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Türkische Presse Europa

03.09.2009 – Ausbildung, Wahlkampf, Moscheekontrollen

Die Europaausgaben türkischer Tageszeitungen berichten ausgiebig über Wahlkämpfe einzelner Politiker und Parteien mit Migrantenbezug. Außerdem werden erneut verdachtsunabhängige Moscheekontrollen problematisiert sowie über die Initiative des Deutschen Handwerks berichtet.

Handwerker gehen auf Migranten zu
ZAMAN und HÜRRIYET berichten über die Worte von Staatsministerin Maria Böhmer, die gefordert hat, Potenziale von Menschen aus Zuwandererfamilien verstärkt auf dem Arbeitsmarkt einzusetzen. “Mit der Vergabe von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen an Migrantinnen und Migranten können Unternehmen dem drohenden Fachkräftemangel vorbeugen und gestärkt aus der Krise hervorgehen”, habe Staatsministerin Böhmer auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Präsidenten des ZDH, Otto Kentzler, in Berlin gesagt.

Dabei habe der Zentralverband des Deutschen Handwerks sein Positionspapier “Migration und Integration – Chancen der Vielfalt nutzen” vorgestellt. Das Handwerk sei Vorreiter bei der beruflichen Förderung von Zuwanderern und Vorbild für andere Branchen, habe Böhmer betont. “Viele Handwerksbetriebe nutzen die Chancen der Vielfalt. Sie setzen auf die Potenziale der Migranten wie Mehrsprachigkeit und kulturelles Wissen. Zugleich geben sie Migranten die Chance für eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Das ist ein wertvoller Beitrag für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Integration verläuft vor allem über den Arbeitsmarkt.”

Ditib-Generalsekretär spricht zu den Jugendlichen
Einer Meldung in der ZAMAN zufolge hat DITIB-Vorsitzender Sadi Arslan während eines gemeinsamen Essens mit Kindern und Jugendlichen die Bedeutung von guten Noten in der Schule betont. Den Kindern und Jugendlichen, die alle aktiv in den Sportvereinen der DITIB machen, habe Arslan viel Erfolg in den jeweiligen Disziplinen gewünscht. Allerdings dürfe das Sporttreiben nicht dazu führen, dass die schulischen Leistungen darunter leiden.

Sevim Dagdelen gegen Akquirierung von Soldaten in Jugendämtern
Die heftigen Proteste der Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen findet in der heutigen ZAMAN breiten Raum. Dagdelen hatte gegen die Akquirierung von Soldaten in Jugendämtern protestiert und kritisiert, dass die Zwangslage vieler Jugendlicher ausgenutzt werde, die sonst keine Aussicht auf ein Ausbildungsplatz hätten. Die Bundesregierung gebe für Werbeveranstaltungen jährlich Millionen aus um letztendlich Menschen für den bewaffneten Krieg zu gewinnen.

Ronald Pofalla: CDU ist auch die Partei der Migranten
CDU Generalsekretär habe CDU-Politiker mit Migrationshintergrund in die Parteizentrale eingeladen und um Unterstützung für die bevorstehende Bundestagswahl gebeten. Schließlich sei die CDU auch eine Partei für Migranten. (HÜRRIYET)

Franz Müntefering macht Kampagne mit Studentenfutter
SPD-Vorsitzende Franz Müntefering habe sich in Berlin Kreuzberg mit türkischen Geschäftsmännern und Selbständigen getroffen. Bei Studentenfutter habe Müntefering sich die Sorgen und Probleme der Anwesenden angehört und gesagt, dass die SPD die bestehenden Probleme lösen werde. (HÜRRIYET, SABAH und TÜRKIYE)

Kontrollen vor Moscheen sind erniedrigend
Unter dieser Schlagzeile berichtet die HÜRRIYET über die verdachtsunabhängigen Moschekontrollen in Niedersachsen. Türkische Verbandsvertreter hätten sich der Meldung zufolge über die Worte des Innenministers Uwe Schünemann geärgert, der gesagt hatte, dass man in Moscheen nach Terroristen suche. Die Moscheen seien keine Terroristenlager, so die Verbandsvertreter.

Vorsicht vor einem Auslandsstudium
Das türkische Konsulat in Köln habe einer Meldung in der TÜRKIYE zufolge gesagt, dass Jugendliche, die in der Türkei studieren und länger als sechs Monate im Ausland bleiben wollen, vorher bei der Ausländerbehörde eine Erlaubnis holen sollen. Sonst droht der Verlust des Aufenthaltstitels in Deutschland.

Marieluise Beck wirbt um Migranten
Laut SABAH wirbt Marieluise Beck (Die Grünen) um Migranten. Die Grünen seien für Migranten stets offen. Cem Özdemir sei ein gutes Beispiel dafür.