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Türkische Presse Türkei

30.07.2009 – Sven, Nato, Türkei, Kurden

Die türkische Presse berichtet heute unter anderem über den Besuch des bosnischen Außenministers Sven Alkalaj in Ankara sowie über die Öffnung der NATO. Weiterhin berichtet die türkische Presse über die Äußerungen des türkischen Innenministers Besir Atalay zur Lösung der Kurden-Frage.

Presseschau der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World)

Sven Alkalaj in Ankara
Cumhuriyet berichtet, Außenminister Ahmet Davutoglu habe seinen Amtskollegen von Bosnien Herzegowina, Sven Alkalaj empfangen. Im Anschluss auf das Gespräch habe Außenminister Davutoglu auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Alkalaj gesagt, die Türkei sei bereit Bosnien Herzegowina immer zu unterstützen.

Ferner habe Davutoglu die im Rahmen von der Türkei, den USA und dem Irak gebildeten Dreiermechanismus in Ankara stattgefundene Konferenz bewertet. Diese Konferenzen seien in Hinsicht der Aufhebung der Terrorbedrohungen gegenüber der Türkei von großer Bedeutung.

Davutoglu habe auf eine Frage, wonach der armenische Staatspräsident zur Beobachtung des WM-Qualifikationsspiels zwischen der Türkei und Armenien, nur unter bei Öffnung des türkischen Grenzübergangs zu Armenien in die Türkei kommen werde, und die USA sich ein langsames Voranschreiten des Prozesses geäußert haben, betont, die Türkei verfüge über eine die Krisen in der Region minimierende und die gemeinsamen Interessen maximierende Vision. Ankara sei im Thema Armenien weiter entschlossen. Die Parteien müssten ihre Ansichten in allen Themen miteinander teilen.

Öffnung der NATO
Habertürk bringt eine Nachricht über eine historische Öffnung der NATO. Der Staatssekretär im US-Außenministerium, zuständig für die Beziehungen mit Europa und Eurasien, Philip Gordon, habe erklärt, Washington sei bereit, Russland in die NATO aufzunehmen. In seiner Rede vor US-Kongressmitgliedern, habe Gordon gesagt, Russland könne NATO-Mitglied werden, wenn es die erforderlichen Kriterien erfüllt. Die NATO sei einst gegründet worden, um Europa vor den aus der ehemaligen Sowjetunion ausgehenden Bedrohungen zu schützen. Die Türen der NATO müssten den Demokratien in Europa offen sein.

Türkei startet Autobahninitiative
Yeni Safak meldet unter der Schlagzeile „Türkei startet Autobahninitiative“, das Verkehrsministerium habe Arbeiten über ein 1625 Kilometer Autobahnprojekt eingeleitet. Die Autobahn soll von Edirne nach Iran und zum Kaukasus führen. Bei Projektabschluss würden auch europäische Länder über die Türkei zum Nahen-Osten, Zentralasien und zum Kaukasus reisen können. Somit werde sich die Türkei große Einnahmen sichern. Das Verkehrsministerium und das Generaldirektorat für Landstraßen bestimmte die Autobahnprojekte für die nächsten zehn Jahre. In Haber-Türk lesen wir unter dem Titel „französische Volkssänger kommen nach Rize“, französische Volkssänger würden an dem diesjährigen 4. Yesil Yayla Almfestival von Rize teilnehmen. Die 19 Gäste aus Frankreich, davon fünf über 60 Jahre alt, wollen als romantisch geltende Volkslieder zusammen mit türkischen Künstlern singen.

Presseschau der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara

Atalay gab den Plan zur Lösung der Kurden-Frage bekannt
Innenminister Besir Atalay gab gestern in Ankara den Plan der Regierung zur Lösung der Kurden-Frage bekannt. Atalay, der den Plan als ein Vorstoß zur Demokratie bezeichnete, teilte mit, dass dieser Plan alle Parteien, einschließend auch die Demokratische Gesellschaftspartei (DTP), umfasse. Atalay rief alle Parteien, Intellektuellen, Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften, Medien und alle Akteure im politischen und gesellschaftlichen Leben dazu auf, zum Prozess beizutragen. Er sprach folgendermaßen: „In diesem Prozess werden wir mit allen Kreisen in der Gesellschaft schreiten. Die Bemühungen in dieser Richtung werden als Staatspolitik verfolgt werden. Wir zielen den umfangreichsten Beitritt und die beste Vereinbarung.“ (Milliyet)

TÜSIAD: „Die PKK ist kein Gesprächspartner“
Der Vorstand des Verbandes Türkischer Industrieller und Unternehmer (TÜSIAD) kam gestern mit dem Vorsitzenden der Demokratischen Gesellschaftspartei (DTP) Ahmet Türk zusammen.

DTP-Vorsitzender Türk erklärte beim Treffen, dass die jüngsten Entwicklungen bezüglich der Lösung der Kurden-Frage bedeutend, aber auch kritisch seien, und sagte: „Es sollten schnelle und eindrucksvolle Fortschritte erzielt werden, falls man wahrhaft ehrlich ist.“

TÜSIAD-Vorsitzende Arzuhan Dogan Yalcindag ihrerseits gab bekannt, dass der Terror und die Kurden-Frage im Parlament in die Hand genommen werden und eine Gesprächspartnerschaftsbeziehung zu Öcalan und der Terrororganisation PKK ausgeschlossen sei. Sie sagte: „Terror ist seit Jahren ein leidvolles Problem für uns und wir hoffen, dass es in kürzester Zeit erledigt wird. Der einzige Platz, um die Sache zu besprechen und zu erledigen, ist das türkische Parlament. In diesem Zusammenhang haben wir mit der DTP die Themen, regionale Entwicklung, Arbeitslosigkeit und Arbeitsbeschaffung besprochen.“ (Milliyet)

Ergün: „Konsumenten sollen sich auf die Inlandserzeugung richten“
Industrie- und Handelsminister Nihat Ergün, der gestern den Vorstand des Verbandes Türkischer Industrieller und Unternehmer (TÜSIAD) empfing, wies darauf hin, dass der Staat- und Privatsektor jederzeit in einem intensiven Dialog stehen müssten, und sagte: „Die Türkei wird sich durch den Privatsektor entwickeln. Es ist auch sehr wichtig, dass sich die Konsumenten auf Inlandserzeugung richten.“

Ergün brachte zum Ausdruck, dass die Industrieller und Unternehmer nach der Krise ohne Verstoß gegen die internationalen Regeln und Verträge unterstützt werden sollten. Er sagte folgendes: „Unsere Konsumenten sollten sich in diesem Prozess auch selektiv benehmen und sich auf die Inlandserzeugung richten. Die meisten Länder eignen sich dieselbe Methode an, und es wird uns helfen, die Krise leichter zu überwinden.

Vorstandvorsitzende des TÜSIAD Arzuhan Dogan Yalcindag erklärte ihrerseits, die Krise sei trotz der aussichtsreichen Entwicklungen noch wirkungsvoll und die Türkei müsse ein mittelfristiges Programm für nachhältige Entwicklung vorbereiten müsse. (Hürriyet)

Yilmaz: „Wir haben neue Hoffnung auf wirtschaftliche Erholun“
Der Präsident der Nationalbank Durmus Yilmaz erklärte: „Die jüngste Entwicklungen zeigen uns, dass die schlimmste Zeiten der Finanzkrise vorbei sind.“ Yilmaz, der gestern in Ankara auf der Pressekonferenz zur Veröffentlichung des Inflationsberichts der Nationalbank sprach, wies darauf hin, dass sich die Weltwirtschaft nur langsam und stufenweise erholen werde, und sagte: „Wir können sagen, dass die wirtschaftliche Schwierigkeiten bei der Innenfrage infolge der Zunahme bei der Arbeitsbeschaffung überwunden worden sind.“

Präsident Yilmaz gab auch die Inflationsvermutungen der Nationalbank bekannt, und teilte mit, dass sie für dieses Jahr eine durchschnittlich 5.9% Inflation erwarteten. Er betonte auch, dass die Nationalbank vorhabe, die Zinsenherabsetzungen fortzusetzen. (Türkiye)

Mobilsystem 3G in der Türkei
Heute beginnt die Türkei mit der dritten Generation Mobilsystem 3G. Durch einen SMS werden die Abonnenten der Mobilfunkbetreiber Turkcell, Avea und Vodafone die Möglichkeit haben, die 3G-Dienste zu bekommen. Die 3G-Technologie wird die Geschwindigkeit der Internetverbindungen mit den Mobilen in der Türkei zehnfach verstärkten.

In einem Interview mit der Türkischen Fernsehsender TRT mit der Verbindung durch die 3G-Technologie erklärte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan: „Schon vor zwei Jahren haben wir die ersten Schritte für die 3G-Technologie genommen. Heute ist es uns gelungen diesen Projekt ins Leben zu bringen.“ (Hürriyet)

Hinweis: Die “Türkische Presse Türkei” (Türkeiausgaben türkischer Tageszeitungen) wird von der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World) und der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara zur Verfügung gestellt und von der MiGAZIN-Redaktion unverändert übernommen.