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Türkische Presse Europa

09.07.2009 – Einbürgerung, Islamophobie, Jugendamt

Weitestgehend uneinheitlich sind die Themen der heutigen Europaausgaben türkischer Tageszeitungen. Der Dresdener Mordfall im Landgericht,die Debatte um Islamophobe Einstellungen in Deutschland oder die Einbürgerungskampagne in Rheinland-Pfalz sind nur einige der Meldungen.

Migrantenorganisationen kritisieren Skandal beim Jugendamt
Auf der Titelseite der ZAMAN wird auch heute über Skandale im Zusammenhang mit den Jugendämtern berichtet. Anlässlich des tragischen Falles um die türkische Familie Ö. hätten sich zahlreiche Migrantenorganisationen über die Praxis der Jugendämter beschwert.

Militärdienst als Ausnahme im Staatsangehörigkeitsrecht anerkannt
Die HÜRRIYET berichtet unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion, dass türkische Staatsbürger, die wegen Nichtableistens des türkischen Militärdienstes aus der türkischen Staatsbürgerschaft nicht entlassen werden, in Deutschland aufgrund einer Ausnahmevorschrift eingebürgert werden können.

Die Grünen wollen 3. Macht werden
Jürgen Trittin (Die Grünen) habe der HÜRRIYET gegenüber erklärt, dass sie die 3. Macht in Deutschland werden wollen. Außerdem habe er gesagt, dass die Grünen das Problem der Optionsregelung für jugendliche Migranten ernst nehmen und sich für die Abschaffung einsetzen werden.

Koordinationsrat der Muslime: Deutschland muss Islamophobie ernst nehmen
Anlässlich des Mordfalls im Dresdener Landgericht habe der Dr. Ayyub Axel Köhler, Sprecher des Koordinierungsrats der Muslime, Politiker dazu aufgerufen, Islamophobie in Deutschland ernst zu nehmen.

Lebensretter warnt
Unter dieser Überschrift räumt die HÜRRIYET einem türkischstämmigen Lebensretter Raum ein, der anlässlich der Schwimmbadsaison die Familien dazu auffordert, Wert auf das Schwimmen lernen ihrer Kinder geben sollen. Nur so ließen sich Unglücksfälle verhindern.

Özdemir auf dem Weg zur Zugspitze!
Grünen-Vorsitzender Cem Özdemir ist mit einer Gruppe von Parteikollegen auf die Zugspitze gestiegen. Dabei begleitete ein SABAH-Reporter die Gruppe auf dem höchsten Berg Deutschlands. Özdemir sagte unterwegs zur Zugspitze: “Es wäre ein Sensation, wenn ich bei den Bundestagswahlen als Direktmandat in Stuttgart gewählt werden könnte. Die Wähler mit Migrationshintergrund werden mir bestimmt dabei helfen.”

Die Machenschaften der Flugtickets-Betrüger
In Deutschland gehen jedes Jahr mit Beginn der Sommerferien viele Türken, die eine Flugreise in die Heimat buchen wollen, sogenannten “Ticket-Betrügern” auf den Leim. Es sind meistens dieselben Betrüger, die jedes Jahr unter einem anderen Firmennamen ein Reisebüro eröffnen und Flugtickets in die Türkei zu Spottpreisen anbieten. Wie ist es möglich überhaupt möglich? Eine SABAH-Recherche erhellt die Hintergründe und Machenschaften dieser Betrüger. Diese gründen in der Türkei unter dem Namen eines Bekannten ein Reisebüro und treten in Deutschland als Vertreter dieses Geschäftes auf. So verkaufen sie zu Sonderpreisen, sogar mit Ratenzahlungen hunderte Flugtickets in die Türkei. Das Geld wird sofort aufs Konto des Reisebüros in der Türkei überwiesen. Der Betrüger holt später persönlich das Geld von der Firma in der Türkei ab. Wenn der Betrug auffliegt, erklärt er den Behörden: “Die Firma in der Türkei hat das Geld an die Fluggesellschaften nicht bezahlt. Dafür kann ich nichts.”
Über die Ticketbetrügereien berichtet heute auch die HÜRRIYET.

Türkisch in Bonn
Ab 2011/2012 werden an der Universität in Bonn Türkischlehrer ausgebildet. Laut HÜRRIYET hatte die Universität im Jahre 2002 auf Druck der rot-grünen Koalition die Ausbildung für Lehrer eingestellt.

Erklärung der Bundesregierung
In einer kurzen Meldung räumt die HÜRRIYET der Erklärung der Bundesregierung über den Dresdener Mordfall im Landgericht Platz ein. Danach habe die Bundesregierung erklärt, dass in Deutschland kein Raum für Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie gebe.

Wie leben in Harmonie
In Roth wurde anlässlich des 40. Jahrestages seit Zuwanderung der ersten Türken eine „Türkische-Nacht“ veranstaltet. Laut TÜRKIYE sei die Veranstaltung auf großes Interesse gestoßen. Der Bürgermeister der Stadt Roth Erdmann habe gesagt, dass man keinerlei Probleme mit Türken habe und man in Harmonie zusammenlebe.