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Bildungspartnerschaft mit Eltern mit Migrationshintergrund

Das Integrationsprojekt steht in gemeinsamer Verantwortung des Justizministers und Integrationsbeauftragten der Landesregierung, Ulrich Goll (FDP), des Vorsitzenden der Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung, Dieter Berg, und der geschäftsführenden Gesell-schafterin der Breuninger Stiftung, Dr. Helga Breuninger.

„Unser Ziel war es, gemeinsam mit möglichst vielen, im Integrationsbereich tätigen Akteuren eine innovative, nachhaltige und flächendeckende Konzeption zu entwickeln – dies ist uns gelungen“, hoben Goll, Berg und Breuninger hervor. Der Gedanke des „Runden Tisches“ in seinem ständigen Informations- und Erfahrungsaustausch habe sich bewährt.

„Das Besondere an dieser Konzeption ist der Weg, wie sie entstanden ist: Wir haben die Personen, die später an der Umsetzung beteiligt sein werden, im Vorfeld zu einem „Runden Tisch“ eingeladen. Dort wurden gemeinsam Lösungen erarbeitet, die jetzt von allen Beteiligten mitgetragen werden. Diese Konsensfindung auf so breiter Ebene konnte meiner Meinung nach nur mit einem professionell moderierten „Runden Tisch“ erreicht werden“, betonte Dr. Breuninger.

Die nun beschlossene Konzeption beschreibe konkrete Zielsetzungen und dafür günstige Rahmenbedingungen und formuliere Empfehlungen aus bewährten Projekten, die vor Ort geprüft und entsprechend umgesetzt werden können, so die Projektverantwortlichen. Ziel der Konzeption ist es nach den Worten Golls, Eltern mit Migrationshintergrund in ihrer Erzieherrolle zu stärken, indem diese über ihre Mitwirkungsmöglichkeiten informiert, für den Schulerfolg ihrer Kinder motiviert und für ein entsprechendes Handeln qualifiziert werden.

Goll weiter: „Es kommt darauf an, Hemmschwellen, Berührungsängste und Vorurteile auf beiden Seiten abzubauen – ein gegenseitiges Aufeinanderzugehen auf Augenhöhe ist gefragt.“ Durch die Stärkung der Eltern und ihrer Mitwirkungsmöglichkeiten solle letztendlich der Bildungserfolg der Kinder unterstützt werden. Dabei seien Netzwerke und Kooperationsformen vor Ort ebenso wie bürgerschaftliches Engagement, etwa durch Elternmentoren, unabdingbar, betonte Goll.

Beraterpool geplant
„Die Arbeit fängt jetzt erst an! Wir wollen Strukturen verändern, denn dies bedeutet Nachhaltigkeit“, erklärten die Projektverantwortlichen. Die Konzeption berücksichtige den Umstand, dass vielerorts auf bewährte, bestehende Maßnahmen und Strukturen aufgebaut werden könne. Zu den neuen Maßnahmen gehört unter anderem die Einrichtung eines Pools von landesweit hauptamtlich tätigen Beratern, die nach Bedarf und auf Anforderung die Akteure vor Ort bei der Einbindung von Eltern mit Migrationshintergrund unterstützen.

Die Akteure des Runden Tisches: Der Justizminister und Integrationsbeauftragte der Landesregierung, die Robert Bosch Stiftung, die Breuninger Stiftung, das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, das Innenministerium, das Ministerium für Arbeit und Soziales, die Generalkonsulate Italiens, der Türkei, Spaniens und Griechenlands, das Honorarkonsulat der Russischen Föderation, der Städtetag, der Landkreistag, der Gemeindetag, die Diözese Rottenburg-Stuttgart, die Erzdiözese Freiburg, die evangelischen Landeskirchen Baden und Württemberg, die Liga der freien Wohlfahrtsverbände, die Elternstiftung, das Forum der Kulturen Stuttgart, die Türkische Gemeinde, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, der Landesverband kommunaler Migrantenvertretungen, die Landesstiftung, die Freudenberg-Stiftung, die Pädagogische Hochschule Heidelberg, der Internationale Bund, die Föderationen der Vereine türkischer Elternbeiräte in Württemberg und Baden, die Alevitische Gemeinde, der Landesseniorenrat, der Landesfrauenrat, der Landesfamilienrat, die Landeszentrale für politische Bildung, die Hochschule Esslingen, die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, der Landesschülerbeirat, das Berufsbildungswerk ENAIP, das italienische Bildungsinstitut IAL-CISL, das Landesinstitut für Schulentwicklung, die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen, der Landessportverband, das Statistische Landesamt, die Aktion Jugendschutz und der Kinderschutzbund.

Förderung von Maßnahmen vor Ort
Darüber hinaus soll die Umsetzung konkreter Maßnahmen vor Ort finanziell unterstützt werden. „Ganz entscheidend ist, dass konkret etwas vor Ort geschieht, um Erziehungs- und Bildungspartnerschaften zu stärken. Darum ist die Förderung von lokalen Maßnahmen ein zentrales Element in diesem Konzept. Wir geben den Akteuren Erfolgsindikatoren an die Hand und helfen den Vorhaben dabei, wirksam zu sein und sich dauer-haft zu etablieren“, betonte Berg.

Nun gehe es darum, die Konzeption umzusetzen. Hierzu erklärten die drei Projektverantwortlichen ihren gemeinsamen Willen, für die Umsetzung der Konzeption die benötigten Mittel bereitzustellen.