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Migration und Integration in Deutschland

Es wird selbstverständlich sein, dass jemand Mehmet heißt und nicht Hans – wir halten das aus.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Deutsche Presse-Agentur (18.01.2013)

Türkische Presse Europa

06. und 07.12.2009 – Minarett-Verbot, Visum, Integration

In den Europaausgaben türkischer Tageszeitungen liegen die Schwerpunkte beim Minarett-Verbot in der Schweiz. Außerdem werden Integrationspolitische Themen behandelt sowie die Visumspflicht für türkische Staatsbürger, die in die Bundesrepublik einreisen möchten.

07.12.2009

Deutschland steht Minaretten gemäßigt gegenüber
Unter dieser Schlagzeile berichtet die ZAMAN über eine Emnid-Umfrage im Auftrag der Bild am Sonntag. Laut Umfrageergebnissen sei ein Großteil der deutschen Bevölkerung gegen ein Minarett-Verbot. Damit habe Deutschland – in der über 200 Minaretten stünden – den Schweizern eine Lektion in Sachen Demokratie, Menschenrechte und Religionsfreiheit erteilt.

„Das Minarett-Duett“ titelt die SABAH und macht auf eine weitere Aktion der Bild am Sonntag Zeitung aufmerksam. An der Mannheimer „Yavuz Selim Moschee“ habe ein Imam und ein christlicher Geistlicher gemeinsam am Minarett sich für den Dialog ausgesprochen.

Unterdessen habe im niederländischen Amsterdam eine Moschee mit zwei Minaretten ihre Tore geöffnet. „Schämen sollen sich die Nein-Sager“, heißt die Überschrift zum Artikel in der SABAH. In der TÜRKIYE ist zu lesen, dass in Duisburg der Grundstein für eine Moschee mit zwei Minaretten gelegt wurde. An der Zeremonie habe unter anderem Bürgermeister Sauerland teilgenommen.

Die schweizer Außenministerin Micheline Calm-Rey, berichtet die SABAH, habe gesagt, dass Provokateure das Minarett-Verbot nun nutzten, um auch ein Burka-Verbot oder ein Verbot für muslimische Friedhöfe in die Wege zu leiten. Laut TÜRKIYE habe sie betont, dass man aus diesem Volksentscheid die Lehren ziehen müsse.

Integrationsvertrag ist ein schizophrenes Unterfangen
In einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa habe der türkischstämmige Bundestagsabgeordnete Memet Kilic den von der Bundesregierung geplanten Integrationsvertrag kritisiert. Er frage sich, weshalb die Bundesregierung sich mit derart abwegigen Themen beschäftige. Außerdem habe er gesagt, dass man erneut die Debatte um eine Leitkultur anstoßen wolle.

Jugendämter
In einem ganzseitigen Bericht ist in der ZAMAN über die „unbekannten Seiten“ der Jugendämter zu lesen. Insbesondere in türkischen Familien sei das Jugendamt eines der meistgenannten Ämter. Dennoch würden viele weder die Rechte noch die Pflichten dieses Amtes kennen. So dürfe das Jugendamt ohne Gerichtsentscheidung das Kind der Familie nicht entreißen. Laut Gesetz müssten Jugendämter die kulturellen, religiösen und sprachlichen Hintergründe der in Obhut genommenen Kinder berücksichtigen.

Muslime gründen Partei
Einer Meldung der MILLIYET zufolge haben Muslime in Dänemark eine Partei gegründet. Trotz gesammelten 20.000 Unterschriften dürfe die Partei erst in zwei Jahren an den Wahlen teilnehmen.

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