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Migration und Integration in Deutschland

Die Wirtschaft entschied über die Anzahl der angeworbenen Gastarbeiter wie über deren Verteilung innerhalb der Bundesrepublik.

Ursula Mehrländer, Ausländerpolitik im Konflikt, 1978

Türkische Presse Europa

09. und 10.08.2009 – Wahlversprechen, Doppelbesteuerung, Integrationskosten

Die Europaausgaben türkischer Tageszeitungen beschäftigen sich mit dem von Deutschland einseitig gekündigten Doppelbesteuerungsabkommen mit der Türkei. Außerdem stehen diverse Integrationspolitische Themen sowie Wahlkampfversprechen der SPD an Migranten auf der Tagesordnung.

DATUM10. August 2009

KOMMENTARE12

RESSORTTürkische Presse Europa

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09.08.2009
Integration auf dem Speiseplan
Die SABAH berichtet über ein neues Fernsehprogramm des Bayerischen Rundfunks, dass Dienstags um 21:15 Uhr ausgestrahlt werden soll. Darin gehe es um die bayerische und die türkische Küche. Man wolle eine Vermischung der beiden Küchen präsentieren und zeigen, dass man nicht so unterschiedlich sei, wie angenommen. Das Programm solle auf eine humorvolle Art auch die Integration fördern.

Türkischer Wind in der Bundesliga
Die MILLIYET räumt auf der Titelseite der Europabeilage den türkischstämmigen Bundesliga-Fußballern breiten Raum ein. Insgesamt würden 20 Türken dieses Jahr in der 1. Bundesliga Fußball spielen, zwei türkische Trainer und ein Schiedsrichter ihren Dienst tun. MILLIYET zählt die Fußballer namentlich auf und

Steinmeiers Hymne-Warnung
Unter diesem Titel gibt die SABAH unter Berufung auf die Süddeutsche Zeitung, die Worte Frank-Walter Steinmeiers wieder, der vor einer Instrumentalisierung der Schalke-Hymne gewarnt habe. Kein anderer Verein habe so viel für die Integration von Ausländern und Muslimen gemacht, wie Schalke 04, so Steinmeier.

Arslan fordert Integrationsministerium
HÜRRIYET gibt die Forderung Bülent Arslans (CDU) wieder, der ein Integrationsministerium auf Bundesebene gefordert habe. Arslan sei der Ansicht, dass man über Integration rede. Allerdings sei kein Ministerium vorhanden, dass die Themen schnell lösen könne. Mit einem Integrationsministerium hätte man einen Ansprechpartner, was auch die Identifikation mit Deutschland erleichtern würde. Arslan wünsche sich ein Ministerium, in der u.a. Kompetenzen aus dem Arbeits- und Innenministerium gebündelt werden.

Rentner enttäuscht über Kündigung des Doppelbesteuerungsabkommens mit der Türkei
HÜRRIYET bringt in einem Artikel die Enttäuschung von türkischstämmigen Rentnern zum Ausdruck über die Kündigung des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Deutschland und der Türkei. Im Falle eines neuen Abkommens würden Türken in Deutschland, die Vermögen in der Türkei haben, der Weg versperrt, Steuerbetrug zu begehen oder staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die deutschen Finanzämter seien der Ansicht, dass Türkischstämmige ihr Vermögen in der Türkei nicht anzeigen und daher Steuerbetrug begehen.

SPD verspricht vor den Wahlen
HÜRRIYET und SABAH räumen den Worten des SPD Generalsekretärs Thomas Oppermanns Raum ein, der Nicht-EU-Migranten im Falle eines SPD-Wahlsieges versprochen habe, das kommunale Wahlrecht einzuräumen. Außerdem wünsche sich Oppermann mehr Polizisten mit Migrationshintergrund. Er verspreche sich dadurch mehr Zugehörigkeitsgefühl zu Deutschland.

Großer Erasmus-Erfolg
Laut TÜRKIYE wird beim Erasmus-Projekt über den türkischen Erfolg gesprochen. Die Zahl der türkischen Schüler aus der Türkei, die beim Erasmus-Projekt mitgemacht haben, habe einen Zuwachs von 40 Prozent verzeichnet. Insgesamt hätten 6274 Schüler am Projekt teilgenommen.

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12 Kommentare
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  1. Teleprompter sagt:

    „HÜRRIYET bringt in einem Artikel die Enttäuschung von türkischstämmigen Rentnern zum Ausdruck über die Kündigung des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Deutschland und der Türkei. Im Falle eines neuen Abkommens würden Türken in Deutschland, die Vermögen in der Türkei haben, der Weg versperrt, Steuerbetrug zu begehen oder staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.“

    So ein Pech aber auch.

  2. Markus Hill sagt:

    Heisst das, dass schon jahrelang Steuerbetrug stattgefunden hat bzw. das der Sozialstaat in Deutschland betrogen worden ist? Verstehe ich das richtig? (Ich bin irritiert über diesen „freizügigen“ Text, vielleicht war es ein Übersetzungsfehler bei der Zeitung vom Türkischen ins Deutsche).

  3. Ekrem Senol sagt:

    Nein, es liegt kein Übersetzungsfehler vor. Wir übersetzen ja nur zusammenfassend aber das wurde in der Hürriyet sinngemäß veröffentlicht. Unglaublich! Habe ich kein Verständnis für solche Artikel. Als ob es „schade“ wäre, wenn man jetzt nicht mehr Steuern hinterziehen könne. Unglaublich banal. Solche Artikel sind eine Unverschämtheit allen redlichen Steuerzahlern gegenüber und verhindern eine sachliche Auseinandersetzung mit den Auswirkungen einer Doppelbesteuerung.

  4. Markus Hill sagt:

    Danke. Da leisten Sie aber Pionierarbeit durch die Übersetzungen. Eigentlich müsste da ein Aufschrei in der deutschen Presse erfolgen. (sinngemäss, BILD-Zeitung: „Türken und Steuern – so werden wir geschröpft“, Titelseite:-) Das würde die Anti-Türkei-PR von Herrn Kolat noch ergänzen.
    Im Ernst: Hürriyet ist BILD-Zeitungs-Niveau. Die können froh sein, dass viele Inhalte nicht bei deutschen Lesern ankommen, ansonsten wäre die Stimmung gegenüber den türkischen Migranten noch schlechter, als sie gegenwärtig ist. Völlig pauschal, undifferenziert – es würden wieder alle Türken an den Pranger gestellt. Traurig ist (wieder Thematik Bildungsferne/Türken), dass diese Zeitung so häufig von türkischen Migranten gelesen wird.

  5. Hammercastle sagt:

    “ Im Falle eines neuen Abkommens würden Türken in Deutschland, die Vermögen in der Türkei haben, der Weg versperrt, Steuerbetrug zu begehen oder staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. “

    Ich kenne den Originalartikel nicht, aber haben die das tatsächlich so in der Hürriyet geschrieben? Jo wos a Wunder, Gesetze werden erlassen damit man keine kriminellen Handlungen begeht. Steuerbetrug ist eine kriminelle Handlung. Was für ein Rechtsempfinden muss man haben um darüber entäuscht zu sein, dass man nicht kriminel sein darf?

  6. Gladiator sagt:

    „Die können froh sein, dass viele Inhalte nicht bei deutschen Lesern ankommen, ansonsten wäre die Stimmung gegenüber den türkischen Migranten noch schlechter, als sie gegenwärtig ist.“

    Da haben sie zwar völlig recht, lieber Markus. Die Medaille von der anderen Seite betrachtet liefert allerdings ein erschreckendes Ergebnis für die Türken: Die BILD ist noch viel schlimmer als die HÜRRIYET, und die Türken in Deutschland kriegen das alles auch noch mit.

    „Traurig ist (wieder Thematik Bildungsferne/Türken), dass diese Zeitung so häufig von türkischen Migranten gelesen wird.“

    Genauso wie es traurig ist, dass die BILD die meistverkaufte Zeitung Deutschlands ist… (nur nebenbei zum Thema bildungsferne Deutsche)

  7. Teleprompter sagt:

    Bis jetzt ist es ja anscheinend immer noch legal. Den Türken würde ich daraus keinen Strick drehen; die Steuergesetze wurden ja von deutschen Politikern gemacht. Aber wer solche Politiker wie die deutschen hat, der braucht keine Feinde mehr.

  8. Markus Hill sagt:

    Da gebe ich Ihnen recht mit der Bild. Meine Aussage zielte aber mehr in die Richtung, dass man nur so überproportional viele bildungsferne Türken in Deutschland hat, die sich mit diesem Medium ihre Meinung bilden. (Da passt auch die Meldung mit den 50 % ohne Schulabschluss bei den Türken durch Frau Steinbach – am Rande: Für diese %-Angabe habe ich noch keine Quelle gesehen. Unsachlich oder Fakten?:-)
    Bei der BILD-Zeitung (die ist viel Türkei-freundlicher geworden wg. Springer, die war früher schlimmer) stimme ich Ihnen zu, dass es eine Bildungsarmut-Zeitung ist. Wollte nur Ungleiches da ungleich genannt wissen. Die Bild-Dummheiten gehen eher in der breiten Masse unter, da viele auch andere Medien nutzen. Prozentual gesehen findet da sozusagen, im Unterschied zur türkischen Zielgruppe, eine starke Verwässerung dieser Art von Meldungen in der Zielgruppe Deutsche statt.:-)

  9. Markus Hill sagt:

    PS:
    BILD wird teilweise auch noch von Türken in den Inhalten wahrgenommen. Sie haben recht. Jetzt muss der türkische Leser auch noch den Wahrheitsgehalt von zwei fragwürdigen Medien ständig abwägen, beurteilen. Könnte zu Frustrationen führen beim Leser, am Ende schiesst man sich dann auf „seine“ Primitiv-Postille ein.:-)

  10. Markus Hill sagt:

    Was meinen Sie mit „Feinde“? In welchem Zusammenhang?


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