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Türkische Presse Türkei

15.10.2009 – Armenien, EU-Beitritt, Israel

Die Tageszeitungen berichten über das gestrige Länderspiel zwischen der Türkei und Armenien und die Spannungen zwischen der Türkei und Israel. Des Weiteren ist der Forschrittsbericht der EU-Kandidatenländer, darunter auch die Türkei, gestern von EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn veröffentlicht worden.

Presseschau der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World)

Türkei und Armenien werten Sarkissjan-Besuch als Erfolg
Hürriyet schreibt, Staatspräsident Abdullah Gül habe gesagt, dass nicht das Ergebnis des Spiels, sondern die Freundschaft von Bedeutung sei. Im Kommentar heißt es, dass die zuvor unterzeichneten Protokolle vor den Parlamenten bereits von den Fans im Stadion ratifiziert worden sind. Die Zuschauer hätten die Neuregelung der bilateralen Beziehungen zwischen der Türkei und Armenien begrüßt.

In Cumhuriyet lesen wir, der armenische Staatspräsident Sarkissjan und die Delegation in seiner Begleitung seien vor dem Spiel in Bursa von einem Folkloreteam begrüßt worden, dass Kostüme in den Farben der armenischen Flagge getragen habe. Die FIFA habe mit einem Beschluss kurz vor dem Spiel aserbaidschanische Flaggen im Stadion verboten. Weiter heißt es unter der Schlagzeile „der Frieden hat gewonnen“, es sei nicht nötig, über das Ergebnis zu berichten. Das Länderspiel in Bursa sei als ein wichtiger Schritt zur Gewährleistung des Friedens in die Geschichte eingegangen.

EU-Kommission veröffentlicht Fortschrittsbericht
In Star lesen wir unter der Schlagzeile „EU-Unterstützung an die jüngsten Initiativen“, die EU-Kommission habe ihren bisher positivsten Fortschrittsbericht veröffentlicht. Die Annäherung zu Armenien, die demokratische Initiative und die Ermittlungen im Fall Ergenekon seien im Bericht unterstützt worden. Ferner seien auch auf die Mängel in der Türkei hingewiesen worden.

Anatolischer Adler
Vatan berichtet über die Äußerungen von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan über die Krise in den Beziehungen mit Israel. In einem Interview für einen arabischen Fernsehsender habe Erdogan gesagt, Israel sei aus dem internationalen Teil des seit 2001 in Konya veranstalteten Manövers „Anatolischer Adler“ ausgeschlossen worden, weil es die Bevölkerung so gewollt habe. Die Regierung habe bei diesem Beschluss die Ansicht der Bevölkerung beachtet. Die Bevölkerung sei gegen eine Teilnahme Israels am Manöver gewesen. In diesem Zusammenhang seien Gespräche mit zuständigen Funktionären geführt worden. Danach sei der Ausschluss Israels beschlossen worden.

Habertürk bringt die Erklärungen von Erdogan, in denen er Israel kritisiert. Israel habe beim Angriff auf den Gaza-Streifen verbotene Waffen angewandt. Dies sei auch von der UNO bestätigt worden. Die mit Israel problemlos verlaufenden Beziehungen seien nach dem Angriff auf Gaza in einer ernste Krise geraten. Sabah meldet, die Führungspersonen der Terrororganisation PKK, Murat Karayilan, Ali Riza Altun und Zübeyir Aydar seien von den USA zu Drogenschmugglern erklärt worden. Ihr Vermögen sei eingefroren worden.

Auf der anderen Seite habe auch die Europäische Zentralbank beschlossen, den Geldverkehr der PKK näher zu untersuchen. Somit wolle Man ernster gegen die Finanzierung des Terrors vorgehen.

Hinweis: Die “Türkische Presse Türkei” (Türkeiausgaben türkischer Tageszeitungen) wird von der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World) zur Verfügung gestellt und von der MiGAZIN-Redaktion unverändert übernommen.

Presseschau der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara

Gül – Sarkissjan Treffen
Staatspräsident Abdullah Gül kam gestern mit seinem armenischen Amtskollegen Sersch Sarkissjan zusammen. Das treffen fand auf Einladung vom Staatspräsidenten Abdullah Gül im rahmen des WM- Qualifikationsspiels zwischen der Türkei und Armenien in Bursa statt. Es war der erste Türkei-Besuch eines armenischen Staatsoberhaupts zu bilateralen Kontakten. Gül bewertete den Besuch als bedeutend und sagte: „Es sind schwere aber große schritte. Diese sind besonders groß. Wir schreiben hier keine Geschichte, wir machen Geschichte.“

Unterdessen gab der armenische Staatspräsident Sarkissjan bekannt, dass beide Seiten bedeutende und richtige fortschritte nehmen.

Gül hatte die türkisch-armenische Annäherung im vergangenen Jahr mit einem Besuch des Qualifikations-Hinspiels der Türkei in Eriwan angestoßen. (Cumhuriyet- Milliyet)

Erdogan empfing aserbaidschanische Delegation
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan empfing gestern eine Delegation von elf abgeordneten des Aserbaidschanischen Parlaments die sich für einige Kontakte in Ankara befinden. Bei dem treffen, das über 1 stunde dauerte, wurden die jüngsten Entwicklungen in der kaukasischen Region und das Protokoll, das zwischen der Türkei und Armenien unterzeichnet wurde, besprochen.

Nach angaben gab Ministerpräsident Erdogan beim treffen bekannt, es sei nicht möglich, dass die Türkei ihre Grenze zum Armenien öffnet, bevor der Berg-Karabach-Konflikt gelöst werde. Erdogan sagte: „Wir teilen die aserbaidschanische Empfindsamkeit beim Berg-Karabach-Konflikt. Ich stehe hinter meinen Worten die ich im Aserbaidschanischen Parlament ausgesprochen habe. (Hürriyet)

Erdogan Besucht Bagdad
Um an der zweiten Versammlung des Rates für Strategische Zusammenarbeit in Bagdad teilzunehmen wird Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan heute Irak besuchen.

Erdogan wird dabei von neun Ministern darunter Außenminister Ahmet Davutoglu, Staatsminister Zafer Caglayan und Innenminister Besir Atalay und zahlreichen Geschäftsleuten begleitet.
Im Rahmen seiner Kontakte wird Erdogan auch mit dem irakischen Staatspräsidenten Dschalal Talabani und Ministerpräsident Nuri El Maliki zusammenkommen. (Milliyet)

EU-Fortschrittsbericht veröffentlicht
Der Forschrittsbericht der EU-Kandidatenländer, darunter auch die Türkei, ist gestern von EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn bei einer Pressekonferenz veröffentlicht worden.
Rehn appellierte an die Türkei, die Reformen in den Themen wie Religions- und Meinungsfreiheit, gewerkschaftliche Rechte sowie Justiz zu intensivieren. Der EU-Erweiterungskommissar sprach der Türkei bei ihren demokratischen- und armenischen Öffnungen Unterstützung der EU im In- und Ausland zu. Die armenische Öffnung sei ein historischer Schritt.

Verhandlungsführer Egemen Bagıs evaluierte den Fortschrittsbericht als überwiegend positiv und ausgewogen und sagte: „Der Bericht bestätigt, dass es positive Fortschritte in den 21 Kapiteln sind. Wir sind aber nicht in allen Themen gleicher Meinung. Es gibt manche unfaire Kritiken.“ (Star)

Talat: „Die Türkei leistet ihren Beitrag“
Präsident der Türkischen Republik Nordzypern (TRNZ) Mehmet Ali Talat, gab bekannt das der griechische Ministerpräsident Georgios Papandreou, falls er es wolle, wie die Türkische Regierung, positiv zur Lösung der Zypern-Frage mitwirken könne. Talat wies darauf hin, dass es nicht möglich sei die Probleme auf einmal zu lösen und sagte: „Wir müssen uns in allen Themen einigen. Die Türkei bestrebt sich für ihr bestes in diesem Prozess und leistet ihren Beitrag.“

Unterdessen erinnerte Talat auch das positive Benehmen von Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, der den UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon als Schiedsrichteramt zur Lösung der Zypern-Frage auforderte und sagte: „Was kann man dazu noch tun. Die Türkei unterstützt diesen Prozess und wir hoffen das alle Seiten positiv mitwirken und eine konstruktive Zusammenarbeit darstellen.“ (Türkiye)

Türkische Nationalmannschaft besiegt Armenien 2:0
Im Qualifikationsspiel für die Weltmeisterschaft 2010 besiegte die türkische Fußballmannschaft gestern Abend Armenien 2:0. Obwohl beide Mannschaften die WM-Qualifikation nicht geschafft haben, hatte dieses Spiel eine große Bedeutung.

Das Spiel fand nach dem historischen Protokoll zwischen der Türkei und Armenien statt und wurde unter anderem vom Staatspräsident Abdullah Gül und dem armenischen Staatspräsidenten Sersch Sarkissjan mitverfolgt. (Alle Zeitungen)

Hinweis: Die “Türkische Presse Türkei” (Türkeiausgaben türkischer Tageszeitungen) wird von der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara zur Verfügung gestellt und von der MiGAZIN-Redaktion unverändert übernommen.