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Türkische Presse Europa

07.07.2009 – Aschaffenburg, Dresden, Türkei

Die Europaausgaben türkischsprachiger Tageszeitungen räumen der Messeratacke in Aschaffenburg breiten Raum ein. Außerdem gibt es Artikel über Äußerungen des deutschen Botschafters in Ankara in Bezug auf den EU-Beitrittsprozess der Türkei, über den Dresdner Mordfall im Gerichtssaal.

DATUM7. Juli 2009

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RESSORTTürkische Presse Europa

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Familiendrama in Aschaffenburg
Auf der Titelseite der Europabeilage der SABH wird über ein Familiendrama aus Aschaffenburg berichtet. Ein 18 Jähriger türkischstämmiger Jugendlicher haben während eine Familienauseinandersetzung seine beiden älteren (21 und 22) mit einem Messer verletzt. Während die ältere der beiden Schwestern das Krankenhaus verlassen habe, befinde sich die Jüngere noch in stationärer Behandlung.

Laut SABAH seien die genauen Motive des Täters bisher unbekannt. Den Tatberichten zufolge handele es sich um eine Affekthandlung des 18jähren. Die Familie sei bisher noch nie auffällig geworden. Dennoch mutmaße die deutsche Presse, es könne sich um einen Ehrenmord handeln.

Die HÜRRIYET schildert, dass die verletzten Schwestern eine Diskussion mit der Mutter geführt hätten. Der Täter sei nach Hause gekommen und davon ausgegangen, die beiden Schwestern würden die Mutter schlagen. Daraufhin habe er sich ein Messer geschnappt auf die Schwestern losgegangen. Der Vater, der sich in der Wohnung befand, habe gesagt, dass alles sehr schnell passiert sei und er überhaupt nicht eingreifen konnte. Nach der Tat habe sich der Sohn ausgeheult.
Die MILLIYET hingegen fasst lediglich die Tat zusammen und geht auf mögliche Motive oder Hintergründe nicht ein.

20 Quadratmeter
Die HÜRRIYET räumt der siebenköpfigen Familie A. großen Raum auf der Titelseite der Europabeilage ein. Der Familie A. sei von einer großen Wohnungsbaugesellschaft in Hamburg mit der Begründung gekündigt worden, sie würden die Miete nicht entrichten. Dagegen habe die Familie A. Klage erhoben und belegt, dass der Vermieter den Mietzins nicht abgebucht hat. Währenddessen habe ein Wohnungsbrand dazu geführt, dass die Familie zwangsläufig ausziehen musste. Nun verweigere die Wohnungsbaugesellschaft, die 130.000 Wohnungen unterhalte, der Familie eine Notunterkunft zur Verfügung zu stellen. Daher lebe Familie A. in einem 20 Quadratmetergroßen Gartenhäuschen. Das einzige, was der Familie angeboten worden sei, die Kinder in einem Heim unterzubringen, solange die Wohnung renoviert werde. Das aber hätten die Eltern der Kinder abgelehnt.

Der deutsche Botschafter in Ankara
„Wir stehen der Türkei immer bei“, titelt die TÜRKIYE und zitiert den deutschen Botschafter, Eckart Cuntz, in Ankara. Während der Veranstaltung „50 Jahre türkisch-deutsche Wirtschaftszusammenarbeit – Rückblick und Ausblick“ habe Cuntz betont, dass die türkisch-deutsche Zusammenarbeit neben der wirtschaftlichen, sozialen, politischen, militärischen, kulturellen viele anderen Bereiche umfasse. Außerdem habe Cuntz gesagt, dass Deutschland während der EU-Beitrittsverhandlungen die Türkei unterstützen und hinter ihm stehen werde.

Auf der Suche nach Auszubildenden
In einem Interview mit dem Berufskolleg für Medienberufe in Köln wurde u.a. über die Geringe Zahl türkischstämmiger in Medienberufen diskutiert und auf den Bedarf aufmerksam gemacht. Laut Leiter des Berufskollegs, Dr. Klaus-Dieter Schulz, führe dies dazu, dass türkenbezogene Nachrichten häufig an Wissenslücken mangeln. Der Bedarf an türkischstämmigen Journalisten werde daher in der Zukunft weiter steigen. (ZAMAN)

Mehrheitsverhältnisse geändert
Im Schleswig-Holsteinischen Norderstedt hat das türkischstämmige Stadtratsmitglied Basarici die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat geändert. Sie sei von der SPD zu der CDU gewechselt und so die Mehrheitsverhältnisse der SPD, GAL und der Linkspartei zu Gunsten der CDU und FDP geändert. Zur Begründung habe Basarici ausgeführt, dass die SPD ihre Wahlversprechen nicht eingehalten habe. Außerdem habe die SPD ihr Versprechen gegenüber Basarici gebrochen.

Dresdener Mordfall im Gerichtssaal
Gleich zwei Mal kommentiert die ZAMAN den Dresdner Mordfall. Ismail Kul und Yusuf Ekiz machen auf doppelte Standards in der deutschen Medienberichterstattung aufmerksam, die sich deutlich zurückhaltend zeigten. Sie stellen sich die Frage, wie die Medien wohl berichtet hätten, wenn ein Muslim der Täter gewesen wäre. Ismail Kul kritisiert außerdem einige türkische Verbände damit, sich zu diesem Thema nicht geäußert zu haben.

Toter kann nicht abgeschoben werden
Laut MILLIYET hat die Berliner Polizei ein Problem mit einem „toten“ Türken. Dieser könne trotz zahlreicher Straftaten nicht in die Türkei abgeschoben werden, weil der Betroffene in der Türkei als tot gelte. Daher könne er nicht abgeschoben werden. Die Berliner Verantwortlichen würden den türkischen Behörden vorwerfen, den Betroffenen mit Absicht als „tot“ zu führen, um die Ausweisung zu verhindern.

Schäuble über Wert
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble habe im Rahmen einer Veranstaltung zum Islamkonferenz in Regensburg betont, dass unterschiedliche Religionen bei der Wertevermittlung und –erhaltung eine große Rolle spielen. Die Finanzkriese habe gezeigt, wohin es führen kann, wenn Werte nicht beachtet werden. Außerdem habe er sich erneut für die Einführung des islamischen Religionsunterrichts ausgesprochen und von den islamischen Religionsgemeinschaften einheitliches Vorgehen gefordert. (SABAH)

Sport verbindet
Unter dieser Überschrift berichtet die HÜRRIYET über ein Symposium der Deutsch-Türkischen Gesundheitsstiftung und der Konrad Adenauer Stiftung, in der über die integrative Bedeutung des Sports diskutiert wurde.

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