung des Zypernproblems. Weitere Themen sind die Weltwirtschaftskrise und Istanbul als europäische Kulturhauptstadt 2010.

VONTRT & BYEGM

DATUM13. Januar 2010

KOMMENTARE9

RESSORTTürkische Presse Türkei

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Presseschau der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World)

Krise zwischen der Türkei und Israel
Zaman schreibt unter der Schlagzeile, „Israelischer Botschafter in Ankara ins Außenministerium bestellt“, Ankara habe auf die schlechte Behandlung des türkischen Botschafters in Tel Aviv, Oguz Celikkol scharfe Reaktion gegen Israel gezeigt. Ankara habe vom israelischen Botschafter in Ankara, Gaby Levy eine Erklärung über die in den Medien veröffentlichten Bilder gefordert. Nach den Worten von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan werde diese Handlung nicht ohne Konsequenzen bleiben.

Die Zeitung schildert die neue Krise zwischen Israel und der Türkei mit folgenden Worten: Der türkische Botschafter in Tel Aviv, Oguz Celikkol sei vorgestern mit dem israelischen Vizeaußenminister Danny Ayalon zusammengekommen. Bei dem Empfang wurde Botschafter Celikkol gebeten und aufgefordert, auf einem niedrigen Sofa Platz zu nehmen. Dann habe sich Ayalon an die Kamerateams gewandt und sie auf die symbolträchtige Anordnung der Unterredung aufmerksam gemacht. Vor laufenden Kameras habe Ayalon in Hebräisch gesagt, „man sieht, dass er tief sitzt und wir hoch und dass nur eine Flagge da ist.“ Auf dem schmalen Beratungstisch habe nur die israelische Flagge gestanden.

Cumhuriyet berichtet über das gleiche Thema, der wegen der Ausstrahlung des TV-Films „Das Tal der Wölfe“ ins israelische Außenministerium einbestellte türkische Botschafter in Israel, Oguz Celikkol sei vor laufenden Kameras beleidigt worden. Nach einer Erklärung des israelischen Außenministeriums sei die Türkei das letzte Land, das Israel eine moralische Lehre erteilen könne. Ankara werte diese Erklärung als eine Ungerechtigkeit gegenüber der Geschichte. Nach den Worten von Außenminister Ahmet Davutoglu könne auf diese Art und Weise mit Israel kein Dialog hergestellt werden. Sollte Israel sich nicht entschuldigen, werde die Türkei ihren Botschafter aus Israel zurückrufen.

Zypernkonflikt
Habertürk über die jüngsten Entwicklungen bei den Verhandlungen zur Beilegung der Zypernfrage: Die zyprisch-griechische Partei habe gestern der Türkischen Republik Nordzypern eine schriftliche Empfehlung unterbreitet. Der Staatspräsident der Türkischen Republik Nordzypern, Mehmet Ali Talat und der Führer der inselgriechischen Administration, Dimitris Christofias seien gestern im Rahmen der intensivierten Gespräche zum zweiten Mal zusammengekommen. Talat habe im Anschluss an das 8-stündige Gespräch eine kurze Bewertung gemacht. Nach Angaben von Talat hätten er und Christofias bei dem Gespräch das Kapitel „Verwaltung und Machtaufteilung“ in die Hand genommen. Der Zypernsondergesandte des UN-Generalsekretärs, Alexander Downer habe sich zufrieden über die Entwicklungen geäußert.

Erdogan mit dem „König Faisal Preis“ ausgezeichnet
Milliyet schreibt, Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sei mit dem „König Faisal Preis“ ausgezeichnet worden. Nach den Worten des Generalsekretärs des König Faisal Fonds, Dr. Abdullah El Useymin sei Erdogan wegen seinen politischen und administrativen Erfolgen und seinen führerischen Eigenschaften in der islamischen Welt mit dem „König Faisal Preis“ geehrt worden. Erdogan werde neben dem Preis auch ein 200 Gramm schweres goldenes Medaillon und ein handgeschriebenes Zertifikat sowie eine Summe von 200-tausend Dollar erhalten.

Hinweis: Die “Türkische Presse Türkei” (Türkeiausgaben türkischer Tageszeitungen) wird von der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World) zur Verfügung gestellt und von der MiGAZIN-Redaktion unverändert übernommen.

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9 Kommentare
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  1. Armenier sagt:

    Oguz Celikkol…oiiiiiiiiiii

    „Achten Sie bitte darauf, dass der Botschafter auf einem niedrigen Sofa sitzt, während wir auf ihn von hohen Stühlen herabschauen“, erklärte der stellvertretende Außenminister Dany Ayalon bei dem Termin anwesenden Fotografen. Nicht nur das. Zwischen den israelischen Beamten, „die nicht lächeln“ sollten, wie Ayalon weiter sagte, stand auf einem Tischchen nur ein israelisches Fähnchen und kein türkisches. Dem türkischen Gast wurde nicht einmal ein Glas Wasser angeboten.

  2. Battal Gazi sagt:

    Peinlich wie Israel mit dem Einzigen stabielen und zuverlässigen verbündeten in der Region umgeht.
    Ob das so geschickt ist? Bin mal auf den weiteren Verlauf gespannt.

  3. Boli sagt:

    @Battal Gazi

    Also entschuldigen Sie aber die Türkei ist so stabil und zuverlässig wie Wasser haltbar in der hohlen Hand. Da ist ja Ägypten noch zuverlässiger. Und wer eindeutig antijüdische Sendungen öffentlich in seinem Land zeigt braucht sich nicht wundern über solche Behandlung.

  4. BiKer sagt:

    „Und wer eindeutig antijüdische Sendungen öffentlich in seinem Land zeigt“

    nein, nicht antijüdisch allenfalls israelkritisch. außerdem wird die serie auf einem privaten sender ausgestrahlt. und wir wollen doch keine zensur…oder? 😉

  5. Mehmet sagt:

    Für mich hört sich das Ganze wie ein abgekartetes Spiel an….

  6. Battal Gazi sagt:

    Mich würde schon gerne interessieren wie viele Folgen du von der Serie gesehen hast und zu dem Entschluss gekommen bist dass dort „eindeutig antijüdisch“ gedreht wird.

    Davos, Kritik gegen den Gaza-Krieg, die Ausladung von einem Manöver in der Türkei… Du hast Recht, es scheint sich, aus Sicht der Israelis mit der Zuverlässigkeit der Türkei, was zu ändern.

  7. Battal Gazi sagt:

    Bestimmt gehörst du auch zu den Leuten die der türkischen Regierung Zensur vorwerfen. Aber wenn mal ein Israeli in einem Privatem Sender ne Bösewicht Rolle bekommt, bist du einer der Ersten die den Staat kritisieren dass sie so etwas zu lassen.

    Und wer die Mohammed-Karikaturen als Meinungsfreiheit bezeichnet, dazu zähle ich dich definitiv mit, darf sich auch nicht darüber aufregen wenn mal ein Israeli nicht so freundlich dargestellt wird. Vielleicht berechtigt?

    Schei++ Doppelmoral

    Ausserdem, wo kommen wir denn hin wenn Länder die in einem Film als die Bösendargestellt werden mit solch einem Kindergarten wie die Juden anfangen?

    Hat der koreanische Aussenminister gleich den Botschafter herbeigeholt weil Rambo, im Film, alle niedergemetzelt hat?

    Hat Deutschland sich über die vielen Kriegsfilme beschwert, oder die Serie MASH wo sich überwiegend lustig über die deutschen gemacht wird?

    Nein natürlich nicht, aber die armen Israelis heulen gleich rum weil in einem Film gedroht wurde ein türkisches Kind zu entführen und es in Israel zum Kampf auszubilden.

    Da versteh doch einer die Israelis die das Verhalten des Aussenministers unterstützen…

  8. Boli sagt:

    @Battal Gazi
    Mich würde schon gerne interessieren wie viele Folgen du von der Serie gesehen hast und zu dem Entschluss gekommen bist dass dort “eindeutig antijüdisch” gedreht wird.

    Also wenn dieses „Machwerk“ mittlerweile zur Serie gereift ist umso schlimmer. Ich spreche jetzt erst einmal schlicht vom Kinofilm Tal der Wölfe.
    Weitere Erklärungen findet man hier:
    http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,402313,00.html

    Reaktionen hier:
    http://www.sueddeutsche.de/kultur/529/407305/text/
    (Ihr Vergleich Mohammed Karikaturen und der Film hat interessanterweise auch jemand herangezogen)

    http://textezumfilm.de/sub_detail.php?id=371

    http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E18CC072CC6F14514B80E1F08C74F1589~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    @Mehmet
    Was für ein abgekartetes Spiel?

  9. Boli sagt:

    Bestimmt gehörst du auch zu den Leuten die der türkischen Regierung Zensur vorwerfen. Aber wenn mal ein Israeli in einem Privatem Sender ne Bösewicht Rolle bekommt, bist du einer der Ersten die den Staat kritisieren dass sie so etwas zu lassen.

    Wer einem Zeitungskonzern künstlich Steuerstrafen auferlegt weil man den Ministerpräsidenten kritisiert hat kann wohl nicht behaupten das man Zensur nur im äußersten Notfall anwendet. Genauso wenig wenn man einen von Karl May geschriebenen Band „Durchs wilde Kurdistan“ schon an der Landesgrenze vor lauter Paranoia nicht zulassen möchte.

    Aber wenn mal ein Israeli ……
    EIN Israeli?? Wie es schon selbst von Cem Özdemir gesagt wurde Juden und Christen als Ganzes werden reingezogen.
    Dieser Film ist wahrscheinlich Pflicht für jeden guten Ülcücü bzw. Bozkurtanhänger.

    Und was die Mohammedkarikaturen angeht. Jeder Gläubige egal welcher Religion ist in meinen Augen ein Schwächling und ganz und gar nicht fest im Glauben wenn er deswegen gewalttätig wird. Und das das Leben von Mohammed schlicht das Gegenteil dessen von Jesus ist kann man in nicht wenigen historischen Darlegungen beweisträchtig nachlesen. Friedliche Suren in Zeiten der eigenen Verfolgung und Agressive mit der Erlangung politischer Macht. Außerdem haben Karikaturen die schon im Mittelalter unter anderem sogar gegen den Papst gerichtet waren jahrhundertelange Tradition. Und das muss akzeptiert werden von jedem der hier leben möchte.
    Nur das Thema lenkt zu sehr vom eigentlichen Thema ab.



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