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Migration und Integration in Deutschland

Und die einzige Leitkultur, die wir allen Menschen in Deutschland abverlangen müssen, steht in den ersten 20 Artikeln des Grundgesetzes.

Sigmar Gabriel (SPD-Chef), dpa, 7. Oktober 2010

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Unklare Umstände

Im November hatte der Täter auf einem Spielplatz Marwia E. im Streit um eine Schaukel beschimpft. Der Täter beleidigte die gebürtige Ägypterin, die ein Kopftuch trug, als „Schlampe“, „Islamistin“ und „Terroristin.“

DATUM9. Juli 2009

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Die Ägypterin zeigte ihn an, das Amtsgericht Dresden verurteilte ihn wegen Beleidigung zu einer Strafe von 780 Euro. Weil der Täter sich bereits in erster Instanz rassistisch über die Ägypterin geäußert hatte und keine Einsicht gezeigt hatte legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein. So eine habe kein Recht hier zu leben, soll er gesagt haben. Die Staatsanwaltschaft wollte daraufhin eine härtere Strafe.

Nach Verhandlungsbeginn, gerade als die im 3. Monat schwangere Ägypterin ihre Aussage beendet hatte, stürzte sich der Täter mit einem Messer auf sie und stach mindestens 18 mal zu. Der Ehemann warf sich dazwischen und wurde auch verletzt. Der dreijährige Sohn, musste mit ansehen, wie seine Mutter verblutete.

„Der Mann ist ein fanatischer Ausländerfeind“, sagte Oberstaatsanwalt Christian Avenarius nach der Tat über den Täter. Warum sich die Bundesregierung in Schweigen verhüllt, versuchte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg am Montag in Berlin zu erklären: „In diesem konkreten Fall haben wir uns mit einer Stellungnahme zurückgehalten, weil die Umstände nicht hinreichend klar gewesen sind, um eine so weitreichende politische Erklärung abzugeben.“

08.07.2009: Die Bundesregierung hat die tödliche Messerattacke in Dresden als „abscheuliche Tat“ verurteilt. Der Anschlag im Landgericht am vergangenen Mittwoch habe „uns alle bestürzt und betroffen gemacht“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg am Mittwoch in Berlin. Zugleich wies Steg die Kritik zurück, die Regierung habe nicht auf die Dresdner Tat reagiert. Die Ausländerbeauftragte Maria Böhmer (CDU) habe dem Ehemann der getöteten Frau das Beileid ausgesprochen und die Abscheu über die Tat zum Ausdruck gebracht, sagte Steg. „Die Bundesregierung hat nicht geschwiegen.“

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8 Kommentare
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  1. Hans Schneter sagt:

    Wie kann ein Ausländer ein Ausländerfeind sein…?

  2. ibo sagt:

    es wird viel zu wenig darüber berichtet, dass man den Ehemann zuerst für den Täter hielt und angeschossen hatte, warum ist das so?

    Komisch finde ich auch, dass der Begriff „Russland-Deutscher“ andauernd fällt, ist mir auch neu?

    Worauf wollen die dt. Medien aufmerksam machen? Der Täter ist doch assimiliert, also Deutscher.

    Auch hier sieht man wieder ein Schema.

  3. Chrischan74 sagt:

    Die Tatsache, wie schnell der Mitbürger russischer Abstammung mit dem Messer zustechen konnte, zeigt deutlich eine militärische Ausbildung. Sein Hass auf Muslime lässt schließen, daß er höchstwahrscheinlich in Tschtschenien eingesetzt wurde. Klingt für mich nach einem Kriegstrauma.

    Frage: Wer lässt derartige Zeitbomben ins Land?

    @ Ibo: Stellst Du Dir dieselbe Frage auch, wenn es um „Deutsch-Türken“ oder „Deutsch-Afghanen“ geht?

  4. meinereiner sagt:

    Ein Migrant tötet eine Migrantin. Passiert mittlerweile mindestens einmal die Woche. Was soll das Geschrei?

  5. Bogo sagt:

    Er war weder Ausländer noch Migrant, die Herrschaften sollten den Begriff Russlanddeutsche noch einmal unter die Lupe nehmen!

    Er ist Deutscher, mit deutschen Eltern, einer annährend deutschen Erziehung und Sozialisierung in Russland und Deutschland.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Russlanddeutsche

    Doch ist es ziemlich egal wer oder was er war und jeder der bereit ist aus Rassismus zu töten ob Ausländer Migrant oder Deutscher, Ami, Chinese, Afrikaner….oder ein rassistischer Marsmensch, ist zu verurteilen!
    Es ist mehr als unter der Gürtellinie, wenn die rassistischen Kommentare hier zum Ausdruck bringen, wieviel ihnen ein Menschenleben wert ist.
    Soviel Hass kann nur einem tumben Idioten, Lebensgrundlage sein.

  6. Peter Habersaat sagt:

    Tragsich, keine Frage. Und nicht zu tolerieren oder zu verstehen.
    Trotzdem: Muslime müssen auch vor ihrer eigenen Tür kehren. Ich empfinde sie als ungleich aggressiver und gewaltvoller! ( Schon wie sie gegen den Willen des Volkes ihre Moscheen installieren- ich finde es frech und respektlos!)

  7. Mehmet sagt:

    Ich versuche gerade mal den Zusammenhang zu diesem Thema herzustellen: Wie viele Menschen werden durch einen Moscheebau (der ja defintiv rassistisch motiviert sein muss) umgebracht?

    PS: Diese rhetorische Frage sollte nur auf die Freiheit des Sinns Ihrer Aussage aufmerksam machen… Dennoch: Danke für Ihre Meinung.

  8. almabu sagt:

    Kompliment an Autor und Künstler für die gelungene Komprimierung dieser schrecklichen Geschichte!
    Zu den Kommentaren möchte ich nur hinzu fügen, dass ich einen U-Bahn-Bau in Köln allemal für gefährlicher halte als einen Moschee-Bau in Köln!



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