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Migration und Integration in Deutschland

Wenn wir Millionen von Menschen die doppelte Staatsbürgerschaft geben, die sie weitervererben, werden wir eine dauerhafte türkische Minderheit in Deutschland haben. Das bedeutet eine langfristige Veränderung der Identität der deutschen Gesellschaft. Ich bin dagegen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Münchner Merkur, 6.11.2013

Türkische Presse Europa

23. bis 31.12.2009 – SPD, Moschee, Weihnachten, Türkei, Religionsfreiheit

In den Europaausgaben der türkischen Zeitungen wurden in der Ferienzeit eine Reihe diverser Themen behandelt. So werden unter anderem der Vorwurf der Radikalisierung in den Moscheen und die Unterstellung, die Türkei verhindere die Integration in Deutschland, hinterfragt. Weitere Themen sind die interkulturelle Öffnung innerhalb der SPD, Weihnachtsbotschaften islamischer Religionsgemeinschaften, das Integrationsgesetz, Religionsfreiheit und der muttersprachliche Unterricht.

DATUM4. Januar 2010

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RESSORTTürkische Presse Europa

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23.12.2009

Sigmar Gabriel: „Wir brauchen Migranten in der SPD“
SPD-Chef Sigmar Gabriel bezeichnete es als ein Fehler, beim vergangenen Parteitag in Dresden keinen Migranten in den Parteivorstand gewählt zu haben, berichtet die ZAMAN. „Wir haben zwar eine Reihe von herausgehobenen Politikern mit Migrationshintergrund in den Ländern und der Bundestagsfraktion. Aber das reicht nicht“, so Gabriel. Die SPD müsse für Migranten Strukturen schaffen, ähnlich wie sie es mit den Arbeitsgemeinschaften auch für Frauen, Senioren und Arbeitnehmer getan habe. Ein entsprechendes Arbeitsprogramm solle im Januar beschlossen werden.

Radikalisierung in den Moscheen?
In der ZAMAN hinterfragt Mustafa Yeneroglu die Äußerung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière, dass die Radikalisierung von Muslimen fast immer rund um die Moscheen stattfindet. Dabei sei inzwischen bekannt, „dass der Rekrutierer der Sauerland-Gruppe jahrelang auf der Gehaltsliste des Verfassungsschutzes stand und quasi unter dem Schutz der Sicherheitsbehörden als Imam einer „Moschee“ Jugendlichen Hass einimpfte.” Unter Angabe weiterführender Literaturnachweise führt Yeneroglu weiter aus, dass auch weitere mutmaßliche Mitarbeiter von Geheimdiensten bekannt seien, die Hass gepredigt und Terrorvorbereitungen unterstützt haben sollen. „Obwohl dort, wo konkrete Beweise für Gewaltverherrlichung und sogar Rekrutierung vorliegen, wenig unternommen wird, sind alle Moscheen in Deutschland einem Verdacht ausgesetzt und sollen Präventionsarbeit auf Grundlage islamophober Definitionen der Sicherheitsbehörden vornehmen”, kritisiert Yeneroglu und erinnert dabei an die Ergebnisse des sogenannten Sicherheitsdialogs, die er ebenfalls kritisch hinterfragt, dass keine unmittelbare Terrorgefahr aus dem Umfeld von Moscheen und muslimischen Predigern in Deutschland ausgeht.

„Es wäre im Sinne Aller zu hoffen, dass de Maizière eine Sprache gebraucht, die nicht ausgrenzt oder stigmatisierend wirkt, sondern Empathie zeigt und die wertvolle Arbeit, die Moscheegemeinden in den letzten Jahrzehnten zur Integration der Muslime in der Gesellschaft geleistet haben, anerkennt“, erhofft Yeneroglu.

24.12.2009

Islamische Religionsgemeinschaften wünschen frohe Weihnachten
Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) und die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) haben eine Grußbotschaft zu Weinachten und zum Jahreswechsel veröffentlicht, berichtet die ZAMAN. „Auch für die Muslime ist die Geburtsstunde Jesus Grund zur Freude, da er für uns mit froher Botschaft und dem Ruf zum Wege Gottes gekommen ist, weil wir ihn ehren als Gesandten Gottes. Umso mehr teilen wir die Freude mit unseren Nachbarn und wünschen gesegnete und friedvolle Feiertage”, schreibt der Vorsitzende der DITIB, Sadi Arslan.

Im Namen der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş wünschte der Generalsekretär der IGMG, Oguz Ücüncü, den christlichen Mitbürgern ein frohes Weihnachtsfest. “Zeiten des besonderen spirituellen Erlebens sind sehr bedeutungsvoll für Gemeinschaften wie auch Individuen – ermöglichen sie doch eine besonders intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Tun und eröffnen uns immer wieder die Möglichkeit, besinnliche Augenblicke in der Gemeinschaft zu erfahren. Diese Zeiten führen uns aber auch Missstände um uns herum vor Augen”, so Ücüncü.

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