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Migration und Integration in Deutschland

Wir haben unsere Behörden über Jahrzehnte in eine Abschottungskultur hineinentwickelt. Man hat gesagt: Haltet uns die Leute vom Hals, die wollen alle nur in unsere Sozialsysteme einwandern. Jetzt müssen wir deutlich machen, dass wir Fachkräfte brauchen, dass wir um sie werben müssen.

Peter Clever, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, April 2013

Türkische Presse Europa

04. und 05.10.2009 – Laschet, Sarrazin, Moschee

Rücktrittsforderungen an Thilo Sarrazin findet erneut breiten Raum. Er hatte mit seiner Ausländer-Schelte eine Welle der Empörung ausgelöst. Armin Laschets Forderung, eine Integrationspolitik mit Vision, ist ein weiterer Schwerpunktthema. Schließlich wird die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Schächten thematisiert.

05.10.2009

Der Integration fehlt Vision
Unter dieser Schlagzeile berichtet die SABAH über den Vorstoß Armin Laschets, der sich über mangelnde Vision in der Integrationspolitik beschwert habe. Die ZAMAN legt den Worten Laschets historische Bedeutung zu und titelt: „Historisches Eingeständnis: Jahrelang haben wir Migranten nicht berücksichtigt“. Die MILLIYET hingegen betont die Forderung des NRW-Integrationsministers und titelt: „Laschet will Fortsetzung des Integrationsplans“.

Thilo Sarrazin
Für SABAH ist ein Rücktritt Sarrazins schwer. Sarrazin, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, hatte in einem Interview mit dem Kulturmagazin „Lettre International“ in rechtspopulistischer und herabwürdigender Manier Türken und Araber diffamiert. Die SABAH bemerkt, dass Sarrazin nur vom Bundespräsidenten Horst Köhler vom Amt geholt werden könne.

Ungleichbehandlung von Migrantenkindern muss aufhören
Die Bundestagsabgeordnete Petra Merkel (SPD) habe einer Meldung der ZAMAN zufolge gefordert, die Ungleichbehandlung von Migrantenkindern im Bildungssystem abzuschaffen. Immer noch sei es so, dass Kinder aus sozial schwachen Familien im Vergleich zu Kindern aus besser betuchten Familien benachteiligt seien und sich diese Benachteiligung von der Schule bis ins Arbeitsleben durchziehe.

Die Türkei ist ein Unersetzbarer strategischer Akteur
Über diese Worte Ralf Fücks‘, Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll Stiftung, berichtet die ZAMAN. Fücks habe außerdem gesagt, dass Deutschland seine Beziehungen mit der Türkei unter die Lupe nehmen und verbessern müsse. Als den größten Hindernis zwischen Ankara und Berlin habe Fücks Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgemacht, die sich gegen den EU-Beitritt der Türkei ausgesprochen habe.

Unter einer weiteren Schlagzeile (Die Wahlergebnisse der Bundestagswahlen sind für die Türkei ungüngstig) analysiert die ZAMAN die Ergebnisse der Bundestagswahlen im Lichte der EU-Beitrittsverhandlungen der Türkei. Dabei wird betont, dass Deutschland ein Schwergewicht sei, wenn es um den EU-Beitritt der Türkei geht.

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2 Kommentare
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  1. Zoschi sagt:

    Ich verstehe nicht, dass man in der Politik auf solche Aussagen immer so sensibel reagiert. Der Mann hat doch recht! Er spricht damit direkt eines unserer größten Probleme an, die Ausländerpolitik. Weil die Deutschen immer noch ein schlechtes Gewissen haben, verpulvern wir unvorstellbare Summen und nehmen jeden auf, von denen sich etliche in unserem Land dermaßen daneben benehmen, dass mir die Worte fehlen.

    Hätte Herr Sarrazin als Bundeskanzler zur Verfügung gestanden… ich hätte ihn sofort gewählt und wäre mit sicherheit nicht der einzige gewesen

  2. Krischan Piepengruen sagt:

    Das Migazin meint: „Rücktrittsforderungen an Thilo Sarrazin findet erneut breiten Raum. Er hatte mit seiner Ausländer-Schelte eine Welle der Empörung ausgelöst.“

    Krischan Piepengruen meint: „“Rücktrittsforderungen an Thilo Sarrazin findet erneut breiten Raum. Er hatte mit seiner Ausländer-Schelte eine Welle der Begeisterung ausgelöst.“

    Wer hat recht?



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