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01.10.2009 – Gebet in der Schule, Bundestagswahl, Außenpolitik

Bis auf den türkischstämmigen Abgeordneten ist jeder zufrieden
Die ZAMAN berichtet auf der Titelseite der Europaausgabe über die Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts, wonach ein muslimischer Schüler in der Unterrichtsfreien Zeit in der Schule sein islamisches Gebet verrichten darf. Die Entscheidung, so die ZAMAN sei von Politikern und der Kirche begrüßt worden. Nur der türkischstämmige Landtagsabgeordnete Özcan Mutlu und die Anwältin Seyran Ates seien der Ansicht, dass diese Entscheidung der Integration schaden werde.

Die MILLIYET titel, dass die Entscheidung zu Diskussionen geführt und Unbehagen hervorgerufen habe. Der Grünen Abgeordnete Özcan Mutlu habe beispielsweise die Entscheidung stark kritisiert. Emin Demirbüken (CDU) hingegen habe gesagt, dass das Beten in den Schulpausen möglich sei. Bilkay Öney (SPD) habe wiederum darauf hingewiesen, dass so etwas nicht einmal in der Türkei gebe.

Die TÜRKIYE nimmt ebenfalls Bezug auf Özcan Mutlus Äußerungen und titelt: „Die Katholiken freuen sich, unsere sind Unglücklich“. Die SABAH führt ebenfalls mehrere Stimmen aus und fasst zusammen, dass es vereinzelte Befürchtungen gebe, die Entscheidung könne zu sozialen Unruhen führen.

HÜRRIYET lässt in diesem Zusammenhang den DITIB-Vorsitzenden zu Wort kommen, die sich zufrieden mit der Entscheidung zeigen.

Deutsche Außenpolitik
Die TÜRKIYE zeigt sich über den Ausgang der Bundestagswahlen mit Westerwelle als Außenpolitiker erfreut. Einige FDP-Abgeordnete hätten gesagt, dass die FDP die EU-Mitgliedschaft der Türkei unterstütze. In einer weiteren Schlagzeile titelt die TÜRKIYE dementsprechend: „Westerwelle soll Superminister werden“.

Cem Özdemir: „Wir werden Merkel auf die Finger schauen“
Grünen-Chef Cem Özdemir habe der TÜRKIYE gegenüber gesagt, dass die Grünen der künftigen Bundesregierung auf die Finger schauen werden, was die Integrations- und Ausländerpolitik anbelange.

100 000 Besucher zum Tag der offenen Moschee erwartet
Laut einer Meldung der ZAMAN wird zum Tag der offenen Moschee am 3. Oktober 100 000 Besucher erwartet. An diesem Tag würden tausende Moscheen ihr Türen öffnen und die Besucher über das Innenleben einer Moscheegemeinde informieren. Viele Deutsche würden diesen Tag nutzen, um mehr über den Islam in Erfahrung zu bringen. Am Tag der deutschen Einheit werde so das gegenseitige Kennenlernen gefördert.

Efkan Kara, CDU-Kandidat für den Landtag in NRW
Nach Meldungen, wonach im nordrhein-westfälischen Landtag kein einziger Abgeordneter mit Migrationshintergrund sitzt, kommen jetzt die ersten guten Nachrichten, so die ZAMAN. In NRW – das Land mit den meisten Menschen mit Migrationshintergrund – habe die CDU mit Efkan Kara einen türkischtämmigen Kandidaten für die Landtagswahlen aufgestellt.

Kilic: Die Migranten erwartet eine schwierige Zeit
Der neu in den Bundestag gewählte Memet Kilic (Die Grünen) habe der ZAMAN zufolge gesagt, dass Migranten und die Arbeiterschicht mit der schwarz-gelben Regierungskoalition eine schwierige Zeit bevorstehe.