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	<title>Kommentare zu: Warum die deutsche Integrationspolitik in der Zukunft scheitern wird&#8230;!</title>
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	<description>Migration in Germany</description>
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		<title>Von: Frank</title>
		<link>http://www.migazin.de/2009/09/17/leitkultur-warum-die-deutsche-integrationspolitik-in-der-zukunft-scheitern-wird/comment-page-2/#comment-8128</link>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 21:26:24 +0000</pubDate>
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		<description>Schade, die Diskussion wird gar nicht mehr fort geführt. Meine Frage an delice und Selcuk war wirklich ernst gemeint: Was ist denn Ihre Erwartung speziell von gläubigen Muslimen an die autochtone Bevölkerung?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Schade, die Diskussion wird gar nicht mehr fort geführt. Meine Frage an delice und Selcuk war wirklich ernst gemeint: Was ist denn Ihre Erwartung speziell von gläubigen Muslimen an die autochtone Bevölkerung?</p>
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		<title>Von: Frank</title>
		<link>http://www.migazin.de/2009/09/17/leitkultur-warum-die-deutsche-integrationspolitik-in-der-zukunft-scheitern-wird/comment-page-2/#comment-7918</link>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 15:42:29 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Herr Sezer,
vielen Dank für den Link! Ich muss aber nochmals darauf hinweisen, dass meine These nicht war, dass der Islam die Partizipation am Kulturleben blockiert. Ich bin viel mehr der Meinung, dass uns der zunehmend aus den Schulen verbannte Kunst- und Musikunterricht fehlt. Wenn dann das Elternhaus nicht für Kompesation sorgt, haben wir eben ein mangelndes Interesse an Kulturthemen, die sich in den unterschiedlichen Gruppen auch unterschiedlich äußert. Den Islam habe ich nur ins Spiel gebracht, weil ich nicht weiß, in wie weit es für einen gläubigen Menschen zum Beispiel ein Probelm sein könnte, eine Türkenmadonna zu sehen oder in die Entführung aus dem Serail zu gehen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Sezer,<br />
vielen Dank für den Link! Ich muss aber nochmals darauf hinweisen, dass meine These nicht war, dass der Islam die Partizipation am Kulturleben blockiert. Ich bin viel mehr der Meinung, dass uns der zunehmend aus den Schulen verbannte Kunst- und Musikunterricht fehlt. Wenn dann das Elternhaus nicht für Kompesation sorgt, haben wir eben ein mangelndes Interesse an Kulturthemen, die sich in den unterschiedlichen Gruppen auch unterschiedlich äußert. Den Islam habe ich nur ins Spiel gebracht, weil ich nicht weiß, in wie weit es für einen gläubigen Menschen zum Beispiel ein Probelm sein könnte, eine Türkenmadonna zu sehen oder in die Entführung aus dem Serail zu gehen.</p>
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	<item>
		<title>Von: Kamuran Sezer</title>
		<link>http://www.migazin.de/2009/09/17/leitkultur-warum-die-deutsche-integrationspolitik-in-der-zukunft-scheitern-wird/comment-page-2/#comment-7916</link>
		<dc:creator>Kamuran Sezer</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 14:37:20 +0000</pubDate>
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		<description>Werter Herr Frank, 

die Rolle des Islams und das Verhältnis zwischen dem Islam und Christentum sehe ich (inzwischen) als ein Teil der Leitvision an. Ich habe mich sehr lange Zeit gescheut, mich an der Debatte zum Islam zu beteiligen, weil ich Religion als etwas Intimes ansehe, das nur mich betrifft. Ich sehe mittlerweile ein, dass der Islam ein unvermeidlicher Diskussionspunkt auf dem Weg zu einer gemeinsamen Leitvision ist. Daher passt das Thema schon zu meinem Kommentar, wobei m.E. die von mir geforderte Leitvision mehr ist als die Islamdebatte. Da gebe ich Ihnen Recht! 

Veränderungen machen den Menschen schon immer Angst - und das überall auf der Welt. Wenn sich das bisher Gewohnte verändert, dann sind die Menschen verunsichert. Die Emanzipationsbewegung der Afroamerikaner hat die &quot;weiße&quot; Bevölkerung genauso verunsichert, wie die Verbreitung der Kutsche in Europa oder später der Dampflok. Wussten Sie, dass es mal eine Regelung gab,  dass Kutschen in der Nacht nur dann fahren durften, wenn ein oder zwei Menschen, mit einer Laterne vor der Kutsche den Weg beleuchteten. Da haben sich die Menschen im wahrsten Sinne des Wortes vor den technologischen Fortschritt gestellt. Oder wussten Sie, dass es Ärzte gab, die der Meinung waren, dass das Gehirn des Menschen einfrieren wird, wenn er sich mehr als 50 Km/h bewegt. Daher haben diese die Einführung von Dampfloks abgelehnt. Ängste sind natürlich und verständlich. Gleichzeitig sollte man sich bewusst machen, dass Ängste irrational oder unbegründet sein können und nicht immer etwas Schlimmes bedeuten müssen. 

Ich finde Ihr ehrenamtliches Engagement sehr schön. Ich kann die von Ihnen beschriebenen Schwierigkeiten bei der Überzeugung und Aktivierung der Türken in ihrer Heimatstadt sehr gut nachvollziehen. Ich würde mich bei der Ursachenanalyse allerdings nicht nur zu sehr auf den Islam versteifen. Die Gründe für die sehr geringe Teilnahme an den kulturellen Angeboten sind sehr banal: 

Die meisten Türken, die als Gastarbeiter nach Deutschland eingewandert sind, wurden hauptsächlich aus der Landbevölkerung rekrutiert. Wie Sie sich vorstellen können, gab es auf dem Land schlicht keine Museen und Theater und Konzerte. Sehr viele Türken sind schlicht nicht daran gewohnt, solche Einrichtungen zu besuchen. Dieses mangelnde Verständnis für &quot;Hochkultur&quot; färbt sich auch auf die Kinder dieser Menschen ab. 

Mein Freund und Geschäftsführer vom Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart,Kerim Arpad, engagiert sich auf diesem Gebiet. Anbei finden Sie einen Link zu einem gelungenen Interview mit ihm. Aus dem Interview können Sie für Ihre Arbeit einige Tipps ableiten, wie man u.a. Türken für kulturelle Angebote begeistern könnten. 

http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/journal/interviews/-/id=659252/did=5821458/pv=mplayer/vv=popup/nid=659252/16m5ewa/index.html

Viele Grüße
Kamuran Sezer</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Werter Herr Frank, </p>
<p>die Rolle des Islams und das Verhältnis zwischen dem Islam und Christentum sehe ich (inzwischen) als ein Teil der Leitvision an. Ich habe mich sehr lange Zeit gescheut, mich an der Debatte zum Islam zu beteiligen, weil ich Religion als etwas Intimes ansehe, das nur mich betrifft. Ich sehe mittlerweile ein, dass der Islam ein unvermeidlicher Diskussionspunkt auf dem Weg zu einer gemeinsamen Leitvision ist. Daher passt das Thema schon zu meinem Kommentar, wobei m.E. die von mir geforderte Leitvision mehr ist als die Islamdebatte. Da gebe ich Ihnen Recht! </p>
<p>Veränderungen machen den Menschen schon immer Angst &#8211; und das überall auf der Welt. Wenn sich das bisher Gewohnte verändert, dann sind die Menschen verunsichert. Die Emanzipationsbewegung der Afroamerikaner hat die &#8220;weiße&#8221; Bevölkerung genauso verunsichert, wie die Verbreitung der Kutsche in Europa oder später der Dampflok. Wussten Sie, dass es mal eine Regelung gab,  dass Kutschen in der Nacht nur dann fahren durften, wenn ein oder zwei Menschen, mit einer Laterne vor der Kutsche den Weg beleuchteten. Da haben sich die Menschen im wahrsten Sinne des Wortes vor den technologischen Fortschritt gestellt. Oder wussten Sie, dass es Ärzte gab, die der Meinung waren, dass das Gehirn des Menschen einfrieren wird, wenn er sich mehr als 50 Km/h bewegt. Daher haben diese die Einführung von Dampfloks abgelehnt. Ängste sind natürlich und verständlich. Gleichzeitig sollte man sich bewusst machen, dass Ängste irrational oder unbegründet sein können und nicht immer etwas Schlimmes bedeuten müssen. </p>
<p>Ich finde Ihr ehrenamtliches Engagement sehr schön. Ich kann die von Ihnen beschriebenen Schwierigkeiten bei der Überzeugung und Aktivierung der Türken in ihrer Heimatstadt sehr gut nachvollziehen. Ich würde mich bei der Ursachenanalyse allerdings nicht nur zu sehr auf den Islam versteifen. Die Gründe für die sehr geringe Teilnahme an den kulturellen Angeboten sind sehr banal: </p>
<p>Die meisten Türken, die als Gastarbeiter nach Deutschland eingewandert sind, wurden hauptsächlich aus der Landbevölkerung rekrutiert. Wie Sie sich vorstellen können, gab es auf dem Land schlicht keine Museen und Theater und Konzerte. Sehr viele Türken sind schlicht nicht daran gewohnt, solche Einrichtungen zu besuchen. Dieses mangelnde Verständnis für &#8220;Hochkultur&#8221; färbt sich auch auf die Kinder dieser Menschen ab. </p>
<p>Mein Freund und Geschäftsführer vom Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart,Kerim Arpad, engagiert sich auf diesem Gebiet. Anbei finden Sie einen Link zu einem gelungenen Interview mit ihm. Aus dem Interview können Sie für Ihre Arbeit einige Tipps ableiten, wie man u.a. Türken für kulturelle Angebote begeistern könnten. </p>
<p><a href="http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/journal/interviews/-/id=659252/did=5821458/pv=mplayer/vv=popup/nid=659252/16m5ewa/index.html" rel="nofollow">http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/journal/interviews/-/id=659252/did=5821458/pv=mplayer/vv=popup/nid=659252/16m5ewa/index.html</a></p>
<p>Viele Grüße<br />
Kamuran Sezer</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Frank</title>
		<link>http://www.migazin.de/2009/09/17/leitkultur-warum-die-deutsche-integrationspolitik-in-der-zukunft-scheitern-wird/comment-page-2/#comment-7914</link>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 13:22:56 +0000</pubDate>
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		<description>Hagen Rether wäre für mich ein Beweis, dass es diese Kritik an der deutschen Politik und Gesellschaft gegenüber von Muslimen genauso wie am Christentum gibt, oder? 
Aber eine Antwort auf meine Frage ist das nicht: Ich habe gefragt, welche Konsequenzen wir in Deutschland daraus ziehen sollen, das wir unser Grundgesetz &quot;geschenkt&quot; bekommen haben. Oder welche Konsequenzen die Christen daraus ziehen sollen, dass es einmal die Kreuzzüge gab. Sie zählen jetzt immer die (z.T. berechtigten) Kritikpunkte auf, sagen aber nicht, welchen Schluss sie daraus ziehen und was aus Ihrer Sicht konkret notwendig wäre, um hier miteinander leben zu können.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hagen Rether wäre für mich ein Beweis, dass es diese Kritik an der deutschen Politik und Gesellschaft gegenüber von Muslimen genauso wie am Christentum gibt, oder?<br />
Aber eine Antwort auf meine Frage ist das nicht: Ich habe gefragt, welche Konsequenzen wir in Deutschland daraus ziehen sollen, das wir unser Grundgesetz &#8220;geschenkt&#8221; bekommen haben. Oder welche Konsequenzen die Christen daraus ziehen sollen, dass es einmal die Kreuzzüge gab. Sie zählen jetzt immer die (z.T. berechtigten) Kritikpunkte auf, sagen aber nicht, welchen Schluss sie daraus ziehen und was aus Ihrer Sicht konkret notwendig wäre, um hier miteinander leben zu können.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Selçuk</title>
		<link>http://www.migazin.de/2009/09/17/leitkultur-warum-die-deutsche-integrationspolitik-in-der-zukunft-scheitern-wird/comment-page-2/#comment-7911</link>
		<dc:creator>Selçuk</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 11:53:58 +0000</pubDate>
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		<description>Vielleicht meint delice das, was Hagen Rether in diesem Video zum Ausdruck bringt:

http://www.youtube.com/watch?v=_IV3OJQNA14
(von 3:45 bis 5:10)

Ist aber nur eine Vermutung.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht meint delice das, was Hagen Rether in diesem Video zum Ausdruck bringt:</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=_IV3OJQNA14" rel="nofollow">http://www.youtube.com/watch?v=_IV3OJQNA14</a><br />
(von 3:45 bis 5:10)</p>
<p>Ist aber nur eine Vermutung.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Frank</title>
		<link>http://www.migazin.de/2009/09/17/leitkultur-warum-die-deutsche-integrationspolitik-in-der-zukunft-scheitern-wird/comment-page-2/#comment-7908</link>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 09:36:13 +0000</pubDate>
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		<description>Und was sollen &quot;wir&quot; (also die autochtonen Deutschen als Konsequenz aus Ihrer Erkenntsnis ziehen? Dass wir uns jetzt verschämt in die Ecke stellen und das Grundgesetz nicht verteidigen weil wir es &quot;geschenkt&quot; bekommen haben? Nur weil ich auf das Grundgesetz als etwas wertvolles hinweise, heißt es doch nicht, dass ich es als meine eigene Leistung deklariere. Verliere ich das Recht, mich an einer Diskussion zu beteiligen, nur weil aus einem Land komme, in dem eben nicht alles eitel Sonnenschein war und ist? Wer hätte dann überhaupt das Recht, zu diskutieren? Ich habe in meinen Diskussionbeiträgen, denke ich, deutlich gemacht, dass mir dieses stetige &quot;wir&quot; - &quot;ihr&quot; mit gegenseitigen Schuldzuweisungen nicht zielführend erscheint. 
Im Übrigen: Sie verschweigen, dass Deutschland ohnehin eine &quot;verspätete&quot; Nation war, also ein Nationalstaat erst seit 1871 existierte. Sie verschweigen die Revolution von 1918 und die Weimarer Republik (!). 
Und weiterhin: Geben Sie einmal das Stichwort Nationalsozialismus im Opac der Deutschen Bibliothek ein. Sie werden auf eine Fülle von Literatur stoßen, über alle möglichen Aspekte. Ich denke schon, dass in Deutschland auch der dunklen Seiten der Geschichte gedacht und immer wieder darauf hin gewiesen wird, dass ein Großteil der Deutschen den Nationalsozialismus mitgetragen hat und das Grundgesetz nur nach dem Zusammenbruch des Unrechtssystems möglich war. Forschungen zur Nachkriegszeit über die Verdängung der NS-Verbrechen existieren in Fülle. Ich bin mir sicher, dass eine ähnliche Aufarbeitung auch mit der DDR stattfinden wird, mit einem gewissen Abstand, erste Anzeichen gibt es ja schon. Meiner Meinung verpflichtet uns die Geschichte Deutschland gerade dazu, die Freiheit zu verteidigen, oder wie sehen Sie dies, delice?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Und was sollen &#8220;wir&#8221; (also die autochtonen Deutschen als Konsequenz aus Ihrer Erkenntsnis ziehen? Dass wir uns jetzt verschämt in die Ecke stellen und das Grundgesetz nicht verteidigen weil wir es &#8220;geschenkt&#8221; bekommen haben? Nur weil ich auf das Grundgesetz als etwas wertvolles hinweise, heißt es doch nicht, dass ich es als meine eigene Leistung deklariere. Verliere ich das Recht, mich an einer Diskussion zu beteiligen, nur weil aus einem Land komme, in dem eben nicht alles eitel Sonnenschein war und ist? Wer hätte dann überhaupt das Recht, zu diskutieren? Ich habe in meinen Diskussionbeiträgen, denke ich, deutlich gemacht, dass mir dieses stetige &#8220;wir&#8221; &#8211; &#8220;ihr&#8221; mit gegenseitigen Schuldzuweisungen nicht zielführend erscheint.<br />
Im Übrigen: Sie verschweigen, dass Deutschland ohnehin eine &#8220;verspätete&#8221; Nation war, also ein Nationalstaat erst seit 1871 existierte. Sie verschweigen die Revolution von 1918 und die Weimarer Republik (!).<br />
Und weiterhin: Geben Sie einmal das Stichwort Nationalsozialismus im Opac der Deutschen Bibliothek ein. Sie werden auf eine Fülle von Literatur stoßen, über alle möglichen Aspekte. Ich denke schon, dass in Deutschland auch der dunklen Seiten der Geschichte gedacht und immer wieder darauf hin gewiesen wird, dass ein Großteil der Deutschen den Nationalsozialismus mitgetragen hat und das Grundgesetz nur nach dem Zusammenbruch des Unrechtssystems möglich war. Forschungen zur Nachkriegszeit über die Verdängung der NS-Verbrechen existieren in Fülle. Ich bin mir sicher, dass eine ähnliche Aufarbeitung auch mit der DDR stattfinden wird, mit einem gewissen Abstand, erste Anzeichen gibt es ja schon. Meiner Meinung verpflichtet uns die Geschichte Deutschland gerade dazu, die Freiheit zu verteidigen, oder wie sehen Sie dies, delice?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: delice</title>
		<link>http://www.migazin.de/2009/09/17/leitkultur-warum-die-deutsche-integrationspolitik-in-der-zukunft-scheitern-wird/comment-page-2/#comment-7903</link>
		<dc:creator>delice</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 04:38:53 +0000</pubDate>
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		<description>Mein Gott ihr habt euer euch geschenktes GG erst seit 1949 - meist auch noch widerwillig angenommen. Und jetzt führt ihr euch auf, als seid ihr die Erfinder von Menschenrechten oder gar der Würde der Menschen!

Davor gab es doch bei euch nur eine Willkürherrschaft nach der anderen. Der Obrigkeitsstaat bestand doch in Westdeutschland bis 1949 und im Osten dieses Deutschalnds erst seit der so genannten &quot;Wiedervereinigung&quot;. Gerade die aus dem Osten sollten noch ihre Unterdrücker persönlich kennem - oder nicht!

Wie lebenswirklich sind die Deutschen eigentlich, dass sie diesen von oben geschenkten demokratischen Rechtsstaat, als ihre eigene Leistung und Errungenschaft deklarieren!?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Gott ihr habt euer euch geschenktes GG erst seit 1949 &#8211; meist auch noch widerwillig angenommen. Und jetzt führt ihr euch auf, als seid ihr die Erfinder von Menschenrechten oder gar der Würde der Menschen!</p>
<p>Davor gab es doch bei euch nur eine Willkürherrschaft nach der anderen. Der Obrigkeitsstaat bestand doch in Westdeutschland bis 1949 und im Osten dieses Deutschalnds erst seit der so genannten &#8220;Wiedervereinigung&#8221;. Gerade die aus dem Osten sollten noch ihre Unterdrücker persönlich kennem &#8211; oder nicht!</p>
<p>Wie lebenswirklich sind die Deutschen eigentlich, dass sie diesen von oben geschenkten demokratischen Rechtsstaat, als ihre eigene Leistung und Errungenschaft deklarieren!?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Frank</title>
		<link>http://www.migazin.de/2009/09/17/leitkultur-warum-die-deutsche-integrationspolitik-in-der-zukunft-scheitern-wird/comment-page-2/#comment-7899</link>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 21:45:05 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.migazin.de/?p=7088#comment-7899</guid>
		<description>Lieber Herr Sezer, 
schön, dass Sie sich auch an der Diskussion beteiligen. Wir sind ja eigentlich auch etwas weg gekommen von der Frage ob &quot;Leitkultur&quot; oder &quot;Leitvision&quot;. 
Ich glaube, ich habe in meinen Beiträgen hier zum Ausdruck gebracht, dass ich es schon für möglich halte, dass wir in Zukunft in Deutschland eine gemeinsame Leitvision entwickeln können, an der &quot;Autochtone&quot; und &quot;Migranten&quot; teilhaben können. 
Ich würde Sie, Herr Sezer, aber doch ganz gerne noch einmal ansprechen. In einer Diskussion  haben Sie - denke ich zu Recht - darauf hingewiesen, dass die autochtonen Deutschen Angst vor &quot;Überfremdung&quot; haben, d.h. mit zunehmender Zahl der Migranten das &quot;Deutsche&quot; (was auch immer das sein soll) zu verlieren. Ehrlich gesagt gehen meine Ängste in Bezug auf die künftige Gesellschaft in eine ähnliche Richtung. Ich kann jetzt nur aus eigener Erfahrung sprechen und keinerlei wissenschaftliche Belege anführen. Da ich zahlreiche, auch ehrenamtliche Tätigkeiten im kulturellen Sektor wahrnehme, habe ich, denke ich, bezogen auf meine Heimatstadt einen ganz guten Überblick, wer am &quot;klassischen&quot; Kulturbereich partizipiert. Damit meine ich z.B. Theater/ Oper/ Museumbesuche usw., d.h. was wir als &quot;Hochkultur&quot; bezeichnen würden, auch wenn mir der Begriff nicht gefällt. Mir fällt auf, dass hier nur bestimmte Migrantengruppen (z.B. überprportional viele Russen) vertreten sind, wärend Türken kaum in die örtliche Gemäldegalerie (sehr viele Bilder mit christlicher Ikonografie aus der Frühen Neuzeit und dem Barock) kommen. Das kann ich beurteilen, weil ich meine Führungen in Dialogform halte und somit auch etwas über die Besucher erfahre. Ich habe lange über die Gründe nachgedacht, und welche Konsequenzen daraus zu ziehen wären. Ich glaube, dass gerade in Russland ein Bildungsideal vorherrscht(e), das sehr stark auf Wissen von Daten und Fakten ausgerichtet ist. Ich könnte mir schon vorstellen, dass bei Türken der Glaube eine Barriere ist, d.h. einfach kein Interesse an Bilder aus christlichem Kontext besteht. Es könnte aber auch sein, dass bedingt durch kulturelle Konvetionen, die mit Glauben zusammenhängen (z.B. das Bilderverbot) Türken nicht mit Darstellungsmodi wie der Perspektive vertraut sind, und deshalb Scheuh haben, ins Museum zu gehen. Oder das Museum als Ort flöst per se Respekt ein. Oder wir finden nicht die richtigen Vermittlungsformen. Dabei sind durchaus auch Migranten in den örtlichen Museen beschäftigt (Iraner, Türken, Russen) So richtig habe ich die Gründe für mich nicht klären können, aber es wäre mir wichtig, gerade auch Türken und türkisch Stämmige ins Museum einzuladen. Einen Anknüpfungspunkt sehe ich in der Mythologie als gemeinsame Grundlage der westlichen (christlichen) und östlichen (christlich-orthodoxen/ islamischen) Kultur. Letzlich ist die Renaissance die Sie nennen ja nichts anderes als die Auseinandersetzung europäischer Eliten des späten Mittelalters mit der auch über den Islam vermittelten Antike in einer Summe von Rezeptionsprozessen. 
Leider ist es bisher aber trotz Angeboten nicht gelungen, mehr Migranten ins Museum zu locken.
Ähnliches stelle ich z.B. auf dem Sektor der Denkmalpflege fest. Es engagieren sich leider insgesamt wenige  Migranten (ich kenne keine) für das historische Erbe. 
Nun zum Ausgangspunkt des Gedankengangs, nämlich der Angst das &quot;Deutsche&quot; zu verlieren, was ja eigentlich bedeutet, dass man Angst hat, das &quot;Erbe&quot; zu verlieren: Ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten Jahren eine Welle von Schließungen von Theatern, Museen und eine Welle von Abbrüchen historischer Bauten gerade in den &quot;Städten in der zweiten Reihe&quot; erleben werden. Zum Teil beginnt das gerade. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Ich mache dafür nicht die Migranten verantwortlich, sondern eher unser Bildungssystem, denn viele &quot;autochtone&quot; Deutsche kennen ihre Geschichte auch nicht und Kultur wird leider zunehmend zum Feigenblatt für die &quot;Upper-Class&quot;. Dass es uns nicht gelingt, Migranten für unser kulturelles Erbe zu gewinnen (ohne dass Sie ihre Herkunft verleugnen) ist für mich Symptom einer bisher gescheiterten Integrations- und Bildungspolitik. Insofern ist die Angst, das Erbe zu verlieren, höchst begründet. Und es hat insofern etwas Migration und Demografie zu tun, als die Interessenten an der Art von Kultur, von der ich spreche, im vorgerückten Alter sind und das junge Publikum (von dem ein relativ großer Anteil einen Migrationshintergrund hat) nicht nachrückt. Anscheinend vermitteln wir dank Konsum und Werbung vielmehr die anglo-amerikanische Kultur als werthaft, als die, die wir vor Ort haben. Dies wird, wenn wir nichts ändern, dazu führen, dass das kulturelle Erbe nicht mehr verstanden wird. Nicht verstehen führt zu Desinteresse. Und von da ist es nur ein kleiner Schritt bis zur Preisgabe. D.h. eine &quot;Kultur&quot; werden wir vielleicht auch in 20 oder 50 Jahren sicherlich haben. Aber ob wir unser Erbe bewahren können, da bin ich mir ehrlich gesagt nicht sicher.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Sezer,<br />
schön, dass Sie sich auch an der Diskussion beteiligen. Wir sind ja eigentlich auch etwas weg gekommen von der Frage ob &#8220;Leitkultur&#8221; oder &#8220;Leitvision&#8221;.<br />
Ich glaube, ich habe in meinen Beiträgen hier zum Ausdruck gebracht, dass ich es schon für möglich halte, dass wir in Zukunft in Deutschland eine gemeinsame Leitvision entwickeln können, an der &#8220;Autochtone&#8221; und &#8220;Migranten&#8221; teilhaben können.<br />
Ich würde Sie, Herr Sezer, aber doch ganz gerne noch einmal ansprechen. In einer Diskussion  haben Sie &#8211; denke ich zu Recht &#8211; darauf hingewiesen, dass die autochtonen Deutschen Angst vor &#8220;Überfremdung&#8221; haben, d.h. mit zunehmender Zahl der Migranten das &#8220;Deutsche&#8221; (was auch immer das sein soll) zu verlieren. Ehrlich gesagt gehen meine Ängste in Bezug auf die künftige Gesellschaft in eine ähnliche Richtung. Ich kann jetzt nur aus eigener Erfahrung sprechen und keinerlei wissenschaftliche Belege anführen. Da ich zahlreiche, auch ehrenamtliche Tätigkeiten im kulturellen Sektor wahrnehme, habe ich, denke ich, bezogen auf meine Heimatstadt einen ganz guten Überblick, wer am &#8220;klassischen&#8221; Kulturbereich partizipiert. Damit meine ich z.B. Theater/ Oper/ Museumbesuche usw., d.h. was wir als &#8220;Hochkultur&#8221; bezeichnen würden, auch wenn mir der Begriff nicht gefällt. Mir fällt auf, dass hier nur bestimmte Migrantengruppen (z.B. überprportional viele Russen) vertreten sind, wärend Türken kaum in die örtliche Gemäldegalerie (sehr viele Bilder mit christlicher Ikonografie aus der Frühen Neuzeit und dem Barock) kommen. Das kann ich beurteilen, weil ich meine Führungen in Dialogform halte und somit auch etwas über die Besucher erfahre. Ich habe lange über die Gründe nachgedacht, und welche Konsequenzen daraus zu ziehen wären. Ich glaube, dass gerade in Russland ein Bildungsideal vorherrscht(e), das sehr stark auf Wissen von Daten und Fakten ausgerichtet ist. Ich könnte mir schon vorstellen, dass bei Türken der Glaube eine Barriere ist, d.h. einfach kein Interesse an Bilder aus christlichem Kontext besteht. Es könnte aber auch sein, dass bedingt durch kulturelle Konvetionen, die mit Glauben zusammenhängen (z.B. das Bilderverbot) Türken nicht mit Darstellungsmodi wie der Perspektive vertraut sind, und deshalb Scheuh haben, ins Museum zu gehen. Oder das Museum als Ort flöst per se Respekt ein. Oder wir finden nicht die richtigen Vermittlungsformen. Dabei sind durchaus auch Migranten in den örtlichen Museen beschäftigt (Iraner, Türken, Russen) So richtig habe ich die Gründe für mich nicht klären können, aber es wäre mir wichtig, gerade auch Türken und türkisch Stämmige ins Museum einzuladen. Einen Anknüpfungspunkt sehe ich in der Mythologie als gemeinsame Grundlage der westlichen (christlichen) und östlichen (christlich-orthodoxen/ islamischen) Kultur. Letzlich ist die Renaissance die Sie nennen ja nichts anderes als die Auseinandersetzung europäischer Eliten des späten Mittelalters mit der auch über den Islam vermittelten Antike in einer Summe von Rezeptionsprozessen.<br />
Leider ist es bisher aber trotz Angeboten nicht gelungen, mehr Migranten ins Museum zu locken.<br />
Ähnliches stelle ich z.B. auf dem Sektor der Denkmalpflege fest. Es engagieren sich leider insgesamt wenige  Migranten (ich kenne keine) für das historische Erbe.<br />
Nun zum Ausgangspunkt des Gedankengangs, nämlich der Angst das &#8220;Deutsche&#8221; zu verlieren, was ja eigentlich bedeutet, dass man Angst hat, das &#8220;Erbe&#8221; zu verlieren: Ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten Jahren eine Welle von Schließungen von Theatern, Museen und eine Welle von Abbrüchen historischer Bauten gerade in den &#8220;Städten in der zweiten Reihe&#8221; erleben werden. Zum Teil beginnt das gerade. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Ich mache dafür nicht die Migranten verantwortlich, sondern eher unser Bildungssystem, denn viele &#8220;autochtone&#8221; Deutsche kennen ihre Geschichte auch nicht und Kultur wird leider zunehmend zum Feigenblatt für die &#8220;Upper-Class&#8221;. Dass es uns nicht gelingt, Migranten für unser kulturelles Erbe zu gewinnen (ohne dass Sie ihre Herkunft verleugnen) ist für mich Symptom einer bisher gescheiterten Integrations- und Bildungspolitik. Insofern ist die Angst, das Erbe zu verlieren, höchst begründet. Und es hat insofern etwas Migration und Demografie zu tun, als die Interessenten an der Art von Kultur, von der ich spreche, im vorgerückten Alter sind und das junge Publikum (von dem ein relativ großer Anteil einen Migrationshintergrund hat) nicht nachrückt. Anscheinend vermitteln wir dank Konsum und Werbung vielmehr die anglo-amerikanische Kultur als werthaft, als die, die wir vor Ort haben. Dies wird, wenn wir nichts ändern, dazu führen, dass das kulturelle Erbe nicht mehr verstanden wird. Nicht verstehen führt zu Desinteresse. Und von da ist es nur ein kleiner Schritt bis zur Preisgabe. D.h. eine &#8220;Kultur&#8221; werden wir vielleicht auch in 20 oder 50 Jahren sicherlich haben. Aber ob wir unser Erbe bewahren können, da bin ich mir ehrlich gesagt nicht sicher.</p>
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	<item>
		<title>Von: Kamuran Sezer</title>
		<link>http://www.migazin.de/2009/09/17/leitkultur-warum-die-deutsche-integrationspolitik-in-der-zukunft-scheitern-wird/comment-page-2/#comment-7897</link>
		<dc:creator>Kamuran Sezer</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 11:35:17 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.migazin.de/?p=7088#comment-7897</guid>
		<description>Werte/r Sanne!

ich möchte mich für Ihren spannenden und kontroversen Beitrag bedanken. Mein Dank gilt auch den anderen Kommentatoren! Zunächst möchte ich klar stellen, dass Ihr Beirag - trotz kontroverser Standpunkte - sehr wohl ausgewogen ist. 

Da mein Zeitbudget gegenwärtig knapp bemessen ist, möchte ich einige Punkte von Ihnen mit der mir in aller Kürze gebotenen Möglichkeiten antworten. Ich hoffe, ich kann Ihre Fragen ausreichend beantworten. 

Viele Ihrer Kritikpunkte bzw. Ihrer kritischen Reflexionen begründen sich auf die Annahme: Ein guter Muslim muss dem Koran - dem unabänderlichen Wort Gottes - bedingungslos  folgen. 

Im Islam ist der Koran ohne Zweifel eine heilige Schrift. Sie ist die Maßgabe aller sozialen Ordnungen und sozialen Verhaltens in einer Gesellschaft und im Staatswesen. Im Koran werden neben moralphilophischen und weltanschaulischen Gesichtspunkten hinaus Regelungen zur Kleiderordnungen,  zur Erbschaft, zur Scheidung, zum Handel, zum Streit usw. formuliert. 

Ich möchte mit meinem Beispiel keinesfalls beide Bücher/Schriften gleichsetzen, wohl aber auch darauf hinweisen, dass auch die deutsche Straßenverkehrsordnung die Maßgabe von verkehrspolitischer Ordnung und Fahrverhalten in Deutschland ist. Und trotzdem werden in einem Jahr Tausende von Knöllchen wg. Falschparkens, Geschwindigkeitsübertretungen usw. verteilt. 

Ich möchte sagen, nicht ein Buch selbst stellt eine Gefahr dar, sondern die Menschen, die den Inhalt des Buches auslegen und ihrer Auslegung entsprechend handeln. 

Dschihad beispielsweise, also das Bestreben, Bemühen, Kampf auf dem Weg Gottes, wird in der islamischen Welt und unter islamischen Gelehrten sehr unterschiedlich ausgelegt. Er muss nicht unbedingt als &quot;Heiliger Kampf&quot; gedeutet werden, wie es in manchen deutschen Berichterstattungen &quot;frei&quot; übersetzt wird. Es gibt Muslime, die den Dschihad tatsächlich als Kampf mit dem Bestreben zur Weltherrschaft des Islams verstehen. Es gibt auch Muslime, die Dschihad als (militärische) Verteidigung des Islams gegenüber ausländische Mächte ansehen. Manche sind der Auffassung, dass dieser Verteidigungsfall eintritt, wenn diese &quot;ausländische Mächte&quot; Soldaten mit kriegerischen Absichten schicken. Andere wiederum sehen den Verteidigungsfall dann, wenn Kulturprodukte z.B. der westlichen Welt wie beispielsweise Coca Cola, Barbie-Puppen oder die Ausstrahlung der Simpsons Eingang in die islamische Gesellschaften finden. Es gibt sogar noch weitere Abstufungen. 

Zur realistischen Einschätzung der Gefahr durch die Muslime sind zwei Fragen entscheidend: 

1. Wer vertritt welche Art der Interpretation des Korans?
2. Und wie viele Personen stehen hinter den jeweiligen Gruppen, die den Koran unterschiedlich auslegen? Oder konkret: Wie hoch ist der Anteil derjenigen Muslime, die aus dem Koran einen militärischen-gewaltätigen Auftrag ableiten. 

Diese Fragen sind ungeklärt: Muss sich die westliche Welt vor 99% der Muslime auf der Welt fürchten, oder vor 50% oder vor 5%!? Auf Deutschland übertragen möchte ich nur zu bedenken geben, dass die Mehrheit der Muslime von den Türken und auch von den Bosniers gestellt wird. Beide Länder sind in der islamischen Welt neben Pakistan die einzigen Länder, die eine säkulare, laizistische Staatsordnung vertreten. Die Muslime in Deutschland, die aus Iran, Irak, Palästina usw. stammen, haben eine ganz andere Einwanderungsgeschichte und -motive als beispielsweise die Türken. Die meisten sind nach Deutschland &quot;geflohen&quot;. In vielen Fällen handelt es sich um hochgebildete Menschen, die in ihren Ländern verfolgt wurden. Die iranische Diaspora in Deutschland beispielsweise engagieren sich gegen das Ayatollah-Regime. 

Zu den Türken möchte ich noch anführen, dass wir - ich bin ja auch ein Türke - eine ganz andere religiöse Entwicklungsgeschichte haben. Wie Sie vielleicht wissen, begründet sich die moderne Türkei auf eine säkulare Grundordnung, die auf den Prinzipien des Kemalismus aufbaut. Aufgrund islamischen Geschichte des Osmanischen Reiches und der damit geprägten Sozialisation der Bevölkerung, insbesondere der Landbevölkerung, entwickelte sich in der türkischen Bevölkerung ein kompliziertes Verhältnis zwischen Religion, Staat und seinen Bürger. Dies darzustellen, ist sehr umfangreich. Ich möchte aber auf die Arbeiten von Herrn Günter Seufert hinweisen, der zum Schluss kam, dass der Islam in der Türkei Religion und Ideologie zugleich ist. 

Ich denke also nicht, dass in Deutschland eine Mehrheit in der muslimischen Bevölkerung gibt, die gewaltbereit ist oder terroristische Absichten hegt. Aber wie die Ereignisse von 11.9. beweisen, reichen 19 Menschen aus, umdie halbe Welt in Angst und Schrecken zu versetzen und schreckliche Kriege anzuzetteln. Eine handvoll von Menschen reichen aus, dass in Deutschland  über den Einsatz von Körperscannern diskutiert wird und dass die Fluggäste lange Wartezeiten und sonstige Nachteile aushalten müssen. 

Ich frage mich in der Debatte über den Islam und das friedliche Zusammenleben mit den Muslimen, ob es gerechtfertigt ist und vorallem (!) das Problem der terroristischen Gefahr löst, wenn man eine ganze Volksgruppe unter einen Generalverdacht stellt. 

Schonen wir doch unsere Nerven und unsere Ressourcen, in dem wir uns bei diesem Problem/Thema auf realistische, empirisch-belegbaren Sachverhalte konzentrieren, anstatt Gift zu streuen. Denn pauschalisierende Aussagen führen unter den Muslimen in Deutschland zur Resignation, zum Rückzug in die eigene ethnische Milieu und zur verhärteten Identifikation abseits der Werte der deutschen Gesellschaft.

Diese Gedanken abschließend möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass die Islamdebatte von rechtspopulistischen Initiativen wie pro Köln / NRW oder teilweise durch einige fragwürdige Autoren von politically incorrect als Steigbügelhalter genutzt werden, um ihre ausländerfeindlichen Haltungen politisch durchzusetzen und verbreiten. Bei aller Respekt gegenüber einer ehrlichen Debatte sollten auch die Absichten und der Zweck solcher Gruppen kritisch hinterfragt werden. 

Sie haben gefragt: Ist der Islam mit den europäischen Werten vereinbar?

Ja, selbstverständlich... genauso wie das Christentum mit den europäischen Werten vereinbar ist. Bedenken Sie bitte, dass diese &quot;europäischen&quot; Werte sich auf die Reformation, Renaissance, französische Revolution und Aufklärung aufbauen. Das Christentum war - mit eingeschränkter Ausnahme bei der Reformation - kein Antreiber und Promotor dieser gesellschaftspolitischen Umbrüche jener Zeiten. Im Gegenteil, die katholische Kirche hat dagegen angekämpft und nicht selten Kriege geführt, Menschen gefoltert und verfolgt. Ich möchte nur daran erinnern, dass die katholischen Kirche erst vor einigen Jahren das Hausarrest von Galileo Galilei aufgehoben hat. 

Das Christentum, wie es sich heute darstellt und erlebt wird, ist das Resultat dessen, dass es des Volkes Meinung akzeptiert und Rechnung getragen hat. Ich bin überzeugt, dass es eine europäische Auslegung des Islams geben wird. Die Anzeigen heute kann man schon beobachten. Wenn in Deutschland Moscheen mit MInaretten und Kuppeln gebaut wird, dann entsprechen sie nicht den rein islamischen Vorschriften. In sehr vielen Moscheen in islamischen Ländern gibt es keine Freizeitangebote für Jugendliche und Frauen, keine Seminar- und Geschäftsräume, die von Nicht-muslimen genutzt werden können. Diese Variante der Moscheen ist das Resultat des Dialogs mit der Mehrheitsgesellschaft und in dieser Form eine europäische Einzigartigkeit. Der Islam in Europa wird ein anderes Gesicht haben als der Islam in den meisten islamischen Ländern. 

Ich denke, dass ich in meinem Beitrag im Querschnitt Ihres Beitrags geantwortet habe. 

Nochmals vielen Dank alle für die Rückmeldungen, die mir interessante Einblicke in die Denkprozesse bieten!

Viele Grüße
Kamuran Sezer</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Werte/r Sanne!</p>
<p>ich möchte mich für Ihren spannenden und kontroversen Beitrag bedanken. Mein Dank gilt auch den anderen Kommentatoren! Zunächst möchte ich klar stellen, dass Ihr Beirag &#8211; trotz kontroverser Standpunkte &#8211; sehr wohl ausgewogen ist. </p>
<p>Da mein Zeitbudget gegenwärtig knapp bemessen ist, möchte ich einige Punkte von Ihnen mit der mir in aller Kürze gebotenen Möglichkeiten antworten. Ich hoffe, ich kann Ihre Fragen ausreichend beantworten. </p>
<p>Viele Ihrer Kritikpunkte bzw. Ihrer kritischen Reflexionen begründen sich auf die Annahme: Ein guter Muslim muss dem Koran &#8211; dem unabänderlichen Wort Gottes &#8211; bedingungslos  folgen. </p>
<p>Im Islam ist der Koran ohne Zweifel eine heilige Schrift. Sie ist die Maßgabe aller sozialen Ordnungen und sozialen Verhaltens in einer Gesellschaft und im Staatswesen. Im Koran werden neben moralphilophischen und weltanschaulischen Gesichtspunkten hinaus Regelungen zur Kleiderordnungen,  zur Erbschaft, zur Scheidung, zum Handel, zum Streit usw. formuliert. </p>
<p>Ich möchte mit meinem Beispiel keinesfalls beide Bücher/Schriften gleichsetzen, wohl aber auch darauf hinweisen, dass auch die deutsche Straßenverkehrsordnung die Maßgabe von verkehrspolitischer Ordnung und Fahrverhalten in Deutschland ist. Und trotzdem werden in einem Jahr Tausende von Knöllchen wg. Falschparkens, Geschwindigkeitsübertretungen usw. verteilt. </p>
<p>Ich möchte sagen, nicht ein Buch selbst stellt eine Gefahr dar, sondern die Menschen, die den Inhalt des Buches auslegen und ihrer Auslegung entsprechend handeln. </p>
<p>Dschihad beispielsweise, also das Bestreben, Bemühen, Kampf auf dem Weg Gottes, wird in der islamischen Welt und unter islamischen Gelehrten sehr unterschiedlich ausgelegt. Er muss nicht unbedingt als &#8220;Heiliger Kampf&#8221; gedeutet werden, wie es in manchen deutschen Berichterstattungen &#8220;frei&#8221; übersetzt wird. Es gibt Muslime, die den Dschihad tatsächlich als Kampf mit dem Bestreben zur Weltherrschaft des Islams verstehen. Es gibt auch Muslime, die Dschihad als (militärische) Verteidigung des Islams gegenüber ausländische Mächte ansehen. Manche sind der Auffassung, dass dieser Verteidigungsfall eintritt, wenn diese &#8220;ausländische Mächte&#8221; Soldaten mit kriegerischen Absichten schicken. Andere wiederum sehen den Verteidigungsfall dann, wenn Kulturprodukte z.B. der westlichen Welt wie beispielsweise Coca Cola, Barbie-Puppen oder die Ausstrahlung der Simpsons Eingang in die islamische Gesellschaften finden. Es gibt sogar noch weitere Abstufungen. </p>
<p>Zur realistischen Einschätzung der Gefahr durch die Muslime sind zwei Fragen entscheidend: </p>
<p>1. Wer vertritt welche Art der Interpretation des Korans?<br />
2. Und wie viele Personen stehen hinter den jeweiligen Gruppen, die den Koran unterschiedlich auslegen? Oder konkret: Wie hoch ist der Anteil derjenigen Muslime, die aus dem Koran einen militärischen-gewaltätigen Auftrag ableiten. </p>
<p>Diese Fragen sind ungeklärt: Muss sich die westliche Welt vor 99% der Muslime auf der Welt fürchten, oder vor 50% oder vor 5%!? Auf Deutschland übertragen möchte ich nur zu bedenken geben, dass die Mehrheit der Muslime von den Türken und auch von den Bosniers gestellt wird. Beide Länder sind in der islamischen Welt neben Pakistan die einzigen Länder, die eine säkulare, laizistische Staatsordnung vertreten. Die Muslime in Deutschland, die aus Iran, Irak, Palästina usw. stammen, haben eine ganz andere Einwanderungsgeschichte und -motive als beispielsweise die Türken. Die meisten sind nach Deutschland &#8220;geflohen&#8221;. In vielen Fällen handelt es sich um hochgebildete Menschen, die in ihren Ländern verfolgt wurden. Die iranische Diaspora in Deutschland beispielsweise engagieren sich gegen das Ayatollah-Regime. </p>
<p>Zu den Türken möchte ich noch anführen, dass wir &#8211; ich bin ja auch ein Türke &#8211; eine ganz andere religiöse Entwicklungsgeschichte haben. Wie Sie vielleicht wissen, begründet sich die moderne Türkei auf eine säkulare Grundordnung, die auf den Prinzipien des Kemalismus aufbaut. Aufgrund islamischen Geschichte des Osmanischen Reiches und der damit geprägten Sozialisation der Bevölkerung, insbesondere der Landbevölkerung, entwickelte sich in der türkischen Bevölkerung ein kompliziertes Verhältnis zwischen Religion, Staat und seinen Bürger. Dies darzustellen, ist sehr umfangreich. Ich möchte aber auf die Arbeiten von Herrn Günter Seufert hinweisen, der zum Schluss kam, dass der Islam in der Türkei Religion und Ideologie zugleich ist. </p>
<p>Ich denke also nicht, dass in Deutschland eine Mehrheit in der muslimischen Bevölkerung gibt, die gewaltbereit ist oder terroristische Absichten hegt. Aber wie die Ereignisse von 11.9. beweisen, reichen 19 Menschen aus, umdie halbe Welt in Angst und Schrecken zu versetzen und schreckliche Kriege anzuzetteln. Eine handvoll von Menschen reichen aus, dass in Deutschland  über den Einsatz von Körperscannern diskutiert wird und dass die Fluggäste lange Wartezeiten und sonstige Nachteile aushalten müssen. </p>
<p>Ich frage mich in der Debatte über den Islam und das friedliche Zusammenleben mit den Muslimen, ob es gerechtfertigt ist und vorallem (!) das Problem der terroristischen Gefahr löst, wenn man eine ganze Volksgruppe unter einen Generalverdacht stellt. </p>
<p>Schonen wir doch unsere Nerven und unsere Ressourcen, in dem wir uns bei diesem Problem/Thema auf realistische, empirisch-belegbaren Sachverhalte konzentrieren, anstatt Gift zu streuen. Denn pauschalisierende Aussagen führen unter den Muslimen in Deutschland zur Resignation, zum Rückzug in die eigene ethnische Milieu und zur verhärteten Identifikation abseits der Werte der deutschen Gesellschaft.</p>
<p>Diese Gedanken abschließend möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass die Islamdebatte von rechtspopulistischen Initiativen wie pro Köln / NRW oder teilweise durch einige fragwürdige Autoren von politically incorrect als Steigbügelhalter genutzt werden, um ihre ausländerfeindlichen Haltungen politisch durchzusetzen und verbreiten. Bei aller Respekt gegenüber einer ehrlichen Debatte sollten auch die Absichten und der Zweck solcher Gruppen kritisch hinterfragt werden. </p>
<p>Sie haben gefragt: Ist der Islam mit den europäischen Werten vereinbar?</p>
<p>Ja, selbstverständlich&#8230; genauso wie das Christentum mit den europäischen Werten vereinbar ist. Bedenken Sie bitte, dass diese &#8220;europäischen&#8221; Werte sich auf die Reformation, Renaissance, französische Revolution und Aufklärung aufbauen. Das Christentum war &#8211; mit eingeschränkter Ausnahme bei der Reformation &#8211; kein Antreiber und Promotor dieser gesellschaftspolitischen Umbrüche jener Zeiten. Im Gegenteil, die katholische Kirche hat dagegen angekämpft und nicht selten Kriege geführt, Menschen gefoltert und verfolgt. Ich möchte nur daran erinnern, dass die katholischen Kirche erst vor einigen Jahren das Hausarrest von Galileo Galilei aufgehoben hat. </p>
<p>Das Christentum, wie es sich heute darstellt und erlebt wird, ist das Resultat dessen, dass es des Volkes Meinung akzeptiert und Rechnung getragen hat. Ich bin überzeugt, dass es eine europäische Auslegung des Islams geben wird. Die Anzeigen heute kann man schon beobachten. Wenn in Deutschland Moscheen mit MInaretten und Kuppeln gebaut wird, dann entsprechen sie nicht den rein islamischen Vorschriften. In sehr vielen Moscheen in islamischen Ländern gibt es keine Freizeitangebote für Jugendliche und Frauen, keine Seminar- und Geschäftsräume, die von Nicht-muslimen genutzt werden können. Diese Variante der Moscheen ist das Resultat des Dialogs mit der Mehrheitsgesellschaft und in dieser Form eine europäische Einzigartigkeit. Der Islam in Europa wird ein anderes Gesicht haben als der Islam in den meisten islamischen Ländern. </p>
<p>Ich denke, dass ich in meinem Beitrag im Querschnitt Ihres Beitrags geantwortet habe. </p>
<p>Nochmals vielen Dank alle für die Rückmeldungen, die mir interessante Einblicke in die Denkprozesse bieten!</p>
<p>Viele Grüße<br />
Kamuran Sezer</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Von: Frank</title>
		<link>http://www.migazin.de/2009/09/17/leitkultur-warum-die-deutsche-integrationspolitik-in-der-zukunft-scheitern-wird/comment-page-2/#comment-7868</link>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Jan 2010 22:09:28 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.migazin.de/?p=7088#comment-7868</guid>
		<description>Liebe Sanne, 
danke für die Antwort! Natürlich wird es Muslime geben, die Ihren Glauben unserem Grundhesetz vorziehen, ich frage mich aber, ob das nicht auch mit Christen so ist, die aus sehr abgeschiedenen Gegenden kommen?
 Ich glaube aber immer noch, dass Partizipation neben der immer wieder genannten Bildung ein Schlüsselbergriff  ist: Indem wir jemandem anbieten, sich an dieser Gesellschaft zu beteiligen, zu konkreten Bedingungen werden wir - so hoffe ich - auch viele (nicht alle) MigrantInnen erreichen. Wir müssen die Botschaft vermitteln, dass man es in unserer Gesellschaft nur zu etwas bringen kann, wenn man ihre Freiheit nutzt und anderen auch Feiheit läßt.  Im Moment glaube ich, dass wir es aber gerade den Migranten und v.a. Muslimen erschweren, die eigentlich viele Punkte erfüllen, die wir von Ihnen erwarten, z.B. Bildung und Qualifikation. Viele von Ihnen wandern ab, weil sie keine ihrer Qualifikation adäquate Stelle finden, wobei sicherlich auch Vorurteile in Firmen usw. eine Rolle spielen. 
Ein weiterer Aspekt spielt hierbei eine Rolle: Wir haben in Deutschland einen &quot;fürsorglichen&quot;, Sozialstaat. Ich glaube, lange Zeit dachten man: Wir zahlen Kindergeld, Arbeitslosenhilfe, Sozaialhilfe, Dann Hartz IV und die Migranten machen dann schon. Wir sehen aber, dass es trotzdem bisweilen nicht klappt. Ehrlich gesagt, hat mich häufig in Diskussionen geärgert dass von den Migranten nie erwähnt wurde, dass sie hier immer noch eines der großzügigsten Sozialsysteme der Welt nutzen können. Ich glaube aber, dass dieses Sozialsystem leider auch die Eigeninitiative bzw. die Möglichkeit zur Partizipation blockiert, was letzlich dann die Unzufriedenheit vieler MigrantInnen mit ihrer Situation erklären würde. Z.B. zahlen wir Kindergeld, aber sorgen nicht dafür, dass dieses Geld auch wirklich den Kindern zu Gute kommt. Ich weiß aus vielen Schulen, dass die Kinder teilweise ohne Pausenbrot und im Winter ohne warme Kleidung in die Schule geschickt werden (was natürlich z.T. alle sozial schwachen Familien betrifft). Meiner Meinung sollten soziale Leistungen als Hilfe zur Selbsthilfe angelegt sein. Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich finde das soziale Anliegen verfehlt, wenn Kinder sagen, sie würden wie ihre Eltern &quot;Hartzer&quot;. In bestimmten Fällen drängen wir MigrantInnen aber geradezu in die soziale Unterschicht: Ich kenne einen jungen Arzt aus Burkina Faso der hier in Deutschland Asyl suchte. Anstatt ihm eine Arbeitstätigkeit zu geben - was er gern gemacht hätte, erhielt er zunächst einen Geldbetrag zum Leben. Als der Asylantrag genehmigt war, wollte er im Krankenhaus arbeiten, aber seine Appobation wurde nicht anerkannt. Also dachte er sich, es als Pfleger zu versuchen, aber auch hierfür wurde sein Medizin-Studium nicht anerkannt. Am Ende arbeitete er wohl im Krankenhaus, nur in der Putzkolonne. 
Um nun den Bogen wieder zu schließen: Wir senden - glaube ich - viel zu oft die Botschaft aus, dass man es in Deutschland ohnehin zu nichts bringen kann. Wenn für junge Migranten und eben auch Muslime die einzige Perspektive ist, in der Putzkolonne zu arbeiten oder eben Hartz IV zu beziehen, ist das tragisch. Wenn Sie dann in einem bestimmten Milieu landen ist das gefährlich. Hier sind bisher gerade die Moscheen aktiv geworden, die ja oft nicht nur Gebetshäuser sind, sondern auch so eine Art &quot;Gemeindezentrum&quot;. Ich sage nicht, dass dies per se schlecht ist, aber wenn die Moschee der einzige Ort bleibt, an dem man Teil einer Gemeinschaft ist, ist dies ein Hemmschuh für die Intergration. So bleiben diejenigen hier, die sich an den Plätzen in der Gesllschaft einrichten, die wir Ihnen z.T. zugewisen haben und diejenigen, die ihr Milieu durchbrechen, kehren Deutschland zu einem großen Prozentsatz den Rücken weil ihre Leistung nicht honoriert wird.
Ich fände sozialer, um es noch einmal zu sagen, bestimmte Leistungen an - sinnvolle - Forderungen zu knüpfen, die gleichzeitig fördern. Vielleicht wäre das auch ein Umgang mit dem Islam, indem wir zusichern, dass ein Muslim hier in Deutschland alles erreichen kann, sofern er an dieser Gesellschaft partizipieren möchte. Partizipieren heißt, diese Gesellschaft an zu nehmen. Wer es nicht will, den würde ich eben auch sanktionieren. 
Ob so eine Forderung unbedingt das berühmte Kopftuchverbot sein muss, das bezweifle ich. Wichtiger scheint mir, bestimmten Absonderungstendenzen (z.B. beim Sportunterricht etc.) entgegen zu wirken. Ich halte, ehrlich gesagt, auch einen gemeinsamen Religionsunterricht für alle für zumindest diskussionswürdig, aber das wird schon am Widerstand der Kirchen scheitern. Die Botschaft wäre also: V.a. den Kindern zu helfen aus ihren Milieus (eben auch aus den muslimischen) auch einmal herauszukommen und zwar, indem die Sozialleistungen gezielter eingesetzt werden und auch, z.B. an Schulen, die entsprechenden Angebote vorhanden sind. Das kann übrigens auch vielen sozial schwachen autochtonen Familien, v.a. den Kindern, nur zu gute kommen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Sanne,<br />
danke für die Antwort! Natürlich wird es Muslime geben, die Ihren Glauben unserem Grundhesetz vorziehen, ich frage mich aber, ob das nicht auch mit Christen so ist, die aus sehr abgeschiedenen Gegenden kommen?<br />
 Ich glaube aber immer noch, dass Partizipation neben der immer wieder genannten Bildung ein Schlüsselbergriff  ist: Indem wir jemandem anbieten, sich an dieser Gesellschaft zu beteiligen, zu konkreten Bedingungen werden wir &#8211; so hoffe ich &#8211; auch viele (nicht alle) MigrantInnen erreichen. Wir müssen die Botschaft vermitteln, dass man es in unserer Gesellschaft nur zu etwas bringen kann, wenn man ihre Freiheit nutzt und anderen auch Feiheit läßt.  Im Moment glaube ich, dass wir es aber gerade den Migranten und v.a. Muslimen erschweren, die eigentlich viele Punkte erfüllen, die wir von Ihnen erwarten, z.B. Bildung und Qualifikation. Viele von Ihnen wandern ab, weil sie keine ihrer Qualifikation adäquate Stelle finden, wobei sicherlich auch Vorurteile in Firmen usw. eine Rolle spielen.<br />
Ein weiterer Aspekt spielt hierbei eine Rolle: Wir haben in Deutschland einen &#8220;fürsorglichen&#8221;, Sozialstaat. Ich glaube, lange Zeit dachten man: Wir zahlen Kindergeld, Arbeitslosenhilfe, Sozaialhilfe, Dann Hartz IV und die Migranten machen dann schon. Wir sehen aber, dass es trotzdem bisweilen nicht klappt. Ehrlich gesagt, hat mich häufig in Diskussionen geärgert dass von den Migranten nie erwähnt wurde, dass sie hier immer noch eines der großzügigsten Sozialsysteme der Welt nutzen können. Ich glaube aber, dass dieses Sozialsystem leider auch die Eigeninitiative bzw. die Möglichkeit zur Partizipation blockiert, was letzlich dann die Unzufriedenheit vieler MigrantInnen mit ihrer Situation erklären würde. Z.B. zahlen wir Kindergeld, aber sorgen nicht dafür, dass dieses Geld auch wirklich den Kindern zu Gute kommt. Ich weiß aus vielen Schulen, dass die Kinder teilweise ohne Pausenbrot und im Winter ohne warme Kleidung in die Schule geschickt werden (was natürlich z.T. alle sozial schwachen Familien betrifft). Meiner Meinung sollten soziale Leistungen als Hilfe zur Selbsthilfe angelegt sein. Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich finde das soziale Anliegen verfehlt, wenn Kinder sagen, sie würden wie ihre Eltern &#8220;Hartzer&#8221;. In bestimmten Fällen drängen wir MigrantInnen aber geradezu in die soziale Unterschicht: Ich kenne einen jungen Arzt aus Burkina Faso der hier in Deutschland Asyl suchte. Anstatt ihm eine Arbeitstätigkeit zu geben &#8211; was er gern gemacht hätte, erhielt er zunächst einen Geldbetrag zum Leben. Als der Asylantrag genehmigt war, wollte er im Krankenhaus arbeiten, aber seine Appobation wurde nicht anerkannt. Also dachte er sich, es als Pfleger zu versuchen, aber auch hierfür wurde sein Medizin-Studium nicht anerkannt. Am Ende arbeitete er wohl im Krankenhaus, nur in der Putzkolonne.<br />
Um nun den Bogen wieder zu schließen: Wir senden &#8211; glaube ich &#8211; viel zu oft die Botschaft aus, dass man es in Deutschland ohnehin zu nichts bringen kann. Wenn für junge Migranten und eben auch Muslime die einzige Perspektive ist, in der Putzkolonne zu arbeiten oder eben Hartz IV zu beziehen, ist das tragisch. Wenn Sie dann in einem bestimmten Milieu landen ist das gefährlich. Hier sind bisher gerade die Moscheen aktiv geworden, die ja oft nicht nur Gebetshäuser sind, sondern auch so eine Art &#8220;Gemeindezentrum&#8221;. Ich sage nicht, dass dies per se schlecht ist, aber wenn die Moschee der einzige Ort bleibt, an dem man Teil einer Gemeinschaft ist, ist dies ein Hemmschuh für die Intergration. So bleiben diejenigen hier, die sich an den Plätzen in der Gesllschaft einrichten, die wir Ihnen z.T. zugewisen haben und diejenigen, die ihr Milieu durchbrechen, kehren Deutschland zu einem großen Prozentsatz den Rücken weil ihre Leistung nicht honoriert wird.<br />
Ich fände sozialer, um es noch einmal zu sagen, bestimmte Leistungen an &#8211; sinnvolle &#8211; Forderungen zu knüpfen, die gleichzeitig fördern. Vielleicht wäre das auch ein Umgang mit dem Islam, indem wir zusichern, dass ein Muslim hier in Deutschland alles erreichen kann, sofern er an dieser Gesellschaft partizipieren möchte. Partizipieren heißt, diese Gesellschaft an zu nehmen. Wer es nicht will, den würde ich eben auch sanktionieren.<br />
Ob so eine Forderung unbedingt das berühmte Kopftuchverbot sein muss, das bezweifle ich. Wichtiger scheint mir, bestimmten Absonderungstendenzen (z.B. beim Sportunterricht etc.) entgegen zu wirken. Ich halte, ehrlich gesagt, auch einen gemeinsamen Religionsunterricht für alle für zumindest diskussionswürdig, aber das wird schon am Widerstand der Kirchen scheitern. Die Botschaft wäre also: V.a. den Kindern zu helfen aus ihren Milieus (eben auch aus den muslimischen) auch einmal herauszukommen und zwar, indem die Sozialleistungen gezielter eingesetzt werden und auch, z.B. an Schulen, die entsprechenden Angebote vorhanden sind. Das kann übrigens auch vielen sozial schwachen autochtonen Familien, v.a. den Kindern, nur zu gute kommen.</p>
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