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Türkische Presse Europa

24.11.2009 – Integrationsvertrag, Schächten, Muslima

Die Europaausgaben türkischer Tageszeitungen räumen dem Interview von Staatsministerin Maria Böhmer über die Integrationsverträge großen Platz ein. Außerdem wird über eine Vereinsgründung von muslimischen Frauen und über das Schächten mit Betäubung berichtet.

Integrationsvertrag
Ein Interview der für Integration zuständigen Staatsministerin, Maria Böhmer, findet in den türkischsprachigen Tageszeitungen breiten Raum. Die Schlagzeilen im einzelnen lauten:

Die SABAH fragt, was mit denen passiert, die sich nicht an den Vertrag halten und betont, dass Deutschland selbst Migranten, die bereits 50 Jahre hier leben, diesen Vertrag vorlegen wird. Einer ähnlichen Frage geht auch die HÜRRIYET nach und möchte wissen, was passiert, wenn Zuwanderer sich weigern, den Integrationsvertrag zu unterzeichnen. Die ZAMAN hingegen weist darauf hin, dass der Vertrag nur Neuzuwanderern vorgelegt wird. Die TÜRKIYE hebt hervor, dass alle Migranten, die diesen Vertrag unterschreiben, sich an die Werteordnung der deutschen Gesellschaft zu halten haben. In der MILLIYET hingegen kommt auch die Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen (Die Linke) zu Wort, die den Integrationsvertrag kritisiert. Soziale Ausgrenzung und diskriminierende Gesetze und Vorschriften würden sich nicht durch Integrationsverträge beheben.

Grünes Licht für Schächten mit Betäubung
Der DITIB-Vorsitzender Sadi Arslan habe anlässlich des bevorstehenden Opferfestes erklärt, dass man beim Schächten darauf achten muss, dem Tier kein unnötiges Leid zuzufügen. In diesem Zusammenhang sei das Schächten mit Betäubung aus religiöser Sicher erlaubt, schreibt die HÜRRIYET.

Vorwurf der Integrationsunwilligkeit ist unwahr
Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD), Kenan Kolat, habe die kürzlich vorgestellte Studie der INFO GmbH und Lijeberg Research über Türken kommentiert. Daraus gehe hervor, dass sich der Vorwurf der Integrationsunwilligkeit der Türken als „unwahr“ entpuppe. Die Studie belege, dass Türken Muslime und Deutsche zugleich sein könnten. Hierüber berichtet die SABAH.

Imame werden in Deutschland ausgebildet
Hierüber berichtet die SABAH und beruft sich auf eine Aussage des Bundesinnenministers Thomas De Maiziere in der Süddeutschen Zeitung. De Maiziere habe gesagt, dass Arbeiten an Hochschulen für die Ausbildung von muslimischen Imamen weitergeführt werden mit dem Ziel, diese in Deutschland auszubilden.

Aachener Yunus Emre Moschee
Über eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster zu Gunsten eines Moscheebauprojekts berichtet die ZAMAN und meint, dass dem Vorhaben nichts mehr im Wege steht. Die Moschee werde zu den größten in Deutschland zählen. Der Aachener Bürgermeister, Marcel Philipp (CDU), habe die Entscheidung begrüßt, heißt es weiter.

Verein von muslimischen Frauen
Über eine Vereinsgründung von muslimischen Frauen berichten ZAMAN und HÜRRIYET. Die Vorsitzende des Vereins, Ayten Kilicarslan, habe gesagt, dass muslimische Frauen in der Politik und in der Gesellschaft zu wenig vertreten seien. Der Verein habe sich daher zum Ziel gesetzt, muslimische Frauen dabei zu unterstützen, sich mehr einzubringen.

Wir haben Mölln nicht vergessen / Nicht noch einmal
Unter diesen Schlagzeile berichten HÜRRIYET und MILLIYET über die Gedenkfeier am Tatort des Hausbrandes in Mölln vor genau 17 Jahren. Zwei Neonazis hatten ein Brand am von Türken bewohnten Haus gelegt. Dabei kamen drei Menschen ums leben.

Türkischsprachiger Vorsitzender der SPD
Aussichtsreicher Kandidat für den Vorsitzendenposten der baden-württembergischen SPD Nils Schmid, teilt die MILLIYET mit und bemerkt, dass Schmid gut türkisch spreche. Er sei mit einer türkischstämmigen Juristin verheiratet.