- MiGAZIN - http://www.migazin.de -

04.10.2009 – Minarette, Krieg, Kruzifix, Köln Radyosu

Esslingen: Moschee und Minarette bedeutet kulturelle Vielfalt
Die ZAMAN räumt dem Streit um die Minarette in Esslingen breiten Raum ein. Dort hatte eine DITIB-Moschee die zulässige Baugenehmigung nicht eingehalten. Der Esslinger CDU-Vorsitzender Enrico Bertazzoni habe DITIB daher aufgefordert, die Minarette abzureißen und auf eigene Kosten 60 cm kürzer zu bauen. Der Vorsitzende der Gemeinde Nami Gül meint hingegen die Baugenehmigung eingehalten zu haben. Die Moschee sei mit ihrem modernen Stil ferner ein Stück kulturelle Vielfalt für Esslingen. In rund 500 Metern Entfernung befinde sich eine grichisch-orthodoxe Kirche. Die beiden Gebetshäuser bildeten ein interkulturelles Mosaik.

EuGH: Keine Kruzifixe in Klassenzimmern
Laut des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte verstößt das Kruzifix in Italiens öffentlichen Schulen gegen die Religionsfreiheit. Das Urteil geht auf die Klage einer Mutter zurück, die vergeblich versucht hatte, in Italien auf dem Gerichtsweg für die Entfernung der Kruzifixe aus der Mittelschule zu sorgen, die von ihren zwei Kindern besucht wurde. Die italienische Regierung will gegen das Urteil umgehend Berufung einlegen. Das Kruzifix manifestiere nicht die Zugehörigkeit zum Katholizismus, sondern sei “Symbol unserer Tradition”. (ZAMAN)

Zentrum für Türkeistudien wählt seine/n Direktor/in
Die Stiftung Zentrum für Türkeistudien in Essen sucht einen Nachfolger für Prof. Dr. Faruk Sen, berichtet die HÜRRIYET. Aus 21 Bewerbern hätten es fünf zur engeren Auswahl geschafft: Dr. Gülistan Gürbey, Prof. Raoul Motika, Dr. Günter Seufert, Dr. Haci Halil Uslucan, Prof. Erol Yildiz. Sie hätten der 15-köpfigen Wahlkomission rund 11 Stunden Frage und Antwort gestanden.

Güclü: Neue Bildungsreform in Hamburg kommt Migrantenkindern zugute
Die Bürgerschafts-Vizepräsidentin in Hamburg Nebahat Güclü habe die umstrittene Bildungsreform verteidigt. Insbesondere Migrantenkinder würden dadurch profitieren; die Reform Chancengleichheit näher. Nach der neuen Reform läuft die Grundschule bis zur 6. Klasse und die Kinder können nicht sitzenbleiben. Ferner gebe es die Möglichkeit kostenlose Ersatzkurse zu beantragen. (TÜRKIYE)

Friedenstruppe in Afghanistan führt Krieg
Unter dieser Überschrift berichtet die MILLIYET über die Äußerung des neuen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg, in Afghanistan sei die Bundeswehr mit „kriegsähnlichen Zuständen” konfrontiert. In einem Interview mit der Bild-Zeitung habe zu Guttenberg Verständnis für alle Soldaten, die vom Krieg in Afghanistan sprechen, berichtet die TÜRKIYE. Sein Amtsvorgänger habe das K-Wort stets vermieden.

Streit um Betreuungsgeld
Die neue Bundesregierung plant ab 2013 ein Betreuungsgeld in Höhe von 150 Euro einzuführen. Dies sollen Eltern erhalten, die ihre Kinder unter drei Jahren zuhause betreuen statt sie in Kindertagesstätten zu geben, berichtet die SABAH. Das Vorhaben stößt auf Kritik. Das geplante Betreuungsgeld werde in der deutschen Unterschicht nur “versoffen”, hatte etwa der Berlin-Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) kürzlich erklärt. Das „Familiennetzwerk Deutschland“ habe nun einen Strafantrag gestellt. Seine Behauptung, Unterschicht-Eltern sei Alkoholkonsum wichtiger als das Wohl ihrer Kinder, sei unerträglich, erklärte eine Sprecherin der Organisation.

Mit Musik und Comics verbreitet NPD rechtsextremes Gedankengut
Bei der Verbreitung rechtsextremen Gedankenguts spielen insbesondere Internet und Musik eine entscheidende Rolle, berichtet die ZAMAN. Auch die NPD nutze Musik für Propagandazwecke. Im Rahmen ihres „Projektes Schulhof“ verteilte die rechtsradikale Partei die sogenannte Schulhof-CD auf deutschen Schulhöfen und bei Parteiveranstaltungen. Die Zahl rechtsextremer Websites sei 2008 auf mehr als 1.700 angestiegen. Nach Informationen von jugendschutz.net habe die NPD ferner mehrere 10.000 Comics verteilt. „Dieser Comic ist die neueste Variante, wie die Jungen Nationaldemokraten gezielt Jugendliche ansprechen“, beschreibt Stefan Glaser von jugendschutz.net, Leiter des Rechtsextremismusbereichs der Länder-Zentralstelle für Jugendschutz im Internet.

Die türkischsprachige Hörfunksendung “Köln Radyosu” ist 45
“Köln Radyosu”, die türkischsprachige Hörfunksendung des Westdeutschen Rundfunks (WDR), die erstmals am 2. November 1964 ausgestrahlt wurde, ist 45. Sie war die bundesweit Erste und zugleich auch die erste regelmäßig hörbare Sendung einer deutschen Rundfunkanstalt in türkischer Sprache. Die HÜRRIYET und MILLIYET kritisieren die Verkürzung der Sendezeiten.