MiGAZIN

Deutsche Kultur in Istanbul

Der „Villa Tarabya“ steht nichts mehr im Wege

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat die notwendigen Mittel für die Umsetzung des Projektes „Villa Tarabya“ in Istanbul freigegeben. So stehen nun sechs Millionen Euro für Sanierungs- und Umbaumaßnahmen zur Verfügung, die die Gebäude in Tarabya zu einer Künstlerakademie „verwandeln“ sollen. Die Idee, nach Rom auch in Istanbul einen Künstlersitz herzurichten, beruhe auf der Initiative des Parlaments, so der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Steffen Kampeter.

Die Akademie soll pünktlich bis 2010 errichtet werden, da sie als „ein Beitrag der Bundesrepublik Deutschland im Kulturhauptstadtjahr 2010“ zu betrachten sei. Sie bilde „eine zentrale Brücke zwischen den Kontinenten“ und sei daher auch als ein „Aushängeschild für deutsche Kultur im Ausland“ zu betrachten, sagte die stellvertretende Sprecherin der Arbeitsgruppe Haushalt der SPD-Bundestagsfraktion Petra Merkel. Auch Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier sei zuversichtlich, „bis zum Ende 2010 in Tarabya einen Ort des lebendigen künstlerischen Austauschs mit der Istanbuler Kunst- und Kulturszene“ entstehen zu lassen.

Wie auch in der Villa Massimo in Rom sollen künftig Künstlerinnen und Künstler aus den verschiedensten Bereichen für eine Dauer von bis zu sechs Monaten in der „Villa Tarabya“ wohnen. Dies könne erheblich dazu beitragen, „den künstlerischen Blick auf die Türkei zu verändern und kulturelle Kooperationen zu ermöglichen.“ Dabei könnten jährlich bis 14 Künstlerinnen und Künstler Stipendien für ein halbes Jahr in Istanbul erhalten.

Der Standort dieser „Exzellenzförderung der Bundesrepublik Deutschland im Bereich Kunst und Kultur“ ist die historische Sommerresidenz des deutschen Botschafters. Das Grundstück liegt ungefähr 15 Kilometer vom Istanbuler Stadtzentrum entfernt und ist als Geschenk des damaligen Sultan Abdülhamid II. zu betrachten.

Die Künstlerakademie ist organisatorisch dem Goethe-Institut untergeordnet, wird allerdings als eigenständige Institution gewertet. Eine entsprechende Rechtsform für die Akademie gebe es noch nicht, solle aber vom Auswärtigen Amt zügig ausgearbeitet werden. Dabei müsse die Priorität jedoch bei der Förderung von Kunst und Kultur liegen. „Dies sind wir unseren Künstlern schuldig, die mit der Künstlerakademie einen hervorragenden Beitrag zum interkulturellen Dialog leisten werden“, so Kampeter.