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Migration und Integration in Deutschland

Viele wollen sich aber nicht entscheiden. Da schlagen zwei Seelen in ihrer Brust. Lassen wir doch beide Herzen schlagen! Wir brauchen die jungen Leute.

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) über die doppelte Staatsbürgerschaft, Neujahrsempfang am 17. Januar 2010

NRW-Einbürgerungskampagne

Doppelpass für Migranten der ersten Generation

Die Nordrhein-Westfälische Landesregierung startet angesichts rückläufiger Einbürgerungszahlen eine Einbürgerungskampagne, mit der man vor allem türkische Staatsbürger ansprechen möchte. Selbst die Duldung der Doppelstaatlichkeit für Migranten der ersten Generation ist im Gespräch.

Zehn Städte, 500 Großflächen, 50 Veranstaltungen. Ende August fällt der Startschuss. Kufen, der Integrationsbeauftragte, will sie alle erreichen. Die Kroaten, die Italiener, die Afrikaner – vor allem aber die Türken. Ab Ende August soll in den zehn Städten in Nordrhein-Westfalen mit dem größten Ausländeranteil die deutsche Staatsbürgerschaft auf Plakatflächen angepriesen werden.

Der Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Thomas Kufen (CDU), sagte gegenüber dem Internetportal Der Westen, dass sie den Menschen damit die Vorteile vermitteln wollen, die sie mit einem deutschen Pass haben. Dazu gehöre die freie Berufswahl, die Visa-Freiheit, aber auch die Teilnahme an Wahlen und die Möglichkeit, sich in öffentliche Ämter wählen zu lassen. Die Landesregierung sei sich bewusst, dass man das Thema jetzt verstärkt angehen müsse. Die Einbürgerung sei nämlich ein „Ausdruck gelungener Integration in unserer Gesellschaft.“

Nachholbedarf bestehe insbesondere in der Handhabung mit der ersten Generation. Dabei denkt Kufen etwa daran die Anforderungen der Sprachtests zu senken, um die sprachlichen Hürden, die für alte Menschen oft unüberbrückbar sind, abzubauen. Auch könne darüber diskutiert werden, ob die Ausstellung eines deutschen Passes unter Duldung der Doppelstaatlichkeit für Migranten der ersten Generation eingeführt werden soll.

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56 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. municipal sagt:

    @ Mehmet

    In Punkto „Ausländerfeindlichkeit“ wie Sie es nennen, gibt es eklatante Unterschiede in Bezug auf verschiedene Migrantengruppen. Warum ist das so ? Muß doch einen Grund haben. Liegts am Verhalten (von Teilen) ?

  2. Markus Hill sagt:

    Wäre ich in der Türkei oder Italien, oder Russland, eingebürgert – ich Wette mit dem Namen Markus Hill würde ich relativ häufig gefragt werden, woher ich ursprünglich herkomme. Ich würde nicht unterstellen, dass da ein böser Unterton drin steckt. Hispanic – USA: Glaube dass bei spanischem Namen oder spanisch-südamerikanisch-stämmig die meisten Leute schon vorab wissen, welcher Herkunft man ist. Habe viele US-Verwandte – die sind dann halt von europäischen Einwanderern abstammend.:-)

  3. Mehmet sagt:

    Denken Sie also, dass sich „Schwarze“ sehr negativ verhalten?

  4. municipal sagt:

    @ Mehmet

    Was soll das. WORUM dreht sich in der ganzen Integrationsdiskussion in Deutschland ALLES ? Um „schwarze“ sicher nicht. Außerdem lehne ich diese „Kategorisierung/Bezeichnung“ ab.

    WER „fordert und beklagt den laufend“ in Deutschland ?

  5. Mehmet sagt:

    municipal,

    Sie haben geschrieben:

    „In Punkto “Ausländerfeindlichkeit” wie Sie es nennen, gibt es eklatante Unterschiede in Bezug auf verschiedene Migrantengruppen. Warum ist das so ? Muß doch einen Grund haben. Liegts am Verhalten (von Teilen) ?“

    Mit bezug auf diesen Link http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,641879,00.html
    habe ich dann meine Frage gestellt. Ihre Vermutung impliziert, dass dies evtl. etwas mit dem Verhalten von Verschiedenen Migrantengruppen zu tun hätte. Dies kann man natürlich nicht nur auf die Türken beschränken. Laut Ihrer Vermutung in Kombination mit diesem Link würde es heißen, dass das Verhalten von Angolanern in Deutschland Ausländerfeindlichkeit verursacht. Genau dieses CDU-Mitglied wird nämlich von rechtsgesinnten bedroht.
    Es ist natürlich ein gerechtfertigter Versuch, die Dinge zu erklären und daran ist auch nichts Schlimmes. Wir haben jedoch an diesem Beispiel gesehen, dass die Vermutung so nicht haltbar ist.

  6. almabu sagt:

    Hallo zusammen,
    Die Ungleichbehandlung in der Gewährung oder Akzeptanz von Doppelstaatsangehörigkeiten in Deutschland hat meiner Meinung nach historische, nicht hysterische Gründe. Deutschland akzeptierte diese Regelung bei Menschen aus den Ländern der siegreichen West-Allierten, also USA, Kanada, England und Frankreich. Dazu kamen Juden als Entschädigung für erlittene Ausbürgerung unter den Nazis. Wie es bei Österreichern und den Schweizern gehandhabt wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich nehme aber an, dass die Doppelstaatsangehörigkeit hier akzeptiert wird. In allen anderen Fällen dürfte sie prinzipiell nicht akzeptiert werden. Würde man mich fragen , ob dies logisch sei, dann würde ich nein sagen!

    Die NRW-Regierung will jetzt sogar noch weiter gehen mit der Erleichterung der Einbürgerung. Der Einbürgerungstest soll künftig so ablaufen:

    Den Einwanderern der ersten Generation werden die Fragen (zu Deutschland) vom Bürgermeister auf Türkisch vorgelesen!
    Den Einwanderern der zweiten Generation werden Fragen über die Türkei vom Bürgermeister auf Türkisch vorgelesen!
    Den Einwanderern der dritten Generation beantwortet der Bürgermeister Fragen zu türkischen Video-Clips auf Türkisch!
    Man hofft so, die Anzahl der Deutschen in NRW von deren notorischen Zeugungslahmheit abzukoppeln und nachhaltig zu steigern!


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