MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Das Beitragsaufkommen [in den Rentenversicherungen beträgt] auf Grund der Beschäftigung der ausländischen Arbeitnehmer jährlich rd. 1,2 Milliarden DM, während sich die Rentenzahlungen an ausländische Arbeitnehmer jährlich auf rd. 127 Millionen DM, also etwa ein Zehntel, belaufen.

Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände

Türkische Presse Europa

15.08.2009 – Moscheekontrollen, Doppelstaatigkeit, Doppelbesteuerung, Morde

Die Europaausgaben der türkischen Zeitungen beschäftigen sich heute unter anderem mit der parlamentarischen Anfrage zu den verdachtsunabhängigen Moscheekontrollen in Niedersachsen, der Doppelstaatigkeit, der Diskriminierung von türkischen Rentern seitens der Ausländerbehörden und der Mediennutzung von Türken. Weitere Themen sind die Islamfeindlichkeit, das Doppelbesteuerungsabkommen u.v.m.

DATUM17. August 2009

KOMMENTARE11

RESSORTTürkische Presse Europa

SCHLAGWÖRTER

Seite 1 2

DRUCKENAnsicht

MEHR ZUM ARTIKEL

DANKE,
ich möchte MiGAZIN auch in Zukunft lesen!

Parlamentarische Anfrage zu verdachtsunabhängigen Moscheekontrollen in Niedersachsen
Die SABAH berichtet über eine verdachtsunabhängige Moscheekontrolle in Niedersachsen. Ali Ihsan Ünlü, Generalsekretär der DITIB, habe diesbezüglich dem Innenministerium ihr Unbehagen mitgeteilt; die Kontrollen störten unter anderem die nachbarschaftlichen Beziehungen, da die Muslime durch die Personenkontrollen vor den Moscheen unter Generalverdacht gesetellt würden.

Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann habe demgegenüber erklärt, dass die Kontrollen fortgesetzt werden. Die Kontrollen richteten sich nur gegen Extremisten. Schünemann habe in einem Telefongespräch mit Ünlü erklärt, dass er sich aber vorstellen könne, dass während der Kontrollen die Verhältnismäßigkeit nicht immer beachtet wurde. Man werde deshalb künftig auf die Befindlichkeiten der Moscheen und ihrer Besucher stärker Rücksicht nehmen.

Die integrations- und migrationspolitische Sprecherin der Grünen in Niedersachsen, Filiz Polat, hat das Thema mithilfe einer Kleinen Anfrage nun auf die Tagesordnung des Landtags gesetzt. Sie möchte unter anderem von der Landesregierung erfahren, warum die verdachtsunabhängigen Moscheekontrollen durchgeführt werden, welche Erfolge zu verzeichnen sind, und ob die Landesregierung nach dem Empfinden der Muslime gefragt hat.

Doppelte Staatsbürgerschaft wird Wahlkampfthema
Wenige Wochen vor den Bundestagswahlen ist die doppelte Staatsbürgerschaft für Drittstaatler wieder im Gespräch. SABAH, TÜRKIYE und HÜRRIYET berichten darüber, dass sich die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) für die doppelte Staatsbürgerschaft und für das kommunale Wahlrecht auch für Nicht-EU-Ausländer ausgesprochen hat. Für Die Grünen kommt ihr Plädoyer zu spät, für Die Linke besteht ein Glaubwürdigkeitsproblem und für die CSU kommt die doppelte Staatsbürgerschaft nicht in Frage. Der Fraktionsvize der FDP Rainer Brüderle spricht von einem „Wahlkampfschnellschuss“ der SPD. Zypries sei seit sieben Jahren Ministerin, sie habe genügend Zeit gehabt, für eine bessere Integrationspolitik zu sorgen.

Türken in Deutschland bevorzugen laut Studie Heimatsender
Die meisten in Deutschland lebenden Türken sehen lieber türkisches als deutsches Fernsehen, ist in der SABAH und HÜRRIYET zu lesen. Das gehe aus einer aktuellen Studie zur Mediennutzung von türkischstämmigen Migranten in Deutschland hervor. Die Stiftung „Zentrum für Türkeistudien“ in Essen hat die Studie im Auftrag des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Integration zusammengestellt. Für den nordrhein-westfälischen Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration, Armin Laschet, hänge der Zuwachs der Nutzung von türkischen Medien damit zusammen, dass sie mehr Unterhaltungssendungen anbieten und viel intensiver Emotionen ansprechen.

Ausländerbehörde Landshut diskriminiert türkische Rentner
Die Ausländerbehörde Landshut habe einem türkischen Rentner, der 42 Jahre in Deutschland gearbeitet hat, die Aufenthaltsgenehmigung widerrufen und ihn bei Ankunft in Deutschland unverzüglich in die Türkei zurückverwiesen, weil er sich länger als sechs Monate in der Türkei aufgehalten habe. Laut Zeitungsbericht sind Tausende von diesem restriktiven Verfahren betroffen. Es meldeten sich bei Redaktion hunderte Personen, die noch nicht einmal sechs Monate im Ausland verbracht hätten.

Die Leiterin der Rechtsabteilung der Behörde, Kirschbaumer, habe der HÜRRIYET gegenüber erklärt, dass der Rentner die Aberkennung der Aufenthaltsgenehmigung selbst bei der Ausländerbehörde beantragt habe. Mustafa Koctürk, Mitglied des Ausländerbeirats, bezeichnete die Erklärung der Behörde als Lüge. Er habe den Rentner bei den Behördengängen begleitet; die Ausländerbehörde habe erklärt, dass die Aufenthaltgenehmigung aufgehoben wurde, weil er sich länger als sechs Monaten außerhalb Deutschlands aufgehalten habe. Nachdem die Angelegenheit in den Medien aufgegriffen wurde, hätten Mitarbeiter der Ausländerbehörde ihn angerufen und gesagt, dass man die Sache auch anders gelöst hätte; man bräuchte ja nicht die Medien darüber informieren.

Seite: 1 2
Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:

11 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. Anne sagt:

    Gibt es zu den Morden in den Niederlanden (letzter Kurzbericht auf der zweiten Seite hier im Blogeintrag) einen deutschsprachigen Bericht irgendwo?

  2. emire sagt:

    So sehe ich das auch………

  3. Burak sagt:

    Sehr traurig.Mitten in Europa…

    4 Türken hintereinander.Mir kommt es fast so vor als würde man die „ein paar“ Türken in Belgien und Niederlande aus dem Verkehr ziehen will.

    Wir sind nicht willkommen.Sie werden uns nicht mit offenen Armen empfangen.

    Ich sehe die Sache kritisch und wer würde einen Türken nicht umlegen,wenn er die Gelegenheit hat?
    Uns Türken gönnt man nichts.Weder unser heutiges Land noch unsere selbstverständliche Existens.

    […] ich höre seit Tagen nur noch“Noch ein Türke ist tot“.
    […]

  4. Selçuk sagt:

    „Ich sehe die Sache kritisch und wer würde einen Türken nicht umlegen,wenn er die Gelegenheit hat?“

    Wie ist denn das gemeint?

  5. Schneter sagt:

    Jeden Tag werden Deutsche von Migranten geschlagen, getreten, ausgeraubt, abgestochen, das finde ich auch sehr traurig.. und das mitten in Europa.

    erst am Freitag wieder:
    http://www.abendzeitung.de/muenchen/125916

    aber auch sonst überall in Deutschland und immer sind es diese Südländer. Das kann doch so nicht weitergehen…

  6. municipal sagt:

    @ Burak

    Es ist unsäglich, wie wieder den Ergebnissen der Ermittlungsbehörden vorgegriffen wird, und natürlich von MORDEN gesprochen wird. Hatten wir schon ZU oft. Siehe Ludwigshafen.

    Glauben Sie wirklich, das es hier in Europa, wo die Presse nur darauf wartet, so etwas „aufzudecken“möglich ist, die Wahrheit unter den Tisch zu kehren ?

    Ihr Kommentar gehört für mich zum Schändlichsten, was ich seit langem gelesen habe.
    Hören Sie das ewige Wehklagen auf, werden sie sachlich.

  7. Anne sagt:

    @municipa: in Belgien halte ich wirklich alles für möglich – man erinnere sich an Dutroux.

    Und auch in D ist Aufklärung von Straftaten, die Polizisten begehen, mehr als mangelhaft – gab schon etliche Beschwerden auf diesem Gebiet.

  8. municipal sagt:

    @ Anne

    Es ist unsäglich, wie wieder den Ergebnissen der Ermittlungsbehörden vorgegriffen wird, und natürlich von MORDEN gesprochen wird.

    VORGEGRIFFEN WIRD.

    …schon etliche Beschwerden…

    Und diese Beschwerden werden überprüft. Die Presse ist da hinterher.

  9. Krause sagt:

    @Burak

    Also Burak, von den vier Morden „riecht“ nur einer nach Fremdenfeindlichkeit. Die anderen sehen eher nach normaler Kriminalität aus. Trifft halt auch Türken. Bei der Ermordung der Erzieherin kommt genauso gut ein türkischer Täter in Betracht. Vielleicht war die Frau ja ihrer Familie zu selbständig. Also Abwarten und Cay trinken, statt hier den Rassismus-Teufel an die Wand zu malen.

  10. Markus Hill sagt:

    Ich würde das auch nicht als allgemeine Stimmung betrachten.


Seite 1/212»

Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...