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Türkische Presse Europa

22. und 23.11.2009 – Mölln, Islam, Özdemir, Sarrazin

Die Europaausgaben türkischer Tageszeitungen berichten über den 17. Jahrestag des Hausbrands in Mölln und über eine Studie in acht Europäischen Ländern über Religion, Integration und Migration. Außerdem werden die Ermittlungsergebnisse im Fall Sarrazin mitgeteilt.

22.11.2009

Sarrazin ist unschuldig
titelt die TÜRKIYE und berichtet über den Abschluss des Ermittlungen gegen Sarrazin. Er habe mit seinen Äußerungen keinen Straftatbestand verwirklicht. Sarrazin hatte in einem Interview mit einem Kulturmagazin Türken und Arabern Integrationsunwilligkeit vorgeworfen.

Yimpas wird zurückzahlen
Über eine Gerichtsentscheidung des Wuppertaler Landgerichts berichtet die MILLIYET. Yimpas, die in Deutschland tausende Türken betrogen habe, müsse laut Urteil die Gelder zurückerstatten. Vier Kläger hätten Erfolg mit ihren Klagen gehabt. Die Anwältin der Kläger habe nun angekündigt, die erforderlichen Schritte zur Geldeintreibung in die Wege zu leiten.

Diskriminierung auf allen Ebenen
Über ein Treffen des türkischen Konsuls Cetiner Karahan in Karlsruhe mit Akademikern der „Türkischen Initiative“ berichtet die TÜRKIYE. Dort hätte man dem Konsul vorgetragen, dass Türken auf allen Ebenen offen oder versteckt diskriminiert würden.

Die Bildung der Migranten wurde jahrelang vernachlässigt
Unter dieser Überschrift berichtet die HÜRRIYET über ein Seminar des Interkulturellen Bildungszentrums in Mannheim. Fritz Sperth, Leiter der HSI-Tübingen, habe gesagt, dass die Bildung der Migranten jahrelang aus politischen und wirtschaftlichen Gründen vernachlässigt worden sei.

23.11.2009

„Woher kommst Du?“ sollte nicht gefragt werden
Unter dieser Schlagzeile berichtet die SABAH über ein Interview des Grünen-Vorsitzenden Cem Özdemir mit der Presse am Sonntag. Cem Özdemir habe gesagt: „Vielleicht sollten wir uns viel weniger mit der Frage des ‚Woher kommst du‘ beschäftigen als mit der Frage ‚Was verbindet uns?‘
Zu Thilo Sarrazin habe Özdemir gesagt, dass es nicht gehe, dass man ganze Bevölkerungsgruppen als Vertreter einer Ethnie adressiert und diffamiert. Er, Cem Özdemir, sei ein Bürger, der Richtiges und Falsches tue, aber er sei kein Vertreter des Islam, der Türkei, auch nicht der türkischstämmigen Bevölkerungsgruppe. Das Kollektiv-Adressieren von Bevölkerungsgruppen sei erstaunlich populär in Deutschland.

Die Hälfte der Europäer wollen keine Muslime
Eine Studie, die in acht Ländern der Europäischen Union durchgeführt wurde, habe besorgniserregendes zutage gebracht. Danach sind 54,4 Prozent der Europäer der Ansicht, dass der Islam keine tolerante Religion ist und 31,3 Prozent sind sogar der Ansicht, dass Europäer etwas besseres sind als Schwarze. Und die Hälfte aller Befragten hätten auf die Frage, ob die Grenzen dicht gemacht werden sollen, mit „ja“ geantwortet. Hierüber berichtet die ZAMAN und räumt den Einschätzungen von Grünen-Chef Cem Özdemir Raum ein, der sich über die weit verbreiteten Vorurteile besorgt zeige.

Mölln vor 17 Jahren
MILLIYET und HÜRRIYET erinnern an den Brand in Mölln vor 17 Jahren, bei der drei Menschen ums Leben kamen. Heute werde am Haus eine Gedenkveranstaltung stattfinden und der Opfer gedacht. Am 23. November 1992 wurde am Haus, in der Türken lebten, von zwei rechtsradikalen Tätern Feuer gelegt. Die beiden Täter seien zu lebenslanger bzw. zu 10 Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. Heute seien beide Täter auf freiem Fuß und lebten an einem Ort, die geheim gehalten werde.